Befreiung aus dem Männergefängnis
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Anja
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Befreiung aus dem Männergefängnis

Post 1 im Thema

Beitrag von Anja » Mo 29. Jan 2018, 14:55

Moinsen,

Ich fand den Artikel ganz nett geschrieben. Christiane Seidel dürfte den meisten ja vom Namen her bekannt sein.
Es ist eine Entdeckungsreise mit beglückenden und bestürzenden Erlebnissen und vor allem ist es eine Liebeserklärung ans Frausein. Immer starrer, fremdbestimmter und alberner kam ihm die Männerwelt vor. Die Frauen dagegen fand er frei und unbefangen, bis hin zum Umgang mit ihm, dem als Frau verkleideten Mann. Während fremde Männer auf der Straße Geräusche machten, als ob sie sich bei seinem Anblick übergeben müssten und seine Freunde fragten, wann das Theater vorbei sei, bewunderten Frauen seine wohlgeformten Beine und trafen sich mit ihm zum Kaffeeklatsch
Hier gehts zum Artikel.

Grüße
die Anja
*staatlich geprüfte Frau*

Ronda_PTL
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Re: Befreiung aus dem Männergefängnis

Post 2 im Thema

Beitrag von Ronda_PTL » Mo 29. Jan 2018, 18:45

Ich grüße Euch!

Danke Anja, dass Du den Artikel reingestellt hast. Ein wahrlich (immer noch) hochaktuelles Thema. Gerade auch im Zusammenhang mit der MeToo Kampagne, in der die Geschlechterrollen wieder einmal kontrovers diskutiert werden.

Ich finde Seidels These sehr zutreffend, nämlich dass die meisten Männer sich noch in einem Gefängnis aus sehr vielen Gitterstäben, auf engsten Raum befinden, nicht einmal einen Ausbruch je richtig geprobt haben, während sie neidvoll, verunsichert und eifersüchtig auf die immer bunter und größer werdende Welt der Frauen blicken.

Bei allem, was sowohl Seidel, als auch ich aufführen würde, welche "Schuld" die Dreibeiner selbst tragen, sollten wir aber auch endlich mal die tieferen Ursachen dieser engen Gender-Rollen diskutieren: Wer sind denn die primären Werte-Vermittler bei den Jungs? Wer erzieht uns auch in Zeiten von teilhabenden Vätern noch immer PRIMÄR? Welche Rollenangebote dürfen denn Kids, die zufällig Männlein sind, auch heute noch überhaupt in Erwägung ziehen? Wer prägt denn die entscheidenden ersten 5-6 Jahre im Leben eines Jungen?

Die Frage ist einfach zu beantworten: Bio-FRAUEN, sowohl im familiären Umfeld, in der KiTa / im KiGa, in der Schule, in der Öffentlichlkeit, in den Medien, in der Werbung, ... Und diese Rollenklischees sind nicht viel anderers, als vor Hundert Jahren, um es mal zuzuspitzen. In den letzten Jahren ist sogar eine RÜCKWÄRTSbewegung zu beobachten,wenn Mann mal von punktuellen Erfolgen in den Minderheiten Szenen absieht.

Hört doch mal modernen, emanzipierten junge Frauen (so zwischen 18 und 38) genau zu, was sie sagen, was sie schreiben, wie sie sich "den Mann" vorstellen ... Da kann Man(n) schnell den Eindruck bekommen, dass ALLES, was sich die BioMädels erobert haben, alles was sie sich zu eigen machten und in das Frauen-Selbstverständnis integriert haben (wohlgemerkt ZU RECHT!), fast schon eifersüchtig und energisch als GIRLS FIRST & ONLY betrachten, ja verteidigen.

Das nimmt teils schon groteske Formen an: Als ich unlängst in eine der Dating Shows eines Privatsenders zufällig reinzappte, wo sich eine ganze "Horde" von attraktiven Mädels dieser Altersgruppe, junge Männer "vorführen" lässt, die sich in Einzel-Testimonials kurz vorstellen, von Beruf, Interessen, Hobbies und Leidenschaften, bis hin zu Kleinigkeiten, war auch ein sehr sympathischer, gut aussehender, selbstständiger, eloquenter Jeans-Boutique-Besitzer dabei, der in einem Nebensatz erwähnte, dass er seit Jahren nur noch Damenjeans tragen würde, allein wegen der besseren Passform und dem SKINNY-Sitz. (yes)

Ob Ihr es glaubt oder nicht, das reichte aus, dass sich einige der "anspruchsvollen Ladies" schlagartig GEGEN den armen Kerl entschieden, mit Worten wie: "Das geht ja gar nicht! Mit so jemanden müßte ich ja Angst haben, dass er auch meine Hosen anziehen will!" :evil: (ag) (ag)

Wenn also schon solche Lächerlichkeiten heute noch eine so massive Ausschluss-Kriterien / Abwertungs-Dynamik entfalten, wie ist es erst dann bei Gefühlen, tiefen Emotionen, Verhaltensmuster und Sehnsüchten der vermeintlichen Partner?

