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Nuklearkraftwerke

Verfasst: So 7. Jan 2024, 21:46
von Kerstin
Frankreich will in den kommenden Jahren zusätzlich zu bereits geplanten sechs Atomkraftwerken acht weitere Meiler bauen - und damit weitaus mehr als bislang vorgesehen.....
https://www.n-tv.de/politik/Frankreich- ... 44637.html
Bei der Weltklimakonferenz erklären 22 Staaten, dass sie die Atomkapazitäten bis 2050 verdreifachen wollen.
....
Doch Mycle Schneider schüttelt mit dem Kopf. "Es geht nicht", sagt der Herausgeber des Weltnuklearberichts (WNISR) im "Klima-Labor" von ntv. Denn das wären weit über 1000 neue AKW in 27 Jahren. Die Atomindustrie aber befindet sich in einem desolaten Zustand: "Diese Unternehmen sind bereits mit den existierenden Reaktorflotten bis an die Grenze ausgelastet", sagt Schneider
......
Als besonderes Schmankerl
......Die Frage der Versicherung ist nichts anderes als eine Form verdeckter Subventionen. Es wird so getan, als wäre dieser Kostenfaktor bei der Kilowattstunde einkalkuliert, aber de facto wissen wir: Das ist er nicht. Dabei zeigen bereits alle Kostenschätzungen, dass Atomkraft die teuerste Form der Stromgewinnung geworden ist. Bei neuen Atomkraftwerken landet man bei 18 Cent pro Kilowattstunde, das ist das Drei- bis Vierfache dessen, was Wind und Solar kosten.
......
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Atomkapa ... 14102.html

Wie die Franzosen ihren atomstrom bezahlbar machen wollen ist mir ein Rätsel.


https://www.worldnuclearreport.org/IMG/ ... -v3-hr.pdf
Für alle die im englischen sicher sind.


Mfg Kerstin

Re: Nuklearkraftwerke

Verfasst: So 7. Jan 2024, 22:26
von Nascha
Die Absurdität der Gier. Gewinn, koste was es wolle, zahlen darf die Natur mit seinen Menschen....

Re: Nuklearkraftwerke

Verfasst: So 7. Jan 2024, 23:54
von Jaddy
Das ganze funktioniert heutzutage nur noch im Zusammenhang mit a) einem (unterwanderten) Staat, der Steuergeld zu den Energiekonzerne umleitet und die Risiken übernimmt und b) Atomwaffen, für die sonst mittelfristig sonst kein Nachschub bzw Ersatz und keine Industrie mehr vorhanden ist.

Re: Nuklearkraftwerke

Verfasst: Mo 8. Jan 2024, 11:20
von Laila-Sarah
Na aber wenn wir jetzt mal ganz ehrlich sein wollen: Mainstream Wissenschaftler sagen ganz klar das der Energiebedarf der Welt mit sauberen Energien schon jetzt nicht gedeckt werden kann geschweige denn in Zukunft. Und ferner das die Wahl zwischen Pest und Cholera. Sie klar Atom vor Fossil empfehlen.
LG

Re: Nuklearkraftwerke

Verfasst: Mo 8. Jan 2024, 11:21
von Juliane
Und es funktioniert auch nur deswegen, weil wir die Kosten für die Endlagerung der Abfälle,
deren Bewachung usw. nicht mit in den aktuellen Strompreis hineingerechnet haben, sondern
kackfrech den nächsten zig Generationen über zigtausende von Jahren überlassen.

Tolles Erbe, ich schäme mich dafür :( Juliane

Re: Nuklearkraftwerke > och nöh !

Verfasst: Mo 8. Jan 2024, 12:22
von Inga
Hi,

Ergänzend möchte ich noch auf die unvermeidlich riesigen Umweltsünden allein schon durch Uranabbau hinweisenn, warum man bei aller Wiederaufarbeitung Kernenergie zu den banalen fossilen Energieträgern zählen muss.

Ferner mag man zwar darüber streiten, ob der Energiebedarf allein durch erneuerbare Energien bestritten werden kann. Tatsache aber ist schon heute, dass das Potential an Erzeugung an sauberer Energie und deren Verteilung auch bei uns im Lande längst nicht ausgeschöpft ist. Ich denke da u. a. an Tiefengeothermie, Nahkalterdwärme in Nachbarschaftsnetzen, Wasserkleinkraftwerke (Wassermühlen) an Flussläufen und Bächen. Da sollten doch erst die Hausaufgaben gemacht werden, bevor die Kernenergie wieder mal als teurer "Energieversorgungsretter" schön geredet wird.

