hier nun mein neustes Outdoorerlebnis vom 20.09.14
Die aufregenden Erlebnisse eines Crossdressers
7. Outdoorerlebnis am 20.09.14
Nach fast sieben wöchiger Pause, war es endlich wieder so weit. Die Miss Monika Reise und Touristik GmbH ging wieder auf großer Tour.
Nach der Krönung von Miss Monika zur neuen Kaiserin im Dom zu Aachen sollte der nächste Höhepunkt die Krönung von Miss Monika zur neuen Weinkönigin 2014 in Cochem an der Mosel in einem feierlichen Akt vollzogen werden. Die Vorbereitungen waren alle abgeschlossen, die Straßen alle festlich geschmückt, die entsprechende Galakleidung herausgelegt und alle Menschen in freudiger Erwartung bezüglich der kommenden Geschehnisse.
So war es geplant, so sollte es geschehen.
Die Realität sollte uns einen dicken Strich durch die Rechnung machen. Tatsache ist eben folgende:
Miss Monika wurde nicht die neue Weinkönigin von Cochem
Bevor ihr jetzt einen neuen Skandal in den Adelsfamilien bzw. Königshäusern vermutet und die Zeitung mit den vier großen Buchstaben durchblättert um nach den Berichten des 20.09.14 zu suchen, möchte ich erst mal wieder chronologisch die Geschehnisse von diesem Tag Revue passieren lassen.
Freitag, den 19.09.14
Seit Anfang der Woche plagten mich fürchterliche Rückenschmerzen und diese Tatsache sollte eine mehrtägige Ruhepause in waagerechter Stellung (sprich Matrazenhorchdienst) beinhalten.
Kein Alkohol, kein Nikotin (Zigaretten) und keine falschen Bewegungen. (Was der Verzicht von Alkohol und Nikotin mit meinem Rückenleiden zu tun hat, entzieht sich meiner Kenntnis, aber der Arzt will es nun einmal so. Ebenso sollte auf gymnastische Bewegungsübungen im Bett verzichtet werden. Was meint er (der Arzt) wohl damit?
Am Donnerstag kam noch eine leichte Mittelohrentzündung dazu, die mir das Tragen der Krone am Samstag sicherlich erschweren würde. Nichtsdestotrotz war ich Aufgrund der regelmäßigen Einnahme von den Medikamenten guter Hoffnung, einigermaßen aufrecht den Samstag überstehen zu können.
Die Fingernagelmodelage wollte ich diesmal meiner bezaubernden Kosmetikerin überlassen, die auf diesem Gebiet sowieso eine wahre Ikone war.
Samstag, den 20.09.14
Große Ereignisse warfen ihre Schatten voraus.
Froh gelaunt und meiner Schmerzen entledigt stieg ich unbeschwert aus der Heier (Bett) betrachtete den bewölkten aber noch dunklen Morgenhimmel, ging unter die Dusche und genoss den morgendlichen Kaffee. Um Zeit zu sparen (der Weg bis Cochem war ja weit) zog ich schon mal die weibl. Unterwäsche unter meiner männl. Bekleidung an, kontrollierte zigmal den Bekleidungskoffer auf Vollständigkeit (die Nervosität wuchs ja schon langsam) und kam zu der abschließenden Erkenntnis, nichts vergessen zu haben.
Nun wieder das wichtigste.
Wer nahm diesmal an der Reise teil. Auch hier wieder altbekannte Personen die mich auf diesen Trip begleiten und moralisch unterstützen wollten.
Erste weibliche Person: Petra (Fotografin)
Quelle: http://i61.tinypic.com/2lsbq00.jpgZweite weibliche Person: Hildegard (stille Begleitung)
Quelle: http://i58.tinypic.com/23rx0ft.jpgDritte (fast) weibliche Person: Monika
Quelle: http://i58.tinypic.com/24v0kg4.jpgVierte weibliche Person, oder besser gesagt, weibliches Lebewesen: Hundedame Sina, die mit ihren treuherzlichen Blicken von allen sofort ins Herz geschlossen wird. Ok. Manchmal ein wenig zickig, aber so sind die Frauen nun mal.
Quelle: http://i57.tinypic.com/zn0os9.jpgEine Person möchte ich besonders hervorheben.
