Jetzt seid ihr aber dem lieben Herrn Böltl von der CSU aber ziemlich auf dem Leim gegangen.
Zuerst mal zur Person: Ja, er hat IN einer Kirche geheiratet, sie wurden dort aber
nur gesegnet und nicht getraut. Ein feiner Unterschied, aber so ziemlich das Maximale was man der römisch-katholischen Kirche abtrotzen kann. Ob man darauf jetzt stolz sein sollte, muss jeder selbst wissen.
Dann zur Sache mit dem CSD-Ausschluss: Die Organisatoren haben
ausführlich und unaufgeregt dargelegt, warum die CSU (also die Partei und die Stradtratsfraktion) nicht dabei sein darf, sehr wohl aber die LSU (Lesben und Schwule in der Union). Darauf hätte man ja argumentativ eingehen können, aber "stinksauer sein" und schmollen ist irgendwie medial wirksamer. Noch wirksamer ist es anscheinend über den Ausländeranteil an Gewaltkriminalität zu sprechen und dann so zu tun, als sei dass ein sinnvoller Beitrag zu Diskussion. Mich wundert schon fast, warum er nicht gleich noch einen Bogen zu Wärmepumpen, Verbrenner-Aus und Putin gespannt hat. Irgendwas für die Schnappatmungs-Fraktion halt. Scheint ja sogar hier in diesem Forum zu verfangen. Ja, Migration ist ein wichtiges Thema, aber an dieser Stelle nur eine Nebelkerze.
Denn die CSU ist immer noch eine in weiten Teilen eine queerfeindliche Partei. Vorbei sind zwar die Zeiten der
Schwulenhatz und
Verteufelung, und es gab auch ein wenig Reue (z.B.
hier und
hier). Aber das
Abstimmungsverhalten der Union zur Homo-Ehe sollte eigentlich auch dem Herrn Böltl schmerzhaft in Erinnerung geblieben sein. Oder auch der
freundschaftliche Umgang führender CSU-Politker mit Ron DeSantis.
Grund genug, dass man seine Homosexualität dann doch nicht so
an die große Glocke hängt, zumindest nicht politisch. Klingt irgendwie nach Spagat. Vielleicht ist ja Alice Weidel ein Vorbild für ihn? Aber
die will ja auch nicht queer sein und beim CSD mitlaufen. Wie innerlich zerissen können Menschen eigentlich sein? Vielleicht geht Herrn Böltl ja ein Licht auf, wenn er demnächst mal versucht ein Kind zu adoptieren.