Ob Frankreich und andere Nationen so viel glücklicher werden mit mehr und neuen Kernkraftwerken, mag ich bezweifeln, wenn etwa wegen sommerlicher Trockenheit für den laufenden Betrieb zu wenig Kühlwasser bereit gestellt werden kann. Dann müssen die anderen Energieträger die Versorgungslücken schließen - allen voran die echten Erneuerbaren .....

Daneben ist das Potential der Energieeinsparung nicht zu unterschätzen. Seitdem ich vor einem Jahr angefangen habe, meinen Energieverbrauch bei der Kommunikationstechnik wie etwa die Standby-Zeiten bei Laptop und Modem zu kontrolieren, spare ich etwa 1 KWh pro Tag. Es ergibt sich bei der Jahresabrehnung einen sichtbaren Minderbedearf und (bei mir ) reduzierte Stromrechnung.

Da freue ich mich doch glatt aufs Essengehen beim nächsten Treffen.

Liebe Grüße
Inga

Re: Nuklearkraftwerke

Verfasst: Mo 8. Jan 2024, 12:29
von Momo58
Es scheint, als ob die Menschheit nicht in der Lage ist, langfristig zu denken. OK, baut alle Kohle der Welt ab, vergnügt euch mit Zaster in Milliardenhöhe. Ihr habt ja noch über eine Million Tonnen Uran für eure Atomkraftwerke. Danach geht es vielleicht noch eine Weile mit Wasserstoff , aber dann habt ihr nichts mehr außer Wind, Wasser und Sonne und diese Ökoenergie braucht ihr für eure Klimaanlage, weil bis dahin der Planet am kollabieren ist. Ob euer Zaster euch dann noch hilft?

Mit nachdenklich satirischen Grüßen
Manuela

Re: Nuklearkraftwerke

Verfasst: Mo 8. Jan 2024, 13:40
von Jaddy
Laila-Sarah hat geschrieben: Mo 8. Jan 2024, 11:20Na aber wenn wir jetzt mal ganz ehrlich sein wollen: Mainstream Wissenschaftler sagen ganz klar das der Energiebedarf der Welt mit sauberen Energien schon jetzt nicht gedeckt werden kann geschweige denn in Zukunft. Und ferner das die Wahl zwischen Pest und Cholera. Sie klar Atom vor Fossil empfehlen.
Ist da ein "nicht" zu viel? An direkter Sonnenstrahlung bekommt die Erde ca. 10.000 mal mehr, als wir Menschen an Primärenergie (also nicht nur Strom) verbrauchen. Die können wir direkt wandeln oder über Photosynthese (verteufelt schlechter Wirkungsgrad, aber prima Produkte) oder als sekundäre Energie aus Wind etc ziehen. Energie ist mehr als ausreichend da. In den Breiten zwischen 40-°N und 40-°S mit bis zu 2 MWh * m2 / a gibt es etliche Länder, die den gesamten Weltenergiebedarf auf einem Bruchteil ihrer Fläche erzeugen könnten. Primärenergie. Also nicht nur Strom.

Produktionskapazität ist auch da. Im Jahr 2023 sind allein an PV-Modulen 1,2 TWp produziert worden, also umgerechnet 1000 AKW-Blöcke. In einem Jahr. Auf der Welt laufen übrigens nur 450 AKWs. Mit massiver Steigerung der PV-Produktion bis zu 2 TWp pro Jahr in 2026 wird gerechnet. Allein in Europa liegen 40GWp auf Halde und sind noch nicht installiert.

Und da ist Wind noch nicht mit drin. Das globale Potenzial übersteigt den Welt-Primärenergiebedarf um das 5-fache. Eine moderne Turbine erzeugt den Jahresstrombedarf für 4 Leute und ihr Häuschen mit ein paar Umdrehungen.

Mit Wind und PV könnte sogar Deutschland energie-autark werden, aber natürlich ist der europäische Stromverbund viel sinnvoller.

Nichts ist billiger als erneuerbare, nichts ist teurer als nuklear. Alles fertige Technik, alles dezentral, ohne gigantische Sicherheitsmassnahmen, ohne technisch nicht beherrschbares Risikopotenzial.

