So verkehrt ist der Artikel nicht. Den Hype gibt es wirklich. Zumindest wenn man das Wort "Hype" nicht zu ernst nimmt.
Mein Psych meinte, er habe als Patientin ein Mädchen aus der 9. Klasse, die sagte, in ihrer Klasse hätten noch zwei, drei Mädchen so etwas. Na das ist doch *das* Argument. "Mia braucht unbedingt eine OP, weil Lena und Maria auch eine wollen." Damit ist jeder MDK sofort überzeugt.
Gerade Mädchen haben in der Pubertät Probleme, sich selbst und ihre Rolle (die keine stereotype zu sein braucht) zu finden und anzunehmen. Der Gedanke, mal im anderen Geschlecht zu sein, ist attraktiv. Ich hatte neulich in der Buchhandlung ein Buch für diese Altersgruppe in der Hand. Wenn ich den Klappentext recht in Erinnerung habe, ging es da um "Changers", die ein Jahr als Mädchen und dann ein Jahr als Junge leben. Für 14-jährige Mädchen ist das hochinteressant. Aufklärung über Transsexualität fällt dann auf den völlig falschen Boden.
Daher ist es wichtig, dass den Jugendlichen Alternativen angeboten werden. Vorbilder (starke Frauen!), Rollenbilder (nein, nicht mit 20 Mutter und Hausfrau), Selbstverwirklichung, Selbsterkenntnis. Es darf nicht nur Aufklärung über Transsexualität geben, sondern beide Seiten müssen sichtbar sein. Da sind die Medien, insbesondere aber nicht nur die sozialen Medien, oft kontraproduktiv. "Mia heißt jetzt Markus und ist glücklich" ist halt viel interessanter als "Mia wollte mal ein Junge werden, aber das war's dann doch nicht".
Bei der Entwicklung drohen die wenigen echt transsexuellen Jugendlichen unterzugehen. Früher war der Besuch beim Psychologen eine große Hemmschwelle, die nur überschritten hatte, wer es ernst meinte, aber wenn heute ein Besuch beim Psychologen cool ist ... . Die Psychologen müssen viel mehr aufpassen, nicht die Falschen zu medizinischen Maßnahmen zu schicken.
Hier im Forum ist diese Entwicklung nicht sichtbar. Die Jugendlichen aus diesen Altersgruppen sind hier nicht angemeldet. Das Forum ist halt nicht auf Tiktok und Insta präsent.
Jaddy hat geschrieben: Mi 27. Mär 2024, 14:15
und die Aussagen vollkommen einseitig sind.
Ja, da hast du recht. Leider, denn damit ist es kein guter Artikel. Die Überlegung, wie geht man mit denen um, die tatsächlich transsexuell sind, und für die Pubertätsblocker eine große Erleichterung im Leben sein werden, , gehört da mit rein, und wenn es nur in einem Satz ist.