Realität in Bayern
Verfasst: Fr 15. Feb 2013, 13:47
Hallo in die Runde,
im "Regensburger Wochenblatt" (Landkreis Regensburg) vom 13.02.2013 war auf Seite 1 als Schlagzeile zu lesen:
"Schüler kommt im Kleid, Rektor flippt völlig aus!
Axel L. ist nicht der bravste Schüler, doch ein Rowdie ist er nicht. Weil seine Mutter Rheinländerin ist, fragte er seine Freunde auf Facebook, ob er sich trauen soll, als frau in die Schule zu gehen. Die bestärkten ihn: Am unsinnigen Donnerstag geht er in die Neutraublinger Mittelschule als Frau verkleidet. Der Rektor aber findet das gar nicht komisch und schließt ihn vom Unterricht aus."
Und auf Seite 4 findet sich dann folgender Artikel:
"Aus dem Unterricht geworfen, weil er in Frauenkleidern kam!
Mutter schminkte Axel L. (Name geändert) für Weiberfasching, doch der Rektor der Schule Neutraubling ist sauer
Von Christian Eckl
Vielleicht ist Axel L.s (Name geändert) Pech, dass seine Mutter Rheinländerin ist. Dort nämlich feiert man Fasching meist in einem rauschenden Fest. In Neutraubling indes, wo der 16-jährige auf die Mittelschule geht, da ist Fasching offenbar nicht so beliebt. Weil er als Frau am Unsinnigen Donnerstag in die Schule ging, soll ihn der Rektor aus dem Unterricht ausgeschlossen haben. Gleichzeitig soll der Rektor per Durchsage allen Schülern mit einem Verweis gedroht haben, die Bilder von Axel als Mädchen auf Facebook stellen. Ich bin entsetzt, sagte die Mutter des Jungen auf Anfrage. Eltern anderer Schüler hatten sich an das Wochenblatt gewandt. Der Rektor hat mich in die Schule zitiert, weil mein Junge nicht ordentlich gekleidet sei, sagte die Mutter unserer Zeitung. Ich solle ihn abholen und ihm anständige Kleider mitbringen. Dabei habe ich ihn doch selbst geschminkt! In der Tat kam der Junge am Weiberfasching mit einem Kleid und in Damenstrümpfen in die Schule. Auf einem Bild sieht Axel richtig aus wie ein Mädchen — die anderen Schüler scheinen vom Outfit begeistert gewesen zu sein. Sie zückten ihre Handys und fotografierten ihn vielfach — verbotenerweise, denn in der Mittelschule Neutraubling herrscht Handy-Verbot. Das scheint den Rektor auf den Plan gerufen zu haben, der für eine Stellungnahme nicht erreichbar war. Der nahm den Jungen aus der Klasse. Er hat ihm mit einem verschärften Verweis gedroht, erzählt die Mutter. Außerdem sollte die Klassenleiterin noch die Bemerkung im Zeugnis ändern!
Axel wurde in eine andere Klasse gesetzt, musste eine Strafarbeit schreiben.
Ein bisschen wie Bart Simpson aus der Zeichentrickserie, der zu Beginn jeder Folge an der Tafel steht und einen Satz wiederholen muss. Doch Axel schrieb einen herzzerreißenden Kommentar. Da ich in Frauenkleidung in die Schule gegangen bin, muss ich diese Seite schreiben. Ich persönlich frage mich, was denn daran so schlimm ist. Ich meine, wenn ich jetzt ein Transsexueller wäre, würde niemand was sagen. Ich persönlich würde es normal finden. Axel habe auf Facebook geschrieben, wenn er eine bestimmte Zahl von gefällt mit Klicks bekäme, dann würde er sich trauen, als Frau zur Schule zu gehen. Ich meine, die Leute wollen doch, dass wir unsere Versprechen halten, schreibt der Schüler. Zudem fand er es nicht witzig, dass der Rektor offenbar der Tatsache, dass er keinen Vater hat, das ungebührliche Verhalten anrechnete. Meine Mutter ist die Beste, besser als jeder Vater sein kann. Natürlich fehlt da etwas, aber meine Mutter versucht alles, um mich glücklich zu machen, schreibt er in der Strafarbeit. Im Schulamt kennt man den Fall, will sich aber nicht weiter dazu äußern. Nur so viel: In Bayern arbeitet man zu Fasching, das mag im Rheinland anders sein. Dafür haben wir ja auch eine Woche Ferien, so ein Schulamtsdirektor."
Soviel zur Realität in Bayern im Dritten Jahrtausend. Mir fehlen die Worte.