Re: Nuklearkraftwerke

Verfasst: Mo 8. Jan 2024, 14:48
von Wally
Jaddy hat geschrieben: Mo 8. Jan 2024, 13:40 Nichts ist billiger als erneuerbare, nichts ist teurer als nuklear.
Ach so: deshalb fehlen dem Habeck jetzt schon wieder die nächsten 60 Milliarden Euro für erst durch die "Energiewende" nötig gewordene Gaskraftwerke...

Aber eigentlich gehört das alles nicht her. Bin ja schon still, is ja gut (ki)

Re: Nuklearkraftwerke

Verfasst: Mo 8. Jan 2024, 15:16
von Nora_7
Also, eigentlich ist dieses Thema nichts für dieses Forum. ich lese nur Meinungen, keine tiefergehende Diskussion, die über die üblichen manifesten Argumente vor allem der Gegner hinausgehen. Dies ist auch kaum möglich, weil die Fachkompetenz hier limitiert ist. Und der n-tv-Beitrag gibt nur eine persönliche Bewertung eines Gegners wieder, kein wirkliches wo-stehen-wir.

Zu Frankreich - von HEUTE (1):

"Frankreich will in den kommenden Jahren zusätzlich zu bereits geplanten sechs Atomkraftwerken acht weitere Meiler bauen — und damit mehr als bislang vorgesehen. Ein aktueller Gesetzentwurf sehe diesen bislang als "Option" diskutierten Bau vor, sagte Energieministerin Agnès Pannier-Runacher am Sonntag der Zeitung "Tribune Dimanche". Im Gegensatz zu Deutschland setzt Frankreich massiv auf Atomenergie, um Kohlekraftwerke zu ersetzen und so die CO2-Emissionen zu senken. Frankreich will den Anteil der fossilen Brennstoffe am Energieverbrauch von derzeit mehr als 60 Prozent auf 40 Prozent im Jahr 2035 reduzieren. Gebaut werden sollen Kernkraftwerke des Typs EPR. Weltweit sind drei solcher Reaktoren in Betrieb, einer in Finnland und zwei in China. Auch in Frankreich wird bereits an einem EPR gebaut. Allerdings gab es dort und anderswo große Probleme. dpa"

Nur ein (1) Beitrag, der die deutlich unterschiedlichen Sichtweisen verdeutlicht. Und neue Reaktortypen sollen den radioaktiven Abfall, neue Kühlverfahren und den Wasserbedarf minimieren können. Schnelle Brüter (Thorium) erzeugen mehr Brennstoff als sie verbrauchen. U.v.m. Alles mit Anfangsschwierigkeiten, da nach dem Fukoshima-Schock viel Expertise verloren gegangen ist. Aber in Deutschland verbietet Rot-Grün jegliche Aktualisierung des Wissens, Kernforschung in alle Richtungen ist weitgehend unerwünscht, die deutschen (nur!) Grünen Fordern, die deutsche Beteiligung an den großen europäischen Kernfusionsprojekten aufzukündigen. Und so beleiben Meinungen manifestiert, weil neue Erkenntnisse ideologisch verpönt sind. Natürlich sind die Kosten von Kernenergie hoch, vor allem, wenn man die Fehler der Vergangenheit zu verarbeiten hat. Aber eine Zukunft nur aus PV und Wind kann keine 365/31/24-Verfügbarkeit sicherstellen. Und es gibt sie auch nicht notwendigerweise, wo sie benötigt wird. Da kommen auch heftig Kosten zusammen. Und es ist illusorisch zu glauben, dass alle verfügbare Wind- und Sonnenenergie genutzt werden kann. Ideologie kann die Natur nicht überwinden.

Und auch die Erzeugung von Windenergie kann Probleme machen: "Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022/23 entstanden wegen anhaltender Anlaufprobleme und Qualitätsmängel bei Windkraftanlagen von Siemens Gamesa beim Mutterkonzern Siemens Energy Verluste von 4,59 Milliarden Euro.(Tagesschau)".

Bei uns gibt es einen Bürgerstammtisch Windenergie, geleitet von einem hochrangigen Manager eines Windradanbieters. Ziel ist, das Verbot von Windrädern im Pfälzer Wald (Naturschutzgebiet) aufzuheben und zuzubetonspargeln. Jetzt schon ist das Vorland dort schon von riesigen, häßlichen Betontürmen mit Flügeln unattraktiv geworden. Weil die verarmten Kommunen nach jedem finanziellen Strohhalm greifen. Hoffentlich kommt davon nicht noch mehr.

