Das Weibliche - eine unbekannte Definition
Das Weibliche - eine unbekannte Definition

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Cybill
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Das Weibliche - eine unbekannte Definition

Post 1 im Thema

Beitrag von Cybill »

Liebe Gemeinde!

In einem anderen Thread wird gefragt: Was ist das Weiblichste an Euch?

Da kommt mir die Frage: Welchen Sinngehalt hat eigentlich das Adjektiv: "weiblich" für Euch?

Beschreibt es die Eigenschaften die allgemein einer Frau zugesprochen werden? Hat es mit der Reproduktionsfähigkeit zu tun? Ist das Auftreten als Frau weiblich? Ist es das Ausleben der den Frauen zugesprochenen Eigenschaften und Verhaltensweisen?

Bevor nun die Finger über die Tastatur rasen, bitte ich Euch eure Antworten ganz genau zu bedenken. Bedenkt bitte die geschichtliche und soziale Entwicklung des Menschen und der Gesellschaft bevor ihr postet.

Dann: Ring...frei!


-Cybill
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eilinfox
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Re: Das Weibliche - eine unbekannte Definition

Post 2 im Thema

Beitrag von eilinfox »

Eine interessante Fragestellung liebe Cybill.

Lange Zeit war Weiblichkeit es für mich nur das Ausleben in mir vorgegebenen Grenzen.
Ich fühlte mich weiblich, und doch fehlte was. Auch extrem weibliche Kleidung konnte daran nichts ändern.
Es war irgendwie wie gewollt und nicht gekonnt. Halbherzig.

Heute weiß ich, was mir fehlte. Es sind zwei wesentliche Dinge:
Zum einen, dass ich mich dazu bekenne, nichts mehr beschönige oder gar abstreite. Ich stehe dazu. Immer.
Und dann folgt das zweite automatisch. Das mich die Umwelt als das wahrnimmt, was ich bin: eine Frau.

Es werden mich jetzt einige in der Luft zerreißen, aber ich bin der Meinung, dass Weiblichkeit nur im dauerhaften Ausleben wahrgenommen und erlebt werden kann.
Als Teilzeitfrau lebt man leider all zu oft in der Vorstellung, wie es sein müsste und erschafft sich eine Kunstfigur. Und diese unterscheidet sich extrem von der Wirklichkeit.
Aus Erfahrung meine ich zu wissen, wovon ich schreibe.
Tanja
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Re: Das Weibliche - eine unbekannte Definition

Post 3 im Thema

Beitrag von Tanja »

Heute weiß ich, was mir fehlte. Es sind zwei wesentliche Dinge:
Zum einen, dass ich mich dazu bekenne, nichts mehr beschönige oder gar abstreite. Ich stehe dazu. Immer.
Und dann folgt das zweite automatisch. Das mich die Umwelt als das wahrnimmt, was ich bin: eine Frau.

Hallo eilifox
Das kann ich Dir nur Bestätigen,ich habe seit gut sechs Monaten hier in Westafrika einen neuen Job,bei einer deutschen Firma,mit über 300 hundert Einheimischen in meiner Abteilung.
Bei der ich zuvor neun Monate als Subcontraktor meine alten Firma gearbeitet hatte.
Sie kannten mich nur als Frau (obwohl schon meine Stimme,Körperbau und meine Gestik mich als Mann erkennen lies)haben Sie mich eingestellt.
Man, Frau muß nur selbstsicher Auftretten und zu einem stehen .

LG aus Abuja Tanja
Marielle
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Re: Das Weibliche - eine unbekannte Definition

Post 4 im Thema

Beitrag von Marielle »

Guten Abend zusammen, Guten Abend Eilin,
Und diese unterscheidet sich extrem von der Wirklichkeit.
Wirklichkeit? Was meint du damit? Welche Wirklichkeit? Deine? Meine? Die der Frauen? Die der Männer? Welche Wirklichkeit ist die Wirklichkeit der Frauen? Welche die der Männer? Was sind Frauen, was Männer?

Ist wirklich eine Wirklichkeit gemeint? Oder geht es nicht eigentlich um soziale Tatbestände?

