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Konventionen (bzgl. Outfit/Look) über Bord schmeißen - wird das auch mal anstrengend ??
Verfasst: Mo 14. Okt 2024, 15:38
von YvonneTV
Alicia hat geschrieben: So 13. Okt 2024, 21:28
YvonneTV hat geschrieben: So 13. Okt 2024, 19:38
Warum nicht einfach alle Konventionen (bzgl. Outfit/Look) über Bord schmeißen und einfach immer das tragen, was gefällt.....
genau das übe ich gerade auch. In der näheren Umgebung der Wohnung ( eigene und benachbarte Stadt ) trägt Alicia noch
Perücke. Sie ist eine gute Tarnkappe, die sich auch schon bewährt hat. Schon zweimal wurde meine Frau von gemeinsamen Bekannten angesprochen und ich
konnte unerkannt abtauchen.
Weiter entfernt wird nur die hohe Stirn (mit Mütze oder Schal) abgedeckt und das zunehmend längere Eigenhaar tut seine Dienste. Mir geht es dabei saugut und frei, auch wenn Passanten im Gegenverkehr manchmal etwas ungläubig schauen, was ich mittlerweile gut aushalten kann. Manchmal und vor allem in Läden gibt es schon einmal ein aufmunterndes Lächeln. "Oben ohne" finde ich halt natürlicher. Im Sommer habe ich bei sonnengebräuntem Gesicht sogar auf das Makeup verzichtet und nur Lippenstift verwendet.
Die Augen konnte hinter der Sonnenbrille eh keiner sehen.
In der Arbeit ist noch strikter MM angesagt, aber z.B. zum Einkaufen gehe ich mittlerweile in Skinnies und (schlichten) weiblichen Oberteilen, incl. passender Jacken und (flachen) Schuhen, und, wenn gerade vorhanden, lackierte Fingernägel. Da hat noch niemand krumm geschaut oder etwas gesagt.
Lady Jennifer hat geschrieben: Mo 14. Okt 2024, 11:17
YvonneTV hat geschrieben: So 13. Okt 2024, 19:38
Andererseits steht so ein Mensch dann noch viel mehr im Mittelpunkt, weil "das Umfeld" es gar nicht so recht einsortieren kann. Und da frage ich mich, ob ich das "regelmäßig" möchte 
Da muß ich jetzt aber mal gegenhalten:
warum sich um die Ansichten anderer kümmern? Mach, was dir gefällt und das nötige Selbstvertrauen dazu hast
DU ganz sicher! Wo wären du, ich und viele andere hier im Forum, wenn sie nicht den Mut für ihren ersten "en femme"-Ausflug aufgebracht hätten?
Jennifer
Hallo zusammen
Diese beiden Posts hier oben von Alica und Jennifer mag ich mal als Basis für diesen neuen Thread nehmen, wobei es sicher noch mehr gäbe, die ich dazu zitieren könnte.
Es geht nicht direkt persönlich um Euch beide, sondern um die Sichtweise dazu von "allen" hier
Mir geht es inhaltlich NICHT um den Look oder die Weiblichkeit, sondern die
FOLGEN, wenn die "Konventionen" stärker (oder ganz ?) gebrochen werden.
Sicher gab es das an anderer Stelle schon mal in ähnlicher Form, doch so den richtigen Thread dazu habe ich nicht gefunden
Es gibt da zwei Aspekte die ich hier ansprechen möchte:
1. Oft höre/hörte ich "je weiblicher, desto besser, weil
dann gehe ich in der Masse unter" - das trifft etwa die Aussage von Alicia
2. Genauso: "Jeder Mensch kann/soll doch einfach das Tragen, was ihm gefällt !
Egal, was andere Sagen/Denken !" - das trifft etwa das Statement von Jennifer
a) Wenn der eigene Wunsch ist, möglichst weiblich auszusehen (den wohl recht viele hier haben), dann lassen sich beide Punkte wohl PRIMA vereinen:
Möglichst weiblich zurecht machen (mit Tipps & Hilfe hier oder von anderen) um im Laufe der Zeit der eigenen Entwicklung immer femininer zu wirken (1. Punkt).
Sich so zurecht machen, wie es einem gefällt (2. Punkt).
b) Wenn es aber nicht unbedingt "typisch alltagstauglich weiblich" sein soll (sei es eher androgyn, Hybrid, recht kräftiges Make-Up oder hohe Heels im Alltag, usw.):
Dann ist es halt oft vorbei mit dem Tarnen (1. Punkt).
Das Konventionen über Bord schmeissen bleibt (2.Punkt).
Soweit düfte das klar sein und wurde schon in ähnlicher Form hier besprochen
Meine Frage ist nun - insbesonder an alle, die das recht frei ausleben und mehr Konventionen brechen - doch auch sonst sind Antworten freilich willkommen:
Ist das AUF DAUER OK für Euch oder wird das auch mal (richtig/zu) anstrengend ???
Wie Jennifer schreibt, braucht es ne Menge Selbstbewusstein um "anders" rumzulaufen und ich denke, dass habe ich.
Insofern wäre auch wie von Ihr "vorgeschlagen" ohne Perücke sicher machbar ....
Doch zugleich finde ich es manchmal schon etwas anstrengend, wenn ein Look offenbar nicht einsortierbar ist (das passiert vor allem im Hybrid-Modus) und es dann andauernd Reaktionen gibt.
Oft merke ich selbige gar nicht, geh da gelassen mit um und es ist ok. Doch wenn ich manchmal wirklich mitbekomme (SELTEN !), dass mich die halbe Welt anstarrt, dann finde ich es durchau schon mal mühsam
Sehr wenige einzelne "Komponenten" (z.B. nur Nagellack ODER Lippenstift ODER Skinny Jeans ...) sind eher harmlos und werden nach meinen Erfahrungen relativ schnell akzeptiert.
Doch wenn es einige "Komponenten" sind, jedoch nicht "vollständig" weiblich, dann kippt das Ganze irgendwann und die Resonanz wird spürbarere.
