Heute im Schuhladen angemacht
Verfasst: Fr 15. Apr 2022, 16:02
Heute ist es mir wieder passiert, ich wurde im Schuh outlet von einem unangenehmen Typen angemacht. Wenn ich en femme ausgehe zum shoppen, denke ich eigentlich nicht daran, wie ich auf Männer wirke. Zumal das in meinem Alter (sehe aus wie eine Endvierzigerin) sowieso eigentlich kein Thema mehr sein sollte. Heute, Karfreitag, sind hier in Frankreich die Geschäfte offen, ich wollte mal shoppen gehen, fahre also ins Croix Sud nach Narbonne ins Chaussea, ein Schuh outlet so groß wie vielleicht ein Fußballfeld und darin vielleicht Hunderttausend Schuhe, davon 90 Prozent geschätzt für Damen. Entsprechnd sieht man eigentlich kaum Männer in diesem outlet, ich bin ziemlich oft dort und weiß das.
O.k. Silis hatte ich drin, aber keine extremen, nur die kleinen für B-Körbchen, die ich eigentlich immer trage wenn ich en femme im Städtchen bin.
Ansonsten alles wie immer, meine brünette Langhaarperücke, aber kein Lippenstift, null makeup, nur eine schwarze taillierte Bluse und mein geliebter grauer Rock, knieumspielend, darunter Nylons und wie gesagt, meine Cityschuhe, 8 cm talons hauts.
Ich also am Schlendern, keinen Plan im Kopf, erst mal sehen, was die Frühjahrsmode neues gebracht hat an Schuhen. Plötzlich, wie aus heiterem Himmel, passiert es, ich schlendere um eine Ecke (es gibt dort gefühlt zig-Gänge und Ecken!) und stoße fast mit einem Mann zusammen. Meine Größe, graue Haare, bürgerlicher Typ, spießermäßig gekleidet.
Erst mal ungewöhnlich, dass man hier auf einen Mann stößt, das ist wie gesagt ein 95-prozentiger Frauen- und Familienladen. Aber gut, nichts passiert, wir entschuldigen uns gegenseitig und ich gehe weiter. Aber irgendetwas war anderes, der Augenkontakt vielleicht etwas länger, auf jeden fall dreht sich der Mann um und geht im Laden hinter mir her, ich bemerke das gleich. Ich bleibe stehe, er bleibt stehen, ich stöbere nach Damenschuhen, er auch.
Schließlich kommen wir in die letzte Reihe mit der Ultra High heels. Ich denke, hier wird er doch zurückbleiben, aber nein, er tritt an mich heran und fängt ein Gespräch an: "Assez beaucoup des chaussures..." sagt er. (Ziemlich viele Schuhe)
Ich bestätige ihm das kurz, gehe aber weiter, er folgt mir in vielleicht 5 m Abstand. Jetzt kommen Sneakers, mehre Regaale mit Sneakers, ich gehe dran vorbei, er auch. Wir erreichen die Strandschuhe, Korksandalen. Wedges, Jeansschuhe, ich fische einen Karton mit 40er Wedges heraus und steuere einen Hocker an, will sie anprobieren. Jetzt kennt der Kerl auch noch meine Schuhgröße.
ich steuere einen Hocker an, will ein paar Sandalen (Wedges, 10 cm Absatz) anprobieren. Das alles unter den Augen meines Begleiters. Muss den Rocksaum bisschen höher schieben, sonst komme ich nicht an die Verschlüsse der Riemchen ran. Das alles treibt meinen Blutdruck hoch, zumal es sich um ein ziemliches Gefummel handelt mit diesen Fesselriemchen. Vielleicht machen Fesselriemchen Männer an, ich jedenfalls trage sie, weil sie mir mehr Halt geben im Schuh.
Mir reicht es langsam, ich hole mein Handy heraus und zeige es ihm.
"Monsieur, voulez-vous que je fasse un photo de vous? (möchten sie ein Foto von sich?
Er reisst die Augen auf. Ich gewinne Oberwasser und setze noch ein drauf
"Je pourrais bien appeler la police, si vous préferéz ca" (oder soll ich gleich die Polizei rufen?)
