Hallo, ich bin Aubergine
Verfasst: Fr 3. Jun 2016, 16:00
Ich habe lange gezögert, mich aber nun doch entschlossen, mich vorzustellen und euch meine Geschichte zu erzählen.
23 Jahre mit einem Alkoholiker verheiratet, bis dieser starb, lebe ich seit 15 Jahren nun wieder mit einem Mann zusammen. D.h., ich bin nicht mehr die jüngste (62), hab schon vieles erlebt und glaubte auf alles im Leben vorbereitet zu sein und irgendwie mit allem fertig zu werden.
Wenn man einen Partner liebt, ihn gut kennt, dann kennt man auch seine Vorlieben und Neigungen, klar, nix was ich nicht weiß. Er mag große Busen und wenn ich mich beklage, dass mir meiner wieder fast den Rücken bricht, würde er mir ihn jederzeit für einige Stunden abnehmen. Ich wusste auch, dass er Plastikbrüste gekauft hatte, weil er es einfach mal fühlen wollte, wie es ist, eine Brust zu haben. Alles kein Problem. Ich hatte ihn schon zu mehreren Gelegenheiten zur Frau verkleidet am Fasching, zur Halloweenparty etc. und er kam immer verdammt gut an, vor allem, als er die ausrangierten Plateauschuhe meiner Tochter trug, ca. 5 cm Sohle, 10 cm Absatz und darin den ganzen Abend umherlief, wie wenn er jeden Tag nichts anderes tragen würde. Seine Beine in Strumpfhosen sind makellos, selbst die Knie und lassen jede Frau vor Neid erblassen. Alles brachte viel Spaß und keiner hat sich was dabei gedacht.
Eines Nachts, nach erfülltem Sex, redeten wir noch lange und jeder sollte dem andern einen seiner geheimsten Wünsche, Träume oder Vorstellungen sagen und ihr könnt euch vorstellen, was ich dann erfuhr. Den Wunsch die ollen Plastikbrüste in die Tonne zu werfen, sich was Vernünftiges kaufen und in Frauenklamotten voll gestylt mit Perücke und Schminke und allem rumlaufen. Nicht immer, aber ab und zu. Seine Mitteilung, ich bin Crossdresser!
Was fürn Ding? Noch nie von so was gehört! Ich bekam auch gleich eine Erklärung dazu.
Naja, solang das keine mitkriegt soll es mir egal sein, dachte ich.
Pustekuchen: da kam auch schon die Äußerung, dies auch mal außerhalb unseres Hauses zu tun"¦..
Ich bin meinen Eltern für eine offene und tolerante Erziehung heute noch dankbar und somit war ich aufgeschlossen und signalisierte meinem Schatz, dass ich damit leben könnte.
In Wahrheit fühlte ich mich völlig überfahren, weil ich ja nicht wirklich je etwas von Crossdressern gehört hatte. Meine Gedanken überschlugen sich...Transvestit war das einzige, worunter ich mir etwas vorstellen konnte. Was wenn er im falschen Körper lebt, Hormone nehmen will oder gar Operation!
STOPP! Ermahnte ich mich selbst und sagte mir, nicht gleich die Gäule verrückt machen, erst mal recherchieren, wozu gibt"™s Internet.
Gesagt getan, hab auch vieles gefunden, was mich aber in keiner Weise beruhigt hat. Gebt nur mal Crossdresser BaWü ein und es kommen ca. 1300 Crossdresser Anzeigen mit Texten wie: "Mach mit mir was du willst" und ähnliches.
Auf anderer Seite waren Bilder. Ich war neugierig wie die Männer denn so aussahen in Frauenklamotten, also Bilder schauen. Nette dabei, aber was ist das? Ein Kerl in Frauenklamotten gebückt, damit man Strapse und Höschen sieht und da ragt dann ein erregiertes Glied heraus! Dutzende, nicht nur ein paar solcher Bilder..ich hatte die Nase voll.
Nicht dass ich noch nie Schwänze gesehen hab, aber das war mir doch alles ein bisschen zu viel. Vulgär, obszön und unästhetisch.
