Warum ich heute im Büro war
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Marielle
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Warum ich heute im Büro war
Es ist off-topic, aber heute ist Feiertag. Feiertag zum Gedenken an die Wiederherstellung der deutschen Einheit, am 3. Oktober 1990. Mit Wirkung zum 3. Oktober trat die DDR auf Beschluss der Volkskammer dem Geltungsbereich der D-Mark, ähmm...., des Grundgesetzes der Bundesrepublik bei.
Wir sollen an diesem Tag an Birne denken, daran, dass 'die drüben' an der Bundestagswiederwahl 1990 teilnehmen durften, an den, ab diesem Tag ohne Grenzformalitäten möglichen, 'Export' von Bananen, Gebrauchtwagen und Konsumentenkrediten und an den bundeshaushaltsschonenden Wegfall des Begrüßungsgeldes; eben an all die Leistungen, die 'der Westen' auf dem Weg zur Einheit erbracht hat.
Blödsinn! Aus Angst vor dem 9.November '38 und wohl auch zur westlichen Selbstbeweihräucherung hat man den 3. Oktober zum Feiertag gemacht und damit den einzigen Bundes-Feiertag denen geklaut, die ihn verdient haben. Birne, Bananen und der übrige Obstsalat waren Beilagen, nichts weiter. Der Feiertag steht denen zu, die im September und Oktober 1989 zu den grossen Demonstrationen gingen, obwohl sie nicht wussten ob sie da heile wieder rauskommen oder ob sie den 'himmlischen Frieden' erleben werden. Er steht noch mehr denen zu, die jahrelang an der Verwirklichung ihrer Ideen und Träume gearbeitet haben, obwohl sie wussten, dass sie das auch noch den letzten Rest von Freiheit kosten konnte.
Ja, der 9.November '38 war einer der ekelhaftesten Tage der deutschen Geschichte. Und die Pressekonferenz eines verpeilten Pfannkuchens als ZK-Pressesprecher gibt für sich allein nicht genug her, um daraus einen Feier- vielmehr einen Gedenktag zu machen. Aber es war der Tag, an dem die Menschen drüben das erreicht hatten, was ansonsten in der deutschen Geschichte Seltenheitswert hat: Die friedliche, selbständige Befreiung von einer Diktatur.
Viele von denen, die wirklich etwas riskiert haben, haben leider etwas anderes bekommen, als sie sich gewünscht hatten. Vielleicht hätte man daher den 17.Juni beibehalten sollen. Oder man hätte das deutsche Gedenken, mit Mut und Respekt, auf den 9.November gelegt. Es hätte einige geeignete Tage gegeben, nur eben nicht den 3. Oktober. Deswegen habe ich heute gearbeitet.
habt es gut, liebe Grüsse aus 'dem Westen'
Marielle
Wir sollen an diesem Tag an Birne denken, daran, dass 'die drüben' an der Bundestagswiederwahl 1990 teilnehmen durften, an den, ab diesem Tag ohne Grenzformalitäten möglichen, 'Export' von Bananen, Gebrauchtwagen und Konsumentenkrediten und an den bundeshaushaltsschonenden Wegfall des Begrüßungsgeldes; eben an all die Leistungen, die 'der Westen' auf dem Weg zur Einheit erbracht hat.
Blödsinn! Aus Angst vor dem 9.November '38 und wohl auch zur westlichen Selbstbeweihräucherung hat man den 3. Oktober zum Feiertag gemacht und damit den einzigen Bundes-Feiertag denen geklaut, die ihn verdient haben. Birne, Bananen und der übrige Obstsalat waren Beilagen, nichts weiter. Der Feiertag steht denen zu, die im September und Oktober 1989 zu den grossen Demonstrationen gingen, obwohl sie nicht wussten ob sie da heile wieder rauskommen oder ob sie den 'himmlischen Frieden' erleben werden. Er steht noch mehr denen zu, die jahrelang an der Verwirklichung ihrer Ideen und Träume gearbeitet haben, obwohl sie wussten, dass sie das auch noch den letzten Rest von Freiheit kosten konnte.
