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BERLINER ZEITUNG: Homophobe Übergriffe „ Verprügelt, weil sie anders sind

Verfasst: Mi 17. Okt 2018, 17:37
von Anne-Mette
Moin,

es muss wohl nicht unbedingt nur ein (sichtbares) Anderssein dazu führen, wie in diesem Thema beschrieben wird

Angriff: Blutige Nase bekommen

Aber in etlichen Fällen (zunehmend) ist es wohl so:

https://www.berliner-zeitung.de/berlin/ ... d-31417208

Anne Grießbach-Baerns, eine von zwei Ansprechpartnern für solche Fälle bei der Berliner Polizei, sagte kürzlich: "Wir schätzen, dass 80 bis 90 Prozent der Fälle nicht angezeigt werden."
Einer der möglichen Gründe sei die Annahme, "dass die Opfer möglicherweise denken, dass die Polizei nichts macht." Dabei werde in diesem Bereich etwa jede zweite Straftat aufgeklärt.
Zudem hat Berlin im Umgang mit Übergriffen auf queere Menschen eine Vorreiterrolle. Denn nicht nur die Polizei, sondern auch die Staatsanwaltschaft hat mit Oberstaatsanwältin Ines Karl und ihrem Stellvertreter, Staatsanwalt Markus Oswald, eigene Ansprechpartner für gleichgeschlechtliche Lebensweisen.
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Informationen und Kontakt unter lsbt@sta.berlin.de und www.maneo.de

Gruß
Anne-Mette

Re: BERLINER ZEITUNG: Homophobe Übergriffe „ Verprügelt, weil sie anders sind

Verfasst: Mi 17. Okt 2018, 18:43
von Svetlana L
Leider muss ich Anne da Recht geben, die Dunkelziffer der nichtangezeigten Straftaten ist sehr, sehr hoch. Dieses Problem kennen wir auch aus unserem Regenbogenkiez, wo wir zusammen mit Maneo und den zahlreichen Wirten im Kiez immer wieder dafür werben, dass man im Fall der Fälle eben doch Anzeige erstatten sollte. Neben dem von Anne genannten "Das bringt ja doch nichts" gibt es auch die Betroffenen, die nicht geoutet sind und darum Angst haben, dass die Familie davon erfährt oder es handelt sich bei den Opfern um Touristen, die die Stadt sowieso wieder verlassen. Das ist bedauerlich, denn erst wenn auch die offiziellen Zahlen sprunghaft in die Höhe gehen wird es (vielleicht) einen Aufschrei geben, der über die Szene hinaus geht. Mit online-Anzeige und Internetwache sollte das doch eigentlich kein Problem mehr sein. Außerdem kann man auch eine ladungsfähige Adresse angeben, die nicht die eigene ist, z. B. Maneo. Dann erfährt auch die Familie nichts.

b.t.w. Phillippe Debionne sollte sich mal überlegen, wie er trans*-Menschen anspricht. z. B. "... auf einen Transsexuellen (Anm. von mir: also trans-Mann) losgehen und sie (Anm. von mir: trans-Frau) über den Bahnsteig jagen" usw.

Ich habe gerade eine Idee, nämlich dass wir (BA Tempelhof-Schöneberg) zusammen mit Anne und Sebastian von der Polizei, Bastian von Maneo und Frau Karl und Herrn Oswald (mit allen fünf habe ich übrigens schon Gespräche geführt) eine gemeinsame Kampagne starten, um das Anzeigeverhalten deutlich zu verbessern. Mal sehen, was meine Chefin davon hält.

Re: BERLINER ZEITUNG: Homophobe Übergriffe „ Verprügelt, weil sie anders sind

Verfasst: Mi 17. Okt 2018, 18:50
von Anne-Mette
Moin,
Frau Karl und Herrn Oswald
Die haben zwei Mal mit uns während der Forumtreffen im Sonntagsclub Gewaltpräventionsworskshops abgehalten.

viewtopic.php?p=119407#p119407

Wenn Du sie triffst, dann bestelle bitte herzliche Grüße )))(:

Anne-Mette

Re: BERLINER ZEITUNG: Homophobe Übergriffe „ Verprügelt, weil sie anders sind

Verfasst: Mi 17. Okt 2018, 21:07
von Marlene K.
Ich hatte vor ein paar Tagen Angst, dass einer älteren Nachbarin etwas passiert sei und habe die Polizei gerufen. Es war glücklicherweise ein Fehlalarm. Sie war bei einem ambulanten Routineeingriff durch Komplikationen für eine Woche im Krankenhaus gelandet.

Ich erzähle dies, weil mich der junge Polizeibeamte, nachdem er mich sah ohne jedes Zögern nach dem gewünschten Pronomen fragte und auch der Kollege vollkommen offen reagierte. Polizei und nach meiner Erfahrung auch Behörden sind hier in Berlin Vorreiter, selbst im fernen Köpenick.