Dann fand ich in diesem Forum einiges, was mich wieder etwas beruhigte, aber meine Zweifel blieben. Es hilft nur ein intensives Gespräch, was wir dann auch geführt haben. Keine Zweifel an der Männlichkeit, kein Interesse am andern bzw. gleichen Geschlecht sondern einfach nur Wohlfühlen und fühlen wie eine Frau.
Wir kauften zusammen das erste Paar Schuhe im Geschäft. An meiner Seite gab er sich völlig ungezwungen, ich trug die Dinger zur Kasse, er bezahlte. Alles ohne Probleme. Zuhause wurde mein Schuhbestand durchforstet, denn wir haben die gleiche Größe und ich kann auf Grund meiner Behinderung doch vieles nicht mehr tragen, habe es aber immer aufgehoben. Schwarze Pumps und blaue Ballerina wanderten in seinen Fundus.
Da wir nicht gerade mit Reichtum gesegnet sind, fuhren wir anderntags in einen Second Hand Laden und er probierte Klamotten an. Ich von der Stange für Ihn ausgesucht, er begeistert probiert. Er kam zwar nicht aus der Kabine, aber ich bewunderte ihn trotzdem für seinen Mut.
Zu Hause wurde dann alles ausprobiert und ich machte Modeberatung. Ich schminkte Ihn, lackierte ihm die Fingernägel und klebte auch künstliche auf. Ebenso wie falsche Wimpern um alles mal ausprobiert zu haben. Ein Hoch auf den DM Markt. Seinen Style muss er alleine finden, Hilfestellung kann ich geben.
Dann der Wunsch "gescheite" Brüste zu haben, warm, weich, wie echt. Nein, nicht im Internet bestellen sondern bitte anprobieren zwecks dem Feeling und der Größe. Also rein ins Auto und 250 km ins Fachgeschäft zur Beratung und Begutachtung. Dann war das richtige Paar gefunden zu einem stolzen Preis. Den Taschen BH haben wir dann doch erst mal gelassen, denn mal eben 50 Teuro für so ein Dingen hinzulegen war nicht mehr drin.
Zuhause wurde dann wieder probiert und sich gestylt. Was noch fehlt Perücke.
Und dazwischen? Habe ich immer mehr gelesen, mich informiert, Youtube geschaut und meine Gefühle sind immer noch gemischt. Er ist im Anfangsstadium, aber wo wird das enden?
Ich schlafe nicht besonders, träume viel Mist und kann mich nicht dagegen wehren.
Er ist verständnisvoll und trägt seine Sachen nur selten.
Was für mich auch das größte Problem ist. Meine Tochter mit Familie wohnt im Haus und meine Enkelin mit ihren 2 -½ Jahren steht mal eben einfach in der Tür, weil sie oben wieder ausgebüchst ist. Die Große mit 6 lässt dann auch nicht lange auf sich warten.
Wenn es nur um mich ginge, wären meine Probleme vermutlich kleiner. Aber 2 Töchter und 4 Enkelkinder, das ist das alles nicht so einfach, zumal sie sich vor Jahren schon schwer taten, den neuen Partner der Mutter zu akzeptieren. Das ist inzwischen zwar Geschichte, aber was werden sie sagen, wenn sie mitbekommen dass der jetzt Frauenkleider trägt?
Was Leute außerhalb denken hat mich eigentlich noch nie sehr gekratzt und ich war schon des Öfteren Ortsgespräch in unserem Kaff, sowohl positiv als auch negativ. Das stört mich nicht wirklich, aber meine Familie ist mir heilig.
Er versichert mir, er möchte nicht als Frau leben, nur ab und zu sich so fühlen, ich glaube ihm, er meint es sicher ehrlich, aber ich habe gelesen, dass sich das — wenn mehr Sicherheit aufkommt — auch noch ändern kann und der Wunsch die Frau mehr auszuleben stärker werden kann.
Eine Selbsthilfegruppe gibt es nicht in unserer Nähe und wir wollen versuchen vielleicht über diese Forum Kontakte zu andern Crossdressern und ihren Partnerinnen zu bekommen, damit man sich austauschen kann und andere Gesichtspunkte und Perspektiven erfahren kann.
Ich möchte für ihn da sein, egal was kommt, aber mein Mut macht mir auch Angst.