Das ist mir auch klar und verständlich und ich kann wie gesagt damit umgehen.
Und doch bleibt da meine Frage von oben ....
Bin gespannt auf Eure Antworten ...

Re: Konventionen (bzgl. Outfit/Look) über Bord schmeißen - wird das auch mal anstrengend ??
Verfasst: Mo 14. Okt 2024, 16:47
von Nicole Fritz
Hallo Yvonne,
Ich denke, die Frage ist hier ganz einfach, was man(n) will. - Ich bin immer wieder bei verschiedenen Plattformen im Netz unterwegs. Meistens sehe ich Fotos von einer sehr gut zurecht gemachten "Frau", die irgendwo - in einer Stadt oder in der Natur - ganz alleine unterwegs ist. Also geht es wohl nur um die Fotos, mit denen man irgendwo im Netz Anerkennung oder Zughörigkeit erlangen möchte. Ich bin auch schon so zurecht gemacht auf Volksfeste gegangen. - Und ging dabei in der Masse unter. - Sonst lebe ich auf dem Land. Da kennt wohl jeder inzwischen "das Nikolauseum", und schaut meistens einfach nicht mehr hin.
Für einen ultimativen Hybrid-Modus - in meiner Siedlung ist es inzwischen fast nur noch ein Conchita-Wurst-Auftritt - muss man wohl jegliche Achtung und jeglichen Respekt gegenüber den Regeln unserer so genannten Gesellschaft aufgeben. Bei mir waren die Auslöser dafür die Demütigungen und die völlige Respektlosigkeit gegenüber meinem Empfinden in der Corona-Zeit, die ich nun ebenso respektlos zurück spiegele. Es hat mich maßlos beleidigt und erniedrigt. Wenn es nun die Konservativen beleidigt, freut es mich. Den meisten ist es aber wohl einfach nur egal. Wozu soll ich also die langweilig-hässlichen Männer-Klamotten noch anziehen und die Haare kurz schneiden lassen, was im Prinzip nur so etwas wie eine Uniform für das Ingenieurbüro darstellte, in dem ich einmal arbeitete.
Liebe Grüße
Nicole
Re: Konventionen (bzgl. Outfit/Look) über Bord schmeißen - wird das auch mal anstrengend ??
Verfasst: Di 15. Okt 2024, 01:19
von Lana
Liebe Yvonne,
in der Tat eine berechtigte Frage, ob das nicht auf Dauer (zu) anstrengend ist, wenn man in keine der üblichen Schubladen passt.
Ich mach hier erstmal ein bisschen Brainstorming, vielleicht finde ich später noch eine bessere Struktur.
Das Angestarrt-Werden bin ich aus dem Ausland so gewohnt, dass es mir hier eigentlich fast nie auffällt. Fast in allen anderen Ländern wird mehr und un-verschämter geschaut als in Deutschland. Daher fühle ich mich hier ziemlich wohl, und die Anstrengung, sich dem auszusetzen, ist sehr überschaubar.
Dennoch gibt es Tage, an denen ich zurückstecke, um weniger aufzufallen. Die Gründe dafür sind zahlreich, der wichtigste ist sicherlich Rücksicht auf die Befindlichkeiten meiner Partnerin.
Bin ich allein unterwegs, spielt das natürlich keine Rolle. Dann spielt sich alles zwischen den zwei Polen "Ich-will-das-jetzt-unbedingt-mir-doch-egal-was-die-anderen-denken" und "Ich-will-mich-zwar-wohlfühlen-aber-meine-Ruhe-haben" ab.
Stellvertretend für die erste Stimmungslage könnte ein Ledermini mit Netzstrümpfen und hohen Absätzen sein, in Kombi mit bauchfreiem Oberteil, auffälligem Schmuck, gestylten Haaren und starkem Makeup. Das andere wäre vielleicht eine Leggings mit Sneakern, langes unauffälliges Oberteil und sonst nichts (außer vielleicht Nagellack, den ich eigentlich immer trage).
So, und wovon hängt es nun ab, wann es anstrengend wird?
Natürlich von der Umgebung. Wenn ich in den Club gehe, falle ich auch mit dem ersten Outfit kaum auf, beim Einkaufen in der Fußgängerzone aber schon. Und da muss ich ehrlich sagen, dass ich so noch nie einkaufen war. Weil ich mich damit überfordert fühle.
Es gibt natürlich auch noch andere Möglichkeiten, mit denen man zwar auffällt, die aber noch gehen, weil die Akzeptanz in der Gesellschaft höher ist. Nehmen wir zum Beispiel ein klassisches Outfit mit einem eleganten, nicht zu kurzen Kleid, schönen Stiefeln, dezentem Schmuck und Makeup. In Deutschland fällt man damit in der Fußgängerzone schon aus dem Rahmen, in Italien oder Frankreich nicht unbedingt. Aber bleiben wir mal hier.
So gehe ich tatsächlich einkaufen, wenn ich Lust darauf habe, wohlwissend, dass ich auffallen werde, weil ich overdressed bin. Aber ich mache das nicht jeden Tag. Eher aus praktischen Gründen, zum Beispiel weil mir die Kleidung bei schlechtem Wetter zu empfindlich und die Schuhe für längere Fußwege zu schade oder zu unbequem sind.
Wo liegt nun die Grenze, an der es zu anstrengend wird, um einen Style dauerhaft zu tragen?
Für mich spielt sicherlich die generelle Einordnung und damit Akzeptanz eine Rolle. Es gibt einige Sachen, die eher negativ konnotiert sind, mir aber sehr gut gefallen. Grundsätzlich lege ich gesellschaftliche Konventionen sehr weit zu meinen Gunsten aus, sonst kommen meine Overknees, Lederkleider, kurzen Röcke etc. nie an die frische Luft. Aber trotzdem gibt es Tage, an denen ich mich nicht traue, oder es mir zu viel Konfrontation wäre, sie zu tragen. Welche sind das?
