Hallo zusammen! Bin neu.
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Wer möchte, kann sich vorstellen: bitte kurz fassen
und längere Diskussionen in den dafür vorgesehenen
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Lukretia
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Hallo zusammen! Bin neu.

Post 1 im Thema

Beitrag von Lukretia »

Hallo liebe Forumsgemeinde,

nach endlos langen Jahren des Umherirrens und der Ungewissheit habe ich endlich das Gefühl, hier am richtigen Ort zu sein.
Puh, hat das lange gedauert. Ich bin seit kurzem Rentner. Ich lebe seit jeher alleine, war nie verheiratet oder enger liiert, habe keine Kinder. Eine langjährige platonische Wochenendbeziehung zu einer Frau ist gescheitert, nachdem ich mich vor kurzem als "schwul" geoutet habe.
Ich habe zwei Probleme und würde mich freuen, wenn ich darauf Resonanz bekomme.
1. Transvestitischer Fetischismus. Seit mehreren Jahrzehnten habe ich mich auf autoerotische Aktivitäten ohne Partner zurückgezogen, genauer gesagt seit 40 Jahren. Diese Zeit wurde von vier sexuellen Begegnungen mit Frauen unterbrochen. Vor knapp 30 Jahren hatte ich einmal eine zweijährige sexuelle Beziehung zu einer Frau. Bei meinen autoerotischen Aktivitäten trage ich Damenwäsche und hochhackige Schuhe. Ich habe diese Aktivitäten bis vor kurzem als zwanghaft, als nicht zu mir gehörig (ich-dyston) erlebt. Irgendetwas kam von außen über mich und überwältigte mich, schwerste Schuldgefühle und den Schwur, es nie wieder zu tun, zurücklassend. Inzwischen erlebe ich diese Aktivitäten, bei denen Hilfsmittel ein Rolle spielen, nicht mehr als ich-fremd, sondern als ich-eigen (ich-synton). Ich habe unsäglich gelitten, da ich das Ganze als zwangsneurotische Störung begriff, der über Jahrzehnte nicht beizukommen war. Ich habe diese Aktivitäten (im stillen Kämmerlein) an manchen Tagen bis zum Exzess getrieben.
2. Geilheit auf Frauen der speziellen Art. Darunter habe ich ebenfalls Jahre lang furchtbar gelitten, und dieses Thema ist mir sehr wichtig. Wer hat ähnliche Erfahrungen? (Junge) Frauen, die ich beispielweise in der Straßenbahn oder auf dem Bahnsteig sehe, können mich fürchterlich anmachen: Nicht, weil ich etwas von ihnen wollte, sondern weil ich wie sie sein will. Ich will eine Frau sein, aber eine richtige, die dann von einem Mann begehrt wird und mit ihm Sex hat. In früheren Jahren hat dieser Drang beängstigende Ausmaße angenommen. Ich habe zum Beispiel aus Getriebenheit eine Kollegin ständig am Hintern oder an anderen Körperstellen berührt (sie duldete das meistens merkwürdigerweise). So einen richtigen Frauenkörper wollte ich auch haben, um dann in diesem Frauenkörper von einem Mann... Alle Welt hielt mich aber für heterosexuell. Niemand begriff, was hinter meinem Drang, Frauen zu betatschen, wirklich steckte. Am aller wenigsten ich selbst. Ich meinte, ich sei in diese Frauen verliebt.
Ich trage gelegentlich auch Damenwäsche unter der Kleidung und im Haus, früher habe ich mir auch mehrfach die Zehennägel lackiert, sowie die Fingernägel und die Lippen mit Lippenstift nachgezogen (beides wieder entfernt, wenn ich aus dem Haus ging). Gelegentlich spürte ich einen starken Drang zu Frauenzeitschriften wie "Freundin", "Brigitte" und "Für Sie". Ich war stark auf große weibliche Brüste fixiert. Die hätte ich gern selbst gehabt. In so ein Wesen mit großen Brüsten habe ich mich auch "verliebt".
Als Jugendlicher, junger Mann und später spürte ich, dass mit mir etwas nicht stimmt. Ich wusste aber nicht was. Ich habe fürchterlich gelitten in gemischten Singlegruppen. Ich habe Kontaktanzeigen aufgegeben, um Frauen kennenzulernen, konnte aber mit ihnen nichts anfangen. Ständig habe ich mich im falschen Film gefühlt.
Heute weiß ich: In mir stecken ein Mädchen, das (pubertäre) Jungs und eine Frau, die (nachpubertäre) jüngere Männer will. Ausleben kann ich das nicht, zumal in meinem Alter nicht.
Das soll fürs Erste mal genug sein.