Habt eine gute Nacht und einen besseren Tag

Marielle

PS: Zur Eingangsfrage kann ich keinen Beitrag leisten; ich grüble bisher nur darüber nach, warum mir beim lesen der Name Juliane Werding in den Sinn kam.
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ilyadusoleil

Re: Das Weibliche - eine unbekannte Definition

Post 5 im Thema

Beitrag von ilyadusoleil »

Tja, das Weibliche . . . Eine sehr schwierige, aber interessante Frage. Sind es nicht wir, die immer wieder versuchen, das weibliche, das männliche zu dekonstruieren? Sagen, es gibt nicht nur m und w, es gibt soviel dazwischen? Brauchen wir dann die Kategorien noch? Von mir selber sage ich leider ja. Es ist etwas faszinierendes an "dem Weiblichen". Alleine der Name schon. Das weibliche ist bei mir eine Art Zauberwort. Es löst Glücksgefühle aus und miese Gefühle, ich fühle mich wohl und schlecht zugleich. Es ist eine Art verdeckte Welt, die ich erkunden möchte, in die ich eindringen möchte, allerdings nicht als Tourist, sondern als Einheimische.... Aber am Eingang steht jemand, der immer sagt: "du passt hier nicht rein!". Und das ist mein eigener Kopf....... Naja, vielleicht irgendwann...
Cybill
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Re: Das Weibliche - eine unbekannte Definition

Post 6 im Thema

Beitrag von Cybill »

Marielle hat geschrieben:Guten Abend zusammen, Guten Abend Eilin,
Und diese unterscheidet sich extrem von der Wirklichkeit.
Wirklichkeit? Was meint du damit? Welche Wirklichkeit? Deine? Meine? Die der Frauen? Die der Männer? Welche Wirklichkeit ist die Wirklichkeit der Frauen? Welche die der Männer? Was sind Frauen, was Männer?

Ist wirklich eine Wirklichkeit gemeint? Oder geht es nicht eigentlich um soziale Tatbestände?
Marielle spricht damit ein philosophisch wichtiges Thema an, dass auch alle von uns betrifft: Wo entsteht Wirklichkeit? Als Psychologe kann ich darauf nur antworten: Sie entsteht in unserem Gehirn unter der Beeinflussung durch unsere Erfahrungen, Haltungen und Wahrnehmungen, gefiltert durch unsere Präferenzen. Damit hat jeder seine ganz eigene Wirklichkeit, die er/sie sich fortwährend selbst erschafft. (Konstruktivismus)

Damit erschafft sich natürlich auch jede/r von uns seine Weiblichkeit selbst.

Es soll jedoch nicht um individuelle Konstrukte, sondern um "Allgemeinplätze" gehen.

Fühlt Euch moderiert.
Marielle hat geschrieben: Habt eine gute Nacht und einen besseren Tag

Marielle

PS: Zur Eingangsfrage kann ich keinen Beitrag leisten; ich grüble bisher nur darüber nach, warum mir beim lesen der Name Juliane Werding in den Sinn kam.
Vielleicht vom Titel: "Wenn Du denkst Du denkst"?

Weiterdenken!
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eilinfox
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Re: Das Weibliche - eine unbekannte Definition

Post 7 im Thema

Beitrag von eilinfox »

Weiblichkeit definiere ich auch mit Sinnlichkeit.

Am weiblichsten fühle ich mich, wenn Gefühle mit im Spiel sind.
Wenn mich mein Partner verliebt anschaut und anlächelt, er mich zärtlich berührt und küsst.
Er mir das Gefühl schenkt auch als transsexuelle Frau begehrenswert zu sein und ich mich einfach fallen lassen kann.
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Re: Das Weibliche - eine unbekannte Definition

Post 8 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

eilinfox hat geschrieben:Eine interessante Fragestellung liebe Cybill.

Lange Zeit war Weiblichkeit es für mich nur das Ausleben in mir vorgegebenen Grenzen.
Ich fühlte mich weiblich, und doch fehlte was. Auch extrem weibliche Kleidung konnte daran nichts ändern.
Es war irgendwie wie gewollt und nicht gekonnt. Halbherzig.

Heute weiß ich, was mir fehlte. Es sind zwei wesentliche Dinge:
Zum einen, dass ich mich dazu bekenne, nichts mehr beschönige oder gar abstreite. Ich stehe dazu. Immer.
Und dann folgt das zweite automatisch. Das mich die Umwelt als das wahrnimmt, was ich bin: eine Frau.

