Heute Post vom Amtsgericht...
Verfasst: Fr 18. Feb 2022, 22:23
... zum ersten Mal amtlicherseits mit "Frau Dr. Waltraud ..." als Adresse und Anrede: der Rechtsgültigkeits-Bescheid zu dem (schon vor 3 Wochen positiv beschiedenen) Beschluss zu meiner Vornamens- und Personenstandsänderung. Nun gelte ich also mit meinen 73 Jahren - spät, aber immerhin - auch amtlich und rechtlich als Frau, ohne Wenn und Aber, mit allen zugehörigen Konsequenzen.
Puh... Ich hätte nicht gedacht, dass mir das auf meine alten Tage noch so viel bedeuten könnte
Ist ja eigentlich nur noch Formalienkram, real lebe ich sowieso schon seit über einem Jahr konsequent öffentlich (davor seit 25 Jahren heimlich privat) als Frau - da ändert der Bescheid jetzt überhaupt nix mehr dran. Aber im Zweifelsfall die Frage nach dem relevanten Geschlecht (leider sieht man mir den biologischen Mann nun mal trotzdem an) nicht mehr mit einem Seelenstriptease als "trans" beantworten und um weibliche Anerkennung als Gnadenakt betteln zu müssen, sondern einfach mittels Personalausweis meinen Namen und rechtlichen Anspruch als Frau vorweisen zu können, ist halt schon nochmal was anderes.
Erstaunlicherweise war heute mittag meine erste Reaktion auf diesen Brief - nachdem ich als ersten "Amtsakt" das schon seit Wochen bereitliegende, neue Namenschild an der Haustür ausgewechselt hatte - eine tiefe, bleierne Müdigkeit. Ich habe dann fast den ganzen Nachmittag geschlafen; erst der Champagner, den ich abends zur Feier dieses Tages mit meiner lieben Frau entkorkt habe, hat mich wieder einigermaßen wach gekriegt. Da war wohl doch noch viel unterbewußte Anspannung in den letzten Wochen (Monaten, Jahren, Jahrzehnten), die nun endlich von mir abfiel...
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Ich kann's mir jetzt ums Verrecken nicht verkneifen, es ist tagespolitisch einfach zuuu schön: mit meiner nun amtlich bescheinigten, rechtlichen Weiblichkeit habe ich der Bundestagsabgeordneten Ganserer geschlechtlich etwas Wesentliches voraus, nur biologisch bleibe ich leider auch weiterhin genauso männlich wie "sie"
Nichts anderes hat ja die AfD-Storch (wörtlich!) gesagt - und wurde dafür prompt von allen anderen, angeblich politisch unterschiedlichen Bundestagsparteien unisono medial hingerichtet. Dabei ist Ganserer biologisch nun mal eindeutig und unableugbar ein Mann, genauso wie ich es nach wie vor bin (mal abgesehen von möglichen, hirnbiologischen Unterschieden, die man bislang aber nur vermuten und nicht beweisen kann). Auch rechtlich ist "Frau" Ganserer nun mal eindeutig und jederzeit beweisbar ein Mann: das könnte er sogar ändern, so wie ich es getan habe - nur will "er" das offenbar nicht, warum auch immer. Aber dann jeden niedermachen, der auf die Faktenlage hinweist :-/
Vollends gespenstisch wird das Ganze vor dem Hintergrund einer Quotendiskussion: worauf, wenn weder auf das biologische noch auf das rechtliche Geschlecht, soll sich denn eine geschlechtliche Quotenregelung beziehen? WAS, zum Teufel, soll eine Geschlechts(!)quote überhaupt bezwecken, und wie soll sie funktionieren können, wenn man das Geschlecht dann im Einzelfall noch nicht mal anhand objektiver Maßstäbe BENENNEN darf?
Offenbar haben die dort im Bundestag so ziemlich jeglichen Bezug zur Realität verloren.
Puh... Ich hätte nicht gedacht, dass mir das auf meine alten Tage noch so viel bedeuten könnte
Ist ja eigentlich nur noch Formalienkram, real lebe ich sowieso schon seit über einem Jahr konsequent öffentlich (davor seit 25 Jahren heimlich privat) als Frau - da ändert der Bescheid jetzt überhaupt nix mehr dran. Aber im Zweifelsfall die Frage nach dem relevanten Geschlecht (leider sieht man mir den biologischen Mann nun mal trotzdem an) nicht mehr mit einem Seelenstriptease als "trans" beantworten und um weibliche Anerkennung als Gnadenakt betteln zu müssen, sondern einfach mittels Personalausweis meinen Namen und rechtlichen Anspruch als Frau vorweisen zu können, ist halt schon nochmal was anderes.
Erstaunlicherweise war heute mittag meine erste Reaktion auf diesen Brief - nachdem ich als ersten "Amtsakt" das schon seit Wochen bereitliegende, neue Namenschild an der Haustür ausgewechselt hatte - eine tiefe, bleierne Müdigkeit. Ich habe dann fast den ganzen Nachmittag geschlafen; erst der Champagner, den ich abends zur Feier dieses Tages mit meiner lieben Frau entkorkt habe, hat mich wieder einigermaßen wach gekriegt. Da war wohl doch noch viel unterbewußte Anspannung in den letzten Wochen (Monaten, Jahren, Jahrzehnten), die nun endlich von mir abfiel...
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Ich kann's mir jetzt ums Verrecken nicht verkneifen, es ist tagespolitisch einfach zuuu schön: mit meiner nun amtlich bescheinigten, rechtlichen Weiblichkeit habe ich der Bundestagsabgeordneten Ganserer geschlechtlich etwas Wesentliches voraus, nur biologisch bleibe ich leider auch weiterhin genauso männlich wie "sie"
Vollends gespenstisch wird das Ganze vor dem Hintergrund einer Quotendiskussion: worauf, wenn weder auf das biologische noch auf das rechtliche Geschlecht, soll sich denn eine geschlechtliche Quotenregelung beziehen? WAS, zum Teufel, soll eine Geschlechts(!)quote überhaupt bezwecken, und wie soll sie funktionieren können, wenn man das Geschlecht dann im Einzelfall noch nicht mal anhand objektiver Maßstäbe BENENNEN darf?
Offenbar haben die dort im Bundestag so ziemlich jeglichen Bezug zur Realität verloren.