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Getriggert, verwirrt und schlecht geträumt...

Verfasst: Di 29. Okt 2024, 10:26
von HeikeCD
Hallo, (moin)

Ich schreibe hier mal meine Gedanken auf. Bin gerade ein wenig verwirrt und komme im Augenblick seit Sonntag mit mir selbst nicht so ganz klar. Naja, nun gehts wieder einigermaßen. Wie ihr wisst hatte ich mich so Mitte August ja bei meiner Freundin geoutet. So weit, so gut, es läuft auch alles wunderbar. Nun habe ich das dumme Gefühl das ich mir zur Zeit selbst im Weg stehe. Ich kann mich ausleben, tue es aber relativ selten, will sagen, ich fahre mit angezogener Handbremse.
Am Sonntag dann fühlte ich mich dann getriggert, durch eine Fernsehsendung und urplötzlich war es wieder da, diese Beklemmung; und ich merkte wie ich innerlich wütend wurde, auf mich selbst...irgendwie. Ausgelöst aber durch jemand anderes in der Flimmerkiste.
Und wie es dann immer so ist, ich fange an zu schweigen und einsilbig zu werden. Solche Situationen hatten wir in den Jahren schon ein paarmal, nach 2 Tagen löst sich das durch Reden dann wieder auf. Offene Streitereien wie man sie so kennt gibt es bei uns so nicht. Geredet haben wir allerdings dennoch, einige Formulierungen von mir waren allerdings wohl unglücklich. :cry:
Dazu noch, in der Nacht von Sonntag auf Montag hatte ich dann noch einen merkwürdigen Traum, ich war draussen und wurde verfolgt, als Frau, von einem Mann, dann habe ich mich in die Wohnung einer Bekannten geflüchtet und wie haben gewartet bis dieser Typ verschwindet, ist er dann auch und wir haben draussen nachgesehen. er war immer noch weg. "Verfolgungstraum", habe ich gegoogelt, hat etwas mit 'Vermeidungsverhalten' zu tun das man im Wachzustand zeigt...AHA! Da liegt der Hase wohl im Pfeffer.
Heute Nacht dann bin ich wieder mittendrin wachgeworden, was vor dem Outing schon ein paarmal passierte, und ich dachte "fängt das schon wieder an" :roll: . Ich bin jedenfalls aufgestanden, leise in die Küche und habe meiner Freundin dann einen Brief geschrieben, daß mir diese Mißstimmung leid tut, ich ihr dankbar bin für ihr Verständnis, die Akzeptanz/Toleranz und natürlich das ich sie liebe. Und, daß ich vielleicht endlich "loslegen" sollte. Danach gings mir tatsächlich besser und ich konnte wieder einschlafen. Sie hat sich auch gefreut heute morgen und wir haben das dann auch begraben.
Um noch mal auf den ersten Absatz zurückzukommen, vermutlich der Kern der Sache, ich glaube ich blockiere mich selbst, warum, wieso, weshalb...keine Ahnung.
Nun haben wir beschlossen das wir mit dem Wohnmobil mal irgendwo hinfahren und dort kann Heike dann endlich draussen "umherwandeln".
Vor habe ich das ja schon lange. In unserer Nähe gibt es drei Städte, jede fast gleich entfernt, zwei sind aber eher nichts. Entschieden habe ich mich für die nördliche, obwohl ich dort mal ein paar Jahre gearbeitet hab, ist aber auch schon länger her, dort gibt es eine relativ gute Innenstadt mit einer Passage, ein regional bekanntes großes Modehaus und einen Hafen wo man schön bummeln kann. Und vom Kopf her bin ich dazu auch bereit, nur irgendetwas bremst mich dann wieder aus.
Wobei ich in den Momenten wo ich mal Frau bin auch zum rauchen auf die Terrasse gehe und immer damit rechnen muß das jemand zu Besuch um die Ecke kommen könnte, ihr Vater z.B., der hätte für "sowas" nun so keinerlei Verständnis. ("ihr Vater" schreibe ich absichtlich weil er nur fünf Jahre älter ist wie ich, da klingt Schwiegervater etwas seltsam. :mrgreen: )
Dazu kommt das ewige Nachdenken darüber, oder wie Gene Hackman in "Heist-der letzte Coup" mal meinte: "Ohne Plan B bind ich mir noch nicht mal die Schnürsenkel zu.", obwohl ich theoretisch zur "Augen zu und durch"-Fraktion gehöre.
Fazit: Ich denke, ich muß "das Flugobjekt" wohl endlich mal vernünftig zusammenbauen, damit es auch richtig fliegen kann. :()b

Dazu passend Rosenstolz:

"Zersäg den Ast, auf dem du sitzt
Spring ab, fang an zu laufen
Das kann ich für dich nicht
Lass von dir hören, wenn's soweit ist
Du musst dich auch nicht ändern
Es ändert sich für dich"




Liebe Grüße

Heike

Re: Getriggert, verwirrt und schlecht geträumt...

