nach langen Stunden bin ich mit meinem Erlebnisbericht vom 02.08.14 endlich fertig geworden
Hier nun der Bericht.
nach etlichen Stunden vor dem PC bin ich mit meinem Outdoorbericht vom 2.8.14 fertig geworden.
Ich würde mich über Kommentare und Meinungen bezüglich meiner Erlebnisse sehr freuen.
6. Outdoorerlebnis am 02.08.2014
Ein bewegender Tag mit vielen Erlebnisen ist nun leider wieder zu Ende gegangen.
Leider deswegen, weil es Tage gibt, die man so schnell nicht wieder vergessen wird.
Und zu diesem gehörte der 2. August 2014.
Ein Tag mit vielen Emotionen, Geschehnissen und denkwürdigen Begebenheiten.
Aber ich möchte auch diesmal wieder chronologisch vorgehen.
Vor einigen Wochen begann ich mit der Planung und Durchführung dieses Outdoorerlebnises, welches am 2.8.14 von stattengehen sollte. Nach reiflicher Überlegung und, stundenlangem Suchens im Internet, kam ich zu folgendem Resultat:
An diesem Tag wollte ich dem Sauerland einen Besuch abstatten. Da die Entfernung von Duisburg nach Altena nur ca. 100 km betrug, war eine lange Anreise nicht gegeben und somit blieb also reichlich Zeit für einen ausgiebigen Bummel in dieser kleinen Stadt.
Da an diesem Tag ein mittelalterliches Stadtfestival stattfinden sollte, hielt ich diesen Ort für angemessen, einen wunderschönen Tag dort zu verbringen. Andererseits mußte das Wetter mitspielen, da sich ein verregneter Tag doch ganz schön auf die Psyche und auf die Laune der mitwirkenden Personen negativ auswirken würde.
Risiko hin und Risiko her, dieses Wagnis wollte ich eingehen. Alternativ zu einem verregneten Tag wollte ich als Höhlenforscher meine Kenntnise auf diesem Gebiet erweitern. Da es im Sauerland diesbezüglich mehrere Tropfsteinhöhlen gibt, konnte man bei schlechtem Wetter diese Alternativen in Betracht ziehen.
Da es in meiner Wohnung des öfteren von der Decke tropft, wollte ich also evtl. weitere Erfahrungen in diesem Bereich sammeln. Wenn ich also noch lange leben würde, könnte ich die Bildung von Stalakmiten und Stalaktiten in meiner Wohnung beobachten können. Die realistische Messung von 8 mm bis 15 mm Wachstum und Kalkbildung pro 100 Jahre beruigt mich aber ungemein.
Hier etwas für unsere naturwissenschaftlichen Freunde.
Ein Stalaktit ist der von der Decke einer Höhle hängende Tropfstein, sein gegenstück ist der vom Boden emporwaschende Stalagmit. Die größe eines Stalaktits ist durch sein Eigengewicht begrenzt, das ihn irgendwann von der Decke reißt.
Ihr werdet mich sicherlich fragen, warum ich euch dieses hier erzähle.
Gewisse Eigendynamik bezüglich von hängenden Staktiten ist auch in der Damenwelt bekannt und sorgt nicht nur für lange Gesichter sondern auch zu noch längeren Formen in der Oberweite.
Nach einem Blick in meinem BH konnte ich dieses Phänomen zum Glück noch nicht beobachten. Das hängt aber damit zusammen, das meine Siklicon-Brustprothesen nicht diese unangenehmen Eigenschaften hervorrufen werden.
Erleichtert über diese Tatsache und erleichtert über das vermeintlich gute Wetter am besagten Tag (Wetterbericht 6 Tage Vorschau) konzentrierte ich mich also auf den Ausflug zum Mittelalterlichen Spektakel in Altena und auf der Burg des selben Städchens.
Folgende Protagonisten bzw. Personen hatten sich zum 6.Outdoorerlebnis am 02.08.14 bei mir angemeldet. Personen die Euch aus meinen zurückliegenden Erlebnisen sicherlich bekannt sind
Petra: Meine Unerschrockene und drei mal chemisch gereinigte Person (abgebrüht).
Hildegard: Die mir Kleidungstechnisch immer behilflich ist.