Die charmante Kosmetikerin, die mit ihrem Fachwissen und handwerklichem Geschick regelmäßig zum guten Gelingen der Outdoorerlebnisse beiträgt.
Pünktlich um 7 Uhr 20 stand ich vor der Haustüre Hildegards um sie abzuholen. Noch maskulin bekleidet aber mit deutlich geschwellter Brust. Kein Wunder, ich hatte ja schon, wie eingangs erwähnt, aus zeitlichen Gründen den Long-Line BH mit, sagen wir es mal so, mit viel "Holz vor der Hütte" an. Die rote Bluse spannte sich recht ordentlich, und die Oberweite war unter der neutralen Jacke unverkennbar zu erkennen.
Ich befand mich mittlerweile im OP-Saal (nicht im Kreißsaal), als eine mir eine schon sehr lange bekannte ältere Dame das Institut betrat, um sich ebenfalls einem Wohlfühlprogramm von oben bis unten bzw. von unten bis oben unterziehen zulassen. Fußpflege, Maniküre, Friseur, also das volle Programm.
Petra trat im Behandlungsraum, die diese Dame noch länger als ich kannte um mir diese erschütternde Nachricht zu überbringen. Außerdem war sie mit der Petras Mutter befreundet. Ergo blieb mir nichts anderes übrig, als still vor mich her sinnend so lange im Behandlungsraum zu verbleiben, um dieser sehr eleganten Dame nicht unter die Augen zu kommen. Weil Petra ja nun schon unisono hier war, half sie mir beim einkleiden bzw. aussuchen der Kleidung um auch aus mir eine sehr elegante Dame zu machen.
Wir entschieden uns diesmal für folgendes Outfit:
Rote Bluse mit kleinen Rüschen im Knopfbereich
Schwarzer Bleistiftrock (endend oberhalb der Knie)
Schwarze Mary-Jane Pumps (mit moderatem Absatz, ca. 4 cm)
Rote Ohrringe, magnetische Halskette (hoffentlich rutscht dadurch meine Brille auf Grund des Magnetismus nicht laufend von der Nase um sich einen Weg zum gut gefüllten Dekolletee zu bahnen).
Meine heiß geliebte Wolford 40 DEN in der Farbe Gobi, rundete das Outfit ab.
Mittlerweile befand sich die eingangs erwähnte Dame im Wohlfühlmodus beim nebenan beheimateten Friseur. Diese Zeit nutzte die Kosmetikerin, um meine Fingernägel einen entsprechenden Glanz zu geben. Roter metallicfarbiger Nagellack zierte fortan meine Fingernägel.
Nach dem Besuch der Schönheitsfarm ging es zum Auto. Das Navi wurde programmiert, Ziel: Cochem an der Mosel. Alle mitfahrenden Personen wurden verstaut. Hündin Sina wieder hinten auf der Ladefläche, gähnend wie fast immer, auch diesmal mit einer großen Bierruhe ausgestattet.
Nur durfte man ihr nicht in die Augen schauen, dann fängt man immer mit an zu gähnen oder was noch schlimmer ist, der Schlaf übermannt einem. Genauso pünktlich wie der Abfahrtstermin setzte auch der Regen ein.
Uhrenvergleich: 9 Uhr 30.
Außentemperatur: 15 -° C. Bei warmen Regen.
Leichter Wind aus Süd/Süd-West , Stärke 3
Luftdruck: 1020 Hektopascal, Tendenz fallend.
Ohne weitere Umschweife setzten wir uns in Bewegung. 190 km lagen ja vor uns.
Autobahn A 59, Schlaglöcher, Bodenwellen, Spurrillen alles das was das deutsche Autoherz begehrt.
An Schlaf war also nicht zu denken (für meine Mitfahrer und der Hundedame Sina).
Frage an Petra: Was macht das Make- up im Gesicht? Hält es noch?
Gegenfrage von Petra: Was macht deine Perücke? Sitzt sie noch einigermaßen?
Frage an Hildegard: Was macht dein Gebiss? Ich empfehle "Kukident Haftcreme"
Gegenfrage von Hildegard: Wie sitzen deine Brustprothesen? Ich empfehle "Patex" klebt einfach alles.
Wie ihr seht alles bester Laune und voller Ironie.
Nun wechselten wir die Autobahn.