Es werden mich jetzt einige in der Luft zerreißen, aber ich bin der Meinung, dass Weiblichkeit nur im dauerhaften Ausleben wahrgenommen und erlebt werden kann.
Als Teilzeitfrau lebt man leider all zu oft in der Vorstellung, wie es sein müsste und erschafft sich eine Kunstfigur. Und diese unterscheidet sich extrem von der Wirklichkeit.
Aus Erfahrung meine ich zu wissen, wovon ich schreibe.
In der Luft zerreißen werde ich dich garantiert nicht. Im Gegenteil. Ich finde, dass du genau das exakt ausgerückt hast, wie auch ich lebe und fühle. Und ich bin mir sicher, dass andere TS-Frauen genauso denken und fühlen.
LG
Chrissie
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Re: Das Weibliche - eine unbekannte Definition

Post 9 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo Cybill,

das ist eine Frage, die so einfach und unschuldig daherkommt. Dafür ist die Antwort um so komplexer, so es sie wirklich gibt. Ich schätze mal, dass Dir das durchaus bewusst war und ist.

Ich fange mal mit der körperlichen Ebene an. Hier sind die Dinge noch relativ einfach. Also ein weiblicher Körperbau, das heißt Brüste, Hüften, Taille, etc. das ist für mich eindeutig weiblich. Zwar gibt es (körperliche) Frauen, bei denen das eine oder andere Merkmal weniger ausgeprägt ist. Trotzdem werden diese Merkmale mit "weiblich" in Verbindung gesetzt.

Für mich zeigt sich das auch in vielen Threads, in denen es eben um diese Themen geht und implizit unterstellt wird, dass es um Weiblichkeit geht. Wobei es aus meiner Sicht dabei nicht nur um diese weiblichen Körperteile an sich geht. Es geht auch und vielleicht auch vor allem um ein weibliches Erscheinungsbild, dem wir mit allerlei Maßnahmen und Mitteln zu Leibe rücken. Denn wozu sonst sind Silikonbrüste, Hüftpolster und Tuckings gut, wenn nicht dazu.

Kompliziert wird es, wenn es um Verhalten und Rolle geht. Beides unterliegt dem permanenten Wandel und mein Eindruck ist, dass sich das gerade in der jüngeren Vergangenheit stark verändert hat. Die Gesellschaft entwickelt sich weiter und das hat Einfluss auf die Rollenbilder. Und mein Eindruck ist auch, dass die Vorstellungen in unserer Zeit sehr divergent sind. Ich stelle mir vor, dass wenn ich eine Handvoll Menschen aufschreiben lasse, was sie unter weiblich verstehen, dann wird das ziemlich unterschiedlich ausfallen und ich bezweifele, dass es einen gemeinsamen Nenner gibt.

Damit wird es recht schwierig "Allgemeinplätze" zu formulieren. Vor sagen wir mal 40 Jahren wäre das einfacher gewesen. Allerdings erspare ich mir, das Bild aus der damaligen Zeit hier aufzuschreiben. Trotzdem haben diese Bilder der Vergangenheit natürlich Einfluss auf meine Vorstellung. Jemand der 20 Jahre jünger ist als ich, hat in anderen Zeiten mit anderen Rollenbildern gelebt und hat daher sicher andere Vorstellungen.

Auch wenn ich versuche Allgemeinplätze aufzuschreiben, es bleibt deshalb trotzdem individuelles Konstrukt. Und das hier ist eben meines:

Weiblich bedeutet für mich

- Emotionalität im Gegensatz zur Rationalität. Und um es gleich deutlich zu sagen, damit ist gerade nicht gemeint, dass Männer intelligenter seien und besser analysieren könnten, dafür aber keine Gefühle hätten. Ich bin davon überzeugt, dass diese Fähigkeiten und Eigenschaften gleich verteilt ist. Vielmehr meine ich, dass Frauen sich lieber auf ihr Gefühl, als auf ihre Ratio verlassen.

- starkes Interesse an Schönheit und Ästhetik.

- ein großes Herz zu haben, das vieles versteht und verzeiht.