Sina: Eine weiteres weibliches Geschöpf, welches für ihre Bierruhe weitläufig bekannt ist.
Eine kleine Unart schmälert die Beziehung zwischen Sina und meiner Person.
Sie macht überall hin (wenn ihr versteht was ich meine). Sie ist nicht sehr groß und hat die Eigenschaft mir laufend zwischen den Beinen zu laufen und damit zur Stolperfalle zu werden.
Außerdem ist sie so voller Energie, das sie oftmals nur durch lautes rufen gebändigt werden kann. Ansonsten ist sie sehr bescheiden und hört schon nach vier bis fünfmaligen Zurufen.
Sie ist noch sehr jung (13 Jahre alt) und man mag ihr deshalb einiges durchgehen lassen.
Auch muß sie ihre Nase überall hineinstecke. Sie ist nun mal sehr neugierig, wie junge Mädchen nun mal sind
Ansonsten immer chic gekleidet (nach der neusten Mode) und ihr Haar immer korrekt gekämmt und gepflegt. Was man bei gleichaltrigen nicht oft behaupten kann.
Übrigens habe ich schon erwehnt, das Sina eine 13 jahre alte Hundedame ist. Wenn nicht, dann habe ich das jetzt hiermit getan.
10 Tage vor dem Ausflug bahnte sich eine Überraschung an.
Steffi, 28 Jahre jung und Tochter meiner bezaubernden Petra meldete sich per Facebook und sagte ihr kommen zum 2. August an. Ihr müßt wissen das Petra und Steffi sich wenig sehen. Sie arbeitet in Österreich und hat zufolge sehr selten Gelegenheit nach Deutschland bzw. Duisburg zu kommen.
Ihr letztes Zusammentreffen lag schon 15 Monate zurück. Sie wollte an diesem Tage zur Mutter kommen und sie überraschen. Steffi rief sie (Die Mutter) an und fragte ganz beiläufig, ob sie am 2. August zu Hause ist, und ein Paket in Empfang nehmen könnte. Petra sagte, das sie an diesem Tag einen Ausflug mit Hildegard und meiner Person machen würde, und das Paket aber von ihrem Ehemann entgegengenommen werden könnte, der an diesem Tag frei hat. Ihr Kommen sollte also eine Überraschung werden, und so vereinbarten wir folgende Vorgehensweise:
Mein Kosmetiktermin war für Samstag den 02.08 um 8 Uhr terminiert. Steffi wollte um 1 Uhr morgens los fahren und um 7 Uhr 30 ankommend in einer Nebenstraße parken. (Das Kosmetikstudio in Sichtfeld).
Ihr denkt bestimmt, wo ist das Problem. Für mich war es schon ein Problem. Sie kannte mich ja nur in meiner maskulinen Kleidung und wäre bestimmt sehr erstaunt über meinen nun femininen Gesamteindruck im Kosmetikstudio gewesen. Es ist so, das nach der Gesichtsbehandlung ja auch das äußere Erscheinungsbild in einem Nebenraum des Studios ein anderes sein wird als ich hineingegangen war. Der Aha Effekt würde bei Steffi sicherlich sehr groß ausfallen.
Ergo kam ich zu der Überzeugung, das ein Outing am Telefon doch sicherlich die beste Möglichkeit war. Nach mehrmaligem Chatten im Internet und auch per Telefon, kam ich zu der Überzeugung, das Steffi auch zu der Sorte Mensch gehören für die solche (banalen) Äußerlichkeiten belanglos sind. Auch die Toleranz hat sie wohl von ihrer Mutter Petra geerbt. Im Grunde genommen bin ich ja der gleiche Mensch geblieben nur das mein Hang zur Weiblichkeit eben eine andere ist. Obwohl diese Sache nun geklärt war, hatte ich doch ein merkwürdiges Gefühl im Magen. Wie würde sie mich empfangen und würde sich das gute Verhältnis sich ins Gegenteil umwandeln.
Tag der Überraschungen
Nun war der 2. August endlich da.
Nachdem ich meine liebe Bekannte Hildegard abgeholt habe, fuhr ich zum bekannten Ziel, und traf um 7 Uhr 30 die bezaubernde Steffi in einer Nebenstraße nahe des Kosmetikstudios in ihrem neuern Auto wartend an.