Es hängt wohl stark mit dem Rest vom Leben zusammen, wie viel Stress man gerade hat, welche Probleme man im Kopf hin- und herdreht, wie es einem gesundheitlich gerade geht, und sicherlich noch tausend andere Dinge mehr, die unbewusst im Hintergrund ablaufen. Am Ende entscheidet das Bauchgefühl.
Auch ist nicht jedes Kleidungsstück ist für sich allein schwierig. Manchmal ist es auch die Kombination, die verwirren kann. Rock und Herrenschuhe zum Beispiel. Sowas kommt bei mir aber nicht vor. Dann schon eher mal, dass ich nicht frisch rasiert bin und trotzdem einen Rock trage. Ist aber selten und versuche ich tatsächlich zu vermeiden. In dem Fall, weil es meinem eigenen ästhetischen Anspruch nicht genügt.
Vor ein paar Jahren dachte ich noch, mein Ziel sei es, einfach das zu tragen, worauf ich gerade Lust habe, ohne mir Gedanken machen zu müssen. Dann wäre ich frei, und ein großer Stressfaktor würde aus meinem Leben verschwinden.
Ich hatte tatsächlich solche Phasen, und ich habe sie sehr genossen. Aber es waren auch immer sehr einsame Zeiten. Weil ich es nur dann über längere Zeit leben konnte, wenn ich eher unverbindliche soziale Kontakte hatte. In meinem jetzigen Umfeld mit einem regelmäßigen Alltag ist das viel schwieriger. Dadurch wird es anstrengender, wenn ich mich zu weit aus dem gewohnten Bereich entferne. Die Angst, die Toleranz meiner Mitmenschen zu sehr zu strapazieren, spielt dabei sicherlich eine Rolle.
Das bringt mich aber wieder an den Punkt, wo es mich viel Zeit und Energie kostet, einen Kompromiss zu finden, der meinen Bedürfnissen noch gerecht wird und zugleich nicht zu auffällig ist. Die Anstrengung findet also eher im Vorfeld statt, bei der Entscheidung für ein Outfit.
Ist diese Entscheidung geglückt, dann gibt's draußen kaum noch Stress, ich fühle mich wohl und denke nicht weiter über meine Außenwirkung nach. Lag ich daneben, kann es sein, dass ich raußen mich deplatziert fühle. Das kratzt an meinem Selbstvertrauen und ist ein Anstoß, sowas in Zukunft zu vermeiden.
Letztlich spiele ich ein bisschen damit. Das ist wie mit dem Salz in der Suppe. Auch da will ich nicht immer gleich viel haben. Zu wenig ist in jedem Fall fad, zu viel kann einem den Spaß an der Sache sprichwörtlich versalzen. Es gilt, das richtige Maß zu finden, das genug Spannung bereit hält, um sich zu spüren, daß Gefühl zu haben, zu sich zu stehen und sich nicht einfach so einschränken zu lassen.
Das bedeutet, dass ich versuche, die Grenze auszuloten, wo ich mich noch gut fühle. Das kann ich aber nur herausbekommen, wenn ich mich an diese Grenze herantaste, wobei immer die Gefahr besteht, dass ich zu weit gehe. Dann wird es anstrengend.
Passiert das bewusst und absichtlich, dann muss ich bereit und in der Lage sein, mich dem auszusetzen. Das geht nicht jeden Tag, aber immer öfter. Es gibt tatsächlich eine Art Gewöhnungseffekt.
LGL
Re: Konventionen (bzgl. Outfit/Look) über Bord schmeißen - wird das auch mal anstrengend ??
Verfasst: Di 15. Okt 2024, 01:27
von Lana
Nicole Fritz hat geschrieben: Mo 14. Okt 2024, 16:47
Für einen ultimativen Hybrid-Modus - in meiner Siedlung ist es inzwischen fast nur noch ein Conchita-Wurst-Auftritt - muss man wohl jegliche Achtung und jeglichen Respekt gegenüber den Regeln unserer so genannten Gesellschaft aufgeben.
Das hilft wahrscheinlich, aber es geht auch mit einer gehörigen Portion Ignoranz. Nimm die anderen nicht so wichtig. Ok, an schlechten Tagen ist das manchmal eine Möglichkeit zum Frustabbau.
Das ist aber eigentlich nicht das, was ich will. Ich möchte, dass es mir gut geht, und dabei soll mich mein Aussehen unterstützen. Wenn ich mich in meiner Kleidung wohlfühle, geht es mir gleich besser.
LGL
Re: Konventionen (bzgl. Outfit/Look) über Bord schmeißen - wird das auch mal anstrengend ??
Verfasst: Di 15. Okt 2024, 09:48
von ExUserIn-2026-04-08
YvonneTV hat geschrieben: Mo 14. Okt 2024, 15:38
Meine Frage ist nun - insbesonder an alle, die das recht frei ausleben und mehr Konventionen brechen - doch auch sonst sind Antworten freilich willkommen:
Ist das AUF DAUER OK für Euch oder wird das auch mal (richtig/zu) anstrengend ???
Hallo Yvonne,
Da musste schon ein wenig über mich nachdenken. Ich möchte die Frage weniger aus der Perspektive der Kleidung beantworten als vielmehr aus einer emotionalen. Kleidungstechnisch trage ich das, was mir gefällt und wie ich mich wohl fühle. Provokativ trete ich i.d.R. nicht auf, wenn man davon absieht, das ich als Transmensch für manch eine Person provoziere. Aber nehme ich nur selten wahr.
