Toni Smith hat geschrieben: Mi 17. Apr 2019, 10:22Das Spiel zeigt wirklich nur das Worstes-Case-Szenario und spielt mit vielen Klischees. Zum Beispiel ist die Herrentoilette sehr schmutzig wenn man als trans Frau da reingeht. Als trans Mann hingegen ist die Toilette sauber.
Wir sind ja auch nicht frei von Voreingenommenheit. Die Wahrnehmung wird durch die Erwartung beeinflusst. Einen "falschen" Ort, der dem innerstes Gefühl widerstrebt, wird eins vermutlich negativer wahrnehmen, als einen, an dem es sich stimmig anfühlt.
Toni Smith hat geschrieben: Mi 17. Apr 2019, 10:22Vielleicht schaffen solche negativ Medien Betroffenheit bei den Unbetroffenen aber es überdramatisiert und schürrt Angst bei denen die (LGBT+) sich öffnen möchten.
Stattdessen ballen sie die Faust und scheinen sich vor der bösen Gesellschaft verteidigen zu müssen. Dabei ist die viel weiter.
Dafür Zeigt das Spiel aber auch gut wie stark der Fokus bei manchen auf das Negativ sein kann. Dadurch das trans Personen sehr sensibel auf Geschlecht und Gender im Alltag reagieren, sehe sie auch viel eher Dinge die gar nicht so gemeint sind oder die vielleicht gar nicht gesagt wurden.
Ein wichtiger Punkt. Ich hab meine Dosis an negativer Stimmung aus den "eigenen Reihen" auch runter gedreht, bervor sie meine Sicht auf die Welt zu sehr trübt. Aber ich sag mal so: Ich kann das auch einfach tun, weil meine persönliche Situation so pervers privilegiert ist, dass ich viele Erfahrungen gar nicht (mehr) machen werde.
Ich kenne allerdings Menschen mit einem ganz anderen Leben, das schon ohne den Genderkram schwer genug wäre. Die müssen um alles kämpfen, sowohl materiell, als auch ideell im Zusammenleben mit Familie, Job, etc. und dabei versuchen seelisch einigermassen über die Runden zu kommen. Die fühlen sich wegen erlebter Ablehnung aus dem Umfeld und verweigerten Hilfen durch "das System" ständig unter Beobachtung. Deshalb zehrt jede blöde Bemerkung mehrfach so stark an den Nerven und verstärkt die ohnehin vorhandenen Selbstzweifel, ob das alles so richtig ist mit Transition und hinwegsetzen über das zugeschriebene, antrainierte Geschlecht. Eine böse selbstverstärkende Wechselwirkung. Klar, dass diese Stimmen in social media deutlicher wahrgenommen werden, als jene, bei denen alles glatt läuft. Was sollten die auch posten, "Heute wieder nicht blöd angemacht worden"?
Toni Smith hat geschrieben: Mi 17. Apr 2019, 10:22Für mich selbst habe ich das Spiel erst als Genderidentität "Mann" durchgespielt und dann als "Frau". So war das für mich auch am Stimmigsten. Als Frau habe ich mich selbst am umwohlsten gefühlt. Besonders so Dinge wie Perücke, Brustform und Kleid bzw. Rock würde ich niemals öffentlich tragen wollen. Es wäre mir unangenehm. Selbst in meiner Transitionszeit fühlte es sich einfach super an einen weiblichen Körper zu haben aber relativ butchig rumzulaufen und einfach nur die Möglichkeit zu haben auch mal in ein Kleid wechseln zu können. Mit einem weiblichen Körper habe ich mich damals unglaublich frei in meinen tun erlebt. Ich konnte halt durch alle Abteilungen shoppen ohne das jemand doof geguckt hätte.
... oder Du hast gar nicht auf die Blicke geachtet, weil Dich ja niemand "enttarnen" konnte?
Was wäre zum Beispiel so unwohl an Perücke oder Silikonbrüsten?