Lana hat geschrieben: Fr 17. Mai 2024, 21:23
Jaddy hat geschrieben: Fr 17. Mai 2024, 19:53
Solange in D persönlich zugestimmt werden muss
Entschuldigung Jaddy, vielleicht interpretiere ich deine Aussage falsch. Für mich klingt das so, als ob du es schlecht findest, dass ein Mensch auch am Lebensende selbstbestimmt über sich und seinen Körper entscheiden kann.
Oh nein! Ich bin sogar sehr für Selbstbestimmung. In jeglicher Hinsicht. Das Problem der bisherigen Regelung sehe ich darin, dass sich die meisten Menschen eben
keine Gedanken machen, bzw sogar obwohl sie eigentlich dazu bereit wären, sich den kleinen Aufwand nicht leisten. Der Gedanke ist vielleicht unangenehm, das Thema weit weg, es gibt reichlich Desinformation, was weiss ich.
Auf jeden Fall gibt es mehr Menschen, die zu einer Organspende bereit wären, als dann auch tatsächlich den Schrieb dabei haben (und ggf ihre Angehörigen informiert und so). Und das ist sehr schade.
Keine Ahnung, was genau die beste Lösung wäre, aber die bisherige ist mE nicht hinreichend. Ich könnte mir zB eine Widerspruchslösung mit HInterlegung bei der Krankenkasse o.ä. vorstellen, also dort, wo eh medizinische Infos zusammenlaufen. Andere Läner machen das wohl auch mit Eintragungen im Ausweis, wobei das in D wohl etwas "systemfremd" wäre.
Bis dahin werbe ich jedenfalls dafür, dass sich möglichst alle mal damit beschäftigen und so einen Schrieb ausfüllen. Egal ob pro oder contra oder einegschränkt.
Und hoffentlich kommen wir bei der Reklonierung von Organen oder wenigstens der Xenotransplantation schnell so weit, dass es keine Spende-Organe mehr braucht.
Dieses warten, immer erreichbar und in Bereitschaft, mehrfach nachts aus dem Bett geklingelt werden und im Krankenwagen auf dem Weg in eine Klinik sonstwo, nur um dann auf halbem Wege umzukehren, weil das Organ doch nicht passt, das ist einfach zermürbend. Auch für die Angehörigen. Und richtig bedrückend wird es, wenn die eigene Lebenskraft immer mehr schwindet, während sich auf der Warteliste nichts bewegt. Ich kannte Menschen, die auf der Warteliste gestorben sind, weil es zu wenig Spendeorgane gibt, weil sich Menschen keine Gedanken machen. Das sollte meiner Ansicht nach mehr ins Bewusstsein gerückt werden.
Ich denke, so lange die Medizin nichts besseres hat - wobei Transplantationen schon eine richtig tolle Sache ist - sollten alle Menschen mit dem Thema konfrontiert und ja, auch ein bisschen zu wenigstens irgendeiner Entscheidung genötigt werden. Und ich persönlich befürworte Spende als Standard. Das lässt allen die Möglichkeit, zu widersprechen und das sollte so sicher wie möglich gereglt werden.