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Transexuell, und nun ...?

Verfasst: Mo 5. Mär 2012, 18:57
von .Lena
Hallo ihr Lieben :>
Ich bin sehr froh dieses Forum gefunden zu haben.
Endlich Leute die mich verstehen :)

Zz geht es mir nicht sehr gut und ich hoffe ihr bringt mich etwas weiter.
Hier mal nen Auszug von mir aus einem anderen Forum damit ihr
erstmal versteht was ich meine:

Hallo an alle Forenuser

Zugegeben bin ich etwas verzweifelt.
Ich bin Transexuell.

Biologisch gesehn bin ich ein gesunder 17 jähriger SchülER. Momentan mache ich mein
Abitur an einer Berufsschule für Pädagogik und Psychologie, was meine Situation
nich unbedingt leichter macht.

Mein größter Wunsch ist es meinen Körper anpassen zu können und
als Frau in der Gesellschaft akzeptiert zu werden.

Gemerkt habe ich das ca mit 11/12 oder wenn ich mich
recht zurück errinere fing das schon in der Kindheit an. Es gibt da so einige Errinerungen
die erstmal unscheinbar wirken aber fest in mir abgespeichert wurden. Ein Bsp.:Fasching im
Kindergarten... Eine Freundin hatte rote High-heels von Mama mit und ich wollte sie unbedingt
tragen. Das weiß ich noch sehr genau. Ich denke dies ist der auschlagebende Punkt für mich
gewesen. Auch wollte ich immer UNBEDINGT meinen Körper ändern. In meiner damals "lustigen"
Kinderfantasie wollte ich unbedingt dick sein, ein Hund oder ka was. Klingt vllt
etwas komisch ... Aufgefallen ist auch das ich mich oft sehr feminin verhalten habe. Ich habe
gerne mit Barbies gespielt,hatte einen Kinderwagen,einen Mädchenschulranzen etc.
Heute ist es immernoch so das enge Freunde gerne mal von meiner "weiblichen-Seite"
sprechen. Ahnen sie es vllt? Geoutet habe ich mich aber nie!

Mit dem Anfang der Pubertät wurde mir dann klar das ich eig ein Mädchen bin.
Es fing damit an heimlich Mamas Klamotten zu tragen oder sich einen BH auszustopfen.
Irgendwann habe ich dann angefangen mir Mädchen-Klamotten zu kaufen.

Ich bin kein Mann der eine Frau sein will. Nein, ich bin eine Frau mit einem falschen
Körper. Ich möchte das die Leute das erkennen.
Anfangs hatte ich versucht dagegen anzukämpfen doch wenn man es
erstmal akzeptiert hat is man vllt doch ganz froh damit

Momentan lebe ich noch in meinem Elternhaus. Hier weiß keiner
von meinem Problem. Viel zu groß ist die Angst vor einem Outing.
Meine Mum wäre unheimlich enttäuscht da sie sich schon immer Enkel
wünscht.
Aber sobald ich mit der Schule fertig bin möchte ich in eine fremde Stadt ziehen
und dort ein neues Leben beginnen.

Ich sage immer, die glücklichsten Menschen sind jene, die eine Chance haben, ihren Lebenstraum zu
erfüllen. Mein Traum klingt simpel: Ich möchte einfach nur ICH sein dürfen...

Zwar habe ich Vorfreude darauf, ein neues Leben zu beginnen... doch es bringt auch Ängste mit sich.
Wie werden die Freunde/die Familie reagieren? Was hat das für berufliche Folgen? ( Zugegeben bin ich oft
kurz davor mein Abi hinzuschmeisen. Wer möchte schon ein geschlechtliches Halbwesen im Betrieb haben?)
Werde ich jemals wieder einen Partner finden? .. und wenn nich, naja den Preis würde ich zahlen ...

Zeitweise bin ich sehr verzweifelt und weiß das ich eig psy. Betreung bräuchte. Aber ich habe zu viel Angst an die
Öffentlichkeit zu gehen.
Meine Situation brachte mich soweit, den Kontakt zu meinem Vater von heute auf morgen abzubrechen.
Das fällt mir sehr schwer...
Doch ich denke ich bin auf dem richtigen Weg. Zwar wird er lang doch den Anfang habe ich gemacht.
Ich bin mir meiner Situation bewusst.


Wer aufmerksam bis hier gelesen hat wird mein "Problem" wohl erkannt haben.