Und da möchte ich Seidel teilweise widersprechen: Das alles ist nicht in erster Linie eine Frage der tabuisierten männlichen Sexualtität, das umfasst IMHO weit mehr Facetten und Bereiche des generellen MANN_SEINS in unseren ach-so-toleranten Gesellschaften. Weder können Männer mit Männern über all diese Fragen offen reden, leider sind aber auch die Frauen, mit denen das möglich ist, wahre Perlen in einem Meer von Ignorantinnen und neuen-alten Rollen-FortschreiberInnen. (arg)

Was meint Ihr? Hab ich es mir jetzt mit allen BioFrauen hier verschüttet? :wink: :?

Cheers!

Eure Ronda

Dolores59
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Re: Befreiung aus dem Männergefängnis

Post 3 im Thema

Beitrag von Dolores59 » Mo 29. Jan 2018, 18:59

Was meint Ihr? Hab ich es mir jetzt mit allen BioFrauen hier verschüttet?
Und wenn schon. Das Forum lebt von pointierten Meinungen und kontroversen Diskussionen.

(An Stelle des Begriffs BioFrauen würde ich Frauen verwenden.)

LG
Dolores
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
(Psalm 139,14)

Lina
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Re: Befreiung aus dem Männergefängnis

Post 4 im Thema

Beitrag von Lina » Mo 29. Jan 2018, 19:51

@Ob Ihr es glaubt oder nicht, das reichte aus, dass sich einige der "anspruchsvollen Ladies" schlagartig GEGEN den armen Kerl entschieden, mit Worten wie: "Das geht ja gar nicht! Mit so jemanden müßte ich ja Angst haben, dass er auch meine Hosen anziehen will!"

Sollte man mal umdrehen: OOOHHH Gottt ist die widerlich, die zieht sich Mein Holzfellerhemd an, wenn ich nicht da bin.

MichiWell
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Re: Befreiung aus dem Männergefängnis

Post 5 im Thema

Beitrag von MichiWell » Mo 29. Jan 2018, 21:13

Hier gehts zum Artikel.
Was mich bei Seidel immer wieder gewundert/gestört hat, dass er es so weit von sich gewiesen hat, transsexuell oder Transvestit zu sein.

2,5 Jahre aus eigenem Antrieb jeden Tag das volle Programm in Frauenkleidern ... nur ein "Selbstversuch aus Neugier". Sorry, aber das finde ich unehrlich. So einen Selbstversuch macht man vielleicht ein paar Wochen, und hat damit schon mehr Durchhaltevermögen bewiesen als die meisten Menschen bei einer Diät.

Meine Expartnerin hätte knallhart gesagt: "Die Ausrede ist schon zu kompliziert. Die nehme ich ihm nicht ab."


Liebe Grüße
Michi
Der moderne Mensch ist leicht zu lenken, aber nur schwer zu etwas zu bewegen. (Ernst Ferstl)

Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie. (Aldous Huxley)

Ronda_PTL
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Re: Befreiung aus dem Männergefängnis

Post 6 im Thema

Beitrag von Ronda_PTL » Mo 29. Jan 2018, 21:33

Sollte man mal umdrehen: OOOHHH Gottt ist die widerlich, die zieht sich Mein Holzfellerhemd an, wenn ich nicht da bin.
Liebe Lina ...

Ja,eben ,,, und die "Boyfriend Jeans", die Boots habt Ihr Euch ja schon lange unter den Nagel gerissen und behauptet, sie wären nur für EUCH tragbar, vor allem die Hochschaft, das geht ja gar nicht. Ach ja, warum findet Ihr es so toll Boxershorts mit imitierten EINGRIFF als Mädelwäsche zu besetzen? Is ja abartig! Gibt's dann neben den Einheits-Look bei den Buchsen auch bald keine Slips mehr? Habt ha schon den Body als GirlsOnly okkupiert ..." (ag)

To be continued ... For ever!

