Aus Nicole.b wird Nicole.f - und das ist gut so :)
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Wer möchte, kann sich vorstellen: bitte kurz fassen
und längere Diskussionen in den dafür vorgesehenen
Themen führen!
nicole.f
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Aus Nicole.b wird Nicole.f „ und das ist gut so :)

Post 1 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Hallo Ihr Lieben!
Jetzt bin ich seit 2010 in diesem tollen Forum mit dabei, habe viele tolle Leute kennenlernen dürfen und habe dabei viel über mich selbst und andere gelernt. Die Gespräche und Diskussionen waren für mich äußerst wertvoll und wichtig für meine Selnbstfindung. Seinerzeit, also vor nun vier Jahren, wusste von Nicole nur meine Frau und selbst ihr konnte und wollte ich nicht alles erzählen, was da in mir vor ging. Um das Geheimnis zu bewahren wählte ich damals einen anderen Nachnamen dazu und vermied es auch, wo es nur irgendwo ging, dass Rückschlüsse auf die reale Person möglich wären.

Nicht zuletzt auch durch Eure Hilfe und Unterstützung ist dies nun glücklicherweise nicht mehr nötig! Ich bin frei und kann auch entsprechend frei handeln. Es wird für mich nun Zeit, die Phantasiegestalt "Nicole Beaux" in ihren wohlverdienten Ruhestand zu schicken und mich hier endlich mal richtig vorzustellen. Da ich schon immer ein "Netzwesen" war habe ich auch keine großen Probleme damit, hier im Forum einige persönliche Details wiederzugeben. Wer Google und Ähnliche bedienen kann wird die Details ohnehin schnell herausbekommen, also was soll's. Anne-Mette war auch bereits so lieb, meinen Forums-Namen entsprechend anzupassen, also...

Hallo Ihr Lieben!
Mein Name ist Nicole Faerber aus Siegen. Ich bin 43 Jahre alt (noch) und transsexuell Mann-zu-Frau. Seit Mitte Mai 2014 lebe ich nun offen meine wahre Identität - nach gut 30 Jahren Selbstzweifel. Wer etwas mehr über das erfahren möchte, was ich sonst so getrieben habe, kann mal nach meinem männlichen Namen googlen "Nils Faerber". Ich betreibe hier in Siegen eine kleine Firma mit zur Zeit 10 Leuten, die sich mit Software Entwicklung speziell im Beeich OpenSource, Linux und embedded Systemen beschäftigt. In den vergangenen fast 15 Jahren hatten wir damit eine Menge spannender Projekte und Kunden, die mich auch in interessante Gegenden dieser Erde geführt haben. Als OpenSource und Netzwesen bin ich also entsprechend sichtbar gewesen und werde dies auch weiter bleiben, aber nun eben als Nicole.

Die langjährige Beschäftigung mit dem Thema, das begann ja schon lange vor meiner Mitgliedschaft hier im Forum, hat mich davon überzeugt, dass es nach wie vor viel im Trans-Inter-Queer Bereich gibt, dass aktive Arbeit erfordert. Das beginnt mit der aktiven Hilfe für andere Betroffene, gerade in der Selbsfindung, dem Outing und den ersten Schritten auf ihrem Weg. Auch aktivistisch gibt es viel zu tun, vor allem Aufklärungsarbeit in der Öffentlichkeit, die auch nicht ohne politische Arbeit funktionieren kann. Und wenn man dann schon politisch aktiv wird, dann kommt neben der Aufklärung bald der rechtliche und regulatorische Bereich hinzu - die Regeln und Gesetze in Deutschland zum Umgang und der Gleichstellung der unterschiedlichen Lebensmodelle in Bezug auf Geschlechtlichkeit sowie die Rechte und Pflichten in der medizinischen Versorgung sind ohne Frage reformbedürftig.

Da ich nun offen und frei auftreten kann, möchte ich mich in diesen Bereichen auch engagieren. Dies begann im März diesen Jahres mit der Gründung der lokalen Transgender Selbsthilfegruppe hier in Siegen:
http://www.transgender-si.de/
und den monatlichen Treffen dort. Im Rahmen der Gruppe bieten wir auch eine persönliche Beratung an.

Zusätzliche möchte ich mich für die Gründung eines NRW-Landesverbandes und eines Bundesverbandes einsetzen. Nur wenn wir zusammen eine große Gruppe bilden, können wir auch politisch etwas bewegen.