Jedoch gibt es EINE Sache die mich etwas stutzig macht. In meinem Kleiderschrank habe
ich viele Mädchen-Klamotten und auch Silikonbrüste. Die sind echt toll und ich fühle mich
damit sehr wohl. JEDOCH kann ich nich leugnen das mich diese Sachen nicht auch sexuell
anregen. Naja vllt liegt es daran, das ich trotz meiner Transexualität Mädchen liebe. Also bin
ich in dem Sinne eig Homosexuell. Oder doch Bi? ka :D ... Oder ist das vllt ein Indiz dafür
das ich nicht Transexuell bin?

Neben dieser Sache beschäftigen mich auch noch anderen Dinge:

1. Das Wachstum echter Brüste.
Ja ich habe Silikoneinlagen und ja ich mag sie :) Dennoch sind mir echte Brüste fast am wichtigsten.
Zu fühlen wie sie wachsen und hin und her wippen. Das muss toll sein! :D
Und ich weiß das Hormonelle Selbstversuche sehr gefährlich sind doch versucht das mal einer Transexuellen zu
erklären. Nebenwirkungen hin oder her. Lieber würde ich sterben als in meinem jetzigen Körper zu bleiben.
Aber keine Angst ich lasse die Finger davon. Aber hat jmd Erfahrungen damit und möchte vllt mal berichten?

2. Der Weg!
Klar ich weiß am Anfang steht ein Outing, dann zum Hausarzt dann zum Psychologen etc.
Aber wie genau läuft das ab? Gehe ich zu meinem Arzt und sage "Hallo ich bin Transexuell und
möchte einen Psychologen". Und wenn das erstmal Geschafft ist, wie genau geht es beim Psychologen weiter?

3. Meine Ängste.
Die sind natürlich echt schlimm und ich denke viele TS können das nachvollziehen.
CD können ihren Bedrüfnisse heimlich ausleben doch ich bin mir sicher das ich das nich
kann. Das Leben in einer Männerrolle fällt mir schwer und macht mich echt kaputt.
Sehr viel Angst habe ich um meinen Beruf. Ich habe zwar noch keine Ahnung was ich mache
doch werde ich überhaupt einen Beruf finden?

Das wars erstmal von meiner Seite! Ich weiß es ist sehr viel aber wenn ihr alles gelesen habt schonmal
DANKE! Alleine die eigenen Gedanken aufzuschreiben tut sehr gut.
Gibt es hier vllt noch andere TS? Wie weit seit ihr? Wie fühlt ihr? Wie ist es euch ergangen?
Würde mich freuen wenn ich da so einges lesen kann :) Was ist toll an einer Geschlechtsangleichung?
Was bereitet Kummer? Über Tipps jeglicher Art würde ich mich freuen.
Danke,
Liebe Grüße Lena :)

Re: Transexuell, und nun ...?

Verfasst: Mo 5. Mär 2012, 19:18
von Anne-Mette
Guten Abend,

... und herzlich willkommen )))(:

Ich verstehe gut, dass Du gerne wissen willst, was mit Dir ist und welche Möglichkeiten es gibt, sich dem "gefühlten Geschlecht" anzupassen.
Da es Dir um sehr ernste Auskünfte geht, möchte ich Dir die Beratung durch eine fachkundige Stelle empfehlen.
Natürlich kannst Du auch von unseren Usern, die einen ähnlichen Weg gehen, Hinweise bekommen.
Aber bitte verlasse Dich nicht auf "Küchenpsychologie" durch Diskussionen in mehreren Foren.
Es geistern viele "Halbwahrheiten" durch das Netz )))(:

Auf unserer Linkseite http://www.crossdresser-forum.de/crossd ... links.html gibt es viele weiterführende Seiten - und auch die Beschreibungen von Lebenswegen. So hast Du Lesestoff, bis hier weitere Antworten kommen.

Was ist toll an einer Geschlechtsangleichung?
Na, es geht nicht um eine Moderichtung. Das Studieren einiger Lebenswege wird Dir zeigen, dass es kein Spaziergang ist.

Gruß
Anne-Mette

Re: Transexuell, und nun ...?

