Klassentreffen
Verfasst: Mo 21. Sep 2020, 18:42
Meine Lieben, meine Schulzeit wahr sehr durchzogen. Es gab auch gute Momente, ich wurde aber auch gemobbt, was sicherlich auch mit meinen "Anderssein" zu tun hatte und die 5. bis 9. Klasse fand ich besonders schwierig. Trotz allem nahm es mich wunder was meine Mitschüler*innen aus dieser Zeit so machen, mit zwei von ihnen hatte ich noch Kontakt.
Das ich Trans* bin war mir damals nicht wirklich bewusst, irgendwas stimmte nicht und der Wunsch ein anderes Geschlecht zu haben war da, aber ich konnte es selber nicht wirklich benennen und formulieren.
Ich habe mir auch schon oft überlegt wie es gewesen wäre wenn ich in der Schulzeit meine Transition begonnen hätte und nicht erst mit über fünfzig. Dieser Gedanke kennen wahrscheinlich viele von euch, auch wenn"˜s nichts bringt. Was ich aber gemerkt habe, dass ich gerne auf Leute zugehe die ich von früher kenne, meistens kommt dann erst das grosse Staunen, was, wie, wer bist du, dann jedoch entstehen oft gute Gespräche und es gibt mir ein gutes Gefühl. Ich kann meine Transition nicht auf früher verschieben, ich kann jedoch ein Stück klarstellen wer ich wirklich bin und war.
So kam mir nun auch die Idee ein Klassentreffen zu organisieren, um meine damaligen Mitschüler*innen zu zeigen wer ich wirklich war und Heute bin. Je näher der Termin kam, je aufgeregte wurde ich und alte Ängste kamen wieder hoch, ich hatte auch einen Traum vom Klassentreffen in dem alles schief lief.
Ich habe über soziale Medien und per Briefpost mögliche Mitschüler*innen gesucht und ausfindig gemacht. Da ich mich nicht im voraus outen wollte und auch oft nicht sicher war ob ich die richtigen anschrieb, benutzte ich nur meinen neuen Namen. Einige fragte nach wer bist du, ich kann mich gar nicht an dich erinnern, dann klärte ich sie auf.
Nun war es so weit, alles war organisiert, der Tag war gekommen. Ich machte mich etwas zurecht, jedoch nicht übertrieben und ging etwas aufgeregt hin...
Alle Ängste waren gleich verflogen, ein paar benötigten noch etwas Erklärung bis sie begriffen hatten wer ich bin. Ich bekam etliche Komplimente wie hübsch ich aussehe und das ich ein schönes Kleid anhabe. Keine schrägen Bemerkungen, gelegentliches Misgendern wie es immer wieder mal verkommt.
Das Thema Trans* wurde kaum angesprochen, wir hatten einen wunderschönen Abend zusammen, hatten uns viel zu erzählen, da wir uns seit gut vierzig Jahre nicht mehr gesehen hatten und alle meinten wir müssen uns unbedingt bald wieder treffen.
Nun liegt das Treffen zwei Tage zurück und es kling immer noch wohlig in mir nach.
Liebe Grüße Nicola
Das ich Trans* bin war mir damals nicht wirklich bewusst, irgendwas stimmte nicht und der Wunsch ein anderes Geschlecht zu haben war da, aber ich konnte es selber nicht wirklich benennen und formulieren.
Ich habe mir auch schon oft überlegt wie es gewesen wäre wenn ich in der Schulzeit meine Transition begonnen hätte und nicht erst mit über fünfzig. Dieser Gedanke kennen wahrscheinlich viele von euch, auch wenn"˜s nichts bringt. Was ich aber gemerkt habe, dass ich gerne auf Leute zugehe die ich von früher kenne, meistens kommt dann erst das grosse Staunen, was, wie, wer bist du, dann jedoch entstehen oft gute Gespräche und es gibt mir ein gutes Gefühl. Ich kann meine Transition nicht auf früher verschieben, ich kann jedoch ein Stück klarstellen wer ich wirklich bin und war.
So kam mir nun auch die Idee ein Klassentreffen zu organisieren, um meine damaligen Mitschüler*innen zu zeigen wer ich wirklich war und Heute bin. Je näher der Termin kam, je aufgeregte wurde ich und alte Ängste kamen wieder hoch, ich hatte auch einen Traum vom Klassentreffen in dem alles schief lief.
Ich habe über soziale Medien und per Briefpost mögliche Mitschüler*innen gesucht und ausfindig gemacht. Da ich mich nicht im voraus outen wollte und auch oft nicht sicher war ob ich die richtigen anschrieb, benutzte ich nur meinen neuen Namen. Einige fragte nach wer bist du, ich kann mich gar nicht an dich erinnern, dann klärte ich sie auf.
Nun war es so weit, alles war organisiert, der Tag war gekommen. Ich machte mich etwas zurecht, jedoch nicht übertrieben und ging etwas aufgeregt hin...
Alle Ängste waren gleich verflogen, ein paar benötigten noch etwas Erklärung bis sie begriffen hatten wer ich bin. Ich bekam etliche Komplimente wie hübsch ich aussehe und das ich ein schönes Kleid anhabe. Keine schrägen Bemerkungen, gelegentliches Misgendern wie es immer wieder mal verkommt.
Das Thema Trans* wurde kaum angesprochen, wir hatten einen wunderschönen Abend zusammen, hatten uns viel zu erzählen, da wir uns seit gut vierzig Jahre nicht mehr gesehen hatten und alle meinten wir müssen uns unbedingt bald wieder treffen.
Nun liegt das Treffen zwei Tage zurück und es kling immer noch wohlig in mir nach.
Liebe Grüße Nicola