Das erste Mal...
Verfasst: Mi 21. Okt 2015, 12:16
...dass ich hier ein Thema eröffne, nein, im Ernst, gestern Nacht war es soweit, ich habe meinen ersten Outdoor-Spaziergang als Vanessa gemacht.
Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Bericht hier schreibe. Viele von Euch berichten von ihrem ersten Mal als dem perfekten Erlebnis, tageslichttauglich gestylt und von der Freundin/Frau fachkundig geschminkt und dann gleich auf zum Shopping in die Innenstadt. Mmmh, habe ich mir gedacht, da kannst Du nicht mal ansatzweise mithalten, schreibst Du dann überhaupt davon? Wirst Du doch hier nur ausgelacht und bemitleidet. Aber egal, denn der Spaziergang war trotz groben Mängeln im Styling so schön und so intensiv vom Erlebnis her für mich, dass ich immer noch ganz weiche Knie bekomme und mich einfach irgendwie mitteilen muss
Und das kam so. Da ich momentan freie Bahn habe (Partnerin und Tochter sind im Urlaub), kann ich abends nach der Arbeit ungestört transen. Ich habe meinen eigenen kleinen Fundus, dazu habe ich das erste Mal mit selbstklebenden Nägeln experimentiert (super Sache, wenn man vom leider zu klein geratenen Daumennagel einmal absieht). Gestern Abend habe ich mich dann am Kleiderschrank meiner Partnerin bedient, um mal ein komplettes Outdoor-Outfit zusammenzuklauben. Rock und Stiefel habe ich ja selbst, dann eine lange Winterjacke von ihr, ein Tuch, eine Mütze (passte sogar halbwegs), Handtasche über den Arm und dann kam er, der Gedanke, wie wäre es, wenn Du jetzt so raus gehst? Da ich bislang immer eine Stubentranse war, hat es mich geschüttelt, aber der Drang wurde so übermächtig, dass ich wusste: "Jetzt oder nie mehr". Also die Oberbekleidung wieder aus, "Tarnklamotten" drüber, weil ich ja durch das Treppenhaus (Mehrfamilienhaus) in die Tiefgarage kommen muss. Dass ich die Nägel drauf hatte und auch leicht geschminkt war, war mir dann egal, no risk, no fun. Dann ins Auto und losgefahren auf der Suche nach einem abgelegenen und dunklen Parkplatz. Ich weiss, nicht ungefährlich und so, aber mein Passing ist nicht so dolle, dass ich mich woanders hingetraut hätte. Nach über 40 Kilometern dann endlich was gefunden, dunkel, abgelegen, aber trotzdem Teerstrasse zum Stöckeln. Mei, war das ein Gefühl, so draussen zu stehen, die Nachtluft an den Beinen zu spüren, sich in die Jacke und das Tuch kuscheln, Mütze zurechtrücken, Handtasche über den Arm und los. Klick-klock machen die Stöckel (leider viel zu hoch, aber andere Stiefel habe ich in meiner Grösse noch nicht gefunden und Stiefel mussten es bei der Jahreszeit einfach sein) und es fühlt sich einfach alles so normal und doch so gut an: Ich in diesen Klamotten auf der Strasse??? Na klar, was denn sonst, wieso sollte ich als Frau, die ich jetzt endlich mal rauslassen kann, denn keine Frauenklamotten tragen?
Alles hat ein Ende und so auch dieser Spaziergang. Auf der Fahrt zurück bleibt der Rock aber an, nur die Stiefel müssen weichen, da einfach zu hoch zum Fahren. Jetzt bloss nicht blitzen lassen oder lange in der Innenstadt an der roten Ampel warten müssen. Als es dann an einer Ampel doch so kommt, finde ich das gar nicht schlimm, im Gegenteil. Den Rock richten, bin ja ein züchtiges Mädchen, und dass der eine einsame Fussgänger so blöd glotzt, ist mir dann auch egal. Je näher ich meiner Wohnung komme, desto schneller schlägt das Herz dann aber doch wieder, weil einem Nachbarn will ich jetzt lieber doch nicht begegnen. Aber alles ist gutgegangen und als ich endlich im Bett lag, habe ich lange gebraucht, bis ich einschlafen konnte, weil in meinem Kopf nur Achterbahn war. Mein Fazit: Nur ein ganz kleiner und unbedeutender Vorgang in der so grossen und bunten Transwelt, aber ein riesen Sprung für ein schüchternes T-Girl wie mich. Fortsetzung folgt...