Nora_7

Re: Nuklearkraftwerke

Verfasst: Mo 8. Jan 2024, 16:04
von Nicole Fritz
Laila-Sarah hat geschrieben: Mo 8. Jan 2024, 11:20 ... Mainstream Wissenschaftler ...
Genau hier ist das Problem. - Nach meiner Erkenntnis (wer mag, nenne es "Verschwörungstheorie") braucht man nur eine passende Antenne ca. 25 m hoch in die Luft zu bringen, um den Energiebedarf eines ganzen Dorfes zu decken. Diesem Zweck dienten noch vor etwa 500 Jahren die Zwiebeldächer aus Metall (als Kondensatoren und Hohlraum-Resonatoren) der Kirchtürme mit einem "verzierten" Kreuz (Antenne für Energie aus dem elektrostatischen Feld der Atmosphäre) oben drauf. Da brauchte es keine Talsperren und keine Windräder. Wenn aber alle glauben (sollen, müssen oder es nicht anders können), wir seinen schlauer (*) als vor 500 Jahren, bleibt uns nur die Pest der Atomenergie oder die Cholera der fossilen Energiequellen. Jeder, der bisher versuchte, so genannte freie Energie zu vermarkten und zu verkaufen, kam entweder unter mysteriösen Umständen ums Leben, oder gab es schließlich auf.

LG Nicole

PS (*) Schlauer sind wir vielleicht, aber bei der Weisheit ist uns ein Ameisenstaat weit überlegen. Der zerstört sich nicht selbst.

Re: Nuklearkraftwerke

Verfasst: Mo 8. Jan 2024, 21:51
von Jaddy
Wally hat geschrieben: Mo 8. Jan 2024, 14:48
Jaddy hat geschrieben: Mo 8. Jan 2024, 13:40 Nichts ist billiger als erneuerbare, nichts ist teurer als nuklear.
Ach so: deshalb fehlen dem Habeck jetzt schon wieder die nächsten 60 Milliarden Euro für erst durch die "Energiewende" nötig gewordene Gaskraftwerke...
Weisst du dselbst, dass das Unfug ist, oder? Meines Wissens wird da nichts gefördert, sondern maximal Kredite verbürgt für die 100% privaten Projekte. Die Liste neue Gaskraftwerke ist allerdings kurz. Ein Dutzend Projekte, bis auf 2 alles "in Planung" mit unbestimmtem Zeitplan. Die Energiekonzerne wollen die eigentlich gar nicht, weil sich die Dinger wirtschaftlich nicht mehr lohnen. Der erzeugte Strom ist im Normalfall zu teuer genau wie jeder fossile. Nur durch das Preissystem(1) können sie ihn überhaupt absetzen und nur in Fällen, wo weder heimische Erneuerbare, noch Importstrom verfügbar ist, erwirtschaften sie Geld.

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Nora_7 hat geschrieben: Mo 8. Jan 2024, 15:16"Frankreich will in den kommenden Jahren zusätzlich zu bereits geplanten sechs Atomkraftwerken acht weitere Meiler bauen
Tja ja, EPR. Sämtliche Projekte damit wurden und werden zig mal teurer und verzöger(te)n sich massiv. Keines davon arbeitet wirklich wirtschaftlich oder wird jemals wirtschaftlich arbeiten, ohne dass die jeweiligen Staaten direkte Förderungen, Abnahmegarantien zu sehr hohen Preisen, Versicherungen usw übernehmen. Finnland hat sich massiv übernommen. Gerne mal nachlesen.

In UK ist Hinkley Point C finanziell am absaufen. Der chinesische Partner hat Ende 2023 erklärt, keinen weiteren Penny mehr zahlen zu wollen. Die Baukosten sind von 16 auf 37 Milliarden Euro gestiegen. Schon bei der Planung war klar, dass das Kraftwerk bei einem Preis von unter 90 Pfund/MWh Verluste schreiben würde. Die Regierung Cameron sicherte deshalb "für 35 Jahre ab Inbetriebnahme eine garantierte Einspeisevergütung in Höhe von 92,5 Pfund/MWh plus einem jährlichen Inflationsausgleich auf Preisbasis 2012 zu (derzeit 107 Euro/MWh). Mit Stand September 2023 würde die Einspeisevergütung bereits 128,09 Pfund/MWh bzw. 147,27 Euro/MWh (0,147 Euro/kwh) betragen. ... Sollten die Kernreaktoren aufgrund ausschließlich politischer Umstände abgeschaltet werden müssen, werden die Betreiber für den entgangenen Ertragsausfall durch die Regierung finanziell entschädigt." (Wiki)

D.h. die Betreibenden ahnen wohl schon, dass sie keine 60 Jahre lang produzieren werden. Insgesamt fördert die UK Regierung Hinkley Point C mit ~100 Milliarden Euro. Dies und die Abnahmegarantie kommen aus Steuergeldern und gehört _eigentlich_ auf die Stromrechnung.