Grundsätzlich ist für mich das Leben meiner weiblichen Seite in der Öffentlichkeit nicht anstrengend. Anfangs war es aufregend, Ausflüge in die Öffentlichkeit zu machen. Diese waren i.d.R. nur kurz. Dann kam das Thema auf, ob ich ein Leben als Frau wirklich anstrebe und so lebte ichim Urlaub 24/7 über mehrere Tage hinweg. Das erste Mal war es superanstrengend, nicht weil ich Frauenkleider trug oder weil die Reaktionen negativ gewesen wären, sondern weil ich mich nonstop mit mir, meinen Gefühlen und meinem Äußeren beschaftigt habe. Am Ende dieser Auszeiten war ich ziemlich erschöpft. Aber mit der Zeit wurde ich dabei ruhiger und es gab Phasen, in denen ich "vergessen" konnte, dass ich als Frau lebte. Das ist ein merkwürdiges Paradoxon, je mehr ich vergesse, ein Frauenleben zu führen, um so mehr wurde es ein Frauenleben. Das war gar nicht mehr anstrengend.
Der bisherige Höhepunkt war meine Reha, in der ich 4 Wochen en femme lebte. Hier hatte ich den ganzen Tag enorm viele Kontakte mit anderen Patienten und Ärzten. Ich war mir oft bewusst, dass ich en femme bin, aber die innere Beschäftigung damit hielt sich in Grenzen, so dass das nicht "anstrengend" war. Im Gegenteil, ich habe erlebt, dass ein Leben als Frau für mich möglich ist und es nur in meiner Entscheidung und meiner Verantwortung liegt, es auch zu tun oder zu lassen.
Um Deine Frage in diesem Sinn zu beantworten: "AUF DAUER" lässt die Anstrengung nach. Es wird "normal", en femme zu leben und en femme wird die Kleidungsfrage auch in dem Sinne "weiblicher", da es im Alltag weniger wichtig ist, was ich trage. Bequemlichkeit und Sinnhaftigkeit der Kleidung tritt in den Vordergrund. Natürlich ist es schön, mich "aufzubrezeln", aber doch nicht im Alltag. Da darf alles ein oder zwei Nummern einfacher sein. Und so präsentiere ich meine Weiblichkeit, wann und wie mir danach ist.
Anstrengung bedeutet für mich in diesem Zusammenhang, dass etwas nicht so ist, wie es sein soll. Dann stelle ich es nach Möglichkeit ab. Oder ich mache mir klar, warum gerade etwas anstrengend ist, denn manchmal sind Anstrengungen notwendig, um weiter zu kommen.
Re: Konventionen (bzgl. Outfit/Look) über Bord schmeißen - wird das auch mal anstrengend ??
Verfasst: Di 15. Okt 2024, 10:35
von Violetta Arden
Bei mir ist Aspekt 1 (also weiblich sein und in der Masse eintauchen) im Vordergrund. Deswegen ist dieser Aspekt für mich eigentlich nicht anstrengend.Höchstens wenn ich mit dem Ergebnis der Verwandlung nicht zufrieden bin.

. Anstrengend wird's dann etwas, wenn ich mal mehrere Tage hintereinander enfemme bin (nicht am Watzenhof natürlich) - was eigentlich nur auf der Waldhütte auf der Alb vorkommt.
Mit Konventionen öffentlich über Bord werfen habe ich es nicht so. Außer, daß ich mir seit einigen Jahren die Fußnägel lackiere und das auch in offenen Sandalen im Sommer zu Schau stelle. Und als ich den dann einmal auch nicht für den Saunabesuch in unserer Stammsauna abnahm, war das die ersten Male doch etwas aufregend für mich. Aber die Leute haben meine Erklärung, dass es mir gefällt und dass ich für Gleichberechtigung bin wohl zur Kenntnis genommen...es war dann auch weiter keine Problem mehr. Aber das ist im Grunde für mich mein äußeres Zeichen für meine weibliche Seite.
Vielleicht würde ich, wenn ich alleine wäre etwas weiter gehen....aber ich möchte nun wirklich nicht vorsätzlich anecken.
Alles Liebe und jede(r) nach ihrer(seiner) Fasson
Violetta
Re: Konventionen (bzgl. Outfit/Look) über Bord schmeißen - wird das auch mal anstrengend ??
Verfasst: Di 15. Okt 2024, 12:06
von Lavendellöwin
Vicky_Rose hat geschrieben: Di 15. Okt 2024, 09:48
Anstrengung bedeutet für mich in diesem Zusammenhang, dass etwas nicht so ist, wie es sein soll. Dann stelle ich es nach Möglichkeit ab. Oder ich mache mir klar, warum gerade etwas anstrengend ist, denn manchmal sind Anstrengungen notwendig, um weiter zu kommen.
Hey..
ich möchte jetzt gar nicht so viel schreiben..mir ist spontan in den Sinn gekommen, es liegt an der Umgebung und/oder
den Personen...aber sicher nicht an der eigenen.
Früher waren wir super gerne im Schwimmbad Club in Heidelberg, vorzugweise Mittwoch als dort damals
Metal und Gothic angesagt war. Tatsächlich habe ich von der Kleidung her da sowieso nicht hingepasst.
Damals habe ich überwiegend helle Latzhosen und florale Oberteile getragen, die Haare grün oder blau.
Happy Breaks Style von aussen, aber ich mag ja auch härtere und dunkle Musik.
Für mich war das nicht anstrengend, aber ich glaube teilweise für das Gothic Publikum im Keller..
und so sehe ich es heute auch noch, was ich trage strengt nicht mich an..wenn dann eher andere,
aber ich habe gelernt nicht mehr ganz so dolle zu übertreiben...aber an Dresscodes werde ich mich sicher nie halten.
Habt es gut, Marie

Re: Konventionen (bzgl. Outfit/Look) über Bord schmeißen - wird das auch mal anstrengend ??
Verfasst: Di 15. Okt 2024, 12:32
von ExUserIn-2026-01-22
Interessantes Thema Yvonne
YvonneTV hat geschrieben: Mo 14. Okt 2024, 15:38
Meine Frage ist nun - insbesonder an alle, die das recht frei ausleben und mehr Konventionen brechen - doch auch sonst sind Antworten freilich willkommen:
Ist das AUF DAUER OK für Euch oder wird das auch mal (richtig/zu) anstrengend ???