Autobahnkreuz Duisburg auf die A 40 Richtung Venlo
Was erwartete uns? Richtig, eine Baustelle. -Anstelle 3 Fahrspuren nur noch 2 Fahrspuren.
Von Bauarbeitern weit und breit nichts zu sehen.
Um den Mädels ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern, versuchte ich es mit Musik aus dem erstaunlicherweise funktionierenden Autoradio.
Wir überquerten die Autobahnbrücke und den Rhein. Auf Grund dieser Tatsache sah ich mich genötigt, einige Lieder mittels einer CD abzuspielen.
Hier die Fischer Chöre: Oh du wunderschöner deutscher Rhein.
https://www.youtube.com/watch?v=S1KiV1Tl-tU
Ihr könnt gerne mitschunkeln oder einen Wiener Walzer aufs Parkett legen.
Wir können im Auto leider nur schunkeln, wobei selbst dies von meinen Begleiterinnen strikt abgelehnt wurde. Auch Sina nahm mein Angebot zum mitschunkeln nicht an.
Vor uns eine riesige dunkle Wolkenwand. Was liegt näher als ein Lied von "The Doors"
mit dem Titel "Riders on Theo sturm" einzuspielen.
https://www.youtube.com/watch?v=k9o78-f2mIM
Trotz des schlechten Wetters wurde die Laune angesichts dieser tollen Musik wieder besser.
Ich vergaß fast zu erwähnen, dass die Fahrbahnbeschaffenheit nicht mit der Musikqualität mithielt.
Da das Wetter also absolut "Saumäßig" war, habe ich meiner lieben Begleitung inklusive Hundedame Sina einen Vorschlag unterbreitet.
Plan A fällt buchstäblich ins Wasser (Cochem an der Mosel). Entfernung noch 160 km.
Plan B Outlet-Center und Historische Altstadt in Roermond (Niederlande). Entfernung noch 60 km.
Als ich das Wort "Outlet-Center" aussprach, meinte ich ein gewisses Leuchten in den Augen meiner Fahrgäste wahrzunehmen. Sina ebenfalls, da Holland für seinen geschmackvollen Hundekuchen bekannt ist. Hektisch mit fahrigen Bewegungen und glasigen Augen wurden die Geldbörsen gezückt und einer Bestandsaufnahme unterworfen. Ein begeistertes Nicken ihrer Köpfe deutete ich als Zusage.
Vor lauter Begeisterung wurde vorgeschlagen die Holländische Nationalhymne anzustimmen.
Mangels Sprachkenntnisse fiel diese Übung ins Wasser. Dafür ließ das Wasser von oben langsam nach.
https://www.youtube.com/watch?v=Kuv9q2i2fyc
Nach einigen Minuten erreichten wir den Grenzübergang in die Niederlande.
Petra richtete ihre Frisur.
Miss Monika richtete ihre verrutschte Perücke.
Hildegard richtete ihr Gebiss.
Sina, noch mit echten Zähnen aber Mundgeruch ausgestattet, nahm dies alles mit Gleichmut entgegen.
Zügig glitten wir in Holland auf Flüsterasphalt und ohne Baustellen auf der Autobahn unserem Ziel "Roermond" entgegen. Mein Kommentar "Na bitte, geht doch" und schöne Grüße an:
Bundesminister für Verkehr und Digitale Infrastruktur Alexander Dobrindt (CSU).
Siedend heiß fiel mir ein, dass meine vorgesehene Krönung zur Weinkönigin an der Mosel hiermit hinfällig war. Meine Machtbefugnisse als Kaiserin von Deutschland (Kenner meiner Outdoorerlebnisse erinnern sich vielleicht an meine Krönung in Aachen am 26.04.14) waren wohl hier in Holland zu Ende.
Nach 70 minütiger Fahrt erreichten wir die Parkplätze des großen Outdoor-Centers.
Den Toilettengang unterwegs noch auf deutscher Autobahn darf man unter der Rubrik einordnen:
"Im Westen nichts Neues" Miserable hygienische Zustände, Wartezeiten wie am Kassenhäuschen von Borussia Dortmund.
Der Parkplatz, der uns zugewiesen wurde, befand sich noch in der Bauphase.