Wir vereinbarten das Treffen mit ihrer Mutter um ca. 9 Uhr im Kosmetikstudio. Erstmal ging es also zur Verwandlung in die wunderschöne Miss Monika. (Ich neige zu Übertreibungen) Nach dem Auftragen diverser Deckschichten im Gesicht, folgte die übliche Zeremonie des Einkleidens.
Entschieden habe ich mich diesmal für folgende Kleidungsstücke:
Schwarz/rot/weißes-Shirt
Roter Rock, italienische Länge in Bleistiftform (wobei Bleistiftform in Folge meiner etwas korpulenten Figur natürlich übertrieben war). Man(n) muß ja ehrlich sein.
Schwarz/rote Pumps, passend zu Shirt und Rock
Miederhose (wegen meines Bäuchleins) und dem Verstecken meiner männlichen Anatomie.
Long-Line BH (welches ich später auf Grund der hohen Temperatur bereuen sollte)
und meiner neusten Kreation die Feinstrumpfhose Wolford Satin Touch 20 anstatt W. Satin Touch 40. (Den warmen Temperaturen geschuldet). Zumindest hier habe ich dazu gelernt.
Kenner meiner vorherigen Erlebnisse wissen, wovon ich spreche.
Meine Fingernägel leuchteten in verruchtem Rot, garniert mit Glitzerlack, welches ich in mühevoller Kleinarbeit am Abend vorher aufgetragen habe. Das Streichen von Türen und Fenster gelingt mir übrigens besser. Nur nebenbei bemerkt.
Ein paar Ohringe rundeten das Bild ab. Auf anderweiten Schmuck habe ich diesmal verzichtet.
Nach meinem Crossdressing kam Petra in den Behandlungsraum und ließ ebenfalls die Gesichtsveränderung über sich ergehen. Im nachherein muß ich feststellen, das auch diesmal wieder hervorragende Arbeit seitens der wunderbaren Kosmetikerin geleistet wurde.
Ich sah 20 Jahre jünger aus (Wie ihr wisst, neige ich zu Übertreibungen).
Petra sah 10 Jahre jünger aus (Diesmal keine Übertreibung).
Nun sollte auch Hundedame Sina zur Behandlung genötigt werden. Sie sträubte sich mit Händen und Füßen (bzw. Pfoten) gegen diese Prozedur. Auch das Locken durch div. Leckereien konnte sie nicht überzeugen. Ergo begleitete sie uns völlig ungeschminkt (Als einzige Dame in unserer illustren Damenrunde). Petras Kommentar hierzu: Das wird noch weitreichende Folgen nach sich ziehen. Völlig unbeeindruckt von dieser Aussage legte sie sich erstmal auf den Boden (Hundedame Sina, nicht Petra). Zumindest war sie frisch gekämmt. (was ich für mich und meine Perücke nicht behaupten kann). Auf die Frage, ob Sina die Prozedur des Kämmens selbst gemacht habe, erntete ich nur ein Herausstrecken der Zunge (Diesmal von Petra, nicht der Hündin).
Nun zu der angekündigten Überraschung.
Während der Behandlung Petras erschien Steffi und setzte sich leise auf dem Stuhl des Kosmetiksvorraums, (Blöde Formulierung, ich habe noch nie gehört, das sich jemand laut auf einem Stuhl setzt) und wartete auf das Erscheinen Petras.
Nach kurzer Zeit (bei ihr dauerte es natütlich nicht so lange) erschien sie, und die Kinnlade fiel ihr vor Überraschung herunter. Es folgten die üblichen und nachvollziebaren Umarmungen und auch einige Freudentränen. Selbst bei "Sina" meinte ich einige Tränen der Rührung festzustellen. Mutter und Tochter nach langen 15 Monaten wieder vereint.
Steffi übergab Petra ein wunderschönes Armband mit Swarowskisteinen, welches sie natürlich sofort überstreifte.
Und dann die zweite Überraschung.
Mir übergab sie eine Kosmetiktasche, welches voller nützlicher Utensilien war.
