Brief an meinen Kopf
Brief an meinen Kopf

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ilyadusoleil

Brief an meinen Kopf

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Beitrag von ilyadusoleil »

Sehr geehrte Frau oder Herr Kopf, liebes Gehirn, liebe Gedanken,

ich weiß, dass Sie alle sehr viel Arbeit haben und es nicht immer einfach ist, mich zufriedenzustellen. Manchmal arbeiten Sie nächtelang durch und als Dank ist Ihr Chef den nächsten Tag traurig und schlecht gelaunt, möglicherweise noch übermüdet.
Ich weiß, dass es keine leichte Arbeit ist, die Sie Tag für Tag, oft Nacht für Nacht für mich verrichten und das alles fast ohne Freizeit und ohne bezahlte Überstunden.
Ich möchte in Zukunft versuchen, Sie bei Ihrer Arbeit zu unterstützen und die Arbeitsabläufe in nächster Zeit effizienter und zufriedenstellender für alle zu gestalten. Im konkreten geht es dabei vor allem um die von den Gedanken durchgeführte Hauptarbeit: das Grübeln. Ich habe dabei oft das Gefühl, dass sehr viel Zeit dafür verbraucht wird, über immer dieselben Dinge nachzudenken, wobei der Output sehr gering bis gar nicht zu sehen ist. An dieser Stelle möchte ich ansetzen und versuchen, etwas aufzuräumen. Ich weiß, dass mir als Chef dort auch eine Hauptaufgabe zukommt, diese Arbeitsabläufe zu koordinieren und auf das Endergebnis hinzuarbeiten. Denn anders können Sie natürlich auch kaum neue, anstehende Arbeiten erledigen, was die Überlebensfähigkeit unseres gesamten Betriebes in Frage stellen könnte. Obwohl die meisten von Ihnen Gedanken seit nun fast 15 Jahren unsere treuesten Begleiter sind, werden wir nicht umhinkommen, uns von einigen von Ihnen zu trennen.
Diese Umstrukturierung wird vor allem die Abteilungen "traurige Gedanken A-Z" und "Verhandeln mit mir selber" treffen. Wir werden nicht umhin kommen, diese Abteilungen in nächster Zeit komplett aufzulösen.
Diese Maßnahme ist leider nötig geworden, weil wir merken, dass der gesamte Betrieb unter der Ineffizienz dieser Abteilungen leidet und wir nicht wollen, dass der Fortbestand unseres Unternehmens ernsthaft gefährdet wird.

Mit freundlichen Grüßen,
Chef*
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