Quelle: http://i62.tinypic.com/wbqagx.jpgSand auf dem Boden, und später auch in den Schuhen. Ich hatte Angst um meine teure Strumpfhose. Wie sich später am Abend herausstellte, war meine Sorge nicht unbegründet. 29 € landeten in der Mülltonne. Das hat man(n) nun davon, dass ich diesmal Schuhe mit niedrigem Absatz trug. Aber die Planung sah ja einen Besuch in Cochem vor, in dem nach meinen ausführlichen Recherchen Kopfsteinpflaster angesagt war.
Bei trockenem Wetter! betraten wir Holländischen Boden, richteten unsere Kleidung, und gingen zum Eingang des Konsumtempel.
Quelle: http://i60.tinypic.com/sq2i6a.jpgEs war bei unseren Ausflügen mittlerweile so üblich am Ankunftsort ein Kaffee zu trinken. Die Preise im Aushang der div. Cafés waren immens. Deshalb entschlossen wir uns, erstmal den Outdoorgeschäften einen unverbindlichen Besuch abzustatten.
Was soll ich sagen, formidable Preise. Nachdenkliche Minen in den Gesichtern meiner Wenigkeit und bei meiner Begleitung waren die Folge. Nochmals wurden die Geldbörsen überprüft mit der Feststellung, dass sich der Bestand nicht zum Positiven verändert hatte.
Folgende Geschäfte priesen ihre Ware an:
Airfield, Baldini, Armani, Benetton, Aigner, Boss, Dolce & Gabbana, Gucci, Miss Sixty um nur einige zu nennen. Wobei Miss Sixty aufgrund unseres Alters (wir näherten uns ja auch langsam dieser bedrohlichen Altersgrenze) sicherlich ein Besuch wert gewesen wäre.
Quelle: http://i58.tinypic.com/28b5x1k.jpgAlso, erst mal einen Kaffee trinken, und weitere Überlegungen bezüglich der Geldausgabe anzustellen.
(Wir schrieben ja mittlerweile den 20. September und bekanntlich sind die Tage am schwersten vom 3. bis zum 1.).
Ich richtete mein Haupt nach oben und was sahen meine rehbraunen Augen.
Ein Spezialitäten-Restaurant mit dem großen goldenen M über der Eingangspforte. Kenner der Scene wissen wovon ich Spreche. Meine ersten Worte waren: Oh Gott, erlöse uns von dem Bösen und gebe uns Kraft dieses Etablissement nicht betreten zu müssen. Aber meine Begleitung strebte, magisch angezogen dem Eingang entgegen. Meine vage Hoffnung, mit Hundedame Sina, dieses Anwesen nicht betreten zu dürfen zerschlug sich. Wie sich überhaupt herausstellen würde, war das Betreten der Geschäfte und Restaurants mit dem Hund nie ein Problem.
Zurück zu Mc. Doof. Ich beließ es mit einem Kaffee, Hildegard nahm als Zugabe noch ein Fleischgericht in einer papphaltigen Ummantelung während Petra sich ebenfalls mit nur einem Kaffee begnügte.
Sina ging leer aus bzw. verzichtete mit eingeklemmtem Schwanz auf jegliche Nahrungszunahme.
Ergo setzten wir uns auf die ungepolsterten Stühle, taten die Gewürze in den Pappbecher (Milch und Zucker) und rührten diese mit einem Holzstab ein. Zumindest war das Getränk warm. Trotzdem sollte vor jedem Mc. Donalds Restaurant Warnhinweisschilder mit der Aufschrift angebracht werden:
Vor dem Verzehr wird ausdrücklich gewarnt oder Betreten auf eigene Gefahr
Quelle: http://i61.tinypic.com/t66x02.jpgNach meinem persönlichen Negativerlebnis nun wieder zu erfreulichen Dingen.
Nach der ersten Inspektion der Ladenlokale strebten wir der historischen Innenstadt Roermonds entgegen und bewunderten die schöne Architektur der Kirchen.
Quelle: http://i58.tinypic.com/20935ok.jpgZielstrebig erreichten wir den ersten Marktplatz mit vielen Marktständen gefüllt mit Lebensmittel und Kleidung jeglicher Art.
Quelle: http://i61.tinypic.com/209o8c1.jpgInsbesondere die Käsestände waren gut besucht (Wenn wundert es. Der holl. Käse hat ja eine gewisse Berühmtheit).