Verfasst: Mo 5. Mär 2012, 20:13
von Julia11
Erst ein mal ein Hallo Lena,
Anfangs sollte ich vermutlich erwähnen, das ich ebenfalls in deinem Alter bin (momentan 18) und auch kurz vor dem Abiturprüfungen stehe (in 2 wochen ises soweit). Ich kann deine Gefühle also großteils nachvollziehen, da ich momentan in einer ähnlichen Lebenssituation stecke. Ich bin jedoch nicht Transsexuell, ich möchte an meinem Körper nichts ändern und doch steh ich gerade wieder auf einem (sogar für mich) erstaunlichen Tief. Für mich war bisher der einzige Weg nicht an mir selber zu zerbrechen, streng zwischen meinem "männlichen" Teil und Julia zu unterscheiden. Leider bricht die Julia in mir immer mehr, immer öfter und (leider) auch stärker aus mir heraus. Ich sollte wohl auch schon länger bei einem Psychologen oder ähnlichem sein, um mit mir selber ins Reine zu kommen, doch die Angst vor Öffentlichkeit (und die Entfernung bis zum nächsten in solchen Fragen ansprechbaren Psychologen) hat mich bisher immer davon abgehalten. Solche Geschichten aus der Kindheit habe ich leider nicht (üps hab ich doch :D aber nur eine kleine und zwar weiß ich noch wie ich mich im Kindergarten mit einer Freundin als Prinzessinen verkleidet hatte; wir hatten damals 2 solcher Prinzessinenkleider und jede von uns trug eines ... aber nur heimlich hinter dem Vorhang eines Fensters), bei mir fing es mit den Klamotten meiner Mutter an, als ich um die 11 war.
Mittlerweile versuche ich die Trennung meines "männlichen" Teils und Julia immer mehr zu reduzieren, da mich eben jene Trennung die mich so lange vor mir selber gerettet hat, beginnt innerlich zu verwüsten und zu zerstören. Meine Eltern wissen zwar von Julia (oder zumindest davon das ich gerne Kleider etc. tragen wollen würde), haben mir jedoch bisher (aus meiner Sicht) eher das Gefühl vermittelt, es nur schwer akzeptieren zu können.
Seit einem Jahr schiebe ich ein Outing zumindest innerhalb der engen Familie (welches mir hoffentlich ermöglichen würde Julia zumindest daheim von der Leine zu lassen) immer wieder vor mir her. Ich habe mir jedoch fest vorgenommen mich direkt nach dem Abitur darum zu kümmern (ob ich es auch schaffen werde weiß ich allerdings noch nicht).
Der Traum davon ICH sein zu dürfen/können schwebt auch in meinem Kopf herum, ich bin jedoch immer seltener gewillt ihn noch länger hinauszuzögern, denn (wie oben schon beschrieben) wird dies für mich immer schwieriger. Es freut mich insofern natürlich besonders jemanden in meinem Alter kennenzulernen, der (oder die) dieselben bzw ähnliche Probleme hat wie ich. Die meisten hier sind doch etwas älter *duck und wegrenn* :D. Aber mal im Ernst, ich versteh deine Situation in großen Teilen (auser das ich meinen Körper behalten will ... zumindest bisher).
Das das Tragen weiblicher Kleidung eine gewisse sexuelle Note hat, die durchaus erregend ist/sein kann, ist mir ebenfalls bewusst (ist bei mir ebenfalls der Fall) und wie du auch bin ich der Meinung, das es damit zu tun hat das ich trotz Julia immer noch auf Mädchen stehe.
Das mit dem Psychologen kann ich dir leider nicht beantworten (ich war selber noch nie bei einem), hab jedoch den ersten Schritt zu einem Arzt bereits gemacht. Ich war bei einem Urologen in der Nähe, der mich körperlich untersucht hat und mir daraufhin bescheinigt hat, das ich biologisch komplett männlich bin. Zur weiteren Betreuung/Beratung gab er mir auch noch die Adresse eines Psychologen in meiner direkten Umgebung, den ich jedoch nie erreichen konnte (und es mitterlweile auch nicht mehr probiere, da es mir irgendwann auch zu blöd wurde).
Das Leben in der Männerrolle macht mich zwar nicht kaputt, so wie dich, jedoch komme ich nicht damit klar in diese Männerrolle "hineingezwungen" worden zu sein. Ich will die Möglichkeit haben auch mal auf Julia umzuschalten, ohne das ich schlechte oder unangemessene Reaktionen erwarten muss.
Und was deine Befürchtungen zum Thema Beruf angehen ... darüber mach ich mir momentan keine Gedanken ^^ ers mal Abi schaffen, das danach kommt auch ers danach :D.
Ich hoffe das ich dir weiterhelfen konnte und werde dir Bescheid geben, sollte ich mein Outing in einem Monat (zumindest in kleinerem Kreise) erfolgreich und zu meiner Zufriedenheit abgeschlossen haben.
Liebe Grüße aus dem Süden Julia (flo)

Re: Transexuell, und nun ...?