LG Ronda

Drachenfrau
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Re: Befreiung aus dem Männergefängnis

Post 7 im Thema

Beitrag von Drachenfrau » Fr 2. Feb 2018, 18:17

Hallo Welt,

also ich als Bio-Frau habe mich von dir Ronda nicht verschrecken lassen.

Die Dokumentation von Christian Seidel über sein Leben als Frau habe ich noch etwas in Erinnerung.
Er lebt allein, seine Frau und er haben sich getrennt. Für sein Weiblichkeits-Experiment hatte sie wenig Verständnis, – Quelle: https://www.berliner-zeitung.de/29566716 ©2018
Dass sie für das Leben der Frauenrolle kein Verständnis hatte, kam in der Doku deutlich zum Ausdruck.
Auch erinnere ich mich daran, dass sie zum Ende des "Selbstversuchs" hin, in der Doku ihm verstärkt signalisiert hat, dieses Leben als Frau aufzugeben. Es war ihm anzumerken, dass es ihm schwer fiel.

Und für dieses "Warum" - schaut euch doch hier im Forum um, wie viele nicht zu sich stehen und was ihre Gründe dafür sind. Dann könnt ihr euch ganz vieles heraussuchen, was auch auf Christian Seidel passt.
Angefangen von seiner Frau damals, dann, was sie sagte, dass das Umfeld zwar gute Miene zum bösen Spiel machte, aber in Wirklichkeit ganz anders dachte, als "er" es direkt gesagt bekam, usw.........

Und was die Rollenkrankheit von Mann bzw. Frau betrifft, so ist das ein großes Fass, das man da aufmachen kann. Denn ich bin nicht der Meinung, dass die Emanzipationsbewegung den Frauen nur Vorteile gebracht hat.
Allein das Thema, der feine Unterschied zwischen Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit.
In meinem Umfeld gibt es einen jungen Mann für den ich Mutterersatz bin und wir sprechen regelmäßig darüber, weshalb er keine Freundin findet. Dann habe ich einen weiteren Mann in unserem Umfeld, mit dem ich auch über das Thema sprach. Er bekommt keine Freundin, weil er ihnen zu lieb ist.
Ihr Lieben, es läuft ganz viel falsch - doch was hilft es darüber zu reden oder sich darüber zu beschweren.
Es gibt nur einen Weg der Veränderung: Veränderung leben.

Viele Grüße,
Ulla

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Re: Befreiung aus dem Männergefängnis

Post 8 im Thema

Beitrag von Ronda_PTL » Fr 2. Feb 2018, 19:11

Hi liebe "Unerschrockene" :-)
In meinem Umfeld gibt es einen jungen Mann für den ich Mutterersatz bin und wir sprechen regelmäßig darüber, weshalb er keine Freundin findet. Dann habe ich einen weiteren Mann in unserem Umfeld, mit dem ich auch über das Thema sprach. Er bekommt keine Freundin, weil er ihnen zu lieb ist.
Ihr Lieben, es läuft ganz viel falsch - doch was hilft es darüber zu reden oder sich darüber zu beschweren.
Es gibt nur einen Weg der Veränderung: Veränderung
Kannst Du ein paar Beispiele dafür bringen, wo und wie wir in diesem komplexen Feld welche Änderungen anpacken sollten? Denn die Rollenklischees sind bereist wieder so massiv in der Gesellschaft verankert, dass es doch einiges an Arbeit bedarf, denke ich.

LG Ronda

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Re: Befreiung aus dem Männergefängnis

Post 9 im Thema

Beitrag von Drachenfrau » Sa 3. Feb 2018, 18:08

Hallo Ronda,

darüber, was anders werden könnte und wie, haben sich schon viele Gedanken gemacht.
Das, was man/frau dazu braucht, ist bei allen Ansätzen erst einmal die Erkenntis wie folgt:
Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.
Albert Einstein
Es wäre also wichtig, wie man/frau eine andere Denkweise erreicht. Genau genommen bedeutet dies, sein Bewusstsein zu verändern, zu verfeinern.