Ich beschränkte mich auf den Verzehr einer sehr leckeren Portion Kibbelinge mit Currysauce (sehr zu empfehlen). Auf geht"™s zum nächsten Marktplatz. Ein sehr schönes Ambiente mit einer großen Empore in der Mitte des Platzes in dem Livemusik gespielt wurde.
Quelle: http://i60.tinypic.com/2a7gdqd.jpgWir erstatteten dem um uns herum stattfindenden Flohmarkt einen Besuch, wobei auch hier keine Flöhe zu sehen bzw. zu spüren waren. Weder ein Kratzen noch ein Jucken warf uns aus der Bahn.
Eine Frage: Woher kommt eigentlich der Begriff: Flohmarkt. Für die richtige Antwort stelle ich einen Gewinn in Aussicht. Ich denke da insbesondere an einem Besuch eines echten Flohzirkus. Jedenfalls war auf diesem "Flohmarkt" jede Menge Trödel aus vergangenen Zeiten anzutreffen.
Quelle: http://i57.tinypic.com/21obtp0.jpgBesonders fasziniert hat mich die emailfarbige Bettschüssel für beide Hinterlassenschaften.
Besonders praktisch für die Verrichtung der Notdurft im Auto. Einerseits suchte ich nach einer passenden Toilettenrolle in der gleichen Farbe für die Anbringung in Pkw. Da ich nicht fündig wurde, verzichtete ich traurigen Herzens auf diese Anschaffung. Ich wisst ja selbst, welche Probleme mir schon öfters bei meinen Outdoorerlebnissen wiederfahren sind.
Einmal sind es verstopfte Toiletten, dann sind es verschlossene Aborthäuschen und dann die absolute Krönung auf der Fahrt nach Aachen, als ich meinen (ich muss zugeben) wohlgeformten Popo der Autobahn und den Fahrgästen präsentieren musste.
Nun aber genug mit Problembewältigung menschlicher Bedürfnisse. Wenden wir uns wieder erfreulicheren Dingen zu.
Zum Beispiel dem Einkauf bei C&A (Ciska&Anna) in der Roermonder City. Wiederum die Geldbörsen gezückt, ob nicht doch eine wunderbare Vermehrung der Bargeldbestände stattgefunden hat. Dem war leider nicht so. Aber auf Grund unserer sparsamen und enthaltsamen Lebensweise bislang (Mc. Donalds lässt grüßen), wagten wir den Schritt über die Schwelle dieses Konsumtempels.
Wir wurden erstaunlicherweise sehr schnell fündig. Hildegard und Petra erwarben eine Jeggins (nicht Leggins) zum Knüller preis von 9 €. Die Anprobe in der Umkleidekabine war von Erfolg gekrönt. Meine Größe war leider nicht mehr vorhanden. Ergo probierte ich als (echte Lady!) natürlich einen schönen schwarz karierten Rock an, der mir ausgezeichnet passte. Nur der Preis von 24,90 € war entsprechend teuer als die gekauften Hosen meiner Begleitung. Apropos Hosen. Jetzt habe ich die Erklärung über den Ausspruch; (Frauen haben die Hosen an). Jedenfalls hab ich fast in die Hose gemacht, als urplötzlich die Gardine der Damen-Umkleidekabine aufgerissen wurde, und eine Dame mittleren Alters mit mehreren Kleidungsstücken bewaffnet, meine Kabine betreten wollte. Nur an meinem Oberkörper bekleidet, (untenherum etwas spärlicher), wollte ich wieder in meinem Rock steigen, und die Umkleideprozedur abzuschließen. Vor Schreck habe ich fast ins Höschen gemacht und dann doch die Tatsache festgestellt, das die Dame mittleren Alters vor mir stehend doch zum Glück Petra war, die mir weitere Röcke anreichen wollte. Ich beschloss schleunigst die Gläser meiner Sehhilfe einer gründlichen Reinigung zu unterziehen. Mittlerweile wieder mit klarem Durchblick und scharfen Verstand standen wir dann in der langen Schlange vor der Kasse. In der rechten Hand die Visa-Card (soviel Freiheit gönne ich mir), und den linken Arm voller Kleidungsstücke bezahlte ich die Ware mit meiner auf der Karte männlichen Namen. Es gab keinerlei Probleme. Die Dame an der Kasse war nicht verwundert über meinen männl. Namen und der weiblichen Person Vis-á-vis.
