Trost
Verfasst: So 14. Feb 2016, 22:15
Jetzt hatte ich gerade erst vor kurzem hier in diesem Forum berichtet, dass es mir als TG gut geht und sich die Dinge gut entwickeln. Und patsch, haut es mich heute voll um und ich bin ziemlich down. Ich möchte sicherlich hier nicht für das Alkohol trinken werben, aber mir spendet heute Abend eine gute Flasche Barolo Trost. Kein Alkohol ist ja auch keine Lösung!
Voller Freude auf den Sonntag bin ich heute Morgen in den Zug Richtung Basel gestiegen, ich wollte zwei Museen besuchen. Die erste grosse Demütigung geschah bereits im Zug.
In der Schweiz ist die Verwendung des neuen, selbstgewählten Vornamens erlaubt unabhängig davon, ob man bereits eine offizielle Namensänderung hat oder nicht. Das heisst private Papiere wie zum Beispiel Zeitschriftenabonnemente, Mitgliederausweise, Halbtax/GA, Bankkonto, Mietvertrag oder Krankenkassenausweis dürfen bereits vor der offiziellen Namensänderung auf den neuen Namen ausgestellt werden.
In diesem Bewusstsein habe ich mir gestern Online bei der Schweizerischen Bundesbahn (SBB) ein Halbtax-Abo gekauft und zwar unter meinem Namen Katarina. Als ich heute im Zug nach Basel kontrolliert wurde, hat der Kontrolleur mein Halbtax-Abo nicht anerkannt, da der Name des Halbtax-Abos nicht mit meinem Namen auf der ID-Karte übereinstimmt. Er hat verlangt, dass ich in Basel am Schalter das Halbtax-Abo auf meinen männlichen Vornamen ändern lasse, da ich ansonsten ohne gültiges Ticket zurück fahren würde und es möglicherweise eingezogen werden könnte. Das habe ich dann machen müssen, empfand es aber als zutiefst diskriminierend und demütigend. Die Ironie an der Geschichte ist, dass die SBB bei der Registrierung und dem Kauf detailliert den Zahlen-Code der ID-Karte abfragen und im System speichern. Eine ein-eindeutige Identifikation der Person ist also unabhängig vom Vornamen über diesen Code jederzeit möglich.
Ich hätte nicht gedacht, dass die SBB so Transgenderfeindlich ist. Also allen TG, die in der Schweiz reisen, empfehle ich das Auto zu nehmen und die SBB zu meiden. Hier wird man als TG diskriminiert.
Die nächste Demütigung musste ich bei der Fondation Beyeler in Riehen/Basel ertragen.
Ich habe an der Kasse des Museums ein Ticket gekauft, meine Jacke in einem der Schliessfächer deponiert und wollte in das Museum hinein gehen. Der Mitarbeiter am Einlass verweigerte mir den Eintritt mit den folgenden Worten:
"šMonsieur, nicht mit dieser Tasche."˜
Ich habe den Mitarbeiter freundlich gebeten mich als Frau anzusprechen und ihn darauf aufmerksam gemacht, dass meine Handtasche die Kriterien der Hausordnung erfüllt (Handtaschen bis zu einer Grösse von A4 (ca. 20 X 30 cm) dürfen in die Ausstellung mitgenommen werden). Er sprach mich daraufhin nochmals mit "šMonsieur"˜ an und verweigerte mir abermals den Eintritt mit der Tasche.
Dieses Verhalten des Museums-Mitarbeiters hat mich zutiefst verletzt, erniedrigt und gedemütigt. Und es hat mich diskriminiert. Ein Museums-Mitarbeiter mit einem solchen Verhalten gehört entweder nicht an diesen Arbeitsplatz oder entsprechend geschult.
Ich habe in der Schweiz das Recht, in dem von mir empfundenen Geschlecht zu leben und entsprechend angesprochen zu werden, egal was solche Leute in mir auch immer sehen und zumal ich diesen Typen auch noch darauf aufmerksam gemacht habe. Ich hatte vielmehr den Eindruck, dass er nicht versehentlich so gehandelt hat, sondern mich mit voller Absicht demütigen wollte.
