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Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen

Verfasst: Do 2. Jan 2020, 09:13
von Dolores59
Interessantes Filmchen

https://www.bento.de/politik/vorurteile ... b#refsponi

Manchmal nervt es mich, wenn Leute mir auf Grund der Kleidung nachsagen, kein "richtiger" Mann zu sein.

LG
Dolores

Re: Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen

Verfasst: Do 2. Jan 2020, 10:31
von Thea
Ich denke gerade das Kopftuch ist ein schwieriger Diskussionspunkt, da sich dahinter eine gewisse Einstellung zu einer religiösen Richtung verbirgt, die mir ehrlich gesagt suspekt ist.
Das Symbol des Kopftuches ist komplett etwas anderes als z.B. die ersten Frauen in Hosen oder mit Kurzhaarfrisur. Dies waren die ersten richtigen und wichtigen Schritte in Richtung Emanzipation der Frau.

Re: Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen

Verfasst: Do 2. Jan 2020, 10:38
von Svetlana L
Thea hat geschrieben: Do 2. Jan 2020, 10:31 Ich denke gerade das Kopftuch ist ein schwieriger Diskussionspunkt, da sich dahinter eine gewisse Einstellung zu einer religiösen Richtung verbirgt, die mir ehrlich gesagt suspekt ist.
ich würde ja sagen, dass sich dahinter eine gewisse Einstellung zu einer religiösen Richtung verbergen kann - aber nicht unbedingt muss!

Re: Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen

Verfasst: Do 2. Jan 2020, 10:39
von steffiSH
Jeder Mensch kann andere Menschen zunächst nur nach dem ersten Eindruck beurteilen. Wenn Dir auf der Strasse ein Mann im Rock begegnet läuft blitzschnell ein automatisches mini-Programm bei Dir im Kopf ab und erst danach beginnt Dein Denken. Diese Funktion war ja auch mal hilfreich und hat Dein Leben geschützt: Wilder Löwe - wegrennen ; und wer lange nachdenkt wird gefressen. Dieses mini-Programm läßt sich schon ändern, aber das dauert. Auch weil es SO einfach ist nach Stereotypen zu denken, machen das nur Wenige.

Re: Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen

Verfasst: Do 2. Jan 2020, 10:41
von Anne-Mette
Guten Tag,
Thea hat geschrieben: Do 2. Jan 2020, 10:31 Ich denke gerade das Kopftuch ist ein schwieriger Diskussionspunkt, da sich dahinter eine gewisse Einstellung zu einer religiösen Richtung verbirgt,
kennst Du denn KopftuchträgerInnen, sodass Du praktische Erfahrungen und Erlebnisse hast, die Deine Meinung/Aussage unterstützen?

Mal so ganz nebenbei: das Kopftuch hat auch in deutschen Landen und vielen "westlichen Ländern" Tradition. Ich halte auch eines bereit, falls ich mal den Saft genießen möchte (smili)

http://www.retrochicks.de/starlets-kopf ... 50er-stil/

https://www.muellerundsohn.com/allgemei ... -kopftuch/

Gruß
Anne-Mette

kopftuch.jpg

Re: Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen

Verfasst: Do 2. Jan 2020, 11:27
von ExuserIn-2021-04-19
Anne-Mette hat geschrieben: Do 2. Jan 2020, 10:41 das Kopftuch hat auch in deutschen Landen und vielen "westlichen Ländern" Tradition
Das kann ich aus meiner Erfahrung bestätigen. Meine Mutter, meine Großmütter und viele andere Frauen in meinem Umfeld, haben in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts täglich Kopftuch getragen. Ich versichere zu den mir bekannten Fällen, dass es dazu keinen religiösen Grund gab, da meine Familie von jeher ausgesprochen atheistisch eingestellt ist.

Ich denke, es war einfach praktisch, ein Kopftuch zu tragen. Viele Frauen im ländlichen Raum, in dem ich aufgewachsen bin, hatten einfach keine Zeit, morgens eine tolle Frisur zu stylen. Wenn sie dann "unter die Leute" gingen, haben sie schnell ein Kopftuch umgebunden. Das ging schnell und war sehr praktisch.

Ein Kopftuch verbirgt die Haare. Würde Frau es aus religiösen Gründen tragen, wäre es ja kein Verbergen.

In der Mode weiß man heute nicht, was übermorgen modern ist. Es kann passieren, dass das Kopftuch irgendwann wieder "en voque" ist. Darum macht es wohl kaum Sinn, das Tragen bestimmter Kleidung zu verbieten. Es wurden ja auch nicht Arbeitsschuhe verboten, obwohl die Neonazis damit herumlaufen.