Verfasst: Mo 5. Mär 2012, 20:19
von Bianca D.
Moin Lena,

Herzlich willkommen hier im Forum! Deine ausführliche Vorstellung hat in mir Erinnerungen an meine eigene Jugend hervorgerufen.Die liegt nun schon einige Jahrzehnte zurück,aber die Gefühle
waren ähnlich,nur war ich mir mangels Infomöglichkeiten damals gar nicht bewußt,was los war.Heute bin ich klüger und gehe den Weg bis zu Ende.
Dir kann ich nur raten,unbedingt einen TS-erfahrenen Psychotherapeuten aufzusuchen.Dafür mußt du natürlich erstmal ne Menge rum telefonieren,bis du den Richtigen gefunden hast,vielleicht
kennt auch dein Hausarzt jemanden.Und keine Sorge,du bist kein Exot,die Ärzte wissen schon,wie sie mit dir umzugehen haben.
Wenn du einen geeigneten Thera gefunden hast,beginnst du meist auch den Alltagstest,d.h. du lebst 24/7 als Frau. Darin und in allen anderen Belangen des Alltages,die von deiner TS betroffen
sind,wird der Therapeut dich begleiten,denn es braucht seine Zeit,bis du in der neuen Geschlechterrolle angekommen bist.In der Regel vergeht ein Jahr,kann aber auch früher sein,bis das erste
Gutachten erstellt wird,mit dem du dann zu einem Endokrinologen gehst und um Beginn der gegengeschlechtlichen Hormontherapie bittest.Parallel dazu kannst du beim Amtsgericht auch die Änderung deines Vornamens/Personenstandes beantragen.Daß ist der einzige Punkt,der richtig ins Geld geht,die übrige Behandlung bezahlt die KK.
Das alles bedarf natürlich eines eisernen Willens und des Mutes, die Änderung in deinem Leben einzuleiten.Und keine Angst vor dem Outing,viele reagieren offener und verständnisvoller als du denkst.
Im übrigen ließ dich mal durch die Tagebücher hier.

LG Bianca

Re: Transexuell, und nun ...?

Verfasst: Mi 7. Mär 2012, 18:23
von .Lena
Erstmal vielen lieben Dank für die vielen lieben Worte :)
Ich würde auch mitlerweile sehr gerne zu einem Therapeuten gehen
da ich mir meiner Sache ziemlich sicher bin. Das Problem nur.
Ich lebe auf dem Land :( Hier ist weit und breit kein Psychoth.
und erst recht keiner mit Erfahrung zum Thema Transexualität.
Gibt es vllt sowas wie nen Online Psychologen oder so? :)
Wäre doch mal ne tolle Sache.

Re: Transexuell, und nun ...?

Verfasst: Mi 7. Mär 2012, 19:11
von Kerstin
.Lena hat geschrieben:......
Gibt es vllt sowas wie nen Online Psychologen oder so? :)
............
Hallo Lena
Selbst wenn es einen solchen geben würde - bei so etwas geht, finde zu mindestens ich, nichts über das persönliche Gespräch.

LG Kerstin

Re: Transexuell, und nun ...?

Verfasst: Mi 7. Mär 2012, 19:20
von crosstina85
Online-Psychologen sind nur zu empfehlen, wenn es zu einem Treffen vor dem Gespräch kommt. Das Vertrauen zum Therapeut ist ja das Wichtigste. Aber Hut ab, das du das Thema angehen möchtest!

Re: Transexuell, und nun ...?

