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ThemaTrans„Identität in der FAZ

Verfasst: Mo 31. Okt 2016, 19:53
von Theresa-Annalena

Re: ThemaTrans„Identität in der FAZ

Verfasst: Di 1. Nov 2016, 00:14
von JaquelineL
Guckte ich ;) und fand im Kommentarblock einen link auf eine interessante Studie:
In Schweden gibt es mittlerweile eine umfassende Langzeitauswertung nach hormonell-chirurgischer Geschlechts- und Personenstandsänderung. Etwa 10 Jahre nach dem Eingriff gibt es keinen Unterschied zur Durchschnittsbevölkerung, danach steigt die Suizidrate auf das 19-fache (!) der Kontrollgruppe an (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3043071/). Offenbar gibt es erhebliche Probleme, die durch Hormone und Operation nicht gelöst werden.
Ich habe in der Kürze der Zeit die Studie weder validieren noch die Ergebnisse näher bewerten können, allerdings scheint es (auch *trotz* SRS) zumindest bei den "früheren" Fällen (neuere waren aufgrund der Langzeitbetrachtung noch nicht verfügbar) zu einem späteren Zeitpunkt nach der OP tatsächlich eine massive Häufung von Suiziden zu geben.

Gut fand ich dabei folgende beiden Hinweise der Studienautoren:
  • It is therefore important to note that the current study is only informative with respect to transsexuals persons health after sex reassignment; no inferences can be drawn as to the effectiveness of sex reassignment as a treatment for transsexualism. In other words, the results should not be interpreted such as sex reassignment per se increases morbidity and mortality. Things might have been even worse without sex reassignment.
    Kurz gesagt, ohne OP hätten die Zahlen eventuell noch viel schlimmer ausfallen können - insofern kann die Studie keine Aussage über die Auswirkung der OPs treffen.
  • In accordance, the overall mortality rate was only significantly increased for the group operated before 1989. However, the latter might also be explained by improved health care for transsexual persons during 1990s, along with altered societal attitudes towards persons with different gender expressions.
    Die erhöhten Suizidraten wurden nur für die Personengruppen mit OPs bis 1989 beobachtet! Mögliche Ursache könnte die ab den 1990ern verbesserte medizinische Versorgung sein, sowie der bessere Umgang der Gesellschaft mit unsereins.
Die Studie wurde 2011 veröffentlicht, bezieht sich anscheinend jedoch nur auf Daten bis 2003.

Liebe Grüße
Jackie