Das fehlende Puzzleteil?
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Katie
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Das fehlende Puzzleteil?

Post 1 im Thema

Beitrag von Katie » Mi 16. Jan 2013, 22:26

Hallo zusammen,

ich war in der letzten Zeit hier sehr passiv und habe auch viel gelesen. Dabei sind einige Dinge bei mir hoch gekommen und einige Dinge an mir aufgefallen. Einerseits merke ich, dass ich etwas panikartig verdrängt habe ohne zu wissen was es ist, und mir sind auch einige Dinge aus meiner Kindheit/Jugendzeit aufgefallen. Was mir schon immer am meisten zu schaffen machte, war zu merken, dass etwas anders ist ohne zu wissen (oder wissen wollen) was es ist. Ich fühle mich auch irgendwie „unvollständig“ und meine etwas fehlt, halt ein Teil von dem Lebenspuzzle wer man ist.

Ich hatte vor allem alles was irgendwie mit Weiblichkeit und mir zusammenhing abgewiesen und verdrängt, wollte es nicht wahrhaben und durfte es nicht zulassen, da ich ja ein Junge/Mann zu sein habe, aber irgendwie war etwas vorhanden. So hatte ich mehr Mädchen und junge Frauen als Freundinnen gehabt und mich bei ihnen wohlgefühlt, und gefragt warum ich denn nicht, wie andere Männer, eine sexuelle Beziehung aufbauen konnte. Mit Jungen habe ich auch gespielt und auch später noch einige wenige Freunde gehabt. Aber wie gesagt, mit Mädchen/Frauen kam ich besser klar und sie haben mir soweit vertraut dass sie auch ihr Herz ausschütteten.
Von den „wilden“ Jungs habe ich mich stets distanziert und konnte auch den typischen Jungen/Männer Beschäftigungen nichts abgewinnen. Damals habe ich meine Flucht im Sport gesucht und gefunden. Daneben sind mir dann auch ein paar andere Sachen aus meiner Kindheit bewusst geworden, dass ich vielleicht doch nicht ein ganzer Kerl bin. So habe ich auch heimlich die Strumpfhose meiner Mutter probiert, panikartig darauf bedacht nicht entdeckt zu werden. Aber auch Dinge die damals im Handarbeit Unterricht gemacht wurden, sind jetzt wieder aufgetaucht und die allgemeine Überraschung war, dass ich das gemacht habe. Ich glaube damals es innerlich gerne gemacht zu haben, aber habe es nie zugegeben, ist ja nicht männlich....
Dies zog sich wie ein roter Faden durch mein Leben, das ich immer nicht wusste wer ich genau war und warum ich anders als die anderen bin. Später habe ich mich in die Arbeit gestürzt um ja keine Zeit zu haben. Aber es fehlte was...., und dies treib mich teilweise ziemlich in die Verzweiflung (gelinde gesagt).

Dann habe ich sehr spät die Initiative ergriffen (auch mit Unterstützung einer sehr guten Freundin) und meine jetzige Frau kennen und lieben gelernt. Wir haben zwei wunderbare Kinder und ich dachte dies ist das letzte fehlende Puzzleteil.

Ich habe ein paar Größen Probleme bei den Männern (schmale Größen die lang genug sind gibt es fast nicht) und habe bis vor 1-2 Jahren gar nicht auf die Kleidung geachtet. Doch es störte mich irgendwie und bin auf Frauenkleidung gestoßen, die viel besser passt, viel größere Auswahl bietet und vor allem viel schöner und angenehmer ist. Daneben gehe ich jetzt liebend gerne mit meiner Frau einkaufen (finde jetzt ja auch schöne Sachen für mich). Habe dann über die Zeit auch Strumpfhosen, Unterwäsche und Röcke entdeckt, was anfänglich bei meiner Frau zu Bedenken führte. Mittlerweile bin ich abends, wenn die Kinder schlafen, nur noch in Strumpfhose und Rock bekleidet und fühle mich pudelwohl. Tagsüber trage ich auch immer mehr Kleidung aus der Damenabteilung die aber nicht auffällt, was mich schon ein wenig stört, da ich diese gerne offener und selbstbewusster tragen möchte. Nur da kommt immer wieder mein ständiges Bedenken: „Was mögen nur die anderen Denken und wie bleibe ich bloß unauffällig“. Für mich sind alle anderen wichtiger als ich selbst, was mich stört aber halt so ist. Deswegen habe ich mich noch nie im 80% Frauenmodus bewegt (100% geht ja nicht )))(: ), obwohl ich es gerne würde.