Verfasst: Di 29. Okt 2024, 10:35
von Anne-Mette
Moin,
HeikeCD hat geschrieben: Di 29. Okt 2024, 10:26 ich glaube ich blockiere mich selbst,
Allerdings ist es nicht so, dass du etwas machen musst; es ist dein "freier Wille", dass du dich als "CD" betätigst, oder?
Ich würde dir raten, nichts "über's Knie zu brechen".
Lasse es wachsen (oder nicht), lass deine Gefühle fließen und unterwerfe dich nicht unnötig selbst einem Zwang.

Herzliche Grüße
Anne-Mette

Re: Getriggert, verwirrt und schlecht geträumt...

Verfasst: Di 29. Okt 2024, 10:50
von HeikeCD
Anne-Mette hat geschrieben: Di 29. Okt 2024, 10:35
Allerdings ist es nicht so, dass du etwas machen musst; es ist dein "freier Wille", dass du dich als "CD" betätigst, oder?
Moin Anne-Mette,

das ist wahr. Nun wo es raus ist kann ich damit auch relativ gut, oder viel besser umgehen. Der 'Befreiungsschlag' ist ja erfolgt, diesmal mit gutem Ausgang, nur irgendein Quentchen dazu fehlt irgendwie noch. Aber, da sagst du was, daß "fließenlassen" und "nichts übers Knie brechen" klingt gut. (yes)
Und vielleicht klingt "sollte" auch besser wie "muß" in dem Satz.

Liebe Grüße

Heike

Re: Getriggert, verwirrt und schlecht geträumt...

Verfasst: Di 29. Okt 2024, 11:22
von Alicia
Hallo Heike,

mit dem "nichts übers Knie brechen" kann ich Anne-Mette nur zustimmen. Erzwungene Ausflüge en femme sind von vorne herein zum Scheitern verurteilt, da man innerlich einen ungeheueren Druck aufbaut und alles 150%ig machen möchte. Hinterher ist man noch mehr niedergeschlagen und enttäuscht als vorher. Klar, es gibt ja kaum vergleichbare Erfahrungen, auf die frau zurückgreifen könnte.
Das Schreiben hier im Forum hat aus meiner Erfahrung heraus etwas Befreiendes. Es macht den Kopf klarer und frei für neue, realistische Ansätze. Und vielleicht kommt auch ein passender Tipp oder Ratschlag.

Jetzt probier's mal mit Gemütlichkeit und schlag dir deine Sorgen aus dem Kopf (nur geklaut). Der Ansatz mit dem Wohnmobil klingt diesbezüglich schon mal bärenstark. Wenn ich anderswo aus dem Womo en femme steige, fühle ich mich sofort wohl, weil ich um die Anonymität um mich herum weiß.

Liebe Grüße, Alicia. (ki)

Re: Getriggert, verwirrt und schlecht geträumt...

Verfasst: Di 29. Okt 2024, 13:03
von ExUserIn-2026-04-08
HeikeCD hat geschrieben: Di 29. Okt 2024, 10:26 Nun habe ich das dumme Gefühl das ich mir zur Zeit selbst im Weg stehe. Ich kann mich ausleben, tue es aber relativ selten, will sagen, ich fahre mit angezogener Handbremse.
Diesen Effekt kenne ich auch. Ich kann gar nich genau sagen, woher das bei mir kam. Ich habe Anfang des Jahres eine Reha en femme gemacht. Das war eine wunderbare Erfahrung und dort lernte ich sehr schnell u.a. eine Frau kennen, mit der sich eine kleine Frauenfreundschaft entwickelte. Als sie vorschlug, shoppen zu gehen, war ich dabei. Im Laden jedoch hatte ich regelrecht eine "Ladehemmung". Was ich sonst gerne tue, war mir plötzlich nicht mehr wichtig. Die neue Situation, ich war zum ersten Mal nicht alleine shoppen, hat mich überfordert. Ich denke, das kommt so nach und nach.
HeikeCD hat geschrieben: Di 29. Okt 2024, 10:26 Am Sonntag dann fühlte ich mich dann getriggert, durch eine Fernsehsendung und urplötzlich war es wieder da, diese Beklemmung; und ich merkte wie ich innerlich wütend wurde, auf mich selbst...irgendwie. Ausgelöst aber durch jemand anderes in der Flimmerkiste.
Auch das ist mir nicht unbekannt. Bei mir hat das vermutlich mit der Diskrepanz zwischen meinem "Anspruch" und meinem tatsächlichem Verhalten zu tun. Ich bin dann neben meiner Spur. ICh spüre, dass ich dann nicht das lebe, was ich mir wünsche.