Wir verließen das Kaufhaus mit strahlenden Augen (glücklich über die Steigerung des Bruttosozialproduktes in den Niederlanden) und strebten den nächsten Marktplatz an, die scheinbar in reichhaltiger Auswahl anzutreffen waren. (Die Holländer sind ganz schön clever). Auch hier war die Gewissheit gegeben, seinen schwer verdienten Obolus unter die Leute zu bringen.
Der Markt voller orientalischer Speisen aus allen Ländern,
Quelle: http://i60.tinypic.com/29zppg2.jpgsowie Tanzdarbietungen div. Frauen aus den gleichen Ländern, mit Livemusik untermalt, rundeten die fröhliche Atmosphäre ab.
Quelle: http://i59.tinypic.com/200cwzq.jpgViele Besucher des Marktes beteiligten sich am Tanz und auch wir wippten im Rhythmus der tollen Musik mit.
Quelle: http://i61.tinypic.com/f3h001.jpg
Quelle: http://i59.tinypic.com/2i7vayb.jpgMittlerweile erledigten wir uns der Oberbekleidung (Jacken) und erfreuten uns des sehr warmen Spätsommerwetters.
Gut gelaunt strebten wir wieder dem Eingang des Outlet-Centers entgegen. Die Hände voller Einkaufstüten und an den Füßen die ersten Blasen, flanierten wir diesmal in entgegengesetzter Richtung eine andere noch nicht gesehene Einkaufspassage herunter.
Mc. Donalds außer Acht lassend (ich habe ihm keiner Träne nachgeweint) bewunderten wir die Auslagen des Outlet-Centers.
Und plötzlich sahen meine rehbraunen Augen die magnetisierende Wirkung die die Auslagen eines Strumpfwarengeschäfts. Ich sage nur eins. Wolford
Wobei der zweite Teil des Namens nichts mit dem gleichnamigen Namen eines Autoherstellers zu tun hatte. Kenner der Liebesröhren wissen wovon ich spreche. Zielstrebig betrat ich den Geschäftsraum und sah ein wunderschönes Modell in Form einer weiblichen Person hinter den Tresen stehen. Wobei ich sagen muss, dass die älteren Modelle der Autofirma aus Detroit früher ebenfalls wunderschöne Formen in Chrom und Lack produzierten. Aber dieses hier war aus Fleisch und Blut in wunderschönem Outfit. Schickes Shirt, schwarzer enger Bleistiftrock, schwarze Feinstrumpfhose (wobei ich davon ausgehe, dass diese natürlich eine Marke der Fa. Wolford ist. Ich trage ja auch kein Kostüm der Luftlinie Lufthansa, wenn ich für z.B. Air Berlin fliege).
Ich war also nicht nur von der angenehmen Erscheinung vor mir verblüfft, sondern auch von der Tatsache, dass sämtliche Strumpfwaren und andere Artikel "die Damen auf der Haut tragen", sämtlich im Preis deutlich reduziert waren. Darum heißt dieses Center ja auch Outlet-Center, natürlich logisch.
Was liegt näher als diese Situation auszunutzen, und die mittlerweile schon schmaler gewordene
Geldbörse noch weiter auszudünnen. Man(n) leistet sich ja sonst nichts. Nach positiver Inventuraufnahme ging es jetzt also in die vollen.
Die meisten unter euch werden bestimmt den Maßnahmenkatalog in Punkto Kauf der Strumpfwaren positiv gegenüber stehen. (So hoffe ich jedenfalls).
Hier einige Preisbeispiele:
Wolford Satin Touch 20 in allen Größen und Farben. Anstatt 19 €, 12 €, bei Abnahme von mindestens 2 Strumpfhosen sogar nur 9,60 €
Wolford Satin Touch 40 in allen Grö0en und Farben. Anstatt 29 €, 20 €.
Logische Folge, mehrere Fsh wechselten den Besitzer in den Farben make- up und schwarz. Mögliche inflationäre Auswirkungen mussten vorgebeugt werden. Deshalb die Farbe Schwarz.
Auch meine liebe Begleitung Petra ist dem Strumpfrausch erlegen. Kein Wunder bei den Preisen.
Die, die sonst nur gelegentlich Fsh trägt. Über Hildegard decke ich den Mantel des Schweigens. Sie sträubte sich mit Händen und Beinen gegen den Kauf der Liebestöter.