Crossdresser bitte aufgepaßt, alle Zutaten der Kosmetiktasche absolut notwendig.
Blasenpflaster, gut für das andere Pflaster mit dem Namen "Kopfsteinpflaster"
(Anhänger und Fans meiner Outdoorererlebnise wissen wovon ich spreche. Steffi hat meine Berichte alle gelesen und konnte so meine Leiden nachempfinden).
Taschenspiegel mit einer herausdrückbaren Bürste
Erfrischende Reinigungstücher mit Lotusblüten-Extrakt (Sehr gut für meine Demaskierung)
Anti-Shine Mattierende Tücher für alle Hauttypen.
Kamill Hand&Nagelcreme
Nivea Anti-Transpirant
Nagelscheren-Set
Und der absolute Highlight: Nagellack-Entferner. Eine Dose mit Flüssigkeit und einem Schwamm gefüllt, in dem man(n) einen Finger hineinsteckt, ihn dreht und ruckzuck ist der Nagellack entfernt.
Eine phänomenale Erfindung gleichbedeutend mit der Erfindung des Flugzeuges 1903 der Gebrüder Wright. Nun laufe ich nicht mehr Gefahr, nach der Enttarnung mit lackieten Fingernägel aufzufallen. Was es nicht alles gibt. Und das alles in einer Kosmetiktasche von ca 15 mal 10 cm.
Steffi wußte erst seit ca. 10 Tagen das ich quasi ein Doppelleben führe, um so erstaunlicher Ihre Reaktion die in ihren netten und praktischen Geschenken mündete. Ich bewunderte ihre Toleranz, zumal sie mich zum ersten Mal in diesem, für andere bestimmt ungewohnt, in diesem Outfit entgegentrat.
Nachdem wir diverse Bilder geschossen haben (wie immer, die Vorher-Nachher-Show und von der anrührigen Begrüßung), sammelte ich meine Schäfchen ein, und wir gingen beschwingt (nicht beschwipst) zum Auto.
Folgende Personen waren abfahrbereit:
Hildegard: Mit erwartungsvollem Gesicht.
Petra: Ein glückliches Lächeln in ihren Augen
Steffi: Unser lieber Besuch aus Österreich.
Hundedame Sina: Völlig unberührt und teilnahmslos
und natürlich meine wenigkeit "Monika" von der Reise und Touristik GmbH
(Verantwortlich für den reibungslosen Ablauf dieser Tagesreise).
Ich resümiere noch mal
Ein weiblicher Hund, drei Biodamen (Pardon, drei Damen mit Menstruatioshintergrund)
Nebem mir saß Petra, die mit einiger Mühe versuchte das Navigationsgerät zu programmieren.
Ich muß sagen, das ich dieses eigentlich teure Navi am liebsten aus dem Fenster geschmissen hätte. Gleichzeitig schwor ich mir, anstelle drei neuer Röcke oder alternativ drei neuer paar Schuhe ein neues Navi anzuschaffen. Vor jedem Autobahnkreuz spricht mich die Dame aus dem Navi an, und fordert von mir bitte die linken Fahrstreifen zu benutzen. Dabei fahre ich meistens sowieso immer links. Oder: bis das Navi ein Signal empfängt, bin ich auch schon kurz vor dem Ziel. Nun zu der weiteren unnummerierten Sitzfolge im Pkw. Vorne links am Vollant mit hohen Stöckelschuhen die Reiseleiterin, also ich persönlich. Hinten links (von vorne gesehen; hinten rechts) Hildegard die schon eifrig einen Schluck aus der Pulle nahm. Natürlich Alkohohlfrei.
Hinten rechts (von vorne gesehen, hinten links), meine zauberhafte Begleitung Steffi die so manche amüsante Anekdote aus dem Hotelgewerbe von sich gab. Hundedame Sina verfrachteten wir im Kofferraum. Bevor die Tierschützer große Einwände erheben, kann ich erzählen, das ich ein Kombi habe und so immer Kontakte mit Sina pflegen können.
Nun zum Unterhaltungsprogramm.