Dies hat dann nach und nach bei mir Überlegungen ausgelöst, dass ich vielleicht noch eine andere Seite in mir habe, und bin bei der Suche auf dieses Forum gestoßen. Über Silvester und die letzten Tage habe ich dann etwas lockerer gelassen und auch mal zugelassen, dass man etwas weibliches an mir erkennen darf, und ich fühle mich besser und zufriedener. Meine wunderbare Frau unterstützt mich und zügelt/dämpft auch (was gut ist). Wir hatten einige intensive Gespräche, da die ganze Situation auch für sie natürlich sehr schwer ist.

Bin über das Forum auch auf den Cogiati Test gestolpert (bevor bei mir so einige Dinge klar wurden) und habe mir gedacht, mach es doch einfach, ohne aber die übliche Selbstverstellung, dann bekommst Du die Bestätigung dass Du ein echter Mann mit einem „Spleen“ bist.
Überrascht hat mich das Ergebnis (+110 Androgyn). Hatte eher was in der Richtung -390 … -129 Feminin Männlich erwartet.
Wie viele hier, gebe ich nicht so viel auf den Test, aber es ist ein weiterer Mosaikstein. Vielleicht führen alle diese kleine Puzzleteile zu dem fehlenden großen.

Nur dann ist da doch noch ein großes Fragezeichen, passt es auch in mein Lebenspuzzle rein??? Oder ist es nur ein Hirngespinst? Bilde ich mir was ein?

Wünsche allen einen schönen, spannenden und erlebnisreichen Tag
Sprinterinrente

Julia65
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Re: Das fehlende Puzzleteil?

Post 2 im Thema

Beitrag von Julia65 » Mi 16. Jan 2013, 22:42

Hallo Sprinterinrente,
vielen Dank für deine ausführliche und offene Beschreibung. Es ist m.E. auf jeden Fall ein Vorteil, dass du dich jetzt intensiever mit diesen Dingen beschäftigst. Es wird sich sicherlich noch näher herausstellen, wer du bist und was du bist. Wenn du nun einige weibliche Dinge offener trägst, sie also gesehen werden können, wirst du ja auch die Erfahrung machen, wie es bei der Umwelt ankommt.
Die Zeiten haben sich mit den Jahren geändert und so bin ich davon überzeugt, dass die Reaktionen der Mitmenschen nahezu ausnahmslos eher positiv, allenfalls mal neugierig sein werden.
Forsche in Ruhe weiter und finde mehr über dich hinaus. Wenn du ehrlich zu dir selber bist und deinen Wünschen auch Raum gibst, sollte das auch zum Erfolg führen.
Diesen Cogiati Test ist sicher nicht wörtlich zu nehmen, kann einem aber sicherlich einen Wink geben.
Aber ein Hirngespinnst wird das alles sicher nicht sein.
Lieben Gruss
Julia
17 Monate HRT-Timeline: http://www.youtube.com/watch?v=jU1AkhmDL_s

betty62

Re: Das fehlende Puzzleteil?

Post 3 im Thema

Beitrag von betty62 » Do 17. Jan 2013, 03:19

Hallo Sprinterinrente,

ich denke Du bist auf dem Weg Dein wahres Leben zu finden. Du hast von intensiven Gesprächen mit Deiner Frau gesprochen... wie alt sind die Kiddies??? Frag das weil hab das auch mitgemacht. Du bist in einer wichtigen Phase und musst wissen, was tut Dir gut??? Wenn daheim alles miteinander vereinbar ist, dann leb es aus und danke Deiner Frau für Ihr Verständnis. Ansonsten wünsch ich Dir viel Glück.