Ihre Begründung: Bei einem Liebesakt während ihrer Jugend, sprach sie der Bettpartner mit den folgenden Worten an: Oh, ich habe dich entjungfert. Daraufhin antwortete Hildegard: Nein, ich habe eine Strumpfhose an".
Seitdem ist sie sehr zurückhaltend im Tragen einer Strumpfhose.
Nun aber Schluss mit meinen Abschweifungen.
Die Verkäuferin, von der ich ja schon in Begeisterung angesichts ihres Outfits erzählt habe, machte jedenfalls an diesem Tage das Geschäft ihres Lebens. Auch war sie mir gegenüber sehr zuvorkommend und unvoreingenommen meiner Person gegenüber. Ihre Beratung und ihre Tipps waren, wie ich bisher auch in jeder Wolford-Filiale feststellen konnte, sehr profihaft.
Nachdem wir zufrieden und erleichtert (Geldbörse) das Geschäft verlassen hatten, zog es uns in einer Gaststätte um bei sehr angenehmen Temperaturen, ein kühles Getränk zu genießen. Die Jacken hatten wir schon längst ausgezogen und genossen ein Sonnenbad.
Da wir jetzt schon etliche Stunden gewandert und etliche Pfunde wohl auch schon losgeworden waren, kamen wir auf den glorreichen Gedanken, dieses Manko auszugleichen. Die Füße taten mittlerweile weh, und waren froh, uns in die Autositze fallen zu lassen. Nach bezahlen der moderaten Parkgebühr von 3 € (Köln, Münster, Aachen lassen grüßen), begaben wir uns wieder auf den hervorragenden holländischen Straßen. Wir fuhren jenseits der Autobahn über die Dörfer des Landes und suchten ein adäquates Ausflugslokal, welches wir kurz vor der Deutschen Grenze auch fanden. Fast mitten im Wald gelegen, waren wir der Meinung, kaum etwas Angenehmeres zu finden.
Quelle: http://i61.tinypic.com/r8rtqs.jpgDie Speisekarte vor der Nase versuchten wir ergebnislos ein uns bekanntes Gericht herauslesen zu können. Natürlich alles in holländischer Sprache (was auch sonst).
Zumindest mit den Getränken klappte es ausgezeichnet! Coca Cola wird in fast jedem Land der Welt verstanden. Auf ein Gläschen Bier musste und wollte ich verzichten. Wer jemals holländisches Bier getrunken hat (die Holländer mögen es mir verzeihen, haben gewisse Schwierigkeiten mit der Braukunst), ein Kenner der Scene weiß wovon ich rede. Auch vermieden wir es unseren holländischen Erzrivalen im Fußball klarzumachen, dass eine Diaspora dringend angebracht ist. Im Bier als auch im Fußball. Nun ja, ein dritter Platz bei der Fußball-WM in Brasilien ist ja auch schon etwas. Gönnen wir es ihnen.
Nach Rücksprache und Übersetzung der Speisekarte seitens der Bedienung machten wir uns über das Essen her. Sina bekam einen Napf mit köstlichem holländischem Wasser (Sina ist unsere weibl. Hundebegleitung, ich glaube ich habe es schon mal erwähnt). Anschließend erfolgte das obligatorische
Gruppenbild mit Dame und Hund. Gestärkt traten wir dann die Heimreise Richtung Deutschland an.
Moment
Die Umwandlung von der ungekrönten Weinkönigin Miss Monika zur faden männlichen Person stand mir noch bevor.
Wir fuhren in ein einem einsamen Waldweg und ich versank erst mal mit meinen Pumps in den morastigen Boden. Anschließend stand ich in weibl. Unterwäsche als ein Fahrzeug in dem Wald einbog.
Der Fahrzeugführer stellte sich als Besitzer des Privatwaldes vor. Von hinten erschien ebenfalls ein Auto mit deutschen Kennzeichen. Wie befanden uns ja schließlich auf deutschem Hoheitsgebiet. Und die Hoheit in diesem Wald hatte die Person die nun vor mir stand. Ein Pkw vor mir und ein Pkw hinter mir. Der absolute Super-Gau. Was ich noch an hatte, möchte ich mal kurz beschreiben.
BH, Strumpfhose, Miederhose und Pumps. Meine Perücke hatte ich mittlerweile abgelegt,
Der Herr stieg aus, betrachtete mich von oben bis unten, oder von unten bis oben.
