Transsexuelle Bewerbung
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zu den Themen Crossdressing, Transgender, Transident...
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Olivia
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Transsexuelle Bewerbung

Post 1 im Thema

Beitrag von Olivia »

Hallo in die Runde,

mein Arbeitgeber stellt mir zur Information die Broschüre "Führungskraft" zur Verfügung. In der Ausgabe 28/2014 habe ich folgendes gelesen:

"Transsexuelle Bewerberin als Mann behandelt — keine Diskriminierung
Es gibt immer noch gefährliche Gebiete, die im Dschungel des Allgemeinen Gleichbehandlungsgestzes (AGG) auf uns lauern. Kaum scheinen alle Gefahren bekannt und damit gebannt, schon tut sich eine neue Falle auf, an die noch keiner gedacht hat.
Eine transsexuelle Frau fühlte sich im Vorstellungsgespräch vom Interviewer diskriminiert. Der war wohl irritiert über den "Mann in Frauenkleidern" und suchte im Spaß hinter der Tür, ob sie sich vielleicht dort versteckt hätte. Nach der Ablehnung der transsexuellen Bewerberin brachte ihm dieses Verhalten umgehend eine Diskriminierungsklage ein. Die Kandidatin forderte eine Entschädigung nach -§ 15 AGG.
Keine Strafe bei Unwissenheit
Vor Gericht gab der Personalverantwortliche an, dass er die Bewerberin für einen Mann in Frauenkleidern gehalten hätte. Die Transsexualität sei ihm unbekannt gewesen. Die Aussage war glaubhaft, denn ihre Transsexualität offenbarte die Bewerberin erst im Berufungsverfahren.
Fazit: Die Richter des Landesarbeitsgerichtes (LAG) Mainz wiesen die Klage der Bewerberin ab. Gerettet hat den Personalverantwortlichen, dass er von der Geschlechtsumwandlung nichts gewusst hatte. Deshalb lagen hier keine Benachteiligung und auch keine Verletzung der Persönlichkeitsrechte vor (LAG Mainz, 09.04.14, 7 Sa 501/13). Ansonsten hätte der Fall für den Peronalleiter durchaus negativ ausgehen können."

Ich denke, das ist interessant"¦

Liebe Grüße von Olivia
Katrin-Doris (†)
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Re: Transsexuelle Bewerbung

Post 2 im Thema

Beitrag von Katrin-Doris (†) »

Hallo Olivia,

zuerst einmal Danke für diesen informellen Beitrag.

Der Artikel hat mich etwas überrascht, weil ich angenommen habe, dass wenn ich eine TS bin
und das auslebe, das auch in meinen Lebenslauf schreibe und das muss ein Personalchef doch eigentlich lesen,
oder habe ich da was falsch verstanden?

War das ganze nur ein Experiment der Bewerberin ?

Bei der letzten Frage hätte sie dann mehr Schaden angerichtet für die Menschen, die mit
ihren Geschlecht im ernsthaften Widerspruch leben und davon habe ich auch schon jemanden
kennen gelernt und das sind dann Folgen, die dadurch entstehen können, die dann
für einen Außenstehender kaum begreifbar sind...

DANKE !

Katrin-Doris
:::Katrin, manchmal zickig, aber immer lustig...
ReaGirl

Re: Transsexuelle Bewerbung

Post 3 im Thema

Beitrag von ReaGirl »

Sehe ich das richtig das selbst eine transfrau die perfekt wie eine frau aussieht z.b. 5jahre nach beginn der transition und selbst wenn der einzige mensch auf der welt der das erkennen würde dieser eine personalchef wäre, man den kürzeren zieht wenn man die trans"vergangenheit" nicht in der bewerbung angibt?
Vivian Cologne
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Re: Transsexuelle Bewerbung

Post 4 im Thema

Beitrag von Vivian Cologne »

Ich wollte schon einen Beitrag hierzu schreiben, habe es allerdings erst jetzt geschafft.

Hast du den Beitrag aus "Führungskraft aktuell" greifbar? Ich kann die Quelle nämlich nicht finden.