Wie macht man/frau das?
  • Sich seinen Ängsten bis hin zu seinen aller tiefsten Ängsten zu stellen.
  • Vertrauen dadurch entwickeln und kultivieren
  • Sich seine Emotionen anschauen, die Situationen und sie ausbalancieren
  • Sich selbst bewusst werden und sich dem stellen wie man/frau ist
  • Eigenverantwortung für sich, seine/ihre Handlungen und sein/ihr Denken wieder zu 100 % übernehmen
  • Sich selbst und andere wertschätzen anstatt zu kritisieren, erkennen welche abwertende Sprachelemente man aus seinem Wortschatz am besten auskehrt
  • Verständnis entwickeln dafür, welches Gedankengut für sich selbst und alle bereichernd ist
  • Wieder eine gegenseitige Verehrung für einander kultivieren und sich entfalten lassen
  • Zu verstehen, was man/frau im Leben tatsächlich braucht, nachhaltig denken, dass man/frau sich nicht mehr nimmt als das, was tatsächlich notwendig ist
Das ist nicht gerade wenig - doch auf Ruinen lässt sich nun mal nichts Neues errichten.
Auch wenn ich jetzt man/frau geschrieben habe, es betrifft jeden, egal wie das eigene Geschlecht oder Nicht-Geschlecht empfunden wird.

Viele Grüße,
Ulla

Dolores59
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Re: Befreiung aus dem Männergefängnis

Post 10 im Thema

Beitrag von Dolores59 » Sa 3. Feb 2018, 18:23

Ronda_PTL hat geschrieben:
Fr 2. Feb 2018, 19:11
Hi liebe "Unerschrockene" :-)
In meinem Umfeld gibt es einen jungen Mann für den ich Mutterersatz bin und wir sprechen regelmäßig darüber, weshalb er keine Freundin findet. Dann habe ich einen weiteren Mann in unserem Umfeld, mit dem ich auch über das Thema sprach. Er bekommt keine Freundin, weil er ihnen zu lieb ist.
Ihr Lieben, es läuft ganz viel falsch - doch was hilft es darüber zu reden oder sich darüber zu beschweren.
Es gibt nur einen Weg der Veränderung: Veränderung
Kannst Du ein paar Beispiele dafür bringen, wo und wie wir in diesem komplexen Feld welche Änderungen anpacken sollten? Denn die Rollenklischees sind bereist wieder so massiv in der Gesellschaft verankert, dass es doch einiges an Arbeit bedarf, denke ich.

LG Ronda
Rollenklischees sind niemals aus der Gesellschaft verschwunden. Sie verändern sich mit der Zeit. Es kann sein, dass es derzeit in Teilen der Gesellschaft eine Rückwärtsbewegung gibt vor die Zeit der 1970er-Jahre. Wir Mitglieder dieses Forums sind übrigens ein Teil der Gesellschaft und ist nicht unbedingt moderner in Rollenklischees. Ein Teil der Reaktionen auf mein Skandal-Outfit im Supermarkt neulich belegen das. :wink:
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
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Re: Befreiung aus dem Männergefängnis

Post 11 im Thema

Beitrag von Drachenfrau » Sa 3. Feb 2018, 20:42

Dolores59 hat geschrieben:
Sa 3. Feb 2018, 18:23
Rollenklischees sind niemals aus der Gesellschaft verschwunden. Sie verändern sich mit der Zeit.
Hallo Dolores,

genau da liegt der Hase im Pfeffer.
"Sie verändern sich mit der Zeit" weil Medien und Anderungen (=Meinungen anderer) formen und man übernimmt diese unbewusst und merkt es nicht einmal. Das ist dann von außen manipuliert vorgegeben.
Es bedeutet auch wieder, etwas oder jemandem die eigene Verantwortung und die eigene Wirkmacht abzugeben.

Von alleine wird sich nie etwas ändern, sondern mit einer bewussten Absichtserklärung und diese gewünschte Änderung anderen vorzuleben.

Liebe Grüße,
Ulla

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Re: Befreiung aus dem Männergefängnis

Post 12 im Thema

Beitrag von Dolores59 » Sa 3. Feb 2018, 22:59

Hallo Ulla,

als Teil der Gesellschaft prägen wir diese Rollenbilder mit. Ob wir wollen (bewusst) oder nicht (unbewusst). Wir werden beeinflusst und beeinflussen gleichzeitig andere Menschen. Mit unterschiedlichem Wirkungsgrad. Weil wir nicht auf einer einsamen Insel leben, sondern unter Menschen, mit denen wir verbal und nonverbal kommunizieren. Auch über dieses Forum beeinflussen wir und werden beeinflusst.