Last but not least war ich ja schon länger auf der Suche nach einer überregional tätigen Vereinigung, in die ich mich einbringen könnte. Bei dem letzten Trans*Aktiv Vernetzungstreffen lernte ich Patricia Metzer von der DGTI kennen und schätzen. Die DGTI ist mir bereits ein paar mal aufgefallen und ihre Arbeit hielt ich für sinnvoll und gut, allerdings war ich mir unschlüssig über ihren aktuellen Zustand und Zukunft - ich wollte nicht auf ein totes oder sterbendes Pferd aufspringen. Patricia hat mir die Sitation dann hinreichend erklären können und mich schlussendlich davon überzeugt, DGTI Mitglied zu werden, was ich nun auch seit einer Woche bin. Das Thema Beratung ist mir über die lokale Siegener Gruppe hinaus sehr wichtig, weshalb ich neben der Beratung in der Gruppe auch eine DGTI Beratungsstelle in Siegen für den Raum Südwestfalen / Nord-Hessen einrichten werde und mich innerhalb der DGTI im Beratungsbreich engagieren möchte.

Tja, ich glaube jetzt habe ich alles Wesentliche?

PS: Ja, für Homepage und Blog muss ich mir noch etwas überlegen...

Liebe Grüße
nicole
Zuletzt geändert von nicole.f am Do 18. Sep 2014, 17:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Joe95
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Re: Aus Nicole.b wird Nicole.f „ und das ist gut so :)

Post 2 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Donnerwetter...
Das nenn ich mal durchstarten...

Danke für deine Arbeit und viel Glück dabei...
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
Simone
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Re: Aus Nicole.b wird Nicole.f „ und das ist gut so :)

Post 3 im Thema

Beitrag von Simone »

Liebe Nicole,

ich gratuliere dir zu deinem Schritt und wünsche dir viel Glück.
Ohne dich näher zu kennen, habe ich das Gefühl, dass du alles gut überlegt hast und ich bin mir sicher, dass dir das Leben als Frau gelingen wird.

LG Simone
exuser-2014-11-07

Re: Aus Nicole.b wird Nicole.f „ und das ist gut so :)

Post 4 im Thema

Beitrag von exuser-2014-11-07 »

Offensiv! Positiv!
Nicole, der Text zeigt Normalität.
Die Normalität, einfach in der Form zu leben, die dir entspricht. Nicht als Irgendwas (bewusst sächlich) das man extern aufdrängt bekommt.
Leben, wie es unzählige andere auch tun, ohne permanent darauf zu verweisen: Guck! Ich bin ein Mann. Guck! Ich bin eine Frau.
Das macht den Text wichtig, ein Einblick in die Normalität, in das Leben oder besser in Dein Leben, welches auch zeigt, dass ein Ziel erreicht werden kann.

Ich verbeuge mich sehr selten, hier tue ich es.
Chapeau Nicole.
Lina
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Re: Aus Nicole.b wird Nicole.f „ und das ist gut so :)

Post 5 im Thema

Beitrag von Lina »

Aber ... von Nicole b zu Nicole f - da musste ich doch schlucken. Es wird seine Zeit brauchen, bevor ich mich daran gewöhnt habe.

... ok, da muss ich auch durch.

Das klingt super, Nicole.

Da du ja jetzt ganz offen von deiner Firma sprichst, hast du schon ein XING- oder LinkedIn-Profil als Nicole F?
nicole.f
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Re: Aus Nicole.b wird Nicole.f „ und das ist gut so :)

Post 6 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Lina hat geschrieben:Aber ... von Nicole b zu Nicole f - da musste ich doch schlucken. Es wird seine Zeit brauchen, bevor ich mich daran gewöhnt habe.

... ok, da muss ich auch durch.
Ist doch nur ein Buchstabe - das schaffst Du :)
Lina hat geschrieben: Das klingt super, Nicole.

