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Trans als Witzfigur: Gehässig und Faul

Verfasst: Mo 8. Jan 2024, 11:06
von Marlene K.
Ich zitiere hier einen Artikel, der ein Phänomen auf der Bühne beschreibt, dass jede*r von uns, der seinem Wesen nach offen lebt auch aus dem Alltag kennt.
https://taz.de/!5982054/
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Ihr Geheimnis, um relevant zu bleiben? Witze über Geflüchtete, trans Personen und Vergewaltigungen
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Wenn anti-"woke" Themen mittlerweile die einzigen sind, die diese "kontroversen" Komiker abzudecken wissen, inwiefern unterscheiden sie sich dann noch von reak-­tio-­nären, konservativen Personen, die nur noch an der Welt zu verlieren haben und wissen, dass die Zukunft nichts für sie zu bieten hat — außer vielleicht eine Stimme für Neurechte zu sein? Das Gefühl von Leichtigkeit, das Humor eigentlich verursachen sollte, fehlt.
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Auch Deutschland brachte einen dieser Männer hervor, der aus irgendeinem Grund immer noch mit Bluthochdruck über Bühnen rennt. Mario Barth hat zuletzt wegen seiner Meinung übers Gendern mediale Aufmerksamkeit bekommen.
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Ich wünschte allerdings, dass die Autorin hier den amerikanischen Hintergrund mehr genutzt hätte um auf das selbe Problem im deutschen Sprachraum hinzuweisen. Beispiele, meist männliche ( Ausnahme: Lisa Eckhart https://de.wikipedia.org/wiki/Lisa_Eckhart ), sind meines Erachtens nach genug vorhanden. Oliver Pocher, Guido Canz, Stefan Raab sind für mich Beispiele, aber auch Michael Mittermeier, den ich früher geschätzt habe. Trotz einer größeren Anzahl Frauen und Menschen mit Wurzeln auch in anderen Kulturen sind hier cis weiße Männer stark im Vordergrund. https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_deu ... er_Komiker

Re: Trans als Witzfigur: Gehässig und Faul

Verfasst: Mo 8. Jan 2024, 13:03
von Inga
Hi,

wenn der Kabarettist meint, er müsse sich gegenüber dem Publikum so als Geflüchteter, Transmensch und Vergewaltig(t)er outen ... frei nach de Motto, ich bin derjenige, über den ihr lacht.

Mir aber wäre aber beim Outing die klare Sprache lieber.

Liebe Grüße
Inga

Re: Trans als Witzfigur: Gehässig und Faul

Verfasst: Mo 8. Jan 2024, 14:08
von Wally
Ich kenne weder Gervais (außer als Käsesorte :-) ) noch Chappelle. Wenn aber Gervais politisch unkorrekte Witze antizipierbar sind, dann liegt das nicht an mangelnder Originalität, sondern daran, dass die zugrundeliegenden Tabus und Denkverbote in unserer Gesellschaft allgegenwärtig sind. Dass die Witze trotzdem - oder gerade deshalb - gut sind, beweisen volle Säle. Die taz kritisiert hier nicht die Witze, sondern deren politische Richtung: Humor ist demnach ausschließlich, wenn man über Andere lacht.

Re: Trans als Witzfigur: Gehässig und Faul

Verfasst: Mo 8. Jan 2024, 17:32
von Joan Autumn
Ricky Gervais hat in meinen Augen tolle, einfühlsame und kritische Filme, oft mit gutem, englischen Humor, gemacht. Ich habe ihn sehr geschätzt.

Dann wollte ich mir, glaube auch auf Netflix, seine Bühnenshow ansehen. Bin nur bis zum ersten Witz, wie oben geschildert, gekommen.

Seitdem ist er leider für mich erledigt. Hatte ich nicht für möglich gehalten. Einfach traurig.

LG Joan

Re: Trans als Witzfigur: Gehässig und Faul

Verfasst: Di 9. Jan 2024, 19:11
von Marlene K.
Volle Säle heißen für mich nicht, dass Witze "gut" sind. Sie zeigen nur, wie menschenverachtend sowohl der "Künstler" als auch der Zuschauer ist.

Re: Trans als Witzfigur: Gehässig und Faul

Verfasst: Mo 15. Jan 2024, 17:16
von Zoey
Wally hat geschrieben: Mo 8. Jan 2024, 14:08 Ich kenne weder Gervais (außer als Käsesorte :-) ) noch Chappelle. Wenn aber Gervais politisch unkorrekte Witze antizipierbar sind, dann liegt das nicht an mangelnder Originalität, sondern daran, dass die zugrundeliegenden Tabus und Denkverbote in unserer Gesellschaft allgegenwärtig sind. Dass die Witze trotzdem - oder gerade deshalb - gut sind, beweisen volle Säle. Die taz kritisiert hier nicht die Witze, sondern deren politische Richtung: Humor ist demnach ausschließlich, wenn man über Andere lacht.
Unbequeme Meinung... Ich sehe das so: "politisch unkorrekte" Witze sind für mich durchaus OK, wenn sie nicht pure Effekthascherei oder Populismus sind, sondern satirisch und mit Selbstironie versehen.

Das Problem ist halt, dass die wenigsten Comedians in der Lage (oder Willens) sind, sich über das Niveau des schenkelklopfenden Stammtischniveaus hinaus zu begeben. Und ja - auch mir ist natürlich klar, dass eine Grenzziehung da schwer ist - nicht jede Comedienne (Ähnlichkeiten mit Lisa Eckhart sind weder zufällig nicht ungewollt), die behauptet, sie halte uns nur den Spiegel vor, hat letzteres auch tatsächlich im Sinn - da ist die Provokation dann purer (Quoten-)Selbstzweck.

Das Fazit des Artikels ("verbitterte Männer") ist für mich trotzdem arg weit her geholt - da geht es doch nur um die nächste platte Pointe, aber Verbitterung da rein zu interpretieren, naja...