Wie Jennifer schreibt, braucht es ne Menge Selbstbewusstein um "anders" rumzulaufen und ich denke, dass habe ich. Insofern wäre auch wie von Ihr "vorgeschlagen" ohne Perücke sicher machbar ....
Doch zugleich finde ich es manchmal schon etwas anstrengend, wenn ein Look offenbar nicht einsortierbar ist (das passiert vor allem im Hybrid-Modus) und es dann andauernd Reaktionen gibt. Oft merke ich selbige gar nicht, geh da gelassen mit um und es ist ok. Doch wenn ich manchmal wirklich mitbekomme (SELTEN !), dass mich die halbe Welt anstarrt, dann finde ich es durchau schon mal mühsam
Ich versuche das mal "aufzudröseln". Von meiner Seite aus, gibt es dazu folgende Ansicht - ich unterscheide mal zwischen Teilzeit- und Vollzeitfrau (bitte reibt euch jetzt NICHT an meiner Begriffswahl auf!). Ich denke die Teilzeitfrau geht mit der Intension nach draußen so weiblich wie möglich erscheinen zu wollen, da ist die richtige Kleidung, Styling, Perücke wichtig um ein entsprechend weibliches Äußeres zu erzielen. Teilzeitfrauen wollen ihren Spaß haben und die Zeit nutzen die sie haben, um ihre feminine Seite zu leben - auch wenn es nur einige wenige Tage im Monat sein sollten. Ich denke, deshalb werden sie KEINE Konventionen eingehen und Experimente wagen - wie "oben ohen" aus dem Haus.
Dann gibt es die Vollzeitfrauen (wie mich, wozu ich aber auch einige andere hier im Forum dazuzählen würde, wie bsw. Violetta Arden oder auch dich Yvi) die zwar nicht jeden Tag en femme unterwegs sind, aber mehrmals die Woche. Hier könnten Konventionen eine ganz andere Rolle spielen - ich war mir auch all die Jahre sicher, so feminin wie möglich erscheinen zu wollen um ja auch das letzte männliche von mir zu übertünschen. Aber warum nicht auch mal was NEUES probieren? Sicher, wenn man seinen Look gefunden hat wird es schwer sich für etwas anderes zu begeistern. Mir ging es da nicht anders und mittlerweile wisst ihr, wie es dazu kam meinen Look zu verändern.
Ich denke, je öfter man en femme unterwegs ist, ist man auch empfänglicher neue Wege zu probieren, also, warum nicht mal die Perücke weglassen und sein Naturhaar zeigen? Ob
ANDERE das gut finden ist für mich zweitrangig, zuerst sollte zählen, ob man
SELBST mit dem neuen Ergebnis/Aussehen zufrieden ist. Und das geht nur, wenn man es einmal probiert - schon der Blick in den Spiegel kann dabei viel verraten.
In meinem Umfeld ist mein neuer "maskuliner-oben-ohne-Look" schon längst kein Thema mehr - ich weiß, wer ihn gut findet und wer ihn nicht an mir mag. Die Diskussionen dazu sind verklungen und agiere mit meinen Mitmeschen genauso wie mit meinem üblich-feminine (Perücken)Aussehen.
Ganz ehrlich Yvonne - ich würde dich gerne mal ohne Perücke und mit deinem üblichen Style sehen wollen!
Jennifer
Re: Konventionen (bzgl. Outfit/Look) über Bord schmeißen - wird das auch mal anstrengend ??
Verfasst: Di 15. Okt 2024, 12:53
von Alicia
Zunächst einmal ein dickes Dankeschön an dich liebe Yvi für das Aufgreifen des Themas.
Es betrifft sicher viele hier, gerade wenn sie vor den ersten Gehversuchen nach Draußen stehen oder noch in den Anfängen sind. Ich bin nun auch noch nicht gerade eine alte Häsin in diesem Geschäft, konnte aber bereits einige Erfahrungen sammeln mit dem Verfahren "Augen zu und durch", bzw. "Versuch und Irrtum". Wichtig für uns alle ist doch, dass wir uns sicher und wohl fühlen, wenn wir in einer anderen Rolle, als die uns Mutter Natur scheinbar zugeteilt hat, in der Öffentlichkeit bewegen. Welchen Aufwand jede(r) dabei aufwendet, ist genau so individuell verschieden, wie wir alle unterschiedlich drauf sind. Ebenso die Einstellung, welche Erwartungen wir an uns selbst und unser Umfeld stellen.
Für mich bringt schon das Tragen femininer Kleidung, egal ob daheim oder draußen, eine innere Zufriedenheit nach vielen Jahren des Wartens. Ein Lebenstraum erfüllt sich damit in späten Jahren, wobei immerhin gerade noch eine 5 vor der Jahresliste steht. Das Umziehen nach dem Nachhausekommen von der Arbeit lässt mich richtig runterkommen. Trotzdem ist jeder Ausflug für Alicia immer noch ein Ereignis der besonderen Art, also ein Höhenflug (siehe auch dort). Die Vorfreude ist riesig und die Vorbereitung spannend (was ziehe ich an, wie style ich mich?). Natürlich immer auch im Hinterkopf: Wo gehe ich hin, was ist ein passendes Outfit, welchen Aufwand muss ich treiben? An dieser Stelle stimme ich Lana voll zu. Der Anlass für den Ausflug en femme bestimmt den Aufwand.
Ist die Tür dann hinter mir zu, beginnt schon fast so etwas wie Alltag, die Aufregung lässt nach, der Blutdruck sinkt und ich genieße nur noch.
Das Tarnen mit Perücke ist nur in der Heimat nötig. Das notwendige Selbstbewusstsein für den Verzicht darauf bringe ich nur dann mit, wenn ich nicht Gefahr laufe, anderen Menschen (im Nachhinein) etwas erklären zu müssen. Niemand außer meinem Schatz weiß von Alicia, und natürlich ihr hier im Forum. In der Nachbarschaft oder das Arbeit ahnt niemand etwas.