Ja, der 9.November '38 war einer der ekelhaftesten Tage der deutschen Geschichte. Und die Pressekonferenz eines verpeilten Pfannkuchens als ZK-Pressesprecher gibt für sich allein nicht genug her, um daraus einen Feier- vielmehr einen Gedenktag zu machen. Aber es war der Tag, an dem die Menschen drüben das erreicht hatten, was ansonsten in der deutschen Geschichte Seltenheitswert hat: Die friedliche, selbständige Befreiung von einer Diktatur.
Viele von denen, die wirklich etwas riskiert haben, haben leider etwas anderes bekommen, als sie sich gewünscht hatten. Vielleicht hätte man daher den 17.Juni beibehalten sollen. Oder man hätte das deutsche Gedenken, mit Mut und Respekt, auf den 9.November gelegt. Es hätte einige geeignete Tage gegeben, nur eben nicht den 3. Oktober. Deswegen habe ich heute gearbeitet.
habt es gut, liebe Grüsse aus 'dem Westen'
Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
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nicole.f
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Re: Warum ich heute im Büro war
Auch ich war damals sehr enttäuscht, dass man nicht den 9. November nahm. Als die Mauer fiel, lag ich gerade in den letzten Zügen meines Abiturs und die Geschehnisse wurden sofort Stoff meiner Sozialkundeprüfung. Ich war also gezwungen mich damit etwas intensiver auseinander zu setzen.
Doch neben den Fakten ist es auch der menschliche Faktor, der mich bis heute bewegt. Ich habe noch selbst sehr intensiv die Angst und Verunsicherung des kalten Krieges erlebt. Ich weiß noch sehr gut, was wir damals mit Ost-Block verbanden und die Angst vor einer solchen Diktatur, dem scheinbar irrationalen Handeln, einer auf Machterhalt und Ausbeutung ihrer Untergebenen ausgelegten Elite, die die Ideologie nur als Deckmantel ihres eigenen Profitdenkens verwendete.
Ich hatte Angst.
Nukleare Wettrüstung, Ost gegen West, alte sture Männer.
Vor diesem Hintergrund war die vom Volk ausgehende friedliche Revolution für mich ein unglaublich emotionales Ereignis. Ich habe davon geträumt, das es gelingen möge, habe aber eigentlich nicht daran geglaubt. Viele glückliche Umstände spielten den mutigen und tapferen Menschen in die Hände. Und alles wurde gut!
Ich muss heute noch weinen, wenn ich die Bilder des Mauerfalls sehe, wie die ersten DDR Bürger selbst weinend vor unfassbarem Glück durch die Lücken der einst undurchdringlichen Mauer strömten. Oder als Genscher in Prag die erlösenden Worte sagte. Dies sind Momente unbeschreiblichen Glücks und für mich noch heute gelebte Beweise für das Gute und Anlass zur Hoffnung. Sie erinnern mich daran, dass es nicht immer nur mit Tot, Elend und Verderben enden muss.
Der 9. November sollte Feiertag sein!
Nicht nur für Deutschland, sondern für die Menschheit. Tag der Hoffnung.
Liebe Grüße
nicole
Doch neben den Fakten ist es auch der menschliche Faktor, der mich bis heute bewegt. Ich habe noch selbst sehr intensiv die Angst und Verunsicherung des kalten Krieges erlebt. Ich weiß noch sehr gut, was wir damals mit Ost-Block verbanden und die Angst vor einer solchen Diktatur, dem scheinbar irrationalen Handeln, einer auf Machterhalt und Ausbeutung ihrer Untergebenen ausgelegten Elite, die die Ideologie nur als Deckmantel ihres eigenen Profitdenkens verwendete.
Ich hatte Angst.
Nukleare Wettrüstung, Ost gegen West, alte sture Männer.
Vor diesem Hintergrund war die vom Volk ausgehende friedliche Revolution für mich ein unglaublich emotionales Ereignis. Ich habe davon geträumt, das es gelingen möge, habe aber eigentlich nicht daran geglaubt. Viele glückliche Umstände spielten den mutigen und tapferen Menschen in die Hände. Und alles wurde gut!
Ich muss heute noch weinen, wenn ich die Bilder des Mauerfalls sehe, wie die ersten DDR Bürger selbst weinend vor unfassbarem Glück durch die Lücken der einst undurchdringlichen Mauer strömten. Oder als Genscher in Prag die erlösenden Worte sagte. Dies sind Momente unbeschreiblichen Glücks und für mich noch heute gelebte Beweise für das Gute und Anlass zur Hoffnung. Sie erinnern mich daran, dass es nicht immer nur mit Tot, Elend und Verderben enden muss.