Hier meine Liebeserklärung an das Ruhrgebiet: Start ist nun mal die Stadt Duisburg
https://www.youtube.com/watch?v=UXt34_-zBDM
Da unsere Fahrt durch Gelsenkirchen und Bochum führte, darf diese Hymne natürlich nicht fehlen.
https://www.youtube.com/watch?v=bpGIDOBZqgM
Dann fuhren wir durch die Stadt Dortmund. Und wer ist hier zu Hause?
Der BV 09 Borussia Dortmund
https://www.youtube.com/watch?v=CCAfyZAmcXQ
https://www.youtube.com/watch?v=IKv38Hu9K0w
Wollt ihr noch eine Zugabe? Natürlich wollt ihr
https://www.youtube.com/watch?v=5xlTxSWGppQ
https://www.youtube.com/watch?v=IVzQ66Oa4S4
Ihr gebt mir bestimmt recht. Gänsehautathmosphäre pur
In der Zeit wo ihr diese Lieder (hoffentlich) alle mitgesungen habt, nähern wir uns unserem Ziel: Das Sauerland
Natürlich darf die Sauerland-Hymne nicht fehlen. Gesungen von der Gruppe "Zoff"
https://www.youtube.com/watch?v=J2d415lSHpM
Pünktlich erreichten wir unsere erste Station. Das Städtchen Altena.
Das erste was ich tat: Schuhwechsel. Bequeme Pumps mit relativ niedrigem Absatz.
Anschließend steuerten die drei Damen vom Grill, Hündin Sina und meine Person erstmal ein Cafe an. Wunderschönes Wetter, gutgelaunte Begleiterinnen, eine hübscher als die andere. Was will man mehr.
Petra überaus übermütig (kein Wunder bei der Anwesenheit ihrer Tochter) knipste was das Zeug hielt. Und natürlich schoß sie wieder mehrere Fotos unter dem Tisch an dem wir unseren Kaffee tranken. Ziel ihrer Begierde waren meine leicht geöffneten Beine. Pfui.
Das selbige hatte ich schon in Aachen und Münster erfahren dürfen, wie ich erst hinterher festgestellt habe. Nun dürfte sie schon so viel zusammen haben, das sie davon eine Fotocollage machen könnte. Bin mal gespannt, ob ich diese Fotos später in den Illustrierten "Happy Weekend" oder "St.Pauli-Nachrichten" wiederfinden würde.
Ich entgegne ihm mit dem berühmten römischen Satz: So sei es, so soll es geschehen.
Unser nächstes Ziel war der Erlebnisaufzug zur alten Burg Altena oben auf dem Berg. Absolut sehenswert und für alle ein Erlebnis. Oben angekommen stärkten wir uns erstmal mit Kartoffelspitzen in Knoblauchsauce. Mit der Gewissheit nun reichlich Platz um uns herum zu haben, (Der Knoblauchgeruch verfehlte seine Wirkung keineswegs), besichtigten wir erstmal die Folterkammer der Burg. Vor den Augen noch die Fotos mit meinen leicht geöffneten Beinen, konnte ich nur mit Mühe den Wunsch unterdrücken Petra einige Daumenschrauben anzulegen.
So wanderten wir durch die Burg, besichtigten dieses, besichtigten jenes, und immer mit gebührenden Abstand zu den anderen Besuchern. (Wenn ihr unter Platzphobie leidet, denkt daran, Knoblauch ist ein super Medikament (und das sogar Rezeptfrei und nicht Zuzahlungspflichtig) gegen Aufdringlichkeit von fremden Personen).
Auf der Bühne der mittelalterlichen Burg spielte eine Band aus drei Personen mittelalterliche Musik im modernen Stil. Auch hier vor der Bühne viel Platz um uns herum und ordentliche Bewegungsfreiheit. Mein Mundspray ließ ich tunlichst in der Tasche.
Mit dem Erlebnisaufzug ging es nun wieder nach unten um den Ortskern unsicher zu machen.
Die Prommenade an dem Fluß "Lenne" war sehr gut besucht, und alles im mittelalterlichen Gewand. Bei mittlerweile 29-° C. machte sich auch der Hitzestau unter der Perücke bemerkbar.
