Luise F. Pusch und der Genderstern
Verfasst: Do 10. Dez 2020, 09:53
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Ein verständlicher, sehr schwieriger Konflikt, einerseits unterschiedliche Identitätsgefühle zu respektieren, aber andererseits unterschiedliche Behandlung zu verringern. Ich sehe aber ehrlich gesagt in der Abwägung weniger Vorteile in der Verstärkung der Stereotype. Das geht mir zu sehr in Richtung Mario Barth.Die Queer-Community hat das Ganze als Platzhalter konzipiert, der Unterstrich stand für die Gruppe, die dazwischen steht, zwischen Männern und Frauen. Und das ist ein Fehler: Männer bekommen damit den Wortstamm und die Frauen wieder bloß die blöde Endung —innen. Also, selbst wenn ich das nun, wie das große I, mit dem Knacklaut ausspreche, hätte ich das Sternchen gern woanders. Das Femininum darf nicht durch den Genderstern zerrissen, zerlegt, in drei Teile geteilt werden.
Das Problem des "länger und lästiger", zum Beispiel bei "Ministerinnen und Minister" und_oder "Minister_innen" liesse sich allerdings auch anders lösen: Durch entgenderte, kürzere Formen. Lehrx, Lehry bzw Fahrx, Fahry. Plural mit -ys. Mach ich ja hier schon experimentellWir müssten den Genderstern als Meta-Symbol begreifen. Es ist egal, ob er am Anfang oder am Ende des Wortes steht, aber bitte nicht in der Mitte. Ähnlich wie die Gänsefüßchen, also die Anführungszeichen, angeben, hier haben wir ein Zitat, oder anzeigen: das ist ironisch gemeint. Ein Gendersternchen irgendwo am Wort würde also bedeuten: Dieses Wort ist inklusiv. Alle Geschlechter sind mitgemeint.