Ich glaube, beides (in meiner Situation) ist ganz harmlos. Es zeigt nur, dass in mir die Scham gegenüber meinem Mut überwiegt. Es legt sich, zumindest bei mir ...

Re: Getriggert, verwirrt und schlecht geträumt...

Verfasst: Di 29. Okt 2024, 13:38
von NB-Sabine
HeikeCD hat geschrieben: Di 29. Okt 2024, 10:26 Wobei ich in den Momenten wo ich mal Frau bin auch zum rauchen auf die Terrasse gehe und immer damit rechnen muß das jemand zu Besuch um die Ecke kommen könnte,
Ich befürchte genau da liegt das Problem. Du hast immer noch das Gefühl etwas verheimlichen zu müssen.

Vielleicht wird es einfacher, wenn Du nicht "von Mann zu Frau zu springen versuchst", sondern einfach mal im Alltag etwas Weiblichkeit zulässt. Mal eine Damenjeans statt Männerhose, mal ein Damenoberteil statt Männerhemd, mal Damenschuhe statt Männerschuhe.

Das hat verschiedene Auswirkungen:
Du gewöhnst Dich daran mal Frauenkleidung zu tragen (weniger Stress und Aufregung für Dich selbst)
Deine Mitmenschen gewöhnen sich mit Dir zusammen an ein neues Äußeres (weniger Irritationen bei Deinen Mitmenschen)
aber das allerwichtigste finde ich, dass Du die Heimlichkeit verlierst, aus einem entweder Mann oder Frau wird ein mal ein bißchen offensichtlicher und mal etwas unauffälliger, je nachdem wie weit Du Dich "aus der Deckung" wagen möchtest.

Damit musst Du dann auch keine Angst mehr davor haben, dass andere etwas entdecken könnten, was Du ihnen nicht sowieso freiwillig zeigst/zeigen willst.

Heimlichkeit macht letztlich immer irgendwie einsam und ängstlich...

Meine jüngere Schwester fragte mich 2005 bei einem unserer ersten Gespräche darüber:
"Willst Du manchmal ganz und sonst gar nicht oder lieber immer ein bißchen?"

Meine Antwort war spontan: "Immer ein bißchen!..." denn meine "weiblichen" Anteile und Bedürfnisse sind ja immer da und immer Teil meiner Persönlichkeit. Sie sollten also letztlich Platz in meinem (öffentlichen) Alltag finden, sonst entsteht (durch Vermeidung/Verheimlichung) immer wieder ein Leidensdruck.

Vielleicht wäre das auch für Dich eine Idee...

P.S.: Ich mische seit 2005 männliche und weibliche Kleidung. Zu meinen Ohrringen kam weiterer Schmuck sowie Schminke und Nagellack und dann Kleidung und Stiefel aus der Damenabteilung dazu. Röcke trage ich erst seit 2023 auch öffentlich, obwohl ich das auch 2005 schon gerne gemacht hätte. Meine Frau und unsere Beziehung haben da aber einfach Zeit gebraucht...

Für mich hat sich 2005 als erstes geändert, dass ich angefangen habe selbstbewußt zu meinen Bedürfnissen zu stehen und keine Geheimnisse mehr darum zu machen...

Re: Getriggert, verwirrt und schlecht geträumt...