- mich selbst zurücknehmen zu können um einer oder einem anderen mehr Raum zu geben und dies mit Freude zu tun.

- den Mitmenschen offen und mit einem freundlichen Lächeln zu begegnen.

- sich stark für soziale Beziehungen und das Miteinander der Menschen zu interessieren.

Wenn mir jetzt alle zustimmen, dann ist es doch ein Allgemeinplatz und wir hätten eine Antwort. Ich bin mir jedoch ziemlich sicher, dass es hier ordentlich Widerspruch gibt. Darauf bin ich gespannt.

Liebe Grüße

Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.

Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)

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Lina
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Re: Das Weibliche - eine unbekannte Definition

Post 10 im Thema

Beitrag von Lina »

Weiblichkeit ist für mich ein sehr fließender und ungenauer Begriff, der nur als ein Komplex von Tendenzen beschrieben werden kann. Ich könnte da eine ganze Menge Eigenschaften nennen, die einerseits von den meisten als typisch weibliche Eigenschaften gesehen werden, die aber bei ganz, ganz viele Frauen gar nicht oder nicht alle zutreffen.
Einige davon wäre, offen Gefühle zeigen, lieber sanft als hart auf hart, intuitiv sein - manchmal Intuition vor rationelles Denken, lieber vorsichtig als wagemütig, offfen mit anderen Menschen über andere Menschen, Beziehungen, Beziehungsprobleme sprechen, Sinn für kleine (optisch) schöne Sachen ... usw. usw. Ihr wisst was ich meine, glaube ich. Streng genommen - zumindest theoretisch könnten diese und viele andere Eigenschaften genausogut männliche Eigenschaften sein. Sind die nur meistens nicht - und dadurch identifizieren wir uns wohl fast alle mit der einen oder anderen Gender Identity. Vielleicht weil wir auch Bezugspersonen und Vorbilder kennen, die mehr oder weniger ins eine oder andere Muster passen - so wie als ich z.B. entdeckte dass bei mir mehr Eigenschaften zu W passten und ich fühlte mich wohler je nachdem wie ich lernte auch wie eine auszusehen, die zu diesen Eigenschaften passt.

Und dabei sind die Charaktereigenschaften nicht mal immer im gleichen Maß vorherrschend - bei Cis-Männern und -Frauen wohl auch nicht.
Marielle
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Re: Das Weibliche - eine unbekannte Definition

Post 11 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo zusammen,

....dann denkst du nur du denkst". Natürlich war das die Assoziation. Den entsprechenden Umstand hast du mittlerweile ja auch aus phsychologischer Sicht beschrieben. 'Wirklichkeiten' die als 'gegebene Wirklichkeit' gedacht, geglaubt werden, obwohl ein Mädchen "das" eben doch auch kann. Womit die Frage, was 'weiblich' sei, zwar nicht beantwortet ist, wodurch aber ihre (aus meiner Sicht, jenseits von Gemeinplätzen gegebene) Unbeantwortbarkeit sichtbar werden sollte.

Ich sehe nicht so richtig, wie uns die fortgesetzte Beschäftigung mit Gemeinplätzen weiterbringen kann, aber du wirst dir schon was dabei gedacht haben. Ich fände es zwar spannender, wenn hier ausschweifende Debatten geführt würden, fühle mich einstweilen aber moderat moderiert und bleibe dem Thread interessiert lesend erhalten :wink:.

habt es gut, liebe Grüße

Marielle
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Re: Das Weibliche - eine unbekannte Definition

Post 12 im Thema

Beitrag von Cybill »

Liebe Marielle, liebe Gemeinde,

Erkenntnisgewinn ist das Schlüsselwort! Es geht mir darum, dass der/die eine oder andere nicht die Bodenhaftung verliert.
Ich weiß, dass das für Menschen mit unseren Veranlagungen nicht unüblich ist. Man/frau sehe sich hier so einige Threads an.

Was ich mit diesem Thema bezwecke, ist ein Austausch darüber, dass Weiblichkeit nicht per sé definiert ist, sondern im Empfinden (Gehirn) der/des Einzelnen entsteht. Daraus folgend soll dieser Thread dazu beitragen, dass mehr Toleranz innerhalb dieser Gruppe selbst stattfindet.