LG Betty

Katie
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Re: Das fehlende Puzzleteil?

Post 4 im Thema

Beitrag von Katie » Fr 18. Jan 2013, 20:30

Hallo Julia und Betty,

vielen lieben Dank für Eure Antworten. (flo)
betty62 hat geschrieben: wie alt sind die Kiddies???
Die Kinder sind noch jung, 7 und 9 Jahre und wissen noch nicht Bescheid. Klar sehen sie mich auch in Damenjeans, Pullover oder Mantel aber da kommt keinerlei Reaktion, gibt ja auch so viel andere spannendere Dinge was Kinder interresiert. Rock und Strunpfhose ziehe ich erst dann an, wenn das Licht bei ihnen aus ist. Hast Du denn, Deinen Kindern alles gesagt und wie haben sie reagiert? Bin gerade in dem Punkt sehr unsicher. Sind tolle Kinder und offen, aber da ich selbst nicht sicher bin was genau ist, eher vorsichtig.
Julia65 hat geschrieben: Wenn du nun einige weibliche Dinge offener trägst, sie also gesehen werden können, wirst du ja auch die Erfahrung machen, wie es bei der Umwelt ankommt.
Die Zeiten haben sich mit den Jahren geändert und so bin ich davon überzeugt, dass die Reaktionen der Mitmenschen nahezu ausnahmslos eher positiv, allenfalls mal neugierig sein werden.
Da hast Du recht Julia, mit meinem aktuellen Outfit falle ich in der Öffentlichkeit nicht auf. Wie gesagt bin ich hier auch sehr vorsichtig, aber selbst Freunde und Bekannte haben noch nichts bemerkt (oder zumindest gesagt).

Liebe Grüße
Sprinterinrente

Katie
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Re: Das fehlende Puzzleteil?

Post 5 im Thema

Beitrag von Katie » Sa 19. Jan 2013, 20:41

Hallo Darialena,

wow vielen Dank für Deine einfühlsame Antwort. (flo)
Du hast die Situation wirklich gut zusammen ge- und erfasst.
darialena hat geschrieben:Ich habe aus Deiner Schilderung den Eindruck, daß Du noch nicht so richtig zu Dir selbst gefunden hast.
Da hast Du leider vollkommen recht, ich habe immer das Gefühl es fehlt was und versuche mich ständig zu beschäftigen, weil ich nicht weiss (oder wusste?) was fehlt.
darialena hat geschrieben: Dazu kommt Deine familiäre Situation, eine verständnisvolle Ehefrau, die aber auf Diskretion gegenüber der Außenwelt Wert legt
Vollkommen richtige Einschätzung, ich liebe meine Frau auch dafür, wie sie mit der Situation umgeht, da habe ich großes Glück. Ohne sie hätte ich wahrscheinlich, auch gar nicht den Mut aufgebracht, meine weibliche Seite zu zulassen. Zum Glück hat sie alles von Anfang an mitbekommen und ich musste mich nicht verstecken.
darialena hat geschrieben: und zwei minderjährige Kinder. In dieser Situation scheint mir Deinerseits große Zurückhaltung angebracht, was das Ausleben Deiner Neigungen in der Öffentlichkeit betrifft. Nichts wäre schlimmer, als das sich Deine Kinder womöglich für Dich rechtfertigen müßten.
Da stimme ich Dir vollkommen zu, hier sehe ich auch die größten Probleme mit meiner Situation.
darialena hat geschrieben: Und auch sonst solltest Du mal gemeinsam mit Deiner Frau beraten, was möglich ist: ein paar dezent im french style lackierte Nägel, eine Fußpflege, Kosmetik- vielleicht macht es Deiner Frau sogar Spaß. wenn ihr solche Termine gemeinsam wahrnehmt?
Ach ich glaube meine Frau hätte da wirklich Spaß dran, nur müsste ich den Mut aufbringen es auch zu machen. Da habe ich wirklich noch nicht den Mut zu, vielleicht müsste ich wirklich mal meine Frau fragen, damit sie mich ein bisschen an schubst.