Weiter entfernt von daheim kennt uns niemand und es ist mir egal, was andere denken. Da lege ich keinen Wert auf eine vollständige Verwandlung, auf ein 100%-iges Passing, was eh fast unmöglich ist. Andererseits will ich auch nicht zu viel Aufsehen erregen und im Mittelpunkt stehen. Das Gefühl, mich als Frau zu bewegen, bedarf nicht unbedingt einer Perücke. Viel wichtiger ist mir ein gepflegter Eindruck mit entsprechend dekorierten Finger- und Zehennägeln, etwas Schminke, Schmuck und geordnetem Eigenhaar. Nicht zu vergessen das stimmige Outfit, incl. der Schuhe. So kann ich dann den ganzen Tag herumlaufen und mich wohl fühlen, ohne groß aufzufallen.
Auch den Beitrag von Vicky kann ich voll unterschreiben, obwohl mir dazu die notwendige langjährige Erfahrung fehlt. Aus der Kurzdistanz betrachtet bin ich wohl auf einem ähnlichen Weg und die Anstrengung nimmt mit jedem Anlass etwas ab. Was mir u.a. noch in der Sammlung fehlt, ist ein Konzert- oder Theaterbesuch en femme mit dem entsprechenden Aufwand der Vorbereitung. Aber frau braucht ja noch Herausforderungen und Ziele.
Liebe Grüße, Alicia.

Re: Konventionen (bzgl. Outfit/Look) über Bord schmeißen - wird das auch mal anstrengend ??
Verfasst: Di 15. Okt 2024, 16:47
von YvonneTV
@ALL:
DAAAAAANKE erstmal für Eure Posts
Nicole Fritz hat geschrieben: Mo 14. Okt 2024, 16:47
... Volksfeste gegangen. - Und ging dabei in der Masse unter. - Sonst lebe ich auf dem Land. Da kennt wohl jeder inzwischen "das Nikolauseum", und schaut meistens einfach nicht mehr hin.
...
@Nicole:
Ja, in der Masse untergehen, das passiert oft !
Doch genauso im "kleinen Umfeld" (auf dem Land): Je öfter man sichtbar ist, desto unkomplizierter ist es im Laufe der Zeit
Lana hat geschrieben: Di 15. Okt 2024, 01:19
...
Dann spielt sich alles zwischen den zwei Polen "Ich-will-das-jetzt-unbedingt-mir-doch-egal-was-die-anderen-denken" und "Ich-will-mich-zwar-wohlfühlen-aber-meine-Ruhe-haben" ab.
...
So gehe ich tatsächlich einkaufen, wenn ich Lust darauf habe, wohlwissend, dass ich auffallen werde, weil ich overdressed bin.
Aber ich mache das nicht jeden Tag.
...
Aber trotzdem gibt es Tage, ... oder es mir zu viel Konfrontation wäre, sie zu tragen. Welche sind das?
Es hängt wohl stark mit dem Rest vom Leben zusammen, wie viel Stress man gerade hat, welche Probleme man im Kopf hin- und herdreht, wie es einem gesundheitlich gerade geht, und sicherlich noch tausend andere Dinge mehr, die unbewusst im Hintergrund ablaufen. Am Ende entscheidet das Bauchgefühl.
...
Letztlich spiele ich ein bisschen damit. Das ist wie mit dem Salz in der Suppe. Auch da will ich nicht immer gleich viel haben. Zu wenig ist in jedem Fall fad, zu viel kann einem den Spaß an der Sache sprichwörtlich versalzen. Es gilt, das richtige Maß zu finden, das genug Spannung bereit hält, um sich zu spüren, daß Gefühl zu haben, zu sich zu stehen und sich nicht einfach so einschränken zu lassen.
Das bedeutet, dass ich versuche, die Grenze auszuloten, wo ich mich noch gut fühle. Das kann ich aber nur herausbekommen, wenn ich mich an diese Grenze herantaste, wobei immer die Gefahr besteht, dass ich zu weit gehe. Dann wird es anstrengend.
Passiert das bewusst und absichtlich, dann muss ich bereit und in der Lage sein, mich dem auszusetzen. Das geht nicht jeden Tag, aber immer öfter.
Es gibt tatsächlich eine Art Gewöhnungseffekt.
@Lana:
Da finde ich mich gaaaanz oft wieder in dem was Du schreibst
Ich habe mal nur die Highlights
markiert ....
Genau dieses Gefühl meinte ich, dieser Wechsel zwischen "mir-doch-egal" und "lasst-mir-einfach-meine-Ruhe" !!!
Ja, es hängt sicher mit dem aktuellen Wohlfühlen aufgrund von Stress/Erholung und so zusammen, wobei es gerade bei Stress auch erst recht "intensiver" sein kann.
So ne Art Ausgleich zum Alltag ....
Wirklich gute/treffende Zeilen
Vicky_Rose hat geschrieben: Di 15. Okt 2024, 09:48
...
Grundsätzlich ist für mich das Leben meiner weiblichen Seite in der Öffentlichkeit nicht anstrengend. Anfangs war es aufregend, Ausflüge in die Öffentlichkeit zu machen.
... Das ist ein merkwürdiges Paradoxon, je mehr ich vergesse, ein Frauenleben zu führen, um so mehr wurde es ein Frauenleben. Das war gar nicht mehr anstrengend.
...
Um Deine Frage in diesem Sinn zu beantworten: "AUF DAUER" lässt die Anstrengung nach. ...
Anstrengung bedeutet für mich in diesem Zusammenhang,
dass etwas nicht so ist, wie es sein soll. Dann stelle ich es nach Möglichkeit ab. Oder ich mache mir klar, warum gerade etwas anstrengend ist, denn manchmal sind Anstrengungen notwendig, um weiter zu kommen.