Da du ja jetzt ganz offen von deiner Firma sprichst, hast du schon ein XING- oder LinkedIn-Profil als Nicole F?
Obwohl ich mir fast so vorkomme, als hätte ich das Internet mit erfunden (meine Güte, ich habe noch mit einem 300 Baud Akkustikkoppler angefangen Mailboxnetze zu durchstöbern, im Rechenzentrum der Uni Leuten das Internet beigebracht und den ersten Web-Server der Uni eingerichtet), so wenig habe ich doch für diese ganzen Socializing Plattformen übrig. So ist es mir schon fast peinlich, dass ich in der Tat ein Linked-In Profil habe :) Doch das ist noch total unvollständig - wenn Du Infos suchst, guck also lieber beim "Nils", da steht mehr :)

Das ist schon reichlich irre, wenn man dann durch diese Umstellung auf einmal feststellt, wo man überall Informationen über sich stehen hat, die man dann mal irgendwie anpassen muss und wieviele Freunde und Kollegen man informieren muss. Selbst jetzt, gut vier Monate nach dem "Big Bang", fallen mir immernoch Leute ein, die es noch nicht wissen. Das führt dann auch schonmal unverhofft zu teils etwas ulkigen Situationen :)

Liebe Grüße
nicole
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Anne-Mette
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Re: Aus Nicole.b wird Nicole.f „ und das ist gut so :)

Post 7 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Abend,

na, dann gratuliere ich auch mal zur (Um)Taufe )))(:

Eigentlich müsste es ja (flo) ---))) (flo) ---))) geben und anschließend :)p

Herzliche Grüße
Anne-Mette
Lipstick-Lady
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Re: Aus Nicole.b wird Nicole.f „ und das ist gut so :)

Post 8 im Thema

Beitrag von Lipstick-Lady »

Herzlichen Glückwunsch auch von mir!
Hab mir gerade Deine Galerie angesehen. Du Kommst sehr feminin rüber. Ich denke, Du hast alles richtig gemacht.
Viel Glück weiterhin!
:)p
LG, Lipstick-Lady
Vivian Cologne
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Re: Aus Nicole.b wird Nicole.f „ und das ist gut so :)

Post 9 im Thema

Beitrag von Vivian Cologne »

Nein, liebe Nicole, ich muss mich nicht vor dir verneigen, dazu kennen wir uns zu gut. Aber ich drücke dich fest! Gratulation für diesen weiteren Schritt in die Normalität!

Du weißt, dass du in vielem Vorbild für mich bist. Und manchmal muss ich mich dabei bremsen. Ich bin ja selber auch gerade beim großen Aufräumen, um meine männliche Vergangenheit im Netz, privat und beruflich nicht zu tilgen, aber zu überführen in das schöne Neue. Sogar die Querköpfe von Xing stellen sich nicht mehr quer.

Also weiter viel Glück auf deinem Weg! So manchen Stolperstein wirst du sicher noch entdecken und ihn in deiner gewohnten Art einfach beiseiteräumen.

Lieben Gruß von Vivian
nicole.f
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Re: Aus Nicole.b wird Nicole.f „ und das ist gut so :)

Post 10 im Thema

Beitrag von nicole.f »

So, bei der Gelegenheit habe ich auch mal das Avatar Bildchen etwas aktualisiert... entschuldigt bitte die Unschärfe.

Also meine Lieben, ich werde ja gleich rot - vielen lieben Dank!

Wobei ich das hier gar nicht so breit treten wollte, Du meine Güte... ich hatte nur ganz ernsthaft keine Lust mehr auf dieses Versteckspiel hinter irgendwelchen Pseudonymen, die nur dafür da waren, die damals noch männliche Identität zu schützen. Heute bin ich in der glücklichen Lage, dies alles offen leben und auch zeigen zu können - sowohl meine männliche Vorgeschichte als auch meinen Werdegang. Ich bin mir sehr darüber bewusst, dass ich ein irres Glück in so vielen Belangen hatte - im Privaten, im Beruf und auch mit Ärzten und Krankenkasse. Dieses Glück haben leider nicht alle, ich würde sagen, leider die Wenigsten. Für viele ist es doch ein sehr langer und mühsamer Weg. Insofern tauge ich eigentlich nicht sehr gut als Beispiel oder gar als Vorbild. Ich freue mich sehr, wenn ich mit meinen Schilderungen anderen vielleicht einen kleinen Anstoß geben kann, aber das kann keinesfalls Leitbild sein.