Mit einem Fächer, wie die Damen damals in der Rokokozeit vor dem Gesicht hantierten, wäre alles viel einfacher gewesen. Auch fühlte ich mich nicht mehr mittelalterlich, sondern wie Ötzi aus den Österreichischen Alpen und der Steinzeit. Wenn es so mit den Temperaturen weiter nach oben ging, war ein Bad in der "Lenne" nicht mehr auszuschließen.
Vor der Hauptbühne fand ein Ritterspektakel statt, welches sehr nett anzusehen war. Wenn man überhaupt etwas sah. In dem Moment wünschte ich mir High Heels an den Füßen, um den Geschehnisen besser beiwohnen zu können. Hoffotografin Petra gab ihr bestes und das Resultat war durchaus sehenswert. Die Wirkung des Knoblauchgeruches ließ leider Gottes auch nach, mit der Folge das sich der Kreis um uns herum wieder enger schloss. Pferde und auf denen dem Festival entsprechend gekleideten Damen und Herren zeigten ihr können, und sorgten für kurzweilige Unterhaltung. Auch einige Kamele waren zu sehen. (Ich meine damit nicht unsere Truppe).
An einem Stand gab es Korseletts aus festem Leder zu kaufen, die hinten mit Riemen zu schließen waren. Eine Dame unterzog sich dieser Prozedur und es war interessant zu sehen, wie die Verkäuferin am Stand die Riemen im Rücken immer fester zog und die Dame im Korselett langsam nach Luft schnappte. Mir ist nicht bekannt, ob die leidens geplagte Frau dieses Monstrum käuflich erworben hat.
Am nächsten Stand waren (wem wundert es) mittelalterliche Züchtigungsutensilien ausgelegt.
Ein Keuschheitsgürtel komplett aus Eisen waren ebenso vorhanden wie Hand und Fußfesseln aus dem gleichen Material. Einige andere Züchtigungsmittel deren Verwendung mir unbekannt blieb konnten in der Auslage bewundert werden. Sie waren bestimmt nicht zu kaufen, da die ausgelegte Ware sehr alt und sicherlich auch oft benutzt wurde. Eltern, die ihre Töchter vor dem Discoabend vor ungewollter Schwangerschaft schützen wollen (Keuschheitsgürtel) werden diese Möglichkeit vor ungewolltem Nachwuchs sicherlich in Betracht ziehen. An Hand der Menschenmenge vor diesem Stand scheint ein gewißes Interesse vorhanden zu sein. Der Vorteil liegt ja quasi auf der Hand. Chemische Produkte wie z.B. die Ovulationshemmer (Pille) würden gänzlich aussterben und die Medikamentenindustrie hätte ein großes Probleme. Um das ganze noch ein wenig weiter zu spinnen, könnten alternativ dazu die Keuschheitsgürtel auf Rezept verschrieben werden. Und es kommt noch besser: Diese "Medikament" ohne Nebenwirkungen kann in der Familie auf Grund der Haltbarkeit weitervererbt werden.
Also liebe Mütter, legt euren pubertierenden Zöglingen anstatt einer neuen Playstation oder einem neuen Smartphone doch einfach einen Keuschheitsgürtel unter dem Weihnachtsbaum.
Auf unserer weiteren Erkundigungstour entlang der Lenne kamen wir an mehreren Kamelen vorbei. Diese konnten unter fachkundiger Anleitung bestiegen werden. Bitte jetzt keine voreiligen Wunschvorstellungen hegen. Es handelten sich hier um echte Kamele aus dem Zoo, mit denen man einige Runden auf dem Festgelände umher stolzieren konnte. Die Bitte meiner weiblichen Begleiterinnen sowie der Hündin Sina (ich sah es an ihrem Blick), doch einmal das Kamel zu besteigen , wurde von mir kategorisch abgelehnt. Ich, als einzige Person mit einem Rock bekleidet (verkehrte Welt), mochte nicht zur allgemeinen Volksbelustigung beitragen. Die Möglichkeit doch einfach meinen Rock auszuziehen verwarf ich ebenso. Damit würde ich gegen das JÖSchG Paragraph 1, Absatz 3 verstoßen. Außerdem wollte ich nicht meine
Wolford Satin Touch 20 ruinieren, da sie schließlich mit 19 € teuer genug war.
Eine große Hopsburg mit Rutsche am Ende der Vergnügungsmeile rundete das Bild ab.