@Vicky:
DA bin ich voll dabei
Und ja, in den Anfängen war es schon mal sehr Kräfte raubend (wenn auch super schön). Das gibt sich im Laufe der Zeit und zwar auf 2 Arten:
1. Im Laufe der Monate/Jahre der eigenen Entwicklung
2. Bei längeren Aktivitäten, also sei es ein kompletter Tagesausflug (falls Morgens noch Unruhe ist, so wird es später immer "harmloser"), ein Wochenende oder noch länger, so wie bei Dir in der Reha war.
Da trifft das Paradoxon, wie Du schreibst, gut zu !
Letzteres analysiere ich auch, bzw. stelle es ab. Doch manchmal bin ich überrascht, wenn es anstrengend wird (ist ja ohnehin sehr selten), ohne dass sich "fühlbar" etwas geändert hat.
Doch klar, jeder Tag ist neu, Tagesform, drum-herum usw. spielen da sicher mit rein.
Plus die "aktuellen" Menschen aus dem jeweiligen Umfeld und die können sich bei einem Ausflug ja stark ändern

Re: Konventionen (bzgl. Outfit/Look) über Bord schmeißen - wird das auch mal anstrengend ??
Verfasst: Di 15. Okt 2024, 17:15
von YvonneTV
Violetta Arden hat geschrieben: Di 15. Okt 2024, 10:35
Bei mir ist Aspekt 1 (also weiblich sein und in der Masse eintauchen) im Vordergrund. Deswegen ist dieser Aspekt für mich eigentlich nicht anstrengend.
...
...
jede(r) nach ihrer(seiner) Fasson
@Violetta:
Jeppppp, "nur" der 1. Aspekt, das ist relativ unkompliziert und da taucht meine Frage dann gar nicht so auf (von den Anfängen des sich selbst Entdeckens mal abgesehen)
DAS lebe ich auch so !
Doch zugleich taucht hierbei (selten) eben diese Frage auf ....
Lavendellöwin hat geschrieben: Di 15. Okt 2024, 12:06
...mir ist spontan in den Sinn gekommen, es liegt an der Umgebung und/oder
den Personen...
aber sicher nicht an der eigenen.
...
aber an Dresscodes werde ich mich sicher nie halten.
@Marie:
Genau
hierbei glaube ich schon, dass zumindest einiges aus dem
eigenen Kopf kommt und nicht durch das Umfeld !
Sicher sind manche Menschen tiefenentspannt, andere nicht.
Doch das eigene Denken/Fühlen scheint da manchmal rein zu funken ....
HIER wiederum bin ich voll dabei
Lady Jennifer hat geschrieben: Di 15. Okt 2024, 12:32
... Aber warum nicht auch mal was NEUES probieren? Sicher, wenn man seinen Look gefunden hat wird es schwer sich für etwas anderes zu begeistern.
...
Ich denke, je öfter man en femme unterwegs ist, ist man auch empfänglicher neue Wege zu probieren, also, warum nicht mal die Perücke weglassen und sein Naturhaar zeigen? Ob
ANDERE das gut finden ist für mich zweitrangig, zuerst sollte zählen, ob man
SELBST mit dem neuen Ergebnis/Aussehen zufrieden ist. ...
Ganz ehrlich Yvonne - ich
würde dich gerne mal ohne Perücke und mit deinem üblichen Style sehen wollen!
@Jennifer:
Jaaaaa, Neues probiere ich durchaus auch gern

Schon allein um die eigene Komfortzone zu verlassen
Und klar in Laufe der Zeit wird Frau sicherer und lann dann auch mal anders "wagen" ...
Daher finde ich Deinen Look "ohne Kapperl" ja auch sehr cool
Jepppp, es ist zweitrangig, was andere denken - dennoch nicht immer zu 100% im Hintergund
DAS glaub ich gerne ...

wer weiss, wer weiss .... ob es doch mal passiert
Alicia hat geschrieben: Di 15. Okt 2024, 12:53
... Es betrifft sicher viele hier, gerade wenn sie vor den ersten Gehversuchen nach Draußen stehen oder noch in den Anfängen sind.
...
Das Tarnen mit Perücke ist nur in der Heimat nötig. Das notwendige Selbstbewusstsein für den Verzicht darauf bringe ich nur dann mit, wenn ich nicht Gefahr laufe, anderen Menschen (im Nachhinein) etwas erklären zu müssen. Niemand außer meinem Schatz weiß von Alicia, ...
@Alicia:
Freilich, am Anfang ist das alles noch viel spannender .... die Zeit kenne ich noch gut
Das mit dem Tarnen kann ich auch noch gut nachvollziehen, als ich nicht geoutet war.
Da war schon Zuhause die Hoffung, dass jetzt bloss kein Nachbar raus kommt und mich sieht oder ich habe mich einige Zeit lang nur im Auto fertig gemacht und "getarnt" zu bleiben
Das ist für mich längst vorbei und die Famlie weiss davon, Freunde Verwandschaft, Nachbarn, .... praktisch alle, ausser auf Arbeit
Da wissen es nur wenige, da ich beim Kunden bin und mir Folgeprojekte schon wichtig sind. Es könnte bei etlichen sehr konservativen Kunden möglicherweise sonst Einfluss haben
Wobei ich mich abends wenn ich im die Häuser ziehe, dann auch nicht komplett verstecke
PS: Habe die Antworten mal aufgeteilt, damit es nicht zu viel auf einmal wird, bzw. vor dem Senden viel verloren geht, wenn mal was schief läuft 
Re: Konventionen (bzgl. Outfit/Look) über Bord schmeißen - wird das auch mal anstrengend ??
Verfasst: Di 15. Okt 2024, 20:56
von Inga
Hi, miteinander,
Eigentlich müsste ich mich bei dem Thema zurück lehnen können.
Vor Jahren (oder ist es Jahrzehnte?) hatte ich mich schon entschieden, nur noch Kleidung in Damengrössen zu kaufen. Ich fand, sie passt mir besser und sitzt bequemer. Im Übrigen, wenn nicht gerade Kleid oder Rock, High Heels oder der r besonders auffällig, ist vieles typisch unauffälliges "unisex". Und doch ist für mich ein Unterschied zwischen "Männermodus" und "Frauenmodus" da. Zum "Frauenmodus" gehört für mich die Perücke, Lippenstift und möglichst haarfreies Kinn. Im "Frauenmodus" traue ich mich auch zu Röcken, Kleidern, Schmuck und mehr Farben.
