scheue_Sarah hat geschrieben: Di 8. Jun 2021, 13:41
Hallo Marlene,
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- Rentenkasse: staatlich angelegtes Kapital an den Finanzmärkten (die langfristig über die letzten 100 Jahre um 6-8% pa gestiegen sind) - damit erhöht der Staat auch seine Resourcen
- Armut: wenn ich allen 10% mehr Geld gebe, sind nachher per Mathematik immer noch dieselben arm. Daher: alle Gehaltserhöhungen vom Volumen her halbieren, Hälfte 1 per Kopf und Hälfte 2 wie gehabt nach % verteilen. Das kommt der unteren Einkommenschicht zugute und dem Staat (weil die Sparquote "unten" viel geringer ist) - ist auch eine Art Umverteilung, aber keine Vermögenssteuer, bei der ich Abgaben auf von schon versteuertes Eigentum erhebe
- Schließung von Steuerschlupflöchern: Beispiel Immobilienkonzerne: die handeln nicht mit Immobilien, sondern mit Gesellschaften (für jede Immobilie wird eine gegründet). Verkauft wird dann die Gesellschaft zu einem lächerlichen Steuersatz... Es gibt hunderte Beispiele! Man muss keine Steuern erhöhen, man muss nur dafür sorgen, dass die vorhandenen auch gezahlt werden (der richtige Weg mit den Apples und Amazons dieser Welt ist ja eingeschlagen)
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Mir würden sicher noch mehr Beispiele einfallen. Resourcen sind genügend da, die Lobbyarbeit scheint aber zu gut organisiert...
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Sarah
Hallo, Sarah,
da lese ich doch von der klassischen Umverteilung...
...und von Forderungen derer, die Du im ersten Schreiben der Neiddebatte bezichtigt hast. Ich meine, bei der Tatsache, dass Wohnungen nicht zum reinen Spekulationsobjekt verkommen dürfen...
Zu der ersten Idee von der Aktien- oder rein Marktbasierten Rente: Das hat schon bei Riester nicht funktioniert. Menschen, die den Cent umdrehen müssen, können keine Aktien erwerben, wenn sie gleichzeitig ihren Kindern eine gute Ausbildung ermöglichen wollen.
Wenn wir die Steuerschlupflöcher stopfen, was unbedingt nötig ist, sinken die Renditen auf dem Spekulations- und Aktienmarkt, also die Absicherung der Renten, so wie von Dir vorgeschlagen.
Was spricht dagegen, alle Einkommen, also auch Erbschaften, Dividenden und ähnliches gleichmäßig an den Sozialsystemen ( Krankenversicherung, Rente, Arbeitslosenversicherung, Pflegeversicherung ) und in das Steuersystem einzubeziehen? Es ist eine seltsame Idee, dass Menschen, die über etwa 5200€ und mehr verdienen, also sich Solidarität leisten könnten, sich aus dem solidarischen System abmelden können
https://de.wikipedia.org/wiki/Jahresarb ... geltgrenze. Es bliebe ja jedem frei sich zusätzlich privat zu versichern, wie ich das ja sogar als mensch mit geringer Rente tue, damit meine Armut nicht schon an den Zähnenablesbar wird.
Ähnliches gilt für das Steuervermeidungssystem, dass ja nur Menschen mit freiem Kapital wirklich nutzen können. Ich weiß, dass die Logik dahinter sein soll, dass sie dieses Kapital in Arbeitsplätze investieren. Das dies nicht funktioniert, sondern weltweit zu Steuerflucht, Landgrabbing, Spekulation mit natürlichen Resourcen wie Grundwasser und Wohnungen, einer Überproduktion von Lebensmitteln in den reichen Ländern und ähnlichen Verwerfungen führt ist ja wohl offensichtlich.
Hier müssen nicht nur einzelne Staaten, hier muss die Menschheit steuernd eingreifen. Der impuls hierzu kann allerdings nur von den Ländern mit freiem Vermögen, was ja im Wortsinn freie Gestaltungsmacht bedutet, ausgehen.
Die zu Schützenden sind mit Überleben beschäftigt. Hier zu sagen, die sollen erst mal sich selber helfen, würde ich für zynisch halten. Wir hindern sie ja durch Schutzzölle auf Fertrigprodukte gerade daran, die Rohstoffe, die wir oft aus den armen Ländern unbelastet durch Zölle und oft zu Schleuderpreisen importieren, selbst zu verarbeiten...
Selbst ich als mensch mit geringem Einkommen bezogen auf der Gesellschaft in der ich lebe, provitiert von einem durch Geld und damit Macht gestützten Kolonialsystem, ohne dies alleine ändern zu können. Aber klar benennen kann ich es.
Ups, jetzt sind wir weit weg gekommen von den Wahlen in unserem Land. Aber es hängt ja alles voneinander ab...
Liebe Grüße
Marlene