Eure Lukretia (ich plane, am 1. November zum Stammtisch ins Kölner Kattwinkel zu kommen)
Vivian Cologne
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Re: Hallo zusammen! Bin neu.

Post 2 im Thema

Beitrag von Vivian Cologne »

Hallo Lukretia,

mit Interesse habe ich deine Schilderung gelesen. Vieles kommt mir aus meiner eigenen Geschichte bekannt vor, vieles hätte ich vor einem Jahr für mich ähnlich geschildert. Heute sehe ich allerdings manches anders.

Nun, ich kenne dich nicht, und ich möchte ja nicht zu viel hineininterpretieren. Aber deinen Punkt 1 halte ich für eine Fehleinschätzung. Könnte da nicht viel mehr dahinterstecken? Ich weiß selbst ganz genau, wie schwer es ist, solche Gedanken zuzulassen.

Ins Kattwinkel zu kommen ist eine gute Idee. Vielleicht finden wir eine Gelegenheit, ein bisschen miteinander zu quatschen.

Vivian
Lukretia
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Re: Hallo zusammen! Bin neu.

Post 3 im Thema

Beitrag von Lukretia »

Hallo Vivian,

danke für Deine Antwort.
Wie ich aus Deinem Profil sehe, hatten wir ähnliche Berufe.
Ich verstehe nicht ganz, was du damit meinst, in meinem Punkt 1 könnte mehr dahinter stecken. Ich sehe das so, dass ich als Frau mir das selbst verschaffe, was ich in der Realität nicht kriege. Nur, dass ich dieses "Ritual" lange Jahre nicht verstanden habe.
Ich würde mich freuen, wenn wir im Kattwinkel ein wenig darüber reden könnten.

Liebe Grüße

Lukretia
Vivian Cologne
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Re: Hallo zusammen! Bin neu.

Post 4 im Thema

Beitrag von Vivian Cologne »

Sorry, meine Bemerkung bezog sich auf den transvestitischen Fetischismus. Wahrscheinlich ernte ich einen Sturm der Enrüstung, wenn ich schreibe, dass meiner Meinung das meist nur ein Ventil ist, die ganze Frau, die in einem steckt, nicht rauslassen zu müssen. Deshalb lasse ich das lieber :|

Nicht verstanden habe ich dein Outing als "schwul". Du träumst davon, als Frau mit einem Mann Sex zu haben. Finde ich nicht schwul ...

Vivian
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Re: Hallo zusammen! Bin neu.

Post 5 im Thema

Beitrag von Lukretia »

Dass der transvestitische Fetischismus ein Ventil ist, die ganze Frau, die in einem steckt, nicht rauslassen zu müssen: da kann ich Dir folgen. Das ist zweifellos so. In mir steckt eine Frau, die ich nach außen nicht zu zeigen wage. Da diese Frau sexuell das nicht bekommt, was sie will und braucht, verschafft sie es sich selbst. Unvergessen ist mir der Spruch einer Freundin: "Wenn ich keinen Mann kriege, nehme ich mir einen künstlichen". Da ich auf diese Weise befriedigt bin, brauche ich die Frau in mir nach außen nicht mehr zu zeigen und man merkt sie mir von außen auch nicht an.
Was mein Outing als "schwul" betrifft, so war das ein "Teil-Outing", erst vor drei Jahren. Erst im Laufe dieser Jahre ist mir stufenweise immer klarer geworden, was mit mir los ist. Weißt Du, was mir vor zwei Jahren eine Kölner Psychologin gesagt hat: 1. "Sie sind stockschwul". 2. "Sie sind weiblich identifiziert".
Ich habe mich Stück um Stück meinem Frausein genähert, und das erst spät. Erst jetzt habe ich das Gefühl, an der richtigen Stelle zu sein. Ich bin seit zwei Jahren Mitglieder einer Schwulen-Gruppe, aber da fühle ich mich nicht hundertprozentig wohl. Ich kann dort meine Weiblichkeit, mein Frausein, zu wenig zeigen. Ich habe immer Angst gehabt, die Frau in mir zu offenbaren. Deshalb bin auch mein Leben lang ein so schweigsamer und still-zurückgezogener Mensch gewesen. Ich befürchtete, die Frau in mir würde zum allgemeinen Entsetzen sichtbar. Umso erleichternder, dass ich sie hier endlich rauslassen kann.