Auch hier wieder fragende Blicke meiner weiblichen Begleitung (samt Hündin).
Und auch hier ein entschiedenes nein meiner Person. Hopsen und springen in einem Rock geht absolut gar nicht. Ich hatte den Eindruck, das sich meine Damen auf meine Kosten amüsieren wollten.
Ich bin ein anständiges Frauenzimmer
Nach dem wir nun etliche Kilometer hinter uns hatten, wollten wir eine ausgiebige Shopingtour unternehmen. Ich ging zu meinem Fahrzeug (ohne Protokoll hinter dem Scheibenwischer) plazierte meine Fahrgäste auf den durchnummerierten Plätzen (Sina wieder im Kofferraum) und steuerte die Stadt Iserlohn an (ebenfalls im Sauerland), und parkte mein Fahrzeug in einem Parkhaus direkt in der Innenstadt.
Unser erstes Ziel war eine Eisdiele in der Fußgängerzone. Auf Grund meiner mittlerweile schmerzenden Füße, (meine Begleitung hatte ein bequemeres Schuhwerkzeug an, (auch hier wieder verkehrte Welt), bedauerte ich es sehr, nicht direkt in der Fußgängerzone parken zu dürfen.
Meine Strafprotokolle betreffen meistens das parken in die nicht dafür vorgesehenen Abstellplätze. Einerseits lege ich die nicht bezahlten Protokolle in meine große Tombola zu Hause, ziehe eins davon zur Weihnachtszeit heraus, und beglücke diverse Städte mit einem zusätzlichen Weihnachtsgeld.
Andererseits bekomm ich sehr viel Binnenpost, die da lautet:
Zahlen sie binnen 14 Tage.
Nun aber zu der Eisdiele.
Darauf achtend, meine Beine diesmal vorschriftsgemäß zusammen zu halten (Petra hatte schon wieder die Kamera in der Hand), löffelten wir jeder ein sehr großes Eis.
Auch Sina bekam eine große Eiskugel!, die sie mit großem Appetit verzehrte.
Anschließend wurde es sehr hektisch. Jede Person meiner Reisegesellschaft zückte ihre Geldbörse, unternahm ihr einer Inventur und los gings in diverse Konsumtempel.
Mit einer Geschwindigkeit ohne gleichen, ich kam mit meinen Pumps gar nicht so schnell mit, betraten wir ein großes Modegeschäft. Die Aufzüge außer acht lassend (Argument der Damen: Zu Fuß, geht es schneller) nahmen sie die Stufen der Treppen mit einer Energie, die ich ihnen nach dem bisher langem Tag nicht zugetraut hatte. Wie die Kinder vor dem Weihnachtsbaum leuchteten die Augen meiner Wegbegleiterinnen. An den vielen Strumpfständern vorbei (Schade, ich hätte mich gern mit zusätzlicher Strumpfware vorsorglich eingedeckt) belagerten sie (auch Sina!!) die verschiedensten Kleiderständer. Sie versuchte dann, auf Grund der nicht vorhandenen Leckereien, das Weite zu suchen. Ich meine hiermit Sina, nicht meine Wenigkeit. Meine Gedanken waren noch bei den außer acht gelassenen Strumpfständern, aber ich hoffte das meine große Stunde in Punkto Schuhabteilung noch kommen würde.
Diese Hoffnung war aber trügerisch, da dieses große Kaufhaus derartige Freudenspender nicht besaß. Auf Werbung möchte ich aus sicherlich verständlichen Gründen dann verzichten.
Hier nun eine Werbung von Heinecken Bier, passend zum Thema.
https://www.youtube.com/watch?v=QBtciu6Onnc
Dann ging ich in die Dessousabteilung, bzw. wir gingen. Ich immer hinterher. (Sina war auch dabei). Ein Eldorada für die Damen der Schöpfung. Fast eine ganze Etage voller praktischer und niedlicher Dinge die Frau so braucht und so manchem Mann den Kopf verdrehen kann.
Man nennt sie auch die Herren-Spielwarenabteilung. Ganz diskret, irgendwo versteckt in einer Ecke, ein Ständer für Herrenunterwäsche. Gottlob scheint die Feinripp-Wäsche auf dem Rückmarsch zu sein. Aber das Angebot für die Herren war nun wirklich sehr spärlich.