Meine Erwartung an eine solche Person ist, dass sie im Falle einer Unsicherheit oder einer persönliche Befindlichkeit, eine geschlechtsneutrale Ansprache wählt oder sich nach dem Wunsch des gegenüber richtet. Wenn ein Mensch in Rock und Bluse, also in einem weiblichen Outfit, vor diesem Mitarbeiter erscheint, sollte der in Lage sein zu begreifen, dass es sich bei diesem Menschen sicherlich nicht um einen "šMonsieur"˜ handelt. Es sein denn, der Mitarbeiter handelt vorsätzlich.
Neben dieser Diskriminierung in Bezug auf mein Geschlecht, wurde mir der Eintritt mit meiner Handtasche verwehrt, die wie oben beschrieben, der Hausordnung entsprach. Diskriminierend empfand ich insbesondere daran, dass anderen Damen mit Handtasche, der Eintritt gewährt wurde.
Ich habe diesem Museums-Mitarbeiter erklärt, dass der Rock den ich trug, keine Taschen hat und ich dementsprechend die für einen Notfall von mir benötigten Medikamente ebenso wenig weg stecken und mit in die Ausstellung nehmen konnte, wie den Schlüssel des Aufbewahrungsschliessfaches und andere Kleinigkeiten.
Ich bin also völlig umsonst nach Basel angereist, wurde gedemütigt und erniedrigt und musste ohne die Ausstellung besuchen zu können, wieder nach Hause reisen.
Ich kann allen TG nur empfehlen einen weiten Bogen um die Fondation Beyeler zu machen, da ist man als TG nicht gern gesehen.
Alles in allem leider kein schöner Tag. So wie noch vor ein paar Tagen für mich und meinen TG Weg die Sonne schien, hat es heute stark geregnet und ich liege im Dreck. Jetzt muss ich erst wieder aufstehen, mir den Dreck abschütteln und wieder versuchen weiter zu marschieren. Auch wenn ich es morgen früh bereue, heute Abend hilft der Barolo dabei.
Voller Freude auf den Sonntag bin ich heute Morgen in den Zug Richtung Basel gestiegen, ich wollte zwei Museen besuchen. Die erste grosse Demütigung geschah bereits im Zug.
In der Schweiz ist die Verwendung des neuen, selbstgewählten Vornamens erlaubt unabhängig davon, ob man bereits eine offizielle Namensänderung hat oder nicht. Das heisst private Papiere wie zum Beispiel Zeitschriftenabonnemente, Mitgliederausweise, Halbtax/GA, Bankkonto, Mietvertrag oder Krankenkassenausweis dürfen bereits vor der offiziellen Namensänderung auf den neuen Namen ausgestellt werden.
In diesem Bewusstsein habe ich mir gestern Online bei der Schweizerischen Bundesbahn (SBB) ein Halbtax-Abo gekauft und zwar unter meinem Namen Katarina. Als ich heute im Zug nach Basel kontrolliert wurde, hat der Kontrolleur mein Halbtax-Abo nicht anerkannt, da der Name des Halbtax-Abos nicht mit meinem Namen auf der ID-Karte übereinstimmt. Er hat verlangt, dass ich in Basel am Schalter das Halbtax-Abo auf meinen männlichen Vornamen ändern lasse, da ich ansonsten ohne gültiges Ticket zurück fahren würde und es möglicherweise eingezogen werden könnte. Das habe ich dann machen müssen, empfand es aber als zutiefst diskriminierend und demütigend. Die Ironie an der Geschichte ist, dass die SBB bei der Registrierung und dem Kauf detailliert den Zahlen-Code der ID-Karte abfragen und im System speichern. Eine ein-eindeutige Identifikation der Person ist also unabhängig vom Vornamen über diesen Code jederzeit möglich.