Lukretia
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Re: Hallo zusammen! Bin neu.

Post 6 im Thema

Beitrag von Vivian Cologne »

Ja, du hast verstanden, wie ich es gemeint habe.

Wenn wir uns im Kattwinkel sehen, kannst du mir im Vertrauen ja mal den Namen dieser Kölner Psychologin nennen. Diese zwei Aussagen (aus dem Zusammenhang gerissen) halte ich für besonders bescheuert (Tschuldigung).

Vivian
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Re: Hallo zusammen! Bin neu.

Post 7 im Thema

Beitrag von Anjali-Sophie »

Hallo Lukretia (flo) (flo) (flo)

Auch ich habe deine vorstellung mit spannung gelesen , und heiße Dich hier recht herzlich Willkommen unter uns gleichgesinden, und freu mich über gedanken austausch . (ap) (hs) (cof) (smili) (drink) :()b ))):s


LG Anjali-Sophie
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Re: Hallo zusammen! Bin neu.

Post 8 im Thema

Beitrag von Lukretia »

Hallo Anjali-Sophie,

danke für Deinen freundlichen Willkommensgruß. Ja, das tut gut, hier unter sich zu sein.

Noch eine Bemerkung an Vivian zur Kölner Psychologin: Du hast das sehr richtig gesehen, dass ich ihre beiden Bemerkungen aus dem Zusammenhang gerissen habe. Ich war mir unsicher, wer ich bin. Ich schilderte ihr, wie ich mich als Junge in einen Mitschüler verliebt hatte und ihn aus der Position des Mädchens anhimmelte. Wie ich mich beim Fußballspiel, er war mein Gegner, im Zweikampf an ihn presste und das Gefühl seines Körpers genoss. Daraus und aus anderen Aussagen schloss die Psychologin, dass ich schwul sei. Das war und ist insofern richtig, als ich als biologischer Mann/Junge einen biologischen Mann/Jungen begehre. Weiblich identifiziert bin ich, da ich den Mann/Jungen aus der Position der Frau/des Mädchens begehre und nicht der männlichen Position.
Aktuell bin ich verliebt in Atsuto Uchida, einen Spieler von Schalke 04, im Moment etwa 26 Jahre. Die Mädchen schreiben ihm waschkörbeweise Liebesbriefe. Es existieren Bilder davon (Liebesbriefe mit Herzchen und Blümchen, ausgebreitet auf dem Rasen). Ich bin auch eines der Mädchen, das Uchida anhimmelt. Die Psychologin würde das als "weiblich identifiziert" bezeichnen, da ich kein Mädchen, sondern ein 65-jähriger Mann bin.

LG
Lukretia
Andrea aus Sachsen
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Re: Hallo zusammen! Bin neu.

Post 9 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

.
Hallo Lukretia,
schön, dass du zu uns gefunden hast! Auch ich begrüße dich ganz herzlich in unserer Runde!
Mich beeindruckt die Offenheit, die du in deinen inzwischen schon über 20 Beiträgen an den Tag legst. Dadurch konntest du sehen, dass du für deine Probleme hier immer ein offenes Ohr findest.
Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß hier und einen reichhaltigen Erkenntnisgewinn.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
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