LG Katja

Re: Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen

Verfasst: Do 2. Jan 2020, 11:36
von Sahara65
Katja hat geschrieben: Do 2. Jan 2020, 11:27 Es wurden ja auch nicht Arbeitsschuhe verboten, obwohl die Neonazis damit herumlaufen.
Jetzt wird aber wieder ausgeholt, vom Kopftuch hin zu den Nazis. (Musste ja so kommen)
Mit Springerstiefeln die den Neonazis nachgesagt werden assoziiere ich nicht Neonazis oder Arbeistschuhe, aber jedem sein Kopfkino.
Warum muss es immer bzw meistens so ausarten ?

Arbeitsschuhe wurden Arbeitern aus der Produktion auferlegt aus Sicherheitsgründen und hat jz mal garnichts mit dem Thema zu tun.

Bleib bitte mal auf dem Teppich.

Re: Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen

Verfasst: Do 2. Jan 2020, 11:44
von Momo58
Sorry Mädels, aber ich empfehle jeder von euch, mal einen Tag in einer Burka herum zu laufen. Die Diskriminierungen sind die selben wie bei Crossdressern und anderen Trans*menschen.

LG Manuela

Re: Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen

Verfasst: Do 2. Jan 2020, 11:54
von Anne-Mette
Ich sehe allerdings deutliche Unterschiede, wenn ich eine Vollverschleierung mit einem Kopftuch vergleiche.

Vollverschleierung lehne ich ab.

Gruß
Anne-Mette

Re: Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen

Verfasst: Do 2. Jan 2020, 12:10
von Dolores59
Wenn ich für mich die Freiheit in Anspruch nehme, Frauenkleidung zu tragen, kann ich schlecht anderen Menschen die gleiche Freiheit absprechen, ein Kopftuch oder eine Burka zu tragen.

In dem Video geht es darum, wie ich andere Menschen auf Grund äusserer Merkmale beurteile, einordne oder wohl möglich verurteile. Das Beispiel Kopftuch ist gut gewählt, weil es zeigt, wie es mit der Toleranz hier zu Lande wirklich ist. Den Beweggrund für das Tragen eines Kopftuchs sehe ich nicht von vornherein. Dazu müsste ich nachfragen, um Gewissheit zu haben.

Meine Grossmütter haben übrigens regelmässig Kopftücher getragen, auch wenn sie nicht "vom Lande" waren. Das war zu ihrer Zeit üblich.

In einigen christlichen Gemeinden wird bis heute Kopftuch getragen (hier ist es ein religiöser Grund).

Ich frage mal ganz provokant:
Wer hat das Video aufmerksam angeschaut? Und bei wem war schon nach Lesen der Überschrift die Beurteilung und der Beitrag fertig?

Der im Video gezeigt junge Mann trägt einen Krümelmonster-Pulli und Turnschuhe (und keine Springer-Stiefel) und ist doch ein gerichtlich verurteilter Nazi.

Re: Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen

Verfasst: Do 2. Jan 2020, 12:26
von Lavendellöwin
Sahara65 hat geschrieben: Do 2. Jan 2020, 11:36 Warum muss es immer bzw meistens so ausarten ?

Arbeitsschuhe wurden Arbeitern aus der Produktion auferlegt aus Sicherheitsgründen und hat ja mal garnichts mit dem Thema zu tun.
Katja hat geschrieben: Do 2. Jan 2020, 11:27 Es wurden ja auch nicht Arbeitsschuhe verboten, obwohl die Neonazis damit herumlaufen.
Genau..Sara sieht das wie es ist..

und es sind auch nicht Arbeitsschuhe, sondern "Springerstiefel", meistens (sind jetzt alle beim Bund Neonazis?)
..und auch in der linken Szene wird solches Schuhwerk getragen, aber mit anderen Schnürsenkeln.
Dr. Marteens produziert auch Schuhe mit und ohne Stahlkappen. Schuhe mit Stahlkappen können auch
Sicherheitsschuhe sein...

meine Oma hat sogar nachts ein dünnes Kopftuch getragen, damit die Frisur nicht den Sitz verliert und
Kopftücher geben auch ein schönes Schultertuch ab...aber alles ist Ansichtssache...

Alles Liebe Marie (flo)

Re: Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen

Verfasst: Do 2. Jan 2020, 13:34
von Nicole Fritz
Kleidung war schon immer ein Mittel um seine Zugehörigkeit zu einer Zunft oder einem Stand - also seiner Position in der Gesellschaft - offen zu zeigen. Und es gab auch schon immer Hochstapler oder Schwindler, die das zu ihren Gunsten ausnützten. Ich schaue mir das gerade bei der Mittelalter-Szene an. Da gibt es klar definierte Regeln: Was will ich darstellen? einen Ritter, die Frau eines Ritters, einen Bauern, eine Bäuerin, einen Handwerker, ... . Und jetzt taucht da die dolle Nicole auf und möchte als Hexe oder Elfe verkleidet Drehleier oder Laute spielen. Das geht doch jetzt gar nicht! - oder doch?