Ein paar der Begriffe in Euren Reaktionen beschreiben aber wie ich finde ein paar auch mir sehr wichtige Aspekte sehr gut bzw. heben sie hervor. Der eine ist "Normalität". Das ist mir in der Tat sehr wichtig und auch erst als ich dies für mich erreicht hatte war es auch der Punkt, an dem ich mir sicher war, an dem ich endlich in mir angekommen war und ruhte. Es war einfach normal und nichts Aufgesetztes oder Gespieltes. Das war es aber nicht immer. Das war Teil der Entwicklung, die eben jene über 30 Jahre brauchte. Als ich aber an diesem Punkt war, war alles weitere auf einmal völlig klar und auch nichts mehr, was mich verunsichert hätte. Respekt und ein bisschen Angst hatte ich schon noch, gerade bei den Outings vor mir wichtigen Menschen, wie z.B. meinen Eltern. Doch Zweifel, ob dies die richtige Entscheidung sei oder ob ich da überhaupt das Richtige täte, die gab es da nicht mehr. Das war schon recht faszinierend, weil es dann doch recht plötzlich kam - verglichen mit über 30 Jahren des Zweifelns und selbst belügens, waren die paar Monate von September 2013 bis Mai 2014 ein Klaks :)

Das kurioseste waren aber eigentlich die Tage nach dem Grill-Wochenende bei Saskia Anfang Mai - vielen Dank dafür! Ich habe keine Ahnung was es war und ob es einen konkreten Auslöser gab, aber an diesem Wochenende fiel bei mir der Groschen endgültig und es stellte sich besagte völlige Normalität ein. Seitdem kann mich bezüglich meiner Identität nichts und niemand mehr verunsichern oder aus der Bahn werfen. Wie der Kölsche sagt - Et üss wie et üss, es ist wie es ist.

Diese Normalität ist es auch, die mich dazu veranlasst, soetwas wie das Forums-Pseudonym zu ersetzen und auch offen zu meiner männlichen Vergangenheit zu stehen. Warum auch nicht? Das war mein bisheriges Leben und warum sollte ich das verleugnen? Auch kann ich völlig dazu stehen, dass ich keine ganz "normale" Frau bin und erhebe auch für mich nicht den Anspruch, jemals eine solche zu werden - da hat mir wohl die Natur ein Schnippchen geschlagen. Schade, aber damit werde ich nun leben müssen. Alles das ist für mich aber jetzt völlig normal. Da ist nichts Besonderes und auch nichts, wofür ich mich schämen oder es verstecken müsste - es ist eben so wie es ist und so wie es ist, ist es auch gut, sehr gut sogar.

Diese Normalität und Selbstverständlichkeit kannte ich ja vorher gar nicht, all die 43 Jahre nicht. Immer war da etwas komisch und anders, ich war anders. So vieles passte und stimmte irgendwie nicht, doch es war diffus und schwer zu fassen. Erst jetzt wo es ist wie es ist stelle ich eben fest, wie schön und unbefangen "normal" ist :) Für mich bin ich nun normal, für viele andere bin ich erst jetzt "anders". Zum Glück gibt es bei der Identität keinen Mehrheitsentscheid :) In diesem Sinne kann ich eigentlich nur jedem raten, bevor man große Schritte in Richtung dauerhaftem Rollenwechsel plant, sollte diese Normalität erreicht sein. Sie war und ist für mich die unabdingbare Voraussetzung dafür, meinen Alltag bewältigen zu können. Würde sich der Alltag nach wie vor nicht normal anfühlen, ich hätte diese vier Monate nicht durchgestanden und wäre jetzt ein nervliches Wrack. Auch wenn ich mir damit jetzt vielleicht ein paar böse Kommentare einfange, so bin ich auch davon überzeugt, dass keine Operation, Hormone oder sonstige Hilfsmittel diese Normalität für uns herstellen können. Sie muss aus uns selbst heraus kommen und dann folgt alles andere fast ganz von alleine.

In diesem Sinne Ihr Lieben, nochmals vielen lieben Dank!
Wir werden uns ganz sicher bei Zeiten wieder lesen... nun aber erstmal ab ins Bettchen - WAAS, schon halb drei? Ich muss doch gleich schon wieder arbeiten!