Verfasst: Di 29. Okt 2024, 16:36
von HeikeCD
Hallo ihr Lieben,
Alicia hat geschrieben: Di 29. Okt 2024, 11:22 mit dem "nichts übers Knie brechen" kann ich Anne-Mette nur zustimmen. Erzwungene Ausflüge en femme sind von vorne herein zum Scheitern verurteilt, da man innerlich einen ungeheueren Druck aufbaut und alles 150%ig machen möchte.
Hallo Alicia,
richtig, zumal ich auch gerne alles soweit gerne richtig angehe. Ich denke, es muß an jenem Tag 'Klick' machen und dann kann's losgehen.
Vicky_Rose hat geschrieben: Di 29. Okt 2024, 13:03 Ich glaube, beides (in meiner Situation) ist ganz harmlos. Es zeigt nur, dass in mir die Scham gegenüber meinem Mut überwiegt. Es legt sich, zumindest bei mir ...
Hallo Vicky_Rose,

Eine gewisse Scham, auch in einer anderen Stadt, wird bestimmt noch mit reinspielen. Die Sicherheit wird wohl nach einigen Malen erreicht werden. Ich bewundere ehrlich z.B. Violetta, wie sie, wie selbstverständlich, fremde Personen nach einem Foto fragt, oder auch Dolores hier die einfach ihr Ding durchzieht.
NB-Sabine hat geschrieben: Di 29. Okt 2024, 13:38 Vielleicht wäre das auch für Dich eine Idee...

P.S.: Ich mische seit 2005 männliche und weibliche Kleidung. Zu meinen Ohrringen kam weiterer Schmuck sowie Schminke und Nagellack und dann Kleidung und Stiefel aus der Damenabteilung dazu. Röcke trage ich erst seit 2023 auch öffentlich, obwohl ich das auch 2005 schon gerne gemacht hätte. Meine Frau und unsere Beziehung haben da aber einfach Zeit gebraucht...
Hallo Sabine,

Und diese Idee klingt gut. Rosèfarbener Strickpullover, oder Skinnyjeans z.B. Danach so dies oder das Teil dazu usw. und der Gewöhnungseffekt stellt sich dann langsam bei den 'Ahnungslosen' ein. Nagellack hatte ich in der Öffentlichkeit schon drauf, rot.


Euch allen, auch Anne-Mette, schon mal vielen Dank für euren Rat bzw. Tipps. (he) (ki)

Liebe Grüße Heike

Re: Getriggert, verwirrt und schlecht geträumt...

Verfasst: Di 29. Okt 2024, 19:23
von Knäckebrötchen
HeikeCD hat geschrieben: Di 29. Okt 2024, 10:26 Um noch mal auf den ersten Absatz zurückzukommen, vermutlich der Kern der Sache, ich glaube ich blockiere mich selbst, warum, wieso, weshalb...keine Ahnung.
Hallo Heike,

so aus dem Bauch heraus dachte ich "ja, ist doch logisch". Soll heißen, ich denke mal Du hast Dich zwar deiner Frau gegenüber offenbart, aber halt sonst niemandem gegenüber. Und nach dem anfänglichen Überschwang und der Erleichterung kommt jetzt der Punkt "Fuck, ich muss das ja auch jetzt machen! So in echt!" und da kann einem schon die Muffe saußen. Das glaube ich gerne. Und dann möchte man zwar, kann aber gar nicht, weil diese innere Stimme verzagt und ganz klein und leise wird. Statt lauter und mutiger, wie man sich das eigentlich wünscht. Und da kann man dann auch ganz schön wütend auf sich selbst werden, einfach weil doch irgendwie der Mut fehlt. Und wenn Du, wie Du schreibst, eigentlich eher der "Augen zu und durch"-Typ bist, umso mehr.

Der Vorschlag, das ganze langsam und klein einzuschleichen ist da sehr gut. Und trotzdem wirst Du irgendwann eben auch den Switch von "Mann" zu "Heike" machen wollen - und das wird wieder genauso herausfordernd werden. Denn, wenn Du mal hier ne Hose, da nen Pullover/Top trägst, dir die Fingernägel lackierst - dann bist Du trotz allem ein Mann, der halt auch mal Sachen aus der Damenabteilung trägt, weil er es schick(er) findet. Und das ist total entspannt. Kurzer Rock? Schon wieder was anderes. High Heels? Auch. Aber auch da gibt es ja inzwischen Menschen, die in den sozialen Medien unterwegs sind und das ganz offen kommunizieren und sagen "find ich halt schick, gefällt mir besser als der klassische Leder-Oxford, und nu?"

Aber Du wirst immer ein Mann sein, der einen etwas exzentrischen Kleidungsstil hat. Heike voll ausleben - das wird immer der Sprung ins Ungewisse bleiben, egal wie sehr Du das einschleichst. Vielleicht hilft dir der Urlaub mit dem Camper, mehr Selbstbewußtsein aufzubauen und sicherer in deinem Nebenleben zu werden. Aber dich in deiner vertrauten Umgebung zu outen... Und dennoch: Du hast es geschafft, Dich der für dich vermutlich wichtigsten Person in deinem Leben zu offenbaren, da ist der Rest eigentlich ein Kinderspiel!