Ich hätte nicht gedacht, dass die SBB so Transgenderfeindlich ist. Also allen TG, die in der Schweiz reisen, empfehle ich das Auto zu nehmen und die SBB zu meiden. Hier wird man als TG diskriminiert.
Die nächste Demütigung musste ich bei der Fondation Beyeler in Riehen/Basel ertragen.
Ich habe an der Kasse des Museums ein Ticket gekauft, meine Jacke in einem der Schliessfächer deponiert und wollte in das Museum hinein gehen. Der Mitarbeiter am Einlass verweigerte mir den Eintritt mit den folgenden Worten:
"šMonsieur, nicht mit dieser Tasche."˜
Ich habe den Mitarbeiter freundlich gebeten mich als Frau anzusprechen und ihn darauf aufmerksam gemacht, dass meine Handtasche die Kriterien der Hausordnung erfüllt (Handtaschen bis zu einer Grösse von A4 (ca. 20 X 30 cm) dürfen in die Ausstellung mitgenommen werden). Er sprach mich daraufhin nochmals mit "šMonsieur"˜ an und verweigerte mir abermals den Eintritt mit der Tasche.
Dieses Verhalten des Museums-Mitarbeiters hat mich zutiefst verletzt, erniedrigt und gedemütigt. Und es hat mich diskriminiert. Ein Museums-Mitarbeiter mit einem solchen Verhalten gehört entweder nicht an diesen Arbeitsplatz oder entsprechend geschult.
Ich habe in der Schweiz das Recht, in dem von mir empfundenen Geschlecht zu leben und entsprechend angesprochen zu werden, egal was solche Leute in mir auch immer sehen und zumal ich diesen Typen auch noch darauf aufmerksam gemacht habe. Ich hatte vielmehr den Eindruck, dass er nicht versehentlich so gehandelt hat, sondern mich mit voller Absicht demütigen wollte.
Meine Erwartung an eine solche Person ist, dass sie im Falle einer Unsicherheit oder einer persönliche Befindlichkeit, eine geschlechtsneutrale Ansprache wählt oder sich nach dem Wunsch des gegenüber richtet. Wenn ein Mensch in Rock und Bluse, also in einem weiblichen Outfit, vor diesem Mitarbeiter erscheint, sollte der in Lage sein zu begreifen, dass es sich bei diesem Menschen sicherlich nicht um einen "šMonsieur"˜ handelt. Es sein denn, der Mitarbeiter handelt vorsätzlich.
Neben dieser Diskriminierung in Bezug auf mein Geschlecht, wurde mir der Eintritt mit meiner Handtasche verwehrt, die wie oben beschrieben, der Hausordnung entsprach. Diskriminierend empfand ich insbesondere daran, dass anderen Damen mit Handtasche, der Eintritt gewährt wurde.
Ich habe diesem Museums-Mitarbeiter erklärt, dass der Rock den ich trug, keine Taschen hat und ich dementsprechend die für einen Notfall von mir benötigten Medikamente ebenso wenig weg stecken und mit in die Ausstellung nehmen konnte, wie den Schlüssel des Aufbewahrungsschliessfaches und andere Kleinigkeiten.
Ich bin also völlig umsonst nach Basel angereist, wurde gedemütigt und erniedrigt und musste ohne die Ausstellung besuchen zu können, wieder nach Hause reisen.
Ich kann allen TG nur empfehlen einen weiten Bogen um die Fondation Beyeler zu machen, da ist man als TG nicht gern gesehen.
Alles in allem leider kein schöner Tag. So wie noch vor ein paar Tagen für mich und meinen TG Weg die Sonne schien, hat es heute stark geregnet und ich liege im Dreck. Jetzt muss ich erst wieder aufstehen, mir den Dreck abschütteln und wieder versuchen weiter zu marschieren. Auch wenn ich es morgen früh bereue, heute Abend hilft der Barolo dabei.