Liebe Grüße
nicole
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Frida
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Re: Aus Nicole.b wird Nicole.f „ und das ist gut so :)

Post 11 im Thema

Beitrag von Frida »

Hallo Nicole,

es ist schön zu lesen, dass es dir gut geht, nicht zuletzt, weil du eben diese ersehnte Normalität erreicht hast. Danach sehne auch ich mich und die Berichte deiner Entwicklung geben mir schon einen Fingerzeig, wie es gehen könnte, wenn auch mein Lebensweg natürlich ein ganz anderer ist. Jeder wird seinen eigenen Weg finden müssen, an jeder Kreuzung neu entscheiden in welche Richtung es geht. Es sollte dabei möglichst der Mittelweg sein, der die Mitte zwischen Herz und Vernunft herstellt und in Einklang bringt. Bei dir sieht es so aus, als wäre es dir gelungen und du kannst glücklich sein. Das freut mich sehr für dich!
Ich bin zur Zeit in einer Phase der Offenbarung bei meinen liebsten Nächsten. Das ist sehr aufregend und auch kraftzehrend für mich.
Ich bin nach solch einem Outing-Gespräch total erschöpft und übersensibel, aber auch von einer Last befreit. Es ist noch alles sehr frisch und ich muss abwarten, wie es sich weiter entwickelt.

Dir wünsch ich weiterhin alles Gute und harmonische Zustände, innen und außen,
auf deinem privaten und beruflichen Weg.

Liebe Grüße, Dita ---)))
ChristinaF
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Re: Aus Nicole.b wird Nicole.f „ und das ist gut so :)

Post 12 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Super, Nicole. Wurde aber auch langsam Zeit. Und genauso, wie du es im letzten post beschreibst, war es auch bei mir. Aller wurde normal und ist seitem so, als obs immer so war.
Liebe Grüße
Chrissie
Inga
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Re: Aus Nicole.b wird Nicole.f „ und das ist gut so :)

Post 13 im Thema

Beitrag von Inga »

Liebe Nicole,

zuerst gratuliere ich dir zu der Namensänderung. Dass ein Buchstabe so viel bedeuten kann!

Und dann muss ich mich einfach dafür bedanken, dass du uns so auf dem Laufenden hältst. Das ist wirklich eine Bereicherung, wie du dich und deine Entwicklung so in Worte fassen kannst!

Vor allem faszinieren mich die von dir genannten Stadien der Entwicklung von Unsicherheit über Selbstfindung, Outing und Normalität. Sicher braucht alles so seine Zeit, bei der einen Person schneller, bei einer anderen Person langsamer. Doch finde ich gerade den von dir eingebrachten Begriff der Normalität so treffend. Ohne für sich empfundene gespürte Normalität ist alles nur Show, Rollenspiel, mit dem man vielleicht manch vergnügliche Momente hat, aber in sich letztendlich nicht dauerhaft zufrieden und selbstsicher ist.

Dies Gefühl der gespürten Normalität zu finden, ist eigentlich mein nächstes Ziel. Und ich schätze für mich, dass ich da schon verdammt nah dran bin. Es fehlt mir irgendwie das letzte Klick. Doch bin ich ganz aus dem Häuschen, dass du mir diesem Ziel Worte gegeben hast.

Liebe Grüße
Inga
Bianca D.
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Re: Aus Nicole.b wird Nicole.f „ und das ist gut so :)

Post 14 im Thema

Beitrag von Bianca D. »

Moin Nicole,

ich freue mich für dich,daß du den Weg in die Normalität erfolgreich gegangen bist.Du schreibst,daß dein Weg nicht so zum Vorbild taugt? Ich denke schon!! Mir ist es ganz ähnlich ergangen,die meisten Dinge auf dem Weg sind mir einfach in den Schoß gefallen,aber gehört da nicht auch ein bißchen mehr dazu als nur Glück? Z.B. die von dir zur Bedingung erhobene Normalität? Ich hab über meine SHG viele TF und TM kennen gelernt,die sich viel verbaut haben,weil sie eben nicht so normal wie möglich in der angestrebten Identität lebten. Dein Werdegang erscheint mir daher durchaus als positives Beispiel,wie eine Transition laufen kann.
Für deinen weiteren Weg wünsche ich dir alles erdenklich Gute.