Durchschnittlicher Großhandelspreis in D 2023: 95€/MWh, wobei Fossilstrom der teuerste Anteil ist. Je mehr Erneuerbare, desto billiger - eigentlich(1).

Ich mache mal ne wirklich schräge und daumenbreite Gegenrechnung auf. Eine aktuell käufliche Hausanlage der Größenordnung 10kWp(2) kommt auf umgerechnete Kosten von 50-70 €/MWh. Das sind keine kommerziellen Großanlagen, die noch effektiver sind. Für 100 Mia Euro hätte UK sich 5 Millionen solcher Anlagen aufstellen können. Das wären 500 GWp und ca 50 TWh/a. Hinkley Point C wird 3,8 GWp liefern. Bei bester Verfügbarkeit (~70%)(3) sind das 23,5 TWh/a, also weniger als die Hälfte. Ein Niedrigzins-Förderprogramm für private Installationen wäre also viel billiger gewesen, schneller, dezentraler, ausfallsicherer.

Also: Wirtschaftlich ist Kernenergie aktuell nicht. Sie war es nie, sondern funktionierte ausschliesslich mit staatlicher Förderung. 237 Mrd Euro in der BRD seit 1970. Und sie wird auch nie wirtschaftlich werden. Auch nicht mit den angeblichen neuen Wunderreaktoren. Die ersten Firmen sind bereits am Ende, bzw ziehen sich wegen Unwirtschaftlichkeit raus, denn die Entwicklung bis zur Marktreife wird noch Jahrzehnte dauern. Diese heisse PR-Luft wird u.a. von Fossilfirmen gesponsort, um Erneuerbare als vorhandene Alternative zu torpedieren. Das war übrigens bei der Brüter-Technik schon mal der Fall. Kalkar plus Wiederaufarbeitung in Wackersdorf sollten es richten. Bis die Betreiberfirmen wegen Unwirtschaftlichkeit aus den Projekten ausgestiegen sind, 1989 und 1991, also alles zu CDU-Zeiten.

Und egal wie: Die Problematik der dazu gehörigen Industrie bleibt. Hoch radioaktives Material muss transportiert, aufbereitet und gelagert werden. Dabei darf nicht ein Fehler passieren. Weder versehentlich noch absichtlich. Kernfusion? Noch mehr Jahrzehnte entfernt. Nicht mal absehbar. Gleiches PR-Theater wie bei den "neuen Reaktoren".
Nora_7 hat geschrieben: Mo 8. Jan 2024, 15:16Und auch die Erzeugung von Windenergie kann Probleme machen: ... Siemens Gamesa
Klar. Wenn eine Firma sich wegen "Kostenoptimierung" minderwertige Qualität einkauft und die Zuliefernden bis unter die Wirtschaftlichkeit drücken will, passiert sowas. Hab ich in der Auto-Industrie im Projektgeschäft auch erlebt. Große Anlagenfirmen, die unter Preis anbieten und ihre Subs durch Verzögerungen über die Klinge springen lassen, um sie nicht bezahlen zu müssen. Das hat aber nichts mit der Profitabilität der Windenergie als solches zu tun.

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Und dann war da noch...
Nicole Fritz hat geschrieben: Mo 8. Jan 2024, 16:04Nach meiner Erkenntnis (wer mag, nenne es "Verschwörungstheorie") braucht man nur eine passende Antenne ca. 25 m hoch in die Luft zu bringen, um den Energiebedarf eines ganzen Dorfes zu decken. ... Jeder, der bisher versuchte, so genannte freie Energie zu vermarkten und zu verkaufen, kam entweder unter mysteriösen Umständen ums Leben, oder gab es schließlich auf.
Also Sorge zu verschwinden hab ich nicht, aber Bedarf an Strom. Also zeig mir das mal bitte funktionierend in der Praxis. Ich habe da allerdings ein Verdacht, warum die Leute aufgaben: Es ist einfach Unfug.