Ich habe mir auch mal Deine home page angesehen und finde sie wirklich gut. Mit vielen Dingen, kann ich mich identifizieren und werde sie sicher noch öfter ansteuern.

Du hast mir wirklich, mit Deiner Antwort, Mut und Vertrauen gegeben, den Weg weiter zu erforschen.

Viele Liebe Grüße
Sprinterinrente

Caira

Re: Das fehlende Puzzleteil?

Post 6 im Thema

Beitrag von Caira » So 20. Jan 2013, 01:52

Sprinterinrente hat geschrieben: Nur dann ist da doch noch ein großes Fragezeichen, passt es auch in mein Lebenspuzzle rein??? Oder ist es nur ein Hirngespinst? Bilde ich mir was ein?
Du wirst immer nur die Dinge im Leben finden, die Du auch suchst.
Darüber hinaus ist es sehr wichtig diese auch zuzulassen und nichts zu unterdrücken.
Auch wenn das unsere "Normen" so vermitteln ...

LG Nika

Katie
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Re: Das fehlende Puzzleteil?

Post 7 im Thema

Beitrag von Katie » So 5. Jan 2014, 20:52

Hallo Ihr Lieben,

Nach einem Jahr möchte ich, auch für mich, das letzte Jahr Revue passieren lassen. Viel dramatisches oder große Fortschritte hat es nicht gegeben, sondern es sind mehr kleinere Veränderungen eingetreten, welche auch schon von anderen bemerkt werden. So trage ich fast nur noch Bekleidung aus der Damenabteilung, auch wenn sie nicht unbedingt als solche auffällt. Ich mache mir mittlerweile auch kaum noch einen großen Kopf drum, und trage jetzt auch viel offener Blusen die auch etwas weiblicher wirken, ohne aufzufallen.
Trotzdem überlege ich mir immer wieder, ob die Bluse/Pullover jetzt doch einen Tick zu weiblich wirkt. Aber hier überrascht mich öfter mein Schatz und meint das könnte ich ruhig anziehen.
Auch Jacken, Mäntel und Schuhe stammen nur noch aus der Damenabteilung. Vor allem bei Schuhen gibt es endlich auch schmale Größen, wenn sie auch bei meiner Größe wieder breiter werden. Müsste mal die große Zehe etwas abfeilen. :((a

Männerjeans/-hosen trage ich nur noch auf der Arbeit und das auch nur wegen den Hosentaschen. Die sind bei Frauenhosen leider viel zu klein, mal sehen, ob ich hier eine praktische Lösung mit einer Handtasche finde ohne diese irgendwo (z.B. Kantine) zu vergessen.
Kleider und Röcke trage ich nur zu Hause nachdem die Kinder in ihre Zimmer verschwunden sind. Genieße es richtig und fühle mich wohl. Nach draußen bin ich noch nicht mit Rock/Kleid gegangen, dass ist auch meiner Frau zu viel, obwohl entsprechend zurecht gemacht ich es gerne würde.
Das shoppen macht jetzt richtig Spaß, endlich Auswahl ohne Ende und bei guter Qualität. Einen Sport machen wir uns daraus im Outlett günstig zu kaufen und unauffällig anzuprobieren. Die Umkleiden sind da nicht zwischen Männlein und Weiblein getrennt. Im Kaufhaus in der reinen Damenabteilung, habe ich mich noch nicht getraut was anzuprobieren, da ich doch Erkennbar als Mann unterwegs bin. Liegt halt an den „Biogenen“ die man nicht verleugnen kann. :wink:

Daneben gehen wir gerne noch im Internet auf Beutejagd und hier habe ich für meinen Schatz und mich schon einige schöne Stücke erobert.
Womit wir bei dem Schminken wären, was bei mir immer noch ein kompletter Totalausfall ist. Mal eine BB-Cream ist kein Thema oder auch mal andere Pflegeprodukte verwenden, nur richtig geschminkt habe ich mich noch nie. Dies ist auch ein Punkt den meine Frau nicht möchte. Damit bleibt für mich auch keine Möglichkeit oder Sinn es zu tun, denn wenn möchte ich es auch zeigen dürfen und nicht direkt wieder entfernen.
Auch bei dem Cogiatie Test lande ich mittlerweile (wenn ich sehr ehrlich antworte) eher bei „vermutlich transsexuell“ (+255 Punkte). Wer übrigens den Test „faken“ möchte muss sich nur den Source Code im Browser anzeigen lassen und kann dann das gewünschte Ergebnis „erreichen“. (gitli)
Also sehr viel halte ich nicht von dem Test, aber für mich ist schon überraschend, welche Eigenschaften als weiblich gelten, die ich eher als männliche eingestuft hätte. Und wie sehr sich über die Monate doch die Punkte verschieben können, wenn man etwas locker lässt (erster Test war 110 und jetzt 255).

Bei meiner Frisur hat sich auch etwas getan, vor allem in der Länge. Die Zeit des rappel kurz ist vorbei. Vor den Feiertagen sind sie doch sehr unansehnlich lang geworden, da ich bedingt durch den Job und familiäre Gründe einfach nicht zum Friseur gekommen bin. Klar war auch der Gedanke daran Schuld, die Haare endlich etwas wachsen zu lassen. Habe auch deswegen schon einige Bemerkungen bekommen. Diese Woche klappte es endlich und ich habe mich auch mal beraten lassen. Gewundert habe ich mich immer, dass die Haare sich unten immer etwas kringeln und die Friseuse meinte es wären Naturlocken, wusste bis dato gar nicht das ich welche habe...
Sieht auch etwas komisch aus, erst platt und dann am Ende rollen sich die Haare.
Auf meine Frage hin was man dagegen tun kann, meinte sie gar nichts, außer mehr Locken zu machen (ernsthaft gemeint, als hielte sie das für eine gute Idee). Aber da kam der alte Angsthase zum Vorschein und ich meinte Nein. Obwohl im nach hinein würde es mich schon interessieren, was herausgekommen wäre. Egal wie, jetzt habe ich endlich eine etwas längere Frisur die mir gefällt, mal sehen was noch kommt. Aber der kleine Hubschrauberlandeplatz (wie meine Frau es nennt) bleibt halt auch :shock:

Im Sommer hatte ich zu meinem Geburtstag ein großes Geschenk von meiner Frau gekommen. Sie hat mir selbst die Beine rasiert, obwohl sie es vorher auf keinen Fall wollte. Endlich bin ich diesen überflüssigen, lästigen Pelz los und epiliere meine Beine wöchentlich. Die Werbung verspricht ja irgendwas anderes, aber meine Beine sind irgendwie Taub gegenüber der Werbung und deswegen muss ich wöchentlich oder besser 5 tägig ran um mich endlich wohl zu fühlen.
Am Samstag hatte ich noch ein interessantes Erlebnis im Outlett gehabt. Wir haben die Kinder über dem Nachmittag bei Schwiegereltern geparkt und uns einen Shopping Nachmittag gegönnt. Dabei musste sogar ich mal auf die Toilette. Natürlich auf die Herrentoilette, wie gesagt komplett Damen outfitt, aber trotzdem als Mann erkennbar. Als ich reinging schaute mich ein (vorsichtig gesagt 100% Mann Exemplar) komplett erstaunt und perplex an. Wusste gar nicht was ihn so erstaunte, erst hinterher kam mir der Gedanke das er mich im ersten Augenblick nicht richtig dem Geschlecht zuordnen konnte und dachte eine Frau geht aufs Männerklo (Ich weiß das Frauen das machen incl. meiner wenn die Damentoilette überfüllt ist). Oder irgendwas anderes überraschte ihn, aber sicher nicht meine männliches, massiges Auftreten :)p .

