Warum komme ich nicht aus dem Kreisel?
Verfasst: Mi 7. Mär 2018, 15:25
Vor vielen Jahren, als mein Sohn auf das Abitur zumarschierte, war er einer der schlechtesten in seiner Klasse, obwohl sehr intelligent aber nun mal nicht kompromissfähig und das ist an bayerischen Gymnasien mehr als keine gute Voraussetzung, hier gilt friss oder stirb. Ich sagte zu ihm mehrmals, er stünde sich selbst im Weg, weil er nicht willens oder fähig war, zu seinen Eigenschaften zu stehen, sich mit den Gegebenheiten zu arrangieren und das Beste daraus zu machen.
Nun stehe wohl ich mir selbst im Weg. Ich bin meiner Frau gegenüber zwar geoutet und nach einem weiteren Gespräch vor ein paar Wochen ist ihr Verständnis für die Situation etwas gewachsen. Sie weiß, dass ich jeden Tag im Büro zuhause in 'Damenkleidung' sitze, aber trotzdem kommt mir meine Situation vor, als würde ich mich in einer Lauflernhilfe (diese vierrädrigen Dinger, in die man früher die Baby setzte, um die Welt zu erkunden) fortbewegen. Ich komme zwar fast überall hin, aber ich drehe mich doch nur im Kreis. Dabei bräuchte ich nur aus dem Ding zu steigen. Aber genau das mache ich nicht. Ich drehe mich immer in den Gedanken, was ich mache ist vollkommen in Ordnung, nicht verboten und auch nicht schlimm und andererseits warum mache ich das, bin ich ein normaler Mensch, kränke ich meine Frau, ist sie unglücklich deswegen, hätte sie lieber einen 'richtigen' Mann. Warum dieses permanente schlechte Gewissen? Es macht mir gar nichts aus, am Wochenende (weg. Tochter) in Männerlook gekleidet zu sein und immer wieder fühlt es sich aber auch einfach gut, ja sogar normal an, wenn ich wochentags wieder in Rock und Pumps schlüpfe.
Brauche ich mehr Unterstützung von meiner Frau, wenn ja, wie? Wenn für meine Frau Kataloge ankommen,blättere ich die regelmäßig mit Begeisterung durch. Das Gefühl in ihrer Akzeptanz angekommen zu sein stelle ich mir so vor, dass wir gemeinsam einen dieser Kataloge durchblättern und nicht nur Kleidung für sie darin sehen, sondern auch mal von ihr der Satz kommt: "Das wäre doch was für dich".
Natürlich habe ich auch schon an professionelle Beratung gedacht, aber ich habe Angst davor, dass diese Person dann sagt, ich steigere mich da selbst in was rein, ich soll doch damit aufhören, wo sich das doch so gut anfühlt.
So kreisen meine Gedanken immer in diesen Bahnen, das Gefühl der Heimlichtuerei will und will nicht weichen. Ich sollte aber noch ergänzen, ich bin nicht verzweifelt, ich kann damit leben, aber es könnte schöner sein. Zumal ich mich ja gar nicht wirklich Trans fühle, ich bin zufrieden mit meinem Körper aber nicht damit, wie ich mich kleiden darf.
Falls es interessiert: unseren Sohn haben wir damals dann von der stattlichen Schule genommen und in ein Privat-Institut geschickt. Dort hatte er dann 2 Jahre um das Abi zu machen, er brauchte nur ein Jahr.
Nun stehe wohl ich mir selbst im Weg. Ich bin meiner Frau gegenüber zwar geoutet und nach einem weiteren Gespräch vor ein paar Wochen ist ihr Verständnis für die Situation etwas gewachsen. Sie weiß, dass ich jeden Tag im Büro zuhause in 'Damenkleidung' sitze, aber trotzdem kommt mir meine Situation vor, als würde ich mich in einer Lauflernhilfe (diese vierrädrigen Dinger, in die man früher die Baby setzte, um die Welt zu erkunden) fortbewegen. Ich komme zwar fast überall hin, aber ich drehe mich doch nur im Kreis. Dabei bräuchte ich nur aus dem Ding zu steigen. Aber genau das mache ich nicht. Ich drehe mich immer in den Gedanken, was ich mache ist vollkommen in Ordnung, nicht verboten und auch nicht schlimm und andererseits warum mache ich das, bin ich ein normaler Mensch, kränke ich meine Frau, ist sie unglücklich deswegen, hätte sie lieber einen 'richtigen' Mann. Warum dieses permanente schlechte Gewissen? Es macht mir gar nichts aus, am Wochenende (weg. Tochter) in Männerlook gekleidet zu sein und immer wieder fühlt es sich aber auch einfach gut, ja sogar normal an, wenn ich wochentags wieder in Rock und Pumps schlüpfe.
Brauche ich mehr Unterstützung von meiner Frau, wenn ja, wie? Wenn für meine Frau Kataloge ankommen,blättere ich die regelmäßig mit Begeisterung durch. Das Gefühl in ihrer Akzeptanz angekommen zu sein stelle ich mir so vor, dass wir gemeinsam einen dieser Kataloge durchblättern und nicht nur Kleidung für sie darin sehen, sondern auch mal von ihr der Satz kommt: "Das wäre doch was für dich".
Natürlich habe ich auch schon an professionelle Beratung gedacht, aber ich habe Angst davor, dass diese Person dann sagt, ich steigere mich da selbst in was rein, ich soll doch damit aufhören, wo sich das doch so gut anfühlt.
So kreisen meine Gedanken immer in diesen Bahnen, das Gefühl der Heimlichtuerei will und will nicht weichen. Ich sollte aber noch ergänzen, ich bin nicht verzweifelt, ich kann damit leben, aber es könnte schöner sein. Zumal ich mich ja gar nicht wirklich Trans fühle, ich bin zufrieden mit meinem Körper aber nicht damit, wie ich mich kleiden darf.
Falls es interessiert: unseren Sohn haben wir damals dann von der stattlichen Schule genommen und in ein Privat-Institut geschickt. Dort hatte er dann 2 Jahre um das Abi zu machen, er brauchte nur ein Jahr.