Um so genauer nahm ich dann die Vielfalt der Damen-Unterbekleidung in Augenschein.
Steffi wurde sehr schnell fündig und verschwand mit einem BH und einem Slip der Marke Triumph bewaffnet, in die Umkleidekabine. Man nennt sie ja auch die Waffen der Frau. Diskret im Hintergrund betrachtete ich die verschiedenen Modelle von Büstenhaltern, und brachte nicht den Mut auf, die Fachverkäuferin nach einem passenden Modell für mich anzusprechen.
Ich weiß nicht warum, aber irgendwie hatte ich das Gefühl das ich bei dieser Verkaufskraft in Ungnade fallen würde. Solche Gefühle hab` ich manchmal, und es läßt mich meistens nicht im Stich. Ergo ließ ich es sein. Dieser von mir in Augenschein genommene BH der Firma Chantalle in meiner größe und mit vorgeformten Cups hatte es mir jedenfalls angetan. Noch heute beim Schreiben dieser Zeilen trauer ich diesem BH nach. Meine weibliche Begleitung war jedenfalls mit der Anprobe diverser Dessous vollauf beschäftigt. Hündin Sina verschwand auch des öfteren in der Umkleidekabine (ohne ein Bekleidungsstück) und quittierte so manche Bekleidungszeremonie mit einem (so glaube ich jedenfalls) beistimmendem Gebell, und genauso oft hörte ich ein leises Winseln, welches wohl als negative Äußerung zu jenem oder diesem Teil der Unterwäsche zu deuten war.
Meine Brieftasche noch genauso voll wie vorher (ist mir selten passiert in einem Bekleidungsgeschäft), im Gegensatz zu meinen Mädels. So verbrachten wir noch einige Zeit im Kaufhaus, um dann anschließend langsam den Heimweg anzutreten. Die Einkaufstaschen gut gefüllt, die Brieftaschen dafür um so leichter, fuhren wir unserer Heimatstadt entgegen. Vorbei an der berühmten Cranger Kirmen in Herne-Crange (dem drittgrößtem Volksfest nach dem Münchner Oktoberfest und dem Cannstädter Wiesn) erreichten wir wieder Duisburg und waren reichlich müde von den vorherigen Strapazen.
Anschließend konnte ich mich ohne Streß, und ohne nervenaufreibende Begebenheiten, bei Petra zuhause umziehen, und die Make-up Spuren aus dem Gesicht entfernen.
So hat auch mein 6. Outdoorerlebnis "en feme" ein gutes Ende genommen und die Sehnsucht nach weiteren Abenteuern geweckt.
Auch diesmal möchte ich meinen Dank an die mich begleitenden Mädels ausdrücken und hoffe, das wir noch viele gemeinsame Unternehmungen "en feme" machen werden.
Mein besonderer Dank gilt Steffi, die mein Outing am Telefon und via Facebook vollkommen weltoffen und Tolerant aufgenommen hat. Dieses ist in unserer Zeit nicht selbstverständlich.
Jeder soll sein Leben so leben wie er es möchte und wenn es mir Spaß macht um so besser.
Das waren ihre Worte, die mir zu Herzen gehen, und sie in meinen Augen noch sympatischer macht. Ahnlichkeiten zu ihrer Mutter Petra sind unverkennbar. Frauen sind doch das bessere Geschöpf.
Meine andere treue Gefährtin Hildegard (die ich auch schon 35 Jahre kenne) rundete das ganze noch ab.
Eine Person, vielmehr ein Geschöpf, hätte ich fast vergessen.
Sina, die Hundedame, die uns zum ersten Mal begleitet hat und anstandslos alles über sich hat ergehen lassen.
Mit diesen wehmütigen Erinnerungen an diesem wunderschönen Tag schließe ich meinen Bericht und würde mich über Kommentare sehr freuen.
Mit lieben und herzlichen Grüßen
Monika
PS: Mein 7. und nächstes Outdoorerlebnis findet am 20.September 2014 statt. (Ort noch unbekannt, aber ich arbeite daran).