Verfasst: So 2. Sep 2012, 07:41
von ExuserIn-2015-02-14
Hallo liebe Lena,

zufällig bin ich auf Deinen Thread vom 05. März gestoßen und er hat mich sehr berührt, zu sehen, wie ein junges Mädchen zwischen wahrer Identiät und Gesellschaft hin- und hergerissen ist. . Wie geht es Dir zum jetzigen Zeitpunkt? Hast Du das Abitur geschafft? Hast Du dich schon irgendwie geoutet?
Was fällt mir zu Deiner Situation ein:
1.- Du bist eine intelligente, junge Frau, die leider momentan im falschen body leben muss, was aus heutiger medizinischer Sicht zu korrigieren wäre, - es ist also kein Drama!
2.- Du hast deinen gefühlten geschlechtlichen Status sehr präzise und ehrlich beschrieben, was auf dem Selbstfindungsweg zur wahren Identität sehr wichtig ist.
3.- Du bist/warst an einer Berusschule für Päd. + Psycho., d.h. Du hast psychologische Grundkenntnisse vermittelt bekommen, dann dürfte Dir die grundsätzliche Problematik zwischen Geist-Körper-Seele bekannt sein. Einer Tatsache der sich alle Menschen mehr oder weniger stellen müssen. Wer oder was wir sind, formt definitiv immer unser Geist, initiiert durch unsere Seele, erst dann somatisiert sich der Mensch.
In letzter Konsequenz einfach gedacht, so bist Du und nur Du allein Deines Glückes Schmied. Warum sollte Dir da ein Psychologe helfen können, wo sie doch meinen und vorgeben, etwas zu wissen? Der Mensch ist ein zu komplexes Wesen, als ihn nur auf ein paar Neurotransmitter reduzieren zu können. Auch ist der Mensch nicht determiniert in seinen Handlungen/Verhaltensmuster, wir besitzen nun mal eine freien Willen, der uns zu dem macht, was wir meinen sein zu müssen. Wenn Du eine Frau bist, so bist Du eine Frau, egal ob im falschen Körper oder nicht!
Begreife und lerne, dass Du diesen Weg nur ganz allein gehen kannst und musst, wenn Du ans Ziel kommen möchtest.
Noch einen gut gemeinten Rat: Halte an den Menschen fest, die Dich so lieben wie Du bist!
Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du die richtigen Entscheidungen triffst und gehe es mit Ruhe und Gelassenheit an, denn Du bist noch sehr jung und hast für Veränderungen noch viel Zeit.

Ganz liebe Grüsse von Ladylike!

Re: Transexuell, und nun ...?

Verfasst: So 2. Sep 2012, 11:48
von Caira
Hi Lena,

möchte dazu gar nicht viel schreiben - aber deine Geschichte könnte meine sein. Die selben Gedanken, die selten Gefühle, die selben Ängste. Ist glaube bei allen TS ähnlich oder gleich.

Habe eine Psychologen, aber ob ich den Mut habe das bis zum Schluss durchzuziehen steht auf einem anderen Blatt. Die Barriere bin aber nicht ich, sondern mein Umfeld. Genau wie bei Dir. Wäre ich allein auf der Welt oder wäre es allen egal, würde die Frage gar nicht im Raum stehen. So ist es immer eine Art Spießrutenlauf. Man hat also quasi die Wahl zwischen diesem harten Weg mit viel Steinen und vielleicht auch Enttäuschungen/Tiefs oder ein Dasein zu fristen, bei dem die Sehnsucht einen mal stärker mal schwächer regelrecht auffrisst. Teufel oder Belzebub? Ehrlich gesagt weiß ich es nicht. Vielleicht in 3 Monaten, in 6 oder in einem Jahr ... :|

LG Caira

P.S. Tausche mich gern auch per PM aus

Re: Transexuell, und nun ...?

Verfasst: So 7. Okt 2012, 16:23
von ab08
Jana hat geschrieben:Ich würde generell von einer "Flucht in eine andere stadt und dann ein neues Leben beginnen abraten. Ich musste, wo ich noch sehr jung war, diese Flucht machen und es kann sehr viele Schmerzen bedeuten. Probleme Lösen sich dadurch, doch auch schöne Sachen lässt man hinter sich.
Doch wenn du nicht so Leben kannst wie du willst und wie du dich fühlst, dann kann es trotzdem ein Gewinn sein. Aber vergesse nicht dein altes Leben.
Liebe Lena,