Im "Frauenmodus" mag ich als Frau angesprochen werden. In der Öffentlichkeit suche ich natürlich die Damentoilette auf. Im Übrigen bin ich ruhiger, zurückhaltender, geduldiger mit meiner Umwelt. Aufregend finde ich es, inwieweit mich meine Stimme verrät, tröste mich aber damit " So bin ich halt und kann es in den Momenten auch nicht mehr ändern." Im Übrigen habe ich den DGTI-Ausweis dabei, wenn irgendeine Kontrolle oder so Zweifel hat, dass ich Frau wirklich ich bin.
Im "Männermodus" wähle ich eher unauffällige Kleidung, die für mich stimmig ist, wie Jeans und Pulli, Steppweste und dunkle Boots, bin ohne Perücke unterwegs, nehme es hin, ungefragt als "Mann" behandelt zu werden und passe auf, nicht in die "Damentoilette" zu laufen.
Wann also macht es mir Stress mit den Konventionen?
Stress macht es mir vor allem, das ich mich im Bekanntenkreis noch nicht als Frau oder wenigstens "divers" geoutet habe, darum im Frauenmodus bei zufälligen Begegnungen nicht erkannt werden möchte. (Ich fürchte, mich erklären zu müssen, mich rechtfertigen zu müssen, warum ich so anders bin, so anders, dass es mir wichtig ist. So etwas mehr Selbstbewusstsein würde mir gut tun)
Ich habe oft das Gefühl, irgendein Detail ist wieder auffällig daneben. Eben weil ich zu wenig Routine habe. Doch wenn ich allein unterwegs bin, höre ich wenig hinter mir. Für die meisten Menschen ist es wohl ok, mich so zu nehmen, wie ich mich zeige.
Aufregend ist es, ob und wie ich vom Männermodus zum Frauenmodus wechsele und umgekehrt. Denn auffällig wird es vor allem mit dem Auf bzw. Ab der Perücke und evtl. Nachschminken.
Liebe Grüße
Inga
Re: Konventionen (bzgl. Outfit/Look) über Bord schmeißen - wird das auch mal anstrengend ??
Verfasst: Mi 16. Okt 2024, 00:17
von Andrea aus Sachsen
.
Mein Kleidungsstil ist sehr konservativ. Althergebrachte Konventionen über Bord zu werfen, ist nicht mein Ding, außer vielleicht, wenn ich etwas anziehe, was ich in meinem Alter eigentlich nicht mehr tragen dürfte.
Oberstes Gebot ist für mich ein gutes Passing, damit ich möglichst eindeutig als Frau wahrgenommen werde. Irgendwelche Mischoutfits, ein wie auch immer gearteter Hybridmodus, ohne Perücke oder Makeup rausgehen, sind für mich absolute NoGoes.
Ich möchte aber keinesfalls wie eine "graue Maus" unsichtbar bleiben. Im Gegenteil: Durch ein stilvolles oder elegantes Outfit positiv auffallen ist ganz in meinem Sinne. Optimal wäre es, wenn diejenigen, die bei dem Gedanken an "Männer in Frauenkleidern" einst die Nase rümpften, jetzt aber zu der Erkenntnis kommen: "Das sieht gar nicht mal so schlecht aus."
So macht Frausein Spaß. Einen Männermodus gibt es für mich längst nicht mehr.
Re: Konventionen (bzgl. Outfit/Look) über Bord schmeißen - wird das auch mal anstrengend ??
Verfasst: Mi 16. Okt 2024, 18:32
von lee
Hallo zusammen,
Konventionen brechen kann sehr anstrengend sein.
Ich bin nicht immer in der Stimmung oder Verfassung auffallen zu wollen oder etwas anders zu machen. Es wäre mir dadurch einfach viel zu anstrengend und ich würde mich nicht wohl fühlen. Da geht es aber nicht nur um "weibliche"/"männliche" Kleidung sondern ganz generell um die Wahrscheinlichkeit aufzufallen. Ich finde aber auch, dass das ok ist. Ich bin ja keine Person der Öffentlichkeit die eine Marke darstellt oder politische Statements setzen muss.
Es kann aber auch sehr lustig sein.
Wenn ich in der Stimmung dazu bin ist es nicht anstrengend. Meistens sogar eher lustig. Ich finde es einfach amüsant wenn Leute in ihrem Schubladendenken herausgefordert und irritiert werden: Ich habe z. B. Zehenschuhe. Das löst auch sehr viele Reaktionen aus
Wenn ich in die Kerbe "hybrid" schlage ist es dann aber weniger zum Spaß sondern für mich und wie ich mich fühle und - auch durchaus - ein politisches Statement. Es ist dann aber nicht anstrengend. Wenn ich in der Stimmung dazu bin sind mir die negativen Reaktionen egal: Ich schaue denn Leuten dann sogar sehr bewusst in die Augen. Es ist dann wohl eher für die anderen anstrengend, die nicht damit umgehen können.
Und and den Tagen wo man zwischen diesen beiden Extremen liegt entscheide ich mich halt entweder für bequem oder mutig, oder eine Abstufung.
Re: Konventionen (bzgl. Outfit/Look) über Bord schmeißen - wird das auch mal anstrengend ??
Verfasst: Mi 16. Okt 2024, 20:59
von Lana
lee hat geschrieben: Mi 16. Okt 2024, 18:32
Wenn ich in der Stimmung dazu bin sind mir die negativen Reaktionen egal: Ich schaue denn Leuten dann sogar sehr bewusst in die Augen.
Das mache ich auch gerne. Daran merke ich als erstes, wenn es für mich anstrengend wird:
nämlich dann, wenn ich anfange, den Blicken der Anderen auszuweichen.
LGL