Es geht nicht um Liebe — die ist da
Es geht nicht um Verständnis — das ist da
Es geht nicht um Vertrauen — das ist da
Es geht nicht um Toleranz — die ist da
Aber um was geht es dann? — das würde ich auch gerne wissen
23 Jahre mit einem Alkoholiker verheiratet, bis dieser starb, lebe ich seit 15 Jahren nun wieder mit einem Mann zusammen. D.h., ich bin nicht mehr die jüngste (62), hab schon vieles erlebt und glaubte auf alles im Leben vorbereitet zu sein und irgendwie mit allem fertig zu werden.
Wenn man einen Partner liebt, ihn gut kennt, dann kennt man auch seine Vorlieben und Neigungen, klar, nix was ich nicht weiß. Er mag große Busen und wenn ich mich beklage, dass mir meiner wieder fast den Rücken bricht, würde er mir ihn jederzeit für einige Stunden abnehmen. Ich wusste auch, dass er Plastikbrüste gekauft hatte, weil er es einfach mal fühlen wollte, wie es ist, eine Brust zu haben. Alles kein Problem. Ich hatte ihn schon zu mehreren Gelegenheiten zur Frau verkleidet am Fasching, zur Halloweenparty etc. und er kam immer verdammt gut an, vor allem, als er die ausrangierten Plateauschuhe meiner Tochter trug, ca. 5 cm Sohle, 10 cm Absatz und darin den ganzen Abend umherlief, wie wenn er jeden Tag nichts anderes tragen würde. Seine Beine in Strumpfhosen sind makellos, selbst die Knie und lassen jede Frau vor Neid erblassen. Alles brachte viel Spaß und keiner hat sich was dabei gedacht.
Eines Nachts, nach erfülltem Sex, redeten wir noch lange und jeder sollte dem andern einen seiner geheimsten Wünsche, Träume oder Vorstellungen sagen und ihr könnt euch vorstellen, was ich dann erfuhr. Den Wunsch die ollen Plastikbrüste in die Tonne zu werfen, sich was Vernünftiges kaufen und in Frauenklamotten voll gestylt mit Perücke und Schminke und allem rumlaufen. Nicht immer, aber ab und zu. Seine Mitteilung, ich bin Crossdresser!
Was fürn Ding? Noch nie von so was gehört! Ich bekam auch gleich eine Erklärung dazu.
Naja, solang das keine mitkriegt soll es mir egal sein, dachte ich.
Pustekuchen: da kam auch schon die Äußerung, dies auch mal außerhalb unseres Hauses zu tun"¦..
Ich bin meinen Eltern für eine offene und tolerante Erziehung heute noch dankbar und somit war ich aufgeschlossen und signalisierte meinem Schatz, dass ich damit leben könnte.
In Wahrheit fühlte ich mich völlig überfahren, weil ich ja nicht wirklich je etwas von Crossdressern gehört hatte. Meine Gedanken überschlugen sich...Transvestit war das einzige, worunter ich mir etwas vorstellen konnte. Was wenn er im falschen Körper lebt, Hormone nehmen will oder gar Operation!
STOPP! Ermahnte ich mich selbst und sagte mir, nicht gleich die Gäule verrückt machen, erst mal recherchieren, wozu gibt"™s Internet.
Gesagt getan, hab auch vieles gefunden, was mich aber in keiner Weise beruhigt hat. Gebt nur mal Crossdresser BaWü ein und es kommen ca. 1300 Crossdresser Anzeigen mit Texten wie: "Mach mit mir was du willst" und ähnliches.
Auf anderer Seite waren Bilder. Ich war neugierig wie die Männer denn so aussahen in Frauenklamotten, also Bilder schauen. Nette dabei, aber was ist das? Ein Kerl in Frauenklamotten gebückt, damit man Strapse und Höschen sieht und da ragt dann ein erregiertes Glied heraus! Dutzende, nicht nur ein paar solcher Bilder..ich hatte die Nase voll.
Nicht dass ich noch nie Schwänze gesehen hab, aber das war mir doch alles ein bisschen zu viel. Vulgär, obszön und unästhetisch.
Dann fand ich in diesem Forum einiges, was mich wieder etwas beruhigte, aber meine Zweifel blieben. Es hilft nur ein intensives Gespräch, was wir dann auch geführt haben. Keine Zweifel an der Männlichkeit, kein Interesse am andern bzw. gleichen Geschlecht sondern einfach nur Wohlfühlen und fühlen wie eine Frau.