Der 9. November sollte Feiertag sein!
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Liebe Grüße
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Olivia
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Re: Warum ich heute im Büro war
Hallo in die Runde,
ja, da gab es doch auch im Jahr 1918 einen 9. November - und den will man heute ja unbedingt vergessen, weshalb sich der 9. November als Feiertag nun ganz und gar nicht eignete...
Liebe Grüße von Olivia
ja, da gab es doch auch im Jahr 1918 einen 9. November - und den will man heute ja unbedingt vergessen, weshalb sich der 9. November als Feiertag nun ganz und gar nicht eignete...
Liebe Grüße von Olivia
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Nicoletta
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Re: Warum ich heute im Büro war
Die letzten Jahre habe ich den "Nationalfeiertag" immer außerhalb der deutschen Grenzen (im Urlaub) erlebt bzw. davon nichts mitbekommen, was kein Schade ist. Dieses Mal habe ich ihn mitbekommen. Als Rentnerin hatte ich nicht die Chance, einfach arbeiten zu gehen. Ich wollte ihn für eine Wanderung nutzen, nicht wegen des Feiertags, sondern einfach, weil das Wetter noch einmal stimmte. Es wurde ziemlich katastrophal: Menschenmassen in den Zügen, auf den Wegen, als ob alle Welt auf einmal wandern wollte. Mehr noch störte mich, dass in den überfüllten Zügen Gruppen saßen, die gleich mit einer Kiste Bier eingestiegen und diese mittlerweile zu zwei Dritteln geleert hatten, so dass man jetzt auf härtere Drogen umstieg. Das erinnerte mich erstaunlich an den ukrainischen Nationalfeiertag 2002, als ich zufällig, ohne von dem Nationalfeiertag zu wissen, an diesem Tage in Kiew eintraf. Überall Menschenmassen, fröhlich, ausgelassen, alle (Männer wie Frauen) mit der Bierflasche in der Hand. Heute ist das hierzulande auch schon normal, aber in Kiew habe ich das zum ersten Mal gesehen.
Ich stimme meinen Vorrednerinnen natürlich zu, dass der 9. November ein würdigerer Nationalfeiertag gewesen wäre. Man kann ja auch ein negatives Ereignis dadurch ins Positive verwandeln, dass man es mit einem positiven Ereignis neu besetzt, aber das wollte wohl niemand. Für mich hat im Übrigen das Ganze schon 1988 begonnen. Da war ich in Prag auf einem tschechischen Sprachkurs, und zu aller Überraschung war es die Delegation der DDR, die gegen tschechischen Widerstand es durchsetzte, dass am ersten Abend bei der Vorstellung der nationalen Delegationen die Vertreter der DDR und BRD gemeinsam auftraten. Wir haben also die Wiedervereinigung schon 1988 gefeiert. Allerdings haben wir damals nicht an Wiedervereinigung oder Anschluss gedacht, wie er dann erfolgt ist, sondern an eine Art Synthese, bei der das Beste beider Gesellschaften zusammengeführt werden sollte. Wir haben viel darüber diskutiert, und einer der klügsten Diskutanten, mit dem ich mich sehr gut verstanden habe, war Mitglied des Geheimdienstes und durfte daher leider mit mir später keinen Kontakt mehr pflegen. Mit anderen habe ich diesen Kontakt weiter gepflegt, wobei deren Erfahrungen im Weiteren nicht unbedingt waren. Der Wille zur Einheit war 1988 riesengroß, für mich darum 1989 gar nicht mehr so überraschend, aber die Zielvorstellungen unterschieden sich erheblich.