Also noch weiter denken!

-Cy
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Re: Das Weibliche - eine unbekannte Definition

Post 13 im Thema

Beitrag von Marielle »

'Nabend zusammen, 'Nabend Cybill

betreffend die Steigerung der gemeindeinternen Toleranz muss man mich, hoffentlich, nicht allzu oft zum denken auffordern. Das Thema beschäftigt mich schon fast so lange, wie die Frage, wo es schicke Schuhe gibt :wink:

Im Grunde bin ich der Überzeugung, dass es, ausser all dem was sich irgendwie auf Fortpflanzungsfunktionen zurückführen lässt, nichts wirkliches 'männliches' oder 'weibliches' gibt. Wenn diese Ansicht allgemeiner Konsens wäre ... dann hätte es keinen Sinn, mir einen Rock und Pumps anzuziehen und mich darin meiner Umgebung auszusetzen bzw. meine Umgebung mit mir im Rock zu konfrontieren. Das tue ich aber, mit Wonne und immer wieder gerne. Es tut es mir gut, es geht mir besser so, als wenn ich es nicht täte. Es wirkt also irgendwie. Dann ist irgendwas daran 'wirklich' und wahrscheinlich auch weiblich. Vielleicht ist es nur eine Frage der Blickrichtung.

Habt es gut

Marielle

PS: bin ein paar Tage unterwegs, ohne Internetz; weiteres also ggfs. erst nächste Woche
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Re: Das Weibliche - eine unbekannte Definition

Post 14 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Schade, dass der Fred so schnell zu Ende diskutiert ist. Habe ihn leider erst jetzt entdeckt. Aber vielleicht lässt er sich wiederbeleben ... ?

Marielle, Du schreibst genau meine Überlegungen auf. Biologisch ist die Situation in den allermeisten Fällen klar. Ansonsten gibt es Eigenschaften, die als typisch männlich oder typisch weiblich gelten. Aber ist es nicht so, dass die Spannweite, in der diese Eigenschaften ausgeprägt sind, innerhalb größer ist, als der Mittelwert zwischen den Geschlechtern. Beispiel: Emotionalität gilt als weiblich. Aber gibt es nicht Frauen, die sehr wenig emotional sind und Männer, die ausgesprochen emotional sind ? Im Mittel gibt es zwischen Frauen und Männern aber eher geringere Unterschiede.

Oder anders gesagt, was hindert einen Bio-Mann daran, seine vermeintlich "weiblichen" Aspekte als Mann zu leben ? Wir reden so viel von m/f, aber was das ist, wissen wir nicht. Wollen wir Frauen sein oder einfach nur "Nicht-Mann". Haben wir einfach nur die Nase voll, den gesellschaftlich definierten Mann zu leben ? Aber warum brauchen wir dafür Sillis, BH und Nylons ? Warum verteidigen wir nicht unsere charakterliche Eigenschaften als Mann ?

Für mich ist das eine der Kernfragen
Vicky
Viele Grüße
Vicky

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Re: Das Weibliche - eine unbekannte Definition

Post 15 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin zusammen,

...da habt ihr nun ganz viele Worte und Begriffe und Definitionsversuche genannt für "das Weibliche" in uns, um uns und um uns herum.? - mir schwirrt der Kopf beim lesen der vielen Argumente, ohne dass ich sie im Einzelnen bestätigen oder verwerfen kann.
"Das Weibliche" ja was ist das für mich? Wunsch, Traum, Wirklichkeit und Zukunft? Es ist das , wie ich mich fühle und wie ich mich sehe - unabhängig davon, was andere in mir zu sehen meinen. Es ist das, was in meinem Kopf ist - meine eigenen ureigensten Gefühle und Wünsche, bzw. auch Vorstellungen, von dem, was ich meine, was es ausmacht, weiblich zu sein. Ich sehe den gefragten Begriff eher sehr persönlichkeitsorietiert andererseits natürlich auch gesellschaftlichen Vorstellungen und Konventioen unterworfen und auch sich auch ändernden gesellschaftlichen Bedingungen ausgesetzt. Nicht einfach so etwas scheinbar klares und gängiges zu erklären...

LG, Ulrike-Marisa
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