PS: roter Nagellack ist halt schon wieder so cliché. Nimm etwas andere Farben, ein helles Blau, Grün oder Schwarz, das hat Pepp und Popp und wirkt viel ungezwungener. Habe ich ein gutes Jahr vor meinem eigenen Outing angefangen zu tragen und hat immer zu Komplimenten geführt :) Das Rot nicht so. Und Komplimente sind nicht nur toll, sie bauen auch Mut auf

Re: Getriggert, verwirrt und schlecht geträumt...

Verfasst: Di 29. Okt 2024, 19:45
von HeikeCD
Knäckebrötchen hat geschrieben: Di 29. Okt 2024, 19:23Und dennoch:- Du hast es geschafft, Dich der für dich vermutlich wichtigsten Person in deinem Leben zu offenbaren, da ist der Rest eigentlich ein Kinderspiel!
Hallo Knäckebrötchen,

vielen lieben Dank für deinen Zuspruch. Und schwarz und hellblau habe ich tatsächlich auch in meinem Repertoire, bzw. im Schminkköfferchen. Da hab ich instinktiv wohl zu den richtigen Farben gegriffen. (cow)

Liebe Grüße

Heike

Re: Getriggert, verwirrt und schlecht geträumt...

Verfasst: Di 29. Okt 2024, 20:45
von Desiree Maxima
Liebe Heike,

nichts übers Knie brechen - das sehe ich auch als Schlüssel, um sich selbst nicht zu sehr unter Druck zu setzen. Ich kann gut nachvollziehen, wie Du Dich fühlst, obwohl ich noch lange nicht so weit bin wie Du. Ich wollte in den letzten Tagen viel zu viel (auf meiner Entwicklungsstufe) und das ganze ist in einer Erschöpfung geendet.

Alicia antwortete in meinem Vorstellungsthread u.a. folgendes:
Alicia hat geschrieben: Mi 16. Okt 2024, 17:45 Jetzt komme erst mal an im neuen Leben, lass es entwickeln [...]
Vielleicht hilft uns das als ständiges Motto - nicht nur am Anfang.

Alles Liebe
Desiree

Re: Getriggert, verwirrt und schlecht geträumt...

Verfasst: Di 29. Okt 2024, 21:08
von Helga
HeikeCD hat geschrieben: Di 29. Okt 2024, 10:26 Ich kann mich ausleben, tue es aber relativ selten, will sagen, ich fahre mit angezogener Handbremse.
Liebe Heike,
zunächst einmal grundsätzlich: Auch wenn Violetta, Dolores und andere es uns intensiv vormachen: Es gibt keine Regel, die besagt, dass Crossdresser das Haus verlassen müssen. Viele beschränken ihr Crossdressing auf die eigenen vier Wände und sind trotzdem glücklich und ausgeglichen. Natürlich bewundere auch ich Violetta und Dolores (und andere), aber nicht für die Stunden in der Öffentlichkeit, sondern dafür, dass sie für ihre ganz speziellen individuellen Bedürfnisse einen Umgang gefunden haben und diesen konsequent durchziehen. Es gibt kein Ranking unter Crossdressern. Wir sind alle viel zu unterschiedlich um uns miteinander vergleichen zu können.
Aber ja, auch ich kenne diesen merkwürdigen Drang nach draußen. Vielleicht ist dies der unterbewusste Wunsch unsere Weiblichkeit trotz aller Heimlichkeit möglichst vielen Menschen zu zeigen, vielleicht auch ein Versuch die Frau in uns von fremden Menschen anerkennen zu lassen.
Wenn der innere Schweinhund einfach zu unüberwindbar scheint, gebe ich häufig den Tip einfach den nächsten Karneval zu nutzen. Dazu muss mensch nicht karnevalsaffin sein, es ist einfach der Anlass, der uns ganz offiziell erlaubt mal ganz anders rauszugehen. Damit möchte ich nicht gesagt haben, dass uns irgendwer anders verbieten würde en femme rauszugehen. Wir verbieten es uns selber. Zum Karneval können wir es uns erlauben. So zumindest ist mein erster Ausflug 2018 zustande gekommen. Bei Interesse findest du die etwas zu blumigen Schilderungen unter dem Stichwort "Sambakarneval". Ich brauchte diese Ausrede zum Karneval vor mir selber, allerdings nur dieses eine Mal. Dafür reichen auch die etwas zurückhaltenderen Karnevalsumzüge in Norddeutschland.
Ansonsten ist die Einladung zur Gruppe nach Hamburg, die ich übrigens sehr empfehlen kann, ja bereits erfolgt. Auch ein Anlass sich selbst mal etwas erlauben zu dürfen.
Liebe Grüße
Helga

Re: Getriggert, verwirrt und schlecht geträumt...

