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3. Dezember: Int. Tag der Menschen mit Behinderung

Verfasst: Do 3. Dez 2009, 12:54
von Anne-Mette
Wenn meine Kinder mal über jemanden sprechen ".... der ist ja behindert", sage ich ihnen: "wir sind alle behindert!"
Abgesehen von den Behinderungen, die jeder hat, gibt es natürlich die ganz massiven Beeinträchtigungen, die die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben fast unmöglich machen.
Das gilt natürlich für alle Menschen, die davon betroffen sind. Sicherlich gibt es unter ihnen auch einige Crossdresser und Transsexuelle.
Denen ist aber das Selbstbestimmungsrecht weitgehend genommen.

Mir fällt ein Filmbericht ein, den ich vor einigen Wochen gesehen habe. Der hatte eigentlich nichts mit Crossdressing zu tun. Es ging um einen behinderten Jugendlichen. Im Laufe des Filmes kam es zu einer Szene:
Der Jugendliche zu seiner Erzieherin: "Fahre mit mir zu *-Stadt", ich möchte mir ein Kleid kaufen".
Die Erzieherin: "nein, Du bist ein Junge - und Jungs tragen keine Kleider".
Das ging noch eine Weile so weiter, war aber nicht Thema der Sendung, also wurde dieser Aspekt auch nicht weiter verfolgt.

Ich frage mich manchmal, wie es wäre, wenn Andere über einen bestimmen, was einem schmecken soll, was man anziehen soll, ob man Sex haben darf, ob ich Hosen anziehen muss, weil ich ein Mann bin....

Ich denke, der Link zum deutschen Behindertenrat ist ein guter Hinweis für die Leute, die sich zur Behindertenproblematik informieren möchten.
... sonst liest man vielleicht nur in der Zeitung: "3. Dezember - Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung"... und vergisst es recht schnell wieder.
Natürlich wird diese kleine Notiz nichts "bewirken", aber mir sei der Hinweis auf diesen Tag gestattet )))(:

http://www.deutscher-behindertenrat.de/

Gruß
CPG

Re: 3. Dezember: Int. Tag der Menschen mit Behinderung

Verfasst: Sa 5. Dez 2009, 10:31
von Anne-Mette
Moin,
Worauf ich hinaus will: Bei allem Bemühen von Einrichtungen wie dem Behindertenrat oder anderen kann jede Einzelne hier helfen. Ich wünsche mir manchmal Menschen um mich, die mich trotz meiner Behinderung ermutigen, meine Wünsche zu erfüllen, meine Träume zu leben. Auch wenn sie dann nicht perfekt sind. Denn im täglichen Kampf mit den Problemen verbrauchen sich die Kräfte schneller. Die seelische Hilfe ist meist wichtiger als die körperliche und die kann jeder leisten.
... und deshalb mein kleiner Einstieg. Es ist nicht leicht; oft verletzt man jemanden oder findet nicht die richtigen Worte - mir war es aber wichtig, das Thema dieses Tages auch hier ins Gedächtnis zu rufen, d.h. etwas mehr dazu zu schreiben was über die dreizeilige Notiz in unseren Tageszeitungen hinausgeht.

"wir sind alle behindert!" habe ich nun in dem obigen Posting in Fettbuchstaben gesetzt; und das meine ich auch so. Ich wollte auch nicht polarisieren; dass es Abstufungen in den Einschränkungen gibt, wollte ich nicht wertend beschreiben.

Gruß
CPG