So, hoffe niemanden gelangweilt zu haben, aber dies ist auch für mich eine Erinnerung an meinen „Weg“.
Meine Vorsätze für 2014:
  • weniger Arbeiten (wird echt schwierig)
  • Kinder ein bisschen mehr einweihen (wird auch sehr schwierig)
meine weibliche Seite endlich eingestehen[/list]
  • mich noch mehr öffnen und relaxter sein
  • Vielleicht mal als Frau raus gehen (Glaube ich nicht)
  • Vielleicht einen neuen Nick-Namen zulegen.
  • Die familiären Gesundheits-Probleme welche sich über die Feiertage ergaben, in den Griff bekommen. Eltern können schwierig sein, wie sagte meine Frau doch treffend: Deine Mutter ist Hilfe resistent.
Ich wünsche Euch allen ein erfolgreiches, erholsames und interessantes neues Jahr!

Eure Sprinterin (flo)
(aber der Sprint ist immer noch in Rente :-) )

Katie
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Re: Das fehlende Puzzleteil?

Post 8 im Thema

Beitrag von Katie » Mi 3. Jun 2015, 23:04

Eine liebes Hallo an alle,

es gäbe viel zu erzählen, aber viel negatives (nicht bezogen auf meine/unsere Situation) aber auch auch positives. Trotzdem fällt es mir im Moment schwer all diese Dinge aufzuführen.
Ich bin durch das suchen im Internet, wie es wahrscheinlich viele von Euch machen, auf folgende Seite gelandet welche ich Euch nicht vorenthalten möchte.
http://www.myself.de/tipps-ratgeber/lie ... -zu-werden
Ich ersten Teil kann ich mich 100% wiederfinden kann und Frage mich ob es wirklich so weiter gehen kann/wird. Denke mal eher nicht, der Druck wegen den Kindern und der Arbeit ist einfach zu hoch und wichtig. Ausserdem muss mein Schatz schon genug ertragen, trotz der tollen Toleranz und Unterstützung von ihrer Seite.
Ich bewundere alle hier im Forum die wirklich 100% hinter sich stehen und ihren Weg gehen. Ihr habt viel Mut und Durchhaltevermögen, schade das die Gesellschaft dies nicht erkennt und nutzt. Habe selbst schon Aussagen erhalten, dass Personen wie ich sehr selten auf der Welt sind (Top Managment eines Multi Konerns der den wahren Hintergund nicht kennt ;-))

Ich wünsche Euch allen noch ein weiterhin tolles und vor allem Buntes Leben.

Viele Liebe Grüße
Eure Sprinterin (denke eher über eine Namensänderung nach, nur nach zwei Kindernnamen noch einen eigenen neuen wird schwierig :-) ...)

Johanna Dornal
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Re: Das fehlende Puzzleteil?

Post 9 im Thema

Beitrag von Johanna Dornal » So 14. Jun 2015, 16:00

:? Hallo Sprinterin.
Vielen Dank für den Link. Ich habe ein bißchen heulen müssen, als ich die Geschichte las. Da waren doch sehr viele Parallelen zu meiner Situation. Und auch Deine Vita erinnert mich in weiten Teilen an meine Lage. Kein "Normalo" kann nur im Entferntesten unsere Gefühlslage nachvollziehen. Ich bin dazu noch auf dem Level, daß ich nicht einmal 100%ig hinter mir stehe, weiß nicht, was wäre der richtige Weg. Wie bei vielen ist eben der Druck groß, angefangen in der eigenen Familie, bis hin zum Arbeitsumfeld. Das verbraucht so viele Ressourcen, daß man wirklich alles um einen herum nicht mehr richtig wahrnimmt, ganz abgesehen davon, daß es zu immer häufiger auftretenden depressiven Phasen kommt. In meinem Fall dreht sich alles nur noch um dieses eine Thema, meine Hobbys und vielleicht sogar wichtige Dinge verlieren immer mehr an Bedeutung für mich.
Wie bei Dir weiß meine Frau von meinem zweiten Ich, unterstützt mich auch weitestgehend, aber wir stoßen an unsere Grenzen, wenn wir das bisher Unausgesprochene, aber dennoch in unseren Köpfen Präsente, thematisieren wollten. Da gibt es nun immer noch diese unsichtbare Barriere, die es uns verbietet, das Thema TS anzusprechen. Es bleibt eher bei Bemerkungen, wie gut jetzt der Klarlack auf meinen Zehennägeln aussieht, oder wieso ich z.B. heute dies oder das Armbändchen trage. Das ist die knallharte Angst, daß unser beider Leben in der bisherigen Form beendet wäre. Also genauso, wie das in dem Interview mit Lisa und Jan/Jana gesagt wurde. Der Mann ist weg, unwiderruflich und für immer. Das ist wahrscheinlich noch viel elementarer als von der Gesellschaft nicht vollständig akzeptiert zu werden. Mir bricht es das Herz bei dieser Vorstellung, daß ich meinem evtl. zu egoistischen Weg folgen würde.
Liebe Grüße
Johanna :?