Der Hinweis auf Medien ist mir zu einfach. Es sind wir selbst, die die Gesellschaft verändern und die durch die Gesellschaft verändert werden. Täter und Opfer zugleich.

LG
Dolores
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Re: Befreiung aus dem Männergefängnis

Post 13 im Thema

Beitrag von Drachenfrau » So 4. Feb 2018, 11:57

Hallo Dolores,

eben. (Die Frage ist allerdings, woher haben die Menschen aus unserem Umfeld die Anderungen her?)
Wir sind es selbst. Doch was wir vergessen haben, ist folgendes: in erster Linie haben wir Verantwortung darüber, wie jeder für sich sein Leben gestaltet und das kann nur ein bewusster Vorgang sein, kein unbewusster - es liegt an jedem einzelnen, für sich selbst darüber nachzudenken und zu entscheiden, was mensch annehmen möchte oder nicht. Doch tun wir das wirklich?
Der Biologe und Hirnforscher Bruce Lipton hat heraus gefunden, dass wir zu 95 % unbewusst leben.
Solange wir nur zu ca. 5 % bewusst unser Leben gestalten, halte ich es für reine Zeitverschwendung über irgendeine Veränderung von mehr als einer Person zu sprechen, falls eine sich wirklich auf den Weg macht.

Liebe Grüße,
Ulla

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Re: Befreiung aus dem Männergefängnis

Post 14 im Thema

Beitrag von Ronda_PTL » So 4. Feb 2018, 16:50

Drachenfrau hat geschrieben:
So 4. Feb 2018, 11:57

Der Biologe und Hirnforscher Bruce Lipton hat heraus gefunden, dass wir zu 95 % unbewusst leben.
Solange wir nur zu ca. 5 % bewusst unser Leben gestalten, halte ich es für reine Zeitverschwendung über irgendeine Veränderung von mehr als einer Person zu sprechen, falls eine sich wirklich auf den Weg macht.
Die wissenschaftliche Hypothese kenne ich auch. Doch ich ziehe einen anderen Schluss daraus, so wie Bruce Lipton das auch tut:
Wir wären als Spezies gar nicht in der Lage OHNE diese gigantische Leistung unseres UNBEWUSSTEN Teil des Gehirns zu überleben, allein schon aus den physiologischen Grenzen, die die SIGNAL_VERARBEITUNG setzt. Würde nicht das UNBEWUSSTE mit unglaublich vielen abgespeicherten Mustern reagieren, hätte uns der das Auto längst überrollt, bis wir die Gefahr überhaupt im Bewusstsein als solche erkannt haben. :cry:

Daraus den Schluss zu ziehen, dass nur das Individuum sich selbst ändern kann, ist zwar naheliegend, aber nicht logisch begründet für mich.

Ansonsten stimme ich Dir aber zu. Bis auf den "Medien" die kollektive "Schuld" anzulasten. Denn wer war zuerst da? Henne oder Ei? Die BILDER, Klischees und Rollen oder "die Medien", die sie abbilden, verstärken oder abschwächen?

LG Ronda (so)

Dolores59
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Re: Befreiung aus dem Männergefängnis

Post 15 im Thema

Beitrag von Dolores59 » So 4. Feb 2018, 17:16

Drachenfrau hat geschrieben:
So 4. Feb 2018, 11:57
Solange wir nur zu ca. 5 % bewusst unser Leben gestalten, halte ich es für reine Zeitverschwendung über irgendeine Veränderung von mehr als einer Person zu sprechen, falls eine sich wirklich auf den Weg macht.

Liebe Grüße,
Ulla
Dann nutzen wir diese 5% zur Gestaltung unseres Lebens und hören ein Stück weit damit auf, die Betriebsregel Nummer 1 ("Das haben wir immer so gemacht" oder "Das haben wir noch nie so gemacht") zu befolgen. Für meinen Teii ignoriere ich diese Regel in dem, was ich an Kleidung trage. Eben nicht, das was Männer üblicherweise tragen, sondern mit dem beherzten Griff in die Damenabteilung. Auch wenn das gesellschaftlich kein großer Wurf sein mag, soll ich etwa darauf verzichten, weil sich doch nichts ändert? Oder weil ich dadurch Nachteile haben könnte? Wenn ich aufgebe, bleibt alles beim alten und ich kann mich nicht mal darüber beklagen. Soll ich mich später einmal darüber ärgern, dass ich die Dinge, die ich hätte verändern können, so gelassen habe, wie sie waren? Das sei ferne!

LG
Dolores
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