Falls das so formuliert ist, wie du schreibst, ist da nämlich eine Menge Quatsch drin. Ob sie eine "Geschlechtsumwandlung", wie es hier mal wieder heißt, hinter sich hat, ist für ihren Status als Bewerberin völlig unerheblich. Biofrauen müssen auch nicht angeben, ob ihre Körbchengröße natürlichen Ursprungs ist, wenn sie sich irgendwo bewerben. Der Fall ist an sich ja schon Monate alt, und die Revision läuft wohl noch.

Der Firmenangehörige war kein Personaler, sondern der Logistikleiter. Kien Personalverantwortlicher hätte sich so verhalten, denn die kennen die Fallstricke und haben vielleicht auch mehr Manieren.

Was ich immer noch nicht weiß, ist, wie weit die Frau mim TS-Verfahren war. Nach Wirksamwerden der VÄ/PÄ gilt das Offenbarungsverbot, das heißt, ihr alter Vorname inklusive Geschlecht darf nicht erkennbar sein, wenn sie das nicht möchte. Wenn sie als Frau lebt, geht das aucu niemanden etwas an.

Inwieweit ich das im Vorfeld mitteile, hängt von der Branche, dem Umfeld, dem eigenen Passing und meinem juristischen Stand ab. Ich habe noch alle Bescheinigungen und Zeugnisse auf meinen männlichen Namen, deshalb habe ich einen erklärenden Passus in meinen Unterlagen.

So, wie ich den Fall verstanden habe, insbesondere das Verhalten des Firmenangehörigen, hätte ich auch geklagt, allerdings hätte ich nicht die Fristen versäumt, wie die Klägerin das gemacht hat.

Also, für Infos wäre ich dankbar!

Vivian
Jalana
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Re: Transsexuelle Bewerbung

Post 5 im Thema

Beitrag von Jalana »

Vivian Cologne hat geschrieben:Also, für Infos wäre ich dankbar!

Vivian
Folgender Link führt zum Originalurteil:

http://dejure.org/dienste/vernetzung/re ... a%20501/13

und weiterklicken -> Rechtsprechung Rheinland-Pfalz -> danach noch einmal auf OK (Direkktlink geht irgendwie nicht)

Wenn ich das Urteil richtig verstehe, dann hat der Personalchef eine Frau erwartet und sie zuerst als Mann wahrgenommen und sich gleich dafür entschuldigt. Eine Diskriminierung kann ich daraus noch nicht ableiten.

LG
Jalana
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Olivia
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Re: Transsexuelle Bewerbung

Post 6 im Thema

Beitrag von Olivia »

Hallo Vivian Cologne,

ich habe keine weiteren Infos - leider - und ob da "Quatsch drinsteht" mag jede/r für sich entscheiden - ich habe wie aus "..." ersichtlich wörtlich zitiert und wollte das nur zur Info hier einstellen.

Liebe Grüße von Olivia
Lina
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Re: Transsexuelle Bewerbung

Post 7 im Thema

Beitrag von Lina »

SandraGirl hat geschrieben:Sehe ich das richtig das selbst eine transfrau die perfekt wie eine frau aussieht z.b. 5jahre nach beginn der transition und selbst wenn der einzige mensch auf der welt der das erkennen würde dieser eine personalchef wäre, man den kürzeren zieht wenn man die trans"vergangenheit" nicht in der bewerbung angibt?
Nein natürlich nicht. Aber wenn es so ist, dass man vielleicht nicht so perfekt ist, dass man später doch als trans auffällt, ist es vielleicht schlauer es offen zu nennen.

Aber völlig davon abgesehen, was man darf, muss oder sollte: Personaler verabscheuen vor allem langweilige Lebensläufe. Muss es denn eure Meinung nach immer negativ sein, dass jemand trans ist? Sieht ihr denn keine Möglichkeiten es auch positiv auszulegen? Z.B. so ins Bild bringen, dass der Personaler mit Chance denkt, "wow, diese Person ist wirklich was Besonderes."
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