Viele Grüße,
Nicoletta
Ich stimme meinen Vorrednerinnen natürlich zu, dass der 9. November ein würdigerer Nationalfeiertag gewesen wäre. Man kann ja auch ein negatives Ereignis dadurch ins Positive verwandeln, dass man es mit einem positiven Ereignis neu besetzt, aber das wollte wohl niemand. Für mich hat im Übrigen das Ganze schon 1988 begonnen. Da war ich in Prag auf einem tschechischen Sprachkurs, und zu aller Überraschung war es die Delegation der DDR, die gegen tschechischen Widerstand es durchsetzte, dass am ersten Abend bei der Vorstellung der nationalen Delegationen die Vertreter der DDR und BRD gemeinsam auftraten. Wir haben also die Wiedervereinigung schon 1988 gefeiert. Allerdings haben wir damals nicht an Wiedervereinigung oder Anschluss gedacht, wie er dann erfolgt ist, sondern an eine Art Synthese, bei der das Beste beider Gesellschaften zusammengeführt werden sollte. Wir haben viel darüber diskutiert, und einer der klügsten Diskutanten, mit dem ich mich sehr gut verstanden habe, war Mitglied des Geheimdienstes und durfte daher leider mit mir später keinen Kontakt mehr pflegen. Mit anderen habe ich diesen Kontakt weiter gepflegt, wobei deren Erfahrungen im Weiteren nicht unbedingt waren. Der Wille zur Einheit war 1988 riesengroß, für mich darum 1989 gar nicht mehr so überraschend, aber die Zielvorstellungen unterschieden sich erheblich.
Viele Grüße,
Nicoletta
Ne budi ono što si bio, postani to što jesi. -- Sei nicht, was du gewesen, werde, was du bist!
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nicole.f
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Re: Warum ich heute im Büro war
Ja nu, ein Jahr hat nur 365 Tage. Die Wahrscheinlichkeit, dass an einem dieser Tage einmal etwas dummes oder vergessenswürdiges passieren würde, ist daher recht groß. Das kann daher doch kein Hinderungsgrund sein?Olivia hat geschrieben:Hallo in die Runde,
ja, da gab es doch auch im Jahr 1918 einen 9. November - und den will man heute ja unbedingt vergessen, weshalb sich der 9. November als Feiertag nun ganz und gar nicht eignete...
Liebe Grüße von Olivia
Kennst Du das Geburtstagsparadoxon? Wikipedia [1]:
"
Befinden sich in einem Raum mindestens 23 Personen, dann ist die Chance, dass zwei oder mehr dieser Personen am gleichen Tag (ohne Beachtung des Jahrganges) Geburtstag haben, größer als 50%.
"
Mit der Dauer der Zeitspanne die man zurück schaut, wird die Wahrscheinlichkeit immer größer, dass ein bestimmtes Datum ein "Datum non grata", also ein unliebsames Datum wird. Wann soll das irgendwann mal aufhören? Wer legt das fest? Das kann nur die Geschichte. Und, wie auch schon hier geschrieben wurde, ist es doch eine wunderbare Fügung, wenn eine solch negativ besetzte Zäsur auf einmal durch solch ein wunderbares Ereignis überlagert würde? Nicht um das Unangenehme zu vergessen, sondern um einen Ausgleich zu haben. Machen wir so weiter und blenden potentiell negativ besetzte Daten immer weiter aus, dann bleiben uns bald nicht mehr viele Tage für gute Feiertage. Das Geburtstagsparadoxon zeigt, wie schnell das geht, auch wenn 365 erstmal nach viel klingt.
[1] Geburtstagsparadoxon
https://de.wikipedia.org/wiki/Geburtstagsparadoxon
Liebe Grüße
nicole
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Re: Warum ich heute im Büro war
Hallo in die Runde,
ich habe mich sicher etwas seltsam ausgedrückt, aber ich finde nicht, dass am 9.November 1918 etwas dummes oder vergessenswürdiges passiert ist:
Wikipedia sagt dazu:
"9. November 1918 — Novemberrevolution in Berlin:
Der wenige Wochen zuvor berufene Reichskanzler Max von Baden verkündet angesichts der bevorstehenden Niederlage des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg eigenmächtig die Abdankung von Kaiser Wilhelm II. und betraut Friedrich Ebert (SPD) mit den Amtsgeschäften. Eberts Parteigenosse Philipp Scheidemann, der ihn im Februar 1919 als Regierungschef ablösen wird, ruft von einem Fenster des Reichstagsgebäudes die "Deutsche Republik" aus. Am selben Tag, jedoch einige Stunden später, verkündet Karl Liebknecht, einer der Anführer des linksrevolutionären Spartakusbundes, vom Berliner Stadtschloss aus eine als Räterepublik gedachte "freie sozialistische Republik Deutschland". In den nachfolgenden, regional teilweise bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen zwischen den Verfechtern einer sozialistischen Räterepublik und denen einer pluralistisch-parlamentarischen Demokratie unterliegen die Anhänger des Rätemodells. Liebknecht selbst wird zwei Monate später ermordet. In der weiteren Folge wird im August 1919 das als Weimarer Republik bezeichnete erste demokratisch strukturierte Staatswesen in Deutschland konstituiert (benannt nach der in Weimar tagenden Nationalversammlung)."