LG Bianca
Ick wees nüscht,kann nüscht,hab aba jede Menge Potenzial
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Re: Aus Nicole.b wird Nicole.f „ und das ist gut so :)

Post 15 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Tja ja, die Sache mit dem Glück... also ja, ich bin mir schon recht sicher, dass da doch eine Menge zumindest bei mir mit im Spiel war. Meine Frau hätte es auch ablehnen können, die Kollegen in der Firma könnten mich mobben, Kunden könnten wegbleiben, meine Krankenkasse könnte mir formale Hürden in den Weg legen - alles das hätte passieren können und es hätte mich in dieser teils zugegeben rasanten Entwicklung übel ausgebremst. Wie übel kann ich heute natürlich nicht sagen, aber ich denke schon, dass das echt böse hätte enden können. Teu teu teu, war dem bisher eben nicht so. Doch ich bin mir auch völlig darüber im Klaren, dass das nach den vier Monaten noch lange nicht ausgestanden ist. Das anfängliche Bemühen, das viele in der ersten Zeit zeigen, wird jetzt langsam nachlassen und die Kraft und der Wille dazu auch. Jetzt wird es sich also erst langsam weisen, welche Personen in meinem Umfeld das wirklich verdauen können. Ich weiß bereits von ein/zwei, die offen zugeben haben, dass sie erst langsam merken, wie es sie zumindest fordert. Noch ist das nicht negativ und ich hoffe das wird es nie. Aber es passiert jetzt eben und das waren erst zwei.

Ich weiß nicht so genau - weiß jemand wielange es so im Bekannten- und Freundeskreis in etwa dauert, bis es endgültig kein Thema mehr ist? Monate? Jahre?

Wir haben hier gerade einen Schülerpraktikanten in der Firma und mein Partner und guter Freund fragte mich dann doch allen Ernstes, ob ich "es" ihm schon erklärt hätte? Ja was denn, das ich "anders" bin? Ich habe ihn daraufhin gefragt, wielange ich das denn wohl noch erklären solle? Den Rest meines Lebens? Nein, jetzt ist es normal und Dritten brauche ich das nicht auf die Nase zu binden, wenn sie mich vorher nicht als "Nils" kannten. Ich weiß nicht ob er das wrklich verstanden hat. Ich hatte fast das Gefühl, als sähe er es schon als notwendig an, diese Andersartigkeit jedem der darüber vielleicht stolpern könnte zu erklären.

Solche Dinge passieren eben erst jetzt langsam und das wird sicherlich noch eine Weile andauern. Bis zur völligen Normalität im Alltag, auch mit und gegenüber Dritten, wird es also noch eine Weile brauchen - wenn es überhaupt jemals eintritt. Denn das ist mir auch klar, dass ich mit meinem Alter, meiner Größe und meinem Aussehen (und bitte jetzt keine voreiligen "Komplimente" ausgehend von den wenigen unscharfen Bildern in der Galerie) immer mindestens eine sehr ungewöhnliche Frau bleiben werde. Spätestens wenn ich sprechen muss, fällt es auf.

Diese Diskrepanz zwischen innerer und äußerer Normalität wird ganz sicher noch das ein oder andere Problem aufwerfen. Wie belastend das dann wird, tja, schauen wir dann mal.

Wo kamen wir her? Ach ja, den Einfluss des Glücks...

Aandererseits ist es schon so, dass man seinem Glück sicherlich auch ein bisschen nachhelfen kann. Es kommt doch schon oft sehr darauf an, wie man sich Dritten gegenüber verhält - wie es in den Wald hinein ruft eben... tritt man unnachgiebig fordernd auf, wird man nur selten ein freundliches Entgegenkommen bekommen. Andererseits darf man sich nicht alles gefallen lassen, manchmal muss man etwas härter sein. Es ist nicht immer einfach, hier eine gute Balance zu finden. Ich kann diejenigen sehr gut verstehen, die einfach irgendwann die Faxen dicke haben und anfangen zu mauern, eben unnachgiebig und hart werden. Mit etwas Pech kann man in diesem System leicht dazu gebracht werden. Mir tut das für diese Menschen unendlich leid, denn sie leiden in dieser Situation und mit jedem neuen Dämpfer wird es schwerer, dort wieder aus eigener Kraft heraus zu kommen. Da kann man dann nur hoffen, dass sie gute Freunde, eine gute Beratung oder einen guten Therapeuten haben.

In diesem Sinne, sei nicht "etwas", sei einfach Du selbst!

Liebe Grüße
nicole
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