den Rat von Jana unterstütze ich ausdrücklich! Bei mir änderte sich bis auf Anrede, Namen und Berichtigung der Geschlechtsangabe im Geburtenregister nichts.
Natürlich ohne körperliche Korrekturen hätte ich es nicht ausgehalten, aber ich wollte z.B. weder Wohnung, noch Arbeitsplatz, noch Freundeskreis verändern!!
Das gelang glücklicherweise im Großen und Ganzen. Einige wenige Personen wanden sich nach dem Outing von mir ab, viele(!) neue Freundschaften entstanden.
Nur erteile ich am ursprünglichen Gymnasium weiterhin keinen Unterricht, sondern bin an ein anderes abgeordnet... Das ist die einzige Änderung.
Es hängt natürlich sehr von der Person und vielleicht auch vom Alter ab, aber ich wollte Wohnort, liebgewordene Freunde usw. nicht wegen so einer Sache aufgeben.
Mir ist bewußt, dass ich so meiner Umgebung einiges zumutete... Aber ich finde, dass dies eine Gesellschaft, die den Begriff "Humanität" für sich beansprucht, aushalten muss.

Liebe Grüße
ab
(eine 1950 mit unpassenden Genitalien geborene Frau - Gymnasiallehrerin M/Ph))

P.S. Bei Dir ist das natürlich eventuell ganz anders. Du bist jung... da bricht frau vielleicht alle Brücken ab und fängt irgendwo neu an. ...
Aber überlege gut, ob Du es gern aufgibst oder nicht...TI als alleiniger Grund erscheint mir hier als deutlich zu wenig.
Wenn eine intolerante Umgebung oder anderes dazu kommt, ist es andererseits durchaus einsichtig...

Re: Transexuell, und nun ...?

Verfasst: So 7. Okt 2012, 18:49
von exuser-12-02-2013
Hallo
ich weiss nicht, ob man das so vergleichen kann, aber ich hatte auch einen kompletten Ortswechsel hinter mir, als ich zum studieren nach München gekommen bin.
Auch wenn ich damals vor zwei Jahren noch sehr weit am Anfang stand, was es das beste, was ich je gemacht habe.
Endlich frei! Endlich alles hinter sich lassen. Schnell hab ich den Kontakt zu allen, die ich kannte (Familie ausgenommen) abgebrochen. Die Anonymität der Großstadt hat vieles erst möglich gemacht, bisher hatte ich in der provinz gelebt...
Ich möchte hier keine Ratschläge verteilen (dazu fehlt mir die Erfahrung), aber für jüngere könnte ein Neuanfang durchaus der richtige weg sein, ganz besonders dann, wenn man aus "beengten" Verhältnissen, sei es durch die Familie oder das Umfeld allgemein, kommt. Sein Leben anfangen muss man ja schließlich sowieso...
Obwohl ich dir, ab08, durchaus zustimme. Für Menschen in, sagen wir fortgeschrittenem Alter, die schon viele soziale Bindungen geknüpft haben und sich ein Leben aufgebaut haben, die würde zu viel verlieren.
Aber ich glaube, für die meisten uns war die Schulzeit/Kindheit kein Zuckerschlecken; ich jedenfalls habe nicht zurückgelassen, was mir fehlt.
So, das waren sie wieder, meine sonntagsabendlichen Ergüsse... schönen Abend noch!

lg
Sophie

Re: Transexuell, und nun ...?

Verfasst: So 7. Okt 2012, 19:14
von Sabrina Verena
Hallo!
Ich als 46 Jahre alte Frau kann Sophie nur zustimmen. Ein Ortswechsel bietet tatsächlich die Möglichkeit eines Neuanfanges, gerade auch in der Anonymität der Großstadt. Ich bin allerdingst in einem Dorf gelandet, als ich nach längerte Erwerbslosigkeit eine Vollzeitbeschäftigung fand und umgezogen bin. Da steckt dann die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes tief und hindert ein daran en femme raus zugehen. Wäre ich TS würde ich wahrscheinlich anders denken und handeln?!
Liebe Grüße
Verena

Re: Transexuell, und nun ...?

Verfasst: Di 9. Okt 2012, 20:21
von .Lena
Ich werde den Umzug in ein anderes Umfeld wohl wagen :)
Habe schon meinen Ausbildungsvertrag in einer anderen Großstadt unterschrieben.
Anfang 2013 kommt das Abi und weg bin ich :D

Re: Transexuell, und nun ...?

Verfasst: Mi 10. Okt 2012, 07:51
von exuser-23-11-2013
Hallo Lena,

ich drücke Dir alle Daumen das alles was Du Dir vorgenommen hast auch so in Erfüllung gehen. Meine Glückwünsche zu deinem Endschluss haste!!

Lg
Anouk