Nun war ich in einem Erklärungsnotstand. Was sollte ich im erzählen. Soll ich ihm eventuell erzählen, das ich Undercover unterwegs war, und ich für den deutschen Geheimdienst MAD in einer streng geheimen Mission unterwegs war? Oder gar eventuell für den NSA. Dann hätte ich ganz verloren.
Das Beste wäre also das ich mit der Wahrheit rausrücken sollte. Soweit kam es aber erst gar nicht.
Ich erzählte möglichst kurz die ganze Wahrheit, nichts als die Wahrheit, so wahr mir Gott helfe.
Trotz meiner Reste meines nicht mehr vorhandenen Glaubens hoffte ich auf Göttlichen Beistand.
Aber er sah das ganze recht locker, unterbrach mich in meinem Redefluss und er hatte nur die Befürchtung, als er das Auto im Feldweg hat stehen sehen, das wieder einmal Dieb sich seines Eigentums bemächtigten wollten.
In der Tat waren am Feldweg mehrere ordentlich gestapelte Holzhaufen zu sehen (Brennholz) welches schon des Öfteren gestohlen worden ist. Demnach war er froh, dass sich das ganze hier als einen harmloses Vergnügen herausgestellt hat. Das Vergnügen lag dann ganz offensichtlich auf seiner Seite.
Nach der Umkleidezeremonie sollten wir dann doch bitte die Schranke nach dem Verlassen des Weges wieder schließen. Gesagt, getan.
Es ist nur merkwürdig, das bei meinen Demaskierungen zum Abschluss meiner Outdoorerlebnisse immer soviel Schwierigkeiten aufgekommen sind. Aber zum Glück immer wieder mit gutem Ausgang.
Wir also zurück auf die Landstraße Richtung Autobahn. Nach wenigen hundert Metern war die Straße zu Ende und es prangte ein Schild an der Absperrung mit der Aufschrift:
Wegen Bauarbeiten ist die Straße gesperrt
Wir also den gleichen Weg zurück zur holländischen Grenze. Vorbei an dem Feldweg, wobei ich mir die Frage stellte, ob ich mich nun wieder umziehen musste, da die liebenswerten Holländer mich ja nur in der weiblichen Aufmachung kannten. Diesen Gedanken aber schnell aus dem Gehirn zu streichen, begaben wir uns Richtung Venlo, wobei wir wiederum die Grenze nach Holland überschritten. Ich war mal gespannt, wie oft wir diese Prozedur noch erleben durften.
Wir also weiter in Holland auf vorzüglicher Wegstrecke Richtung dem Kaffee-Einkaufsparadies der Deutschen " Venlo".
Im Ort selbst, da wo immer die deutschen Autofahrer ihr Unwesen trieben, empfing uns der notdürftige geflickte Asphaltteppich.
Einzige Erklärung: Der deutsche Autofahrer soll sich wie zu Hause fühlen, nichts vermissen und mit ungetrübter Freude sein Geld loswerden.
Petra sortierte wieder ihre Frisur.
Miss Monika (Pardon) ehemals Miss Monika, nunmehr wieder ganz der Alte.
Hildegard überprüfte wieder den Sitz ihrer dritten Zähne
Hündin Sina legte ihren Kopf auf die weichen und gutgepolsterten Pfoten.
Nun wieder auf deutschen Autobahnen und wunderbaren Schlaglöchern mit geschlossenen Toilettenhäuschen. Was will man mehr.
Ohne weitere Begebenheiten (ich war ja auch wieder ganz der Alte), erreichten wir am Abend unsere Heimatstadt Duisburg.
Auch jetzt kann ich wieder von einem gelungenen Tag sprechen, der uns zwar wiederum viel Geld gekostet hat, aber nichts desto Trotz, unwiderruflich in guter Erinnerung bleiben wird.
Meine Wahl zur Weinkönigin ist zwar im wahrsten Sinne ins Wasser gefallen, aber was nicht ist, kann immer noch werden. Ich hoffe dass die Wein-Stadt Cochem/Mosel mir verzeihen wird, dass ich sie hab sitzen lassen.
Ein neuer Versuch wird am 11. Oktober 2014 stattfinden (Cochem).
Bis dann mit dem Bergarbeitergruß aus dem Ruhrpott
Glück auf