Liebe Grüße von Olivia
ich habe mich sicher etwas seltsam ausgedrückt, aber ich finde nicht, dass am 9.November 1918 etwas dummes oder vergessenswürdiges passiert ist:
Wikipedia sagt dazu:
"9. November 1918 — Novemberrevolution in Berlin:
Der wenige Wochen zuvor berufene Reichskanzler Max von Baden verkündet angesichts der bevorstehenden Niederlage des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg eigenmächtig die Abdankung von Kaiser Wilhelm II. und betraut Friedrich Ebert (SPD) mit den Amtsgeschäften. Eberts Parteigenosse Philipp Scheidemann, der ihn im Februar 1919 als Regierungschef ablösen wird, ruft von einem Fenster des Reichstagsgebäudes die "Deutsche Republik" aus. Am selben Tag, jedoch einige Stunden später, verkündet Karl Liebknecht, einer der Anführer des linksrevolutionären Spartakusbundes, vom Berliner Stadtschloss aus eine als Räterepublik gedachte "freie sozialistische Republik Deutschland". In den nachfolgenden, regional teilweise bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen zwischen den Verfechtern einer sozialistischen Räterepublik und denen einer pluralistisch-parlamentarischen Demokratie unterliegen die Anhänger des Rätemodells. Liebknecht selbst wird zwei Monate später ermordet. In der weiteren Folge wird im August 1919 das als Weimarer Republik bezeichnete erste demokratisch strukturierte Staatswesen in Deutschland konstituiert (benannt nach der in Weimar tagenden Nationalversammlung)."
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Vivian Cologne
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Re: Warum ich heute im Büro war
Hallo zusammen,
wir sind uns anscheinend einig, dass der 3. Oktober ein fauler Kompromiss war, uns Deutschen doch noch einen gemeinsamen Nationalfeiertag zu verschaffen. Schon dieser Begriff war für Menschen meiner Generation früher ein rotes Tuch. In der deutschen Geschichte des letzen Jahrhunderts gab es eben wenig zu feiern, umso mehr zu gedenken und für die Zukunft zu beachten.
Der 9. November wurde ja oft als Schicksalstag der Deutschen bezeichnet. Das ist insofern etwas schief, weil es schließlich Deutsche waren, die am 9. November ihr Schicksal und das ihrer jüdischen Mitbürger in die eigenen Hände nahmen, also eher blutige Absicht als dräuendes Schicksal.
Ich hätte auch lieber den Novembertag, aber ich kann nachvollziehen, dass die Politik das 1990 nicht wollte. Hauptsache, wir vergessen die schrecklichen Ereignisse von 1938 nicht. An diesem Freitag habe ich jedenfalls das herrliche Wetter genutzt und die Zeit draußen verbracht. Sehr national war mir dabei allerdings nicht.
Vivian
wir sind uns anscheinend einig, dass der 3. Oktober ein fauler Kompromiss war, uns Deutschen doch noch einen gemeinsamen Nationalfeiertag zu verschaffen. Schon dieser Begriff war für Menschen meiner Generation früher ein rotes Tuch. In der deutschen Geschichte des letzen Jahrhunderts gab es eben wenig zu feiern, umso mehr zu gedenken und für die Zukunft zu beachten.
Der 9. November wurde ja oft als Schicksalstag der Deutschen bezeichnet. Das ist insofern etwas schief, weil es schließlich Deutsche waren, die am 9. November ihr Schicksal und das ihrer jüdischen Mitbürger in die eigenen Hände nahmen, also eher blutige Absicht als dräuendes Schicksal.
Ich hätte auch lieber den Novembertag, aber ich kann nachvollziehen, dass die Politik das 1990 nicht wollte. Hauptsache, wir vergessen die schrecklichen Ereignisse von 1938 nicht. An diesem Freitag habe ich jedenfalls das herrliche Wetter genutzt und die Zeit draußen verbracht. Sehr national war mir dabei allerdings nicht.
Vivian