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(1) Das Merit-Order-Prinzip zum Schutz der Fossilen: https://de.wikipedia.org/wiki/Merit-Order Auch schön erklärt von der Anstalt: Video und Faktencheck unter https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/d ... 2-100.html
(2) lässt sich zB bei e-on schlüsselfertig kaufen. 18500€, 57m^2, 10 kWp, ~10 MWh/a. Betriebsdauer 30-40 Jahre praktisch wartungsfrei. Ertrag also mindestens 300 MWh, macht 61 €/MWh, umgerechnet 6,1 ct/kWh. Da ist also zum Endverbrauchspreis noch jede Menge Luft für Speicher, Finanzierung, usw.
(3) In Frankreich war die Verfügbarkeit in 2023 übrigens bei unter 50%. Wenn dir mal eben so 50% der Stromproduktion wegfallen, wird es schon hart.

Re: Nuklearkraftwerke

Verfasst: Mo 8. Jan 2024, 22:21
von Nicole Fritz
Jaddy hat geschrieben: Mo 8. Jan 2024, 21:51 ... Es ist einfach Unfug.
Hallo Jaddy,

Genau das soll das Volk glauben. Ich würde gerne so eine 25 Meter hohe Antenne auf meinem Grundstück aufstellen, aber die wäre schneller zu meinen Kosten abgerissen, als ich sie aufbauen könnte - so wie einst Teslas Wardenclyffe-Turm. Und an den zu diesem Zweck bestens geeigneten Kirchturm in unserem Dorf lässt mich keiner heran.

Ich habe mal bei Youtube ein Video gesehen, in dem ein von einer Drohne hoch gezogener Draht einen elektrostatischen Motor in Betrieb setzte. War es nur Fake? Ich vermute, eher nicht. Eine Suche erspare ich mir jetzt, da ich annehme, dass dieses Video bereits lange gelöscht ist - so wie viele meiner Kommentare dort nur für mich sichtbar sind. Und beweisen würde es ja auch nichts. Zudem ist das meiste im Netz zum Thema 'freie Energie' ganz sicher Unfug.

Hier befürchten die Energie-Konzerne ihren Untergang. Und der ist um jeden Preis zu verhindern. Da geht man im Zweifel auch über Leichen.

LG Nicole

Re: Nuklearkraftwerke

Verfasst: Mo 8. Jan 2024, 23:00
von Nora_7
Wie bereits anfangs gesagt, diese Gruppe erscheint mir nicht ausreichend kompetent, dieses Thema professionell zu diskutieren, da ist mehr Expertenwissen gefragt. Die Suche der Gegner nach immer mehr Argumenten gegen Kernkraft hilft der Diskussion auch nicht, denn für endlose Diskussionen auf höchstens Tertiärebene habe ich keine Zeit für Recherchen. Immer wird eine neue Quelle aus dem Zylinder gezaubert, habe einfach keine Lust, nach Gegenzitaten zu suchen. nur ein beispiel: das Ausfallproblem französische Reaktoren ist seit Jahren bekannt und hat nichts mit Kernenergie per se zu tun, sondern beruht auf massiven Wartungsmängeln, und dies vom ersten Tag an. Da vertraue ich den Leuten, die sich damit konstruktiv befassen. Es gibt genügend andere Standpunkte und Analysen. In Deutschland ist soviel Aversion gegen Kernkraft allen über Jahre eingeimpft worden, dass noch nicht einmal nach Möglichkeiten gesucht wird. Das führt uns hier nicht weiter. ich verabschiede mich erstmal nach Gran Canaria, in ein paar Stunden geht der Flug. Sofern die Bauern mich auf die Autobahn lassen.

Nora_7

Re: Nuklearkraftwerke

Verfasst: Mo 8. Jan 2024, 23:40
von Wally
Nicole Fritz hat geschrieben: Mo 8. Jan 2024, 22:21 Ich würde gerne so eine 25 Meter hohe Antenne auf meinem Grundstück aufstellen, aber die wäre schneller zu meinen Kosten abgerissen, als ich sie aufbauen könnte
Liebe Nicole,

Warum besorgst Du Dir nicht einfach mal ne Drohne, ziehst damit einen ganz hauchdünnen Draht (wie ihn die Drohne eben tragen kann) 25 m hoch und versuchst, unten Strom abzuzapfen?
Versuch macht kluch :-)

Ich find's ja sympathisch, dass Du Jaddy's kruden Ansichten hier so tapfer widersprichst; aber deswegen sind Deine Elektrostatik-Theorien auch nicht weniger krude :)p