Der Hinweis auf die Polizei wirkt sofort, denn der Typ verschwindet so schnell wie er gekommen ist. Die Polizei hier in Frankreich ist ziemlich rabiat, was die Sicherheit im öffentlichen Raum angeht. Draußen vor der Tür sehe ich der Kerl nochmal, wie er in sein Auto einsteigt. Also der Hausdetektiv war es also nicht.
Warum ich das erzähle? Ich weiß jetzt, wie Frauen sich fühlen, wenn sie von einem seltsamen Fremden angesprochen werden und ich kann bestätigen, es ist verdammt unangenehm.
Lieben Gruß, Valerie
O.k. Silis hatte ich drin, aber keine extremen, nur die kleinen für B-Körbchen, die ich eigentlich immer trage wenn ich en femme im Städtchen bin.
Ansonsten alles wie immer, meine brünette Langhaarperücke, aber kein Lippenstift, null makeup, nur eine schwarze taillierte Bluse und mein geliebter grauer Rock, knieumspielend, darunter Nylons und wie gesagt, meine Cityschuhe, 8 cm talons hauts.
Ich also am Schlendern, keinen Plan im Kopf, erst mal sehen, was die Frühjahrsmode neues gebracht hat an Schuhen. Plötzlich, wie aus heiterem Himmel, passiert es, ich schlendere um eine Ecke (es gibt dort gefühlt zig-Gänge und Ecken!) und stoße fast mit einem Mann zusammen. Meine Größe, graue Haare, bürgerlicher Typ, spießermäßig gekleidet.
Erst mal ungewöhnlich, dass man hier auf einen Mann stößt, das ist wie gesagt ein 95-prozentiger Frauen- und Familienladen. Aber gut, nichts passiert, wir entschuldigen uns gegenseitig und ich gehe weiter. Aber irgendetwas war anderes, der Augenkontakt vielleicht etwas länger, auf jeden fall dreht sich der Mann um und geht im Laden hinter mir her, ich bemerke das gleich. Ich bleibe stehe, er bleibt stehen, ich stöbere nach Damenschuhen, er auch.
Schließlich kommen wir in die letzte Reihe mit der Ultra High heels. Ich denke, hier wird er doch zurückbleiben, aber nein, er tritt an mich heran und fängt ein Gespräch an: "Assez beaucoup des chaussures..." sagt er. (Ziemlich viele Schuhe)
Ich bestätige ihm das kurz, gehe aber weiter, er folgt mir in vielleicht 5 m Abstand. Jetzt kommen Sneakers, mehre Regaale mit Sneakers, ich gehe dran vorbei, er auch. Wir erreichen die Strandschuhe, Korksandalen. Wedges, Jeansschuhe, ich fische einen Karton mit 40er Wedges heraus und steuere einen Hocker an, will sie anprobieren. Jetzt kennt der Kerl auch noch meine Schuhgröße.
ich steuere einen Hocker an, will ein paar Sandalen (Wedges, 10 cm Absatz) anprobieren. Das alles unter den Augen meines Begleiters. Muss den Rocksaum bisschen höher schieben, sonst komme ich nicht an die Verschlüsse der Riemchen ran. Das alles treibt meinen Blutdruck hoch, zumal es sich um ein ziemliches Gefummel handelt mit diesen Fesselriemchen. Vielleicht machen Fesselriemchen Männer an, ich jedenfalls trage sie, weil sie mir mehr Halt geben im Schuh.
Mir reicht es langsam, ich hole mein Handy heraus und zeige es ihm.
"Monsieur, voulez-vous que je fasse un photo de vous? (möchten sie ein Foto von sich?
Er reisst die Augen auf. Ich gewinne Oberwasser und setze noch ein drauf
"Je pourrais bien appeler la police, si vous préferéz ca" (oder soll ich gleich die Polizei rufen?)
Der Hinweis auf die Polizei wirkt sofort, denn der Typ verschwindet so schnell wie er gekommen ist. Die Polizei hier in Frankreich ist ziemlich rabiat, was die Sicherheit im öffentlichen Raum angeht. Draußen vor der Tür sehe ich der Kerl nochmal, wie er in sein Auto einsteigt. Also der Hausdetektiv war es also nicht.
Warum ich das erzähle? Ich weiß jetzt, wie Frauen sich fühlen, wenn sie von einem seltsamen Fremden angesprochen werden und ich kann bestätigen, es ist verdammt unangenehm.
Lieben Gruß, Valerie