Verfasst: Di 29. Okt 2024, 21:25
von HeikeCD
Hallo Helga,
Helga hat geschrieben: Di 29. Okt 2024, 21:08Natürlich bewundere auch ich Violetta und Dolores (und andere), aber nicht für die Stunden in der Öffentlichkeit, sondern dafür, dass sie für ihre ganz speziellen individuellen Bedürfnisse einen Umgang gefunden haben und diesen konsequent durchziehen. Es gibt kein Ranking unter Crossdressern.
............
Dafür reichen auch die etwas zurückhaltenderen Karnevalsumzüge in Norddeutschland.
Ansonsten ist die Einladung zur Gruppe nach Hamburg, die ich übrigens sehr empfehlen kann, ja bereits erfolgt. Auch ein Anlass sich selbst mal etwas erlauben zu dürfen.
oh nein, ich wollte das auch so nicht so verstanden wissen. Diese beiden fielen mir dazu nur gerade ein. Andere sind selbstverständlich mit eingeschlossen.
Und Karneval ist eine Option, zumal sich in meiner Nähe eine Karnevalshochburg in Norddeutschland befindet. Außerdem ist morgen auch noch "Halloween". :wink:
Und nach Hamburg möchte ich auch gerne.
Ich bin nun allerdings auch wieder viel ruhiger, entspannter als vorgestern und gestern, auch dank eurer Beiträge.
Ist wohl in etwa wie bei einem Fahranfänger der das erste Mal auf größere Fahrt geht und nicht weiß ob er sie unfallfrei übersteht.

Liebe Grüße

Heike

Re: Getriggert, verwirrt und schlecht geträumt...

Verfasst: Di 29. Okt 2024, 21:33
von HeikeCD
Hallo Desiree,
Desiree Maxima hat geschrieben: Di 29. Okt 2024, 20:45Alicia antwortete in meinem Vorstellungsthread u.a. folgendes:
Alicia hat geschrieben: Mi 16. Okt 2024, 17:45 Jetzt komme erst mal an im neuen Leben, lass es entwickeln [...]
Vielleicht hilft uns das als ständiges Motto - nicht nur am Anfang.
Ja, es sind ja auch erst zweieinhalb Monate nach Outing vergangen. Ich denke ich rede mir da meine 'Gemächlichkeit' was Outdoor angeht auch nur ein. Eigentlich eignet sich diese dunkle Jahreszeit ja bestens dafür und die dauert ja noch ein halbes Jahr an. Von daher...

Liebe Grüße

Heike

Re: Getriggert, verwirrt und schlecht geträumt...

Verfasst: Di 29. Okt 2024, 21:58
von Vesta
Anne-Mette hat geschrieben: Di 29. Okt 2024, 10:35 Allerdings ist es nicht so, dass du etwas machen musst; es ist dein "freier Wille", dass du dich als "CD" betätigst, oder?
Dennoch kann es sinnvoll sein, sich zu seinem ersten Ausgang zu zwingen, nämlich dann, wenn die Angst vor dem ersten Male als Frau in der Öffentlichkeit davon abhält, dies zu tun, gleichzeitig sich aber ein starker innerlicher Druck aufbaut, und das in eine psychische Sackgasse führt. Bei mir war das der Fall.

Was Anne-Mette geschrieben hat, ist aber ebenso richtig. Es gibt keine Lösung, die für alle passt.

Re: Getriggert, verwirrt und schlecht geträumt...

Verfasst: Mi 30. Okt 2024, 06:57
von ExUserIn-2026-04-08
Vesta hat geschrieben: Di 29. Okt 2024, 21:58 Dennoch kann es sinnvoll sein, sich zu seinem ersten Ausgang zu zwingen,
Das sehe ich genau so. Ich habe mich anfangs auch dazu zwingen müssen, denn da standen meine Ängste/Scham gegen das eigene Herz. Erst nach und nach habe ich gemerkt, dass das Problem nur in meinem Kopf existierte.

Aber Jede muss ihren eigenen Weg mit dem eigenen Tempo finden und gehen. Da gibt es kein richtig oder falsch.