BiancaC hat geschrieben: So 4. Mär 2018, 00:26
Hallo zusammen ja ist den schon der 1. April ?
Zitat Meldung Merkur.de
Rossmann leistet seinen Beitrag zur Gleichberechtigung und ändert seinen Namen in Rossfrau. Zumindest den Namen der größten Filiale des Unternehmens.
https://www.merkur.de/wirtschaft/namens ... 62501.html
VG Bianca
Nö, kein Scherz, nur eine geschickte und meiner Meinung nach humorvolle Werbekampagne anlässlich des Weltfrauentages 2018. Nach dem 8. März findet dann wohl wieder die Rückumbenennung der Riesenfiliale in Hannover statt. Ich schau mir die Werbebeilage meines Kuhdorf-Käse-Umsonstblättchens zum Sonntag an und weiß jetzt, was Frauen
wirklich bewegt, was sie
wirklich brauchen und womit sie sich beschäftigen

, was mich zu folgenden Zeilen inspiriert:
Anti-Agen, Deorollern, bluten und rasieren,
Duschen, Automaten-Café kochen, Revitalisieren,
Koffein für Kopf und Magen,
Verantwortung für die süßen Kleinen tragen,
Wäsche weichspülen und waschen,
buntes Klopapier benutzen, Schokolade naschen,
Zähne, Zahnfleisch super pflegen,
sich reinigend im Haushalt regen.
... soweit die im Faltblatt dazu angepriesene Produktpalette. Die Beauty-Rubrik kam etwas kurz, doch im Zuge der Rossfrau-Aktion sind mehrere "frauentypische" Themen geplant:
Die Genießerin, die Diva, die Prinzessin, die Powerfrau, die Beauty-Queen, die Naschkatze, die Naturschönheit.
Ich muss sagen, da hab ich schon einfallslosere und weniger durchdachte Werbeattacken gesehen.
Die Männer-Werbung strotzt dagegen vor Einfallslosigkeit, denn außer ihren stoppeligen Bewuchs zu bändigen und animalische Duftspuren zu hinterlassen, wird den Kerlen nicht viel mehr zugestanden ...
Im Zuge meiner Transition haben sich bei mir die schon früher vorhandenen - von der Umgebung oftmals kopfschüttelnd belächelten - "Instinkte" extrem verstärkt und ich lebe das Einkaufen, Saubermachen, Ordnung schaffen und das Umsorgen und Bekochen meiner Noch-Familie gnadenlos aus, obwohl ich dafür nur Schläge kassiere. Ich
kann nicht anders und müsste mir Gewalt antun, wollte ich das alles unterdrücken, selbst wenn es nur ausgenutzt wird. Deshalb identifiziere ich mich tatsächlich größtenteils mit den werbetechnisch "zugewiesenen" femininen Themen und Aspekten. Dabei bin ich weder "Werbe-Opfer" noch ordne ich mich in bestimmte Rollen-Schubladen ein. Warum sollte ich mir Gewalt antun, um ureigenste Veranlagungen zu bekämpfen, nur weil sie von der Gesellschaft als Klischees verteufelt werden? Jetzt bin ich frei, lebe 24/7 als Frau und genieße es, endlich
keinen Zwängen mehr zu unterliegen und
keine falsche Rolle mehr zu spielen. Ich pfeif' drauf, welche meiner Eigenschaften in was für eine Schublade passen mag.
Meine zweite Pubertät schenkt mir viel Leichtigkeit, Spontaneität und Humor - ungeachtet aller Konflikte, die ich deshalb neben dem überwiegend Positiven auszufechten habe. Deshalb sehe ich auch in so einer Werbekampagne eher das Witzige, Augenzwinkernde und nicht zuletzt Nützliche, denn mein Bedarf an derlei Artikeln ist nicht klein. Sollen andere den Part übernehmen, die Profit-Gier und das Bedienen der Geschlechter-Klischees zu brandmarken. Ich für meinen Teil kann solche interpretierbaren Tendenzen zur Kenntnis nehmen und kritisch sein, ohne deshalb zu polemisieren oder mir die Stimmung verhageln zu lassen.
In diesem Sinne: schönen Sonntag noch
Semele