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Re: Das fehlende Puzzleteil?

Post 10 im Thema

Beitrag von Franka » So 14. Jun 2015, 16:30

Ich würde nicht immer alles auf die "Gesellschaft" schieben. Außer denen, die selber noch nicht ihren Platz in der Gesellschaft gefunden haben, sind wir den meisten völlig egal.
Ich bin seit Anfang des Jahres nur noch en femme unterwegs und habe noch keinerlei negative Erfahrungen gemacht bisher.
Auch gestern auf dem Geburtstag meiner Schwester, wo nicht nur die Familie sonder auch viele Freunde und Freundinnen eingeladen waren, gab es keinerlei Probleme, obwohl ich der/die einzige in Rock und Pumps war.
Es wird einfach Zeit mal aus der Deckung zu kommen und sich so zu zeigen, wie man wirklich ist, davon geht die Welt nicht unter.
Es ist nicht leicht, ich habe selber gut 30 Jahre gebraucht um zu dieser Erkenntnis zu kommen, aber sonst wird sich nie was ändern. Wie soll die Gesellschaft denn uns akzeptieren oder wenigstens tolerieren, wenn sich niemand öffentlich zeigt?

LG Dahlia
Wir bekommen mit unserer Geburt das Leben geschenkt, doch viele von uns haben noch nicht einmal das Geschenkpapier abgemacht.

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Re: Das fehlende Puzzleteil?

Post 11 im Thema

Beitrag von Elfy Adorabella » So 14. Jun 2015, 16:44

dahlia hat geschrieben:Wie soll die Gesellschaft denn uns akzeptieren oder wenigstens tolerieren, wenn sich niemand öffentlich zeigt?
Da gebe ich Dahlia 100% recht, ich lebe auch seit Februar komplett en femme und hatte bisher auch keine Probleme, sondern wurde überall freundlich und nett empfangen. Ich denke dass die Gesellschaft wesentlich weiter ist als man es dieser zugetraut hat. Traut euch und zeigt der Gesellschaft wie bunt sie ist.

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Re: Das fehlende Puzzleteil?

Post 12 im Thema

Beitrag von steffiSH » So 14. Jun 2015, 17:20

Elfy Adorabella hat geschrieben:
dahlia hat geschrieben:Wie soll die Gesellschaft denn uns akzeptieren oder wenigstens tolerieren, wenn sich niemand öffentlich zeigt?
Da gebe ich Dahlia 100% recht, ich lebe auch seit Februar komplett en femme und hatte bisher auch keine Probleme, sondern wurde überall freundlich und nett empfangen. Ich denke dass die Gesellschaft wesentlich weiter ist als man es dieser zugetraut hat. Traut euch und zeigt der Gesellschaft wie bunt sie ist.

Elfy
dazu sag ich mal: JO - genau! Ich lebe zwar nicht als Frau, bin aber öfters in Damensachen in der Öffentlichkeit unterwegs und da halt schon als Mann zu erkennen.
Macht alles nix - ab und zu gibt es mal einen etwas irritierten Blick, aber das wars. Die Leute sind nicht unfreundlich, eher im Gegenteil!
sum sum sum - no Latein

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Re: Das fehlende Puzzleteil?