Liebe und nachdenkliche Grüße in die Runde von Olivia
im "Regensburger Wochenblatt" (Landkreis Regensburg) vom 13.02.2013 war auf Seite 1 als Schlagzeile zu lesen:
"Schüler kommt im Kleid, Rektor flippt völlig aus!
Axel L. ist nicht der bravste Schüler, doch ein Rowdie ist er nicht. Weil seine Mutter Rheinländerin ist, fragte er seine Freunde auf Facebook, ob er sich trauen soll, als frau in die Schule zu gehen. Die bestärkten ihn: Am unsinnigen Donnerstag geht er in die Neutraublinger Mittelschule als Frau verkleidet. Der Rektor aber findet das gar nicht komisch und schließt ihn vom Unterricht aus."
Und auf Seite 4 findet sich dann folgender Artikel:
"Aus dem Unterricht geworfen, weil er in Frauenkleidern kam!
Mutter schminkte Axel L. (Name geändert) für Weiberfasching, doch der Rektor der Schule Neutraubling ist sauer
Von Christian Eckl
Vielleicht ist Axel L.s (Name geändert) Pech, dass seine Mutter Rheinländerin ist. Dort nämlich feiert man Fasching meist in einem rauschenden Fest. In Neutraubling indes, wo der 16-jährige auf die Mittelschule geht, da ist Fasching offenbar nicht so beliebt. Weil er als Frau am Unsinnigen Donnerstag in die Schule ging, soll ihn der Rektor aus dem Unterricht ausgeschlossen haben. Gleichzeitig soll der Rektor per Durchsage allen Schülern mit einem Verweis gedroht haben, die Bilder von Axel als Mädchen auf Facebook stellen. Ich bin entsetzt, sagte die Mutter des Jungen auf Anfrage. Eltern anderer Schüler hatten sich an das Wochenblatt gewandt. Der Rektor hat mich in die Schule zitiert, weil mein Junge nicht ordentlich gekleidet sei, sagte die Mutter unserer Zeitung. Ich solle ihn abholen und ihm anständige Kleider mitbringen. Dabei habe ich ihn doch selbst geschminkt! In der Tat kam der Junge am Weiberfasching mit einem Kleid und in Damenstrümpfen in die Schule. Auf einem Bild sieht Axel richtig aus wie ein Mädchen — die anderen Schüler scheinen vom Outfit begeistert gewesen zu sein. Sie zückten ihre Handys und fotografierten ihn vielfach — verbotenerweise, denn in der Mittelschule Neutraubling herrscht Handy-Verbot. Das scheint den Rektor auf den Plan gerufen zu haben, der für eine Stellungnahme nicht erreichbar war. Der nahm den Jungen aus der Klasse. Er hat ihm mit einem verschärften Verweis gedroht, erzählt die Mutter. Außerdem sollte die Klassenleiterin noch die Bemerkung im Zeugnis ändern!
Axel wurde in eine andere Klasse gesetzt, musste eine Strafarbeit schreiben.
Ein bisschen wie Bart Simpson aus der Zeichentrickserie, der zu Beginn jeder Folge an der Tafel steht und einen Satz wiederholen muss. Doch Axel schrieb einen herzzerreißenden Kommentar. Da ich in Frauenkleidung in die Schule gegangen bin, muss ich diese Seite schreiben. Ich persönlich frage mich, was denn daran so schlimm ist. Ich meine, wenn ich jetzt ein Transsexueller wäre, würde niemand was sagen. Ich persönlich würde es normal finden. Axel habe auf Facebook geschrieben, wenn er eine bestimmte Zahl von gefällt mit Klicks bekäme, dann würde er sich trauen, als Frau zur Schule zu gehen. Ich meine, die Leute wollen doch, dass wir unsere Versprechen halten, schreibt der Schüler. Zudem fand er es nicht witzig, dass der Rektor offenbar der Tatsache, dass er keinen Vater hat, das ungebührliche Verhalten anrechnete. Meine Mutter ist die Beste, besser als jeder Vater sein kann. Natürlich fehlt da etwas, aber meine Mutter versucht alles, um mich glücklich zu machen, schreibt er in der Strafarbeit. Im Schulamt kennt man den Fall, will sich aber nicht weiter dazu äußern. Nur so viel: In Bayern arbeitet man zu Fasching, das mag im Rheinland anders sein. Dafür haben wir ja auch eine Woche Ferien, so ein Schulamtsdirektor."
Soviel zur Realität in Bayern im Dritten Jahrtausend. Mir fehlen die Worte.
Liebe und nachdenkliche Grüße in die Runde von Olivia