Ich denke jetzt einfach mal, dass keinen Besucher eines Mittelalter-Marktes eine biologisch männliche, dreh-leiernde Elfe oder Hexe irgendwie stören würde, auch wenn sie sich musikalisch an Rock- oder Popmusik orientiert. Ich störe mich ja schließlich auch nicht daran, wenn man mir dort eine - natürlich authentisch mittelalterliche (moin) - Currywurst in einer Plastik-Schale verkauft.

Unsere Gesellschaft ist gegenüber dem Mittelalter und seinen strengen Regeln bezüglich der Kleidung viel offener und vielfältiger geworden. Man wird ja auch nicht mehr an den Pranger gestellt, wenn man einem Ritter nicht seine Ehre erweist. Leder gibt es immer noch viele, die ein Problem damit haben.

LG Nicole

Re: Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen

Verfasst: Do 2. Jan 2020, 14:03
von Joe95
Ich habe in einemJahresrückblick eine Begründung für das Tragen eines Kopftuchs gesehen, die mich wirklich beeindruckt hat.
Es ging um ein Attentat in Neuseeland, bei dem ein Attentäter gezielt Muslime tötete.
Eine Frau, augenscheinlich keine Muslime, sagte mit Tränen in den Augen das sie ein Kopftuch trägt damit kein Attentäter einen Unterschied zwischen ihr und einer Muslima erkennt und diese daher nicht mehr ausmachen kann.

Re: Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen

Verfasst: Do 2. Jan 2020, 15:00
von Nora_7
Eine Frau, augenscheinlich keine Muslime, sagte mit Tränen in den Augen das sie ein Kopftuch trägt damit kein Attentäter einen Unterschied zwischen ihr und einer Muslima erkennt und diese daher nicht mehr ausmachen kann.
Sorry, das finde ich nicht akzeptabel. Soll unser Kulturkreis sich an eine reaktionäre, frauenfeindliche Kultur und den Islamismus (= Islam/Scharia als Gesellschaftsordnung) anpassen, sich auf diese archaische Stufe erniedrigen lassen? Die Unterdrückung mittels Verhüllung kam erst im neueren, politischen Islam auf. Islamische Verhüllung bedeutet u.a.: strenge Trennung von Männern und Frauen, kein Paartanz, keine körperlichen Berührungen...

Nur Mohammeds Frauen trugen Kopftuch, im Koran steht kein Wort über Kopftuchzwang. Dort steht nur die Forderung nach Schamhaftigkeit. Und was dies genau bedeutet, haben sexuell gestörte Macho-Männer definiert. ich möchte eine Frau als Gesamtperson sehen, und nicht einen Gesichtsausschnitt wie vor allem bei den Türken üblich - kein Haar darf sichtbar sein. Vor allem iranische und afghanische Frauen reißen sich hier umgehend ihre Verhüllung vom Leib und schicken ihre Männer - wenn nicht einverstanden - gleich "in die Wüste".

Jede von und weiß über den Effekt von Perücken Bescheid - kurz, lang, hell, dunkel - man wird ein anderer Typ. ich will sehen, wie und was mein Gegenüber ist. Das islamistische Kopftuch hat nichts gemein mit dem unserer Großmütter und der Trümmerfrauen. Heute bindet man die Haare einfach zusammen.

Ich kenne vor Ort keine Privatperson - außer streng moslemische - die an Kopttuchfamilien vermieten. In meiner direkten Nachbarschafteinschl. mir selbst wird nicht einmal an Muslime vermietet, denn es könnte ja Kopftuchbesuch kommen, sich unsere gelebte freie Kultur einschleichen, denn sie fordert permanant heraus, da der Islam ja die einzige weil gottgewollte Gesellschaftsordnung ist. N.B.: Die Schüler in Sonderschulen für verhaltensgestörte Kinder gehören primär 2 Gruppen an: Alkoholiker (sehr stark vertreten Rußlanddeutsche) und Moslems (Gewalt in der Familie).

ich selbst hatte und habe auch moslemische Mitarbeiter. Allerdings wird bei mir weder ein Erdogan-Anhänger noch einer mit Kopftuchfamilie eingestellt.

Norra_7

Re: Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen

Verfasst: Do 2. Jan 2020, 15:16
von Tatjana_59
Nora_7 hat geschrieben: Do 2. Jan 2020, 15:00
Eine Frau, augenscheinlich keine Muslime, sagte mit Tränen in den Augen das sie ein Kopftuch trägt damit kein Attentäter einen Unterschied zwischen ihr und einer Muslima erkennt und diese daher nicht mehr ausmachen kann.

ich selbst hatte und habe auch moslemische Mitarbeiter. Allerdings wird bei mir weder ein Erdogan-Anhänger noch einer mit Kopftuchfamilie eingestellt.

Norra_7

Woher weißt du vor der Einstellung eines moslemischen Mitarbeiter ob er Erdogan Anhänger ist, oder seine weibliche Familie Kopftuchträgerinnen?
Wenn du im Vorfeld diesbezüglich nachfragst ist es eine offene Diskriminierung.

Eine staunende Tatjana