LG, Eure Vanessa.
Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Bericht hier schreibe. Viele von Euch berichten von ihrem ersten Mal als dem perfekten Erlebnis, tageslichttauglich gestylt und von der Freundin/Frau fachkundig geschminkt und dann gleich auf zum Shopping in die Innenstadt. Mmmh, habe ich mir gedacht, da kannst Du nicht mal ansatzweise mithalten, schreibst Du dann überhaupt davon? Wirst Du doch hier nur ausgelacht und bemitleidet. Aber egal, denn der Spaziergang war trotz groben Mängeln im Styling so schön und so intensiv vom Erlebnis her für mich, dass ich immer noch ganz weiche Knie bekomme und mich einfach irgendwie mitteilen muss
Und das kam so. Da ich momentan freie Bahn habe (Partnerin und Tochter sind im Urlaub), kann ich abends nach der Arbeit ungestört transen. Ich habe meinen eigenen kleinen Fundus, dazu habe ich das erste Mal mit selbstklebenden Nägeln experimentiert (super Sache, wenn man vom leider zu klein geratenen Daumennagel einmal absieht). Gestern Abend habe ich mich dann am Kleiderschrank meiner Partnerin bedient, um mal ein komplettes Outdoor-Outfit zusammenzuklauben. Rock und Stiefel habe ich ja selbst, dann eine lange Winterjacke von ihr, ein Tuch, eine Mütze (passte sogar halbwegs), Handtasche über den Arm und dann kam er, der Gedanke, wie wäre es, wenn Du jetzt so raus gehst? Da ich bislang immer eine Stubentranse war, hat es mich geschüttelt, aber der Drang wurde so übermächtig, dass ich wusste: "Jetzt oder nie mehr". Also die Oberbekleidung wieder aus, "Tarnklamotten" drüber, weil ich ja durch das Treppenhaus (Mehrfamilienhaus) in die Tiefgarage kommen muss. Dass ich die Nägel drauf hatte und auch leicht geschminkt war, war mir dann egal, no risk, no fun. Dann ins Auto und losgefahren auf der Suche nach einem abgelegenen und dunklen Parkplatz. Ich weiss, nicht ungefährlich und so, aber mein Passing ist nicht so dolle, dass ich mich woanders hingetraut hätte. Nach über 40 Kilometern dann endlich was gefunden, dunkel, abgelegen, aber trotzdem Teerstrasse zum Stöckeln. Mei, war das ein Gefühl, so draussen zu stehen, die Nachtluft an den Beinen zu spüren, sich in die Jacke und das Tuch kuscheln, Mütze zurechtrücken, Handtasche über den Arm und los. Klick-klock machen die Stöckel (leider viel zu hoch, aber andere Stiefel habe ich in meiner Grösse noch nicht gefunden und Stiefel mussten es bei der Jahreszeit einfach sein) und es fühlt sich einfach alles so normal und doch so gut an: Ich in diesen Klamotten auf der Strasse??? Na klar, was denn sonst, wieso sollte ich als Frau, die ich jetzt endlich mal rauslassen kann, denn keine Frauenklamotten tragen?
Alles hat ein Ende und so auch dieser Spaziergang. Auf der Fahrt zurück bleibt der Rock aber an, nur die Stiefel müssen weichen, da einfach zu hoch zum Fahren. Jetzt bloss nicht blitzen lassen oder lange in der Innenstadt an der roten Ampel warten müssen. Als es dann an einer Ampel doch so kommt, finde ich das gar nicht schlimm, im Gegenteil. Den Rock richten, bin ja ein züchtiges Mädchen, und dass der eine einsame Fussgänger so blöd glotzt, ist mir dann auch egal. Je näher ich meiner Wohnung komme, desto schneller schlägt das Herz dann aber doch wieder, weil einem Nachbarn will ich jetzt lieber doch nicht begegnen. Aber alles ist gutgegangen und als ich endlich im Bett lag, habe ich lange gebraucht, bis ich einschlafen konnte, weil in meinem Kopf nur Achterbahn war. Mein Fazit: Nur ein ganz kleiner und unbedeutender Vorgang in der so grossen und bunten Transwelt, aber ein riesen Sprung für ein schüchternes T-Girl wie mich. Fortsetzung folgt...
LG, Eure Vanessa.