Wir kauften zusammen das erste Paar Schuhe im Geschäft. An meiner Seite gab er sich völlig ungezwungen, ich trug die Dinger zur Kasse, er bezahlte. Alles ohne Probleme. Zuhause wurde mein Schuhbestand durchforstet, denn wir haben die gleiche Größe und ich kann auf Grund meiner Behinderung doch vieles nicht mehr tragen, habe es aber immer aufgehoben. Schwarze Pumps und blaue Ballerina wanderten in seinen Fundus.
Da wir nicht gerade mit Reichtum gesegnet sind, fuhren wir anderntags in einen Second Hand Laden und er probierte Klamotten an. Ich von der Stange für Ihn ausgesucht, er begeistert probiert. Er kam zwar nicht aus der Kabine, aber ich bewunderte ihn trotzdem für seinen Mut.
Zu Hause wurde dann alles ausprobiert und ich machte Modeberatung. Ich schminkte Ihn, lackierte ihm die Fingernägel und klebte auch künstliche auf. Ebenso wie falsche Wimpern um alles mal ausprobiert zu haben. Ein Hoch auf den DM Markt. Seinen Style muss er alleine finden, Hilfestellung kann ich geben.
Dann der Wunsch "gescheite" Brüste zu haben, warm, weich, wie echt. Nein, nicht im Internet bestellen sondern bitte anprobieren zwecks dem Feeling und der Größe. Also rein ins Auto und 250 km ins Fachgeschäft zur Beratung und Begutachtung. Dann war das richtige Paar gefunden zu einem stolzen Preis. Den Taschen BH haben wir dann doch erst mal gelassen, denn mal eben 50 Teuro für so ein Dingen hinzulegen war nicht mehr drin.
Zuhause wurde dann wieder probiert und sich gestylt. Was noch fehlt Perücke.
Und dazwischen? Habe ich immer mehr gelesen, mich informiert, Youtube geschaut und meine Gefühle sind immer noch gemischt. Er ist im Anfangsstadium, aber wo wird das enden?
Ich schlafe nicht besonders, träume viel Mist und kann mich nicht dagegen wehren.
Er ist verständnisvoll und trägt seine Sachen nur selten.
Was für mich auch das größte Problem ist. Meine Tochter mit Familie wohnt im Haus und meine Enkelin mit ihren 2 -½ Jahren steht mal eben einfach in der Tür, weil sie oben wieder ausgebüchst ist. Die Große mit 6 lässt dann auch nicht lange auf sich warten.
Wenn es nur um mich ginge, wären meine Probleme vermutlich kleiner. Aber 2 Töchter und 4 Enkelkinder, das ist das alles nicht so einfach, zumal sie sich vor Jahren schon schwer taten, den neuen Partner der Mutter zu akzeptieren. Das ist inzwischen zwar Geschichte, aber was werden sie sagen, wenn sie mitbekommen dass der jetzt Frauenkleider trägt?
Was Leute außerhalb denken hat mich eigentlich noch nie sehr gekratzt und ich war schon des Öfteren Ortsgespräch in unserem Kaff, sowohl positiv als auch negativ. Das stört mich nicht wirklich, aber meine Familie ist mir heilig.
Er versichert mir, er möchte nicht als Frau leben, nur ab und zu sich so fühlen, ich glaube ihm, er meint es sicher ehrlich, aber ich habe gelesen, dass sich das — wenn mehr Sicherheit aufkommt — auch noch ändern kann und der Wunsch die Frau mehr auszuleben stärker werden kann.
Eine Selbsthilfegruppe gibt es nicht in unserer Nähe und wir wollen versuchen vielleicht über diese Forum Kontakte zu andern Crossdressern und ihren Partnerinnen zu bekommen, damit man sich austauschen kann und andere Gesichtspunkte und Perspektiven erfahren kann.
Ich möchte für ihn da sein, egal was kommt, aber mein Mut macht mir auch Angst.
Es geht nicht um Liebe — die ist da
Es geht nicht um Verständnis — das ist da
Es geht nicht um Vertrauen — das ist da
Es geht nicht um Toleranz — die ist da
Aber um was geht es dann? — das würde ich auch gerne wissen