Was macht mich zum Mann?
Verfasst: Sa 27. Apr 2019, 09:26
Dieser Artikel in der TAZ hat mich heute tief berührt:
https://www.taz.de/!5587665/
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Was macht mich zum Mann?
Als Jugendlicher fühlte sich unser Autor nie wie ein richtiger Mann. Erst später erfuhr er, dass er ein zusätzliches X-Chromosom hat.Eine Geschichte über die Sehnsucht nach Normalität und die Suche nach Männlichkeit
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Ich habe ein Problem mit meinem Körper, weil er anders ist. Nicht dünn, nicht dick. Einfach anders. Mein Körper hat feminine Züge. Ich haben einen erhöhten Fettanteil um meine Hüfte — wie bei einer durchschnittlichen Frau. Ein Arzt nennt das "Frauenhüfte". Sie ist nur eine von mehreren Symptomen meines Gendefekts. Ich habe den Chromosomensatz 47, XXY. "Klinefelter-Syndrom" nennen Mediziner*innen das.
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XXY. Mit dieser Diagnose bin ich nicht allein: Etwa jeder 500. Mann hierzulande hat das Klinefelter-Syndrom. In Deutschland sind rund 80.000 Männer betroffen, aber nur etwa 10 bis 15 Prozent wissen davon — lediglich rund 5.000 bestätigte Fälle gibt es in Deutschland. Das ist erstaunlich, denn das KS ist die häufigste Chromosomenabweichung bei Männern und der häufigste genetische Grund für Zeugungsunfähigkeit.
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Betroffene leiden häufig unter Testosteronmangel, einer verzögerten oder ganz ausbleibenden Pubertät, Brustentwicklung und kleinen Hoden. Auch auf die Konzentrationsfähigkeit und die Frustrationstoleranz kann sich das KS auswirken. Fachärzt*innen geben außerdem an, dass das KS für ein gutes Langzeitgedächtnis, stark ausgeprägtes Sozialverhalten, tiefgründiges Nachdenken oder eine überdurchschnittliche Beobachtungsgabe verantwortlich sein kann.
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