Post 13 im Thema

Beitrag von Franka » So 14. Jun 2015, 17:47

Ich habe ja auch nur geschrieben, dass ich en femme unterwegs bin. Ich bin bestimmt genauso wie du steffi als Mann deutlich erkennbar unterwegs.
Wir bekommen mit unserer Geburt das Leben geschenkt, doch viele von uns haben noch nicht einmal das Geschenkpapier abgemacht.

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Re: Das fehlende Puzzleteil?

Post 14 im Thema

Beitrag von Katie » Mi 17. Jun 2015, 21:48

Hallo Ihr lieben,

ich denke auch es ist nicht unbedingt die Gesellschaft, sondern mehr die eigenen Zwänge der man sich selbst unterwirft. Ich selbst habe einfach nicht den Mut mich offener zu zeigen, obwohl einige erkenbare Änderungen vorhanden sind (z.B. längere Haare (die leider trotzdem dünner werden)). Auch trage ich fast nur noch Kleidung aus der Damenabteilung (passen eh besser und sind auch angenehmer zu tragen), aber öffentlich immer als Mann erkennbar. Nur abends traue ich mir mehr zu.

Es fehlt mir einfach der Mut, mich in der Gesellschaft offener zu zeigen. Klar ist auch der Gedanke dabei, dass man das erreichte Verlieren könnte, oder noch viel schlimmer, dass die Kinder darunter leiden könnten. Mein größter Konflikt sind gerade die Kinder, da meine Älteste auch schon Äußerungen in die Richtung gemacht hat, sie wäre lieber ein Junge und sich auch teilweise so gibt. Schätze mal es hat hier mehr mit der beginnenden Pubertät zu tun. Nur möchte ich sie ihren Weg selbst finden lassen und nicht auch noch mit meiner Situation verunsichern.
Ahnen tun die Kinder eh was, nur offen gesagt habe ich es noch nicht. Bin mir unsicher was besser für sie ist, auf jeden Fall macht es mir das Ausleben meiner weiblichen Seite schwerer.
Dies soll jetzt kein Klagen sein, sondern ist ein Fakt den nur ich selbst ändern kann.

VLG
Sprinterin

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Re: Das fehlende Puzzleteil?

Post 15 im Thema

Beitrag von Katie » Mo 24. Okt 2016, 21:28

Hallo zusammen,

ich wollte mich mal wieder melden und etwas aktiver werden. Die letzten Jahre waren privat nicht leicht und haben leider auch letztes Jahr mit dem Tod meiner Mutter ein sehr unschönes Ende gefunden. Ich möchte dies hier nicht weiter vertiefen, aber es hat sehr viel meiner Zeit und Kraft gekostet, auch die Familie hat es sehr schwer gehabt.

Naja und da denke ich mir, dann kann diese Jahr nur besser werden, was eigentlich auch der Fall ist aber...
Es gibt ja noch einen Beruf den man zum Geldverdienen braucht und da bin ich Opfer des eigenen Erfolgs geworden. Von Management Seite hat man beschlossen die Entwicklung unseres Produktes mit der Produktion in Rastatt zu bündeln.
Somit heißt es jetzt für mich und meiner Familie ein neues Heim zu suchen, damit wir nächstes Jahr umziehen können. Ich selbst pendle schon und habe deswegen auch abends mehr Zeit, wenn nicht gerade Immobiliensuche ansteht. Diese kann ich jetzt auch für dieses tolle Forum nutzen.

Als erstes bat ich Anne-Mette mir einen neuen Nick-Namen zu geben, was auch super toll geklappt hat (yes) . Also tschüss Sprinterin(rente) und hallo Katie (888).

Das Leben ist bunt und ereignisreich und kann auch einige Überraschungen enthalten, aber ich werte diese mehr als Herausforderung und neue Chance. Wir werden sehen wie sich alles anlässt, und bei meiner abenteuerlustigen Familie gibt es bisher auch keine negativen Äußerungen.

Mit meinem Outing auch den Kindern gegenüber bin ich nicht weiter gekommen, aber auch nicht zu viel auf einmal, erst mal neue Heimat suchen und dann wird uns bestimmt schnell wieder langweilig.

Also alles Liebe und Gute von
Katie

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