Mein erstes kleines Outdoor-Erlebnis...
Verfasst: Mi 22. Jul 2015, 10:10
... hatte ich gestern morgen bei einem Termin bei meiner Psychotherapeutin im Zentrum unserer mittleren Kleinstadt.
Das Wetter war freundlich und warm. Und so entschied ich mich für eine schneeweiße 7/8-Stretchhose, eine hellblaue lockere Bluse mit Schleifchen und kurzen Ärmeln, eine weiße Perlenkette, flache Pantoletten mit brauner Sohle und silbrig verspieglten Schnallen und rosa Nagellack.
Schminke und Perücke will ich nicht und trug ich auch nicht. Ich war also als Mann erkennbar, natürlich komplett rasiert.
Meinen Wagen habe ich ca. einen Kilometer von meinen Ziel in der Innenstadt geparkt, damit ich von dem Spaziergang auch etwas habe.
Und so ging ich das erste Mal los, aufgeregt, mit Kopfschmerzen vom hohen Blutdruck.
Die Stadt war noch recht leer. Die meisten Leute, die mir entgegen kamen, registrierten mich nur kurz und gingen vorbei. Ich habe jedem kurz in die Augen geschaut, so wie es hier schon öfters empfohlen wurde. Das klappte gut und ich merkte, wie ich immer ruhiger wurde.
Am Ziel angekommen, saß mir im Wartezimmer eine Frau gegenüber, die mich erstaunt musterte.
Die Therapeutin, eine ganz tolle und liebenswerte Frau, freute sich über meinen Mut.
Wir hatten ein tolles Gespräch. Nicht zuletzt weil ich auch ein wenig euphorisch war. So weit, so gut.
Dann stand der Rückweg an. Die Sonne war endgültig durchgekommen und die Innenstadt nun mit deutlich mehr Publikum. Irgendwie war ich jetzt ganz ruhig und selbstbewußt. Die meisten mir entgegenkommenden Passanten schauten mich nur kurz an. An einer Mode-Botique standen drei Frauen in der Tür und unterhielten sich. Als ich vorbeiging verstummte das Gespräch.
Weiter vorne saß in einem geparkten Auto ein Typ mit aus dem Fenster gelehnten Arm und glotze mich schon von Weitem die ganze Zeit grinsend an. Sagte aber nichts, als ich an ihm vorbeikam.
Etwas weiter stand eine Gruppe mit 5 Frauen, vermutlich auf einer Fern-Radtour. Ihre Fahrräder vollgepackt. Sie machten gegenseitig Fotos von sich. Irgendwann erblickten sie mich. Bis auf eine, registrierten sie mich nur kurz. Diese eine aber konnte den Blick nicht mehr von mir lassen. Ihr ging sprichwörtlich die Kinnlade runter und schaute mir so noch lang hinterher. Ich fand es lustig.
Zu guter letzt traf ich noch auf zwei Handwerker, die gerade schweres Gerät aus einem Bulli trugen. Sie schauten mich an, grinsten die ganze Zeit und als ich schon weiter weg war, rief einer der beiden mir noch etwas hinterher. Ich habe es nicht verstanden. War mir auch egal.
So kann ich insgesamt bestätigen, daß ca. 90% der Passanten einen so gut wie garnicht bewußt wahrnehmen, oder es ihnen gleichgültig ist. Die anderen glotzen wohl eher aus Neugier, was ich ihnen auch nicht übel nehme. Es ist ja auch nicht alltäglich, daß ein Mann in Frauenkleidung auftaucht. Zumindest hier nicht.
Für mich war es eine tolle Erfahrung, auf die ich jetzt aufbauen werde.
Viele Grüße - Astrid
Das Wetter war freundlich und warm. Und so entschied ich mich für eine schneeweiße 7/8-Stretchhose, eine hellblaue lockere Bluse mit Schleifchen und kurzen Ärmeln, eine weiße Perlenkette, flache Pantoletten mit brauner Sohle und silbrig verspieglten Schnallen und rosa Nagellack.
Schminke und Perücke will ich nicht und trug ich auch nicht. Ich war also als Mann erkennbar, natürlich komplett rasiert.
Meinen Wagen habe ich ca. einen Kilometer von meinen Ziel in der Innenstadt geparkt, damit ich von dem Spaziergang auch etwas habe.
Und so ging ich das erste Mal los, aufgeregt, mit Kopfschmerzen vom hohen Blutdruck.
Die Stadt war noch recht leer. Die meisten Leute, die mir entgegen kamen, registrierten mich nur kurz und gingen vorbei. Ich habe jedem kurz in die Augen geschaut, so wie es hier schon öfters empfohlen wurde. Das klappte gut und ich merkte, wie ich immer ruhiger wurde.
Am Ziel angekommen, saß mir im Wartezimmer eine Frau gegenüber, die mich erstaunt musterte.
Die Therapeutin, eine ganz tolle und liebenswerte Frau, freute sich über meinen Mut.
Wir hatten ein tolles Gespräch. Nicht zuletzt weil ich auch ein wenig euphorisch war. So weit, so gut.
Dann stand der Rückweg an. Die Sonne war endgültig durchgekommen und die Innenstadt nun mit deutlich mehr Publikum. Irgendwie war ich jetzt ganz ruhig und selbstbewußt. Die meisten mir entgegenkommenden Passanten schauten mich nur kurz an. An einer Mode-Botique standen drei Frauen in der Tür und unterhielten sich. Als ich vorbeiging verstummte das Gespräch.
Weiter vorne saß in einem geparkten Auto ein Typ mit aus dem Fenster gelehnten Arm und glotze mich schon von Weitem die ganze Zeit grinsend an. Sagte aber nichts, als ich an ihm vorbeikam.
Etwas weiter stand eine Gruppe mit 5 Frauen, vermutlich auf einer Fern-Radtour. Ihre Fahrräder vollgepackt. Sie machten gegenseitig Fotos von sich. Irgendwann erblickten sie mich. Bis auf eine, registrierten sie mich nur kurz. Diese eine aber konnte den Blick nicht mehr von mir lassen. Ihr ging sprichwörtlich die Kinnlade runter und schaute mir so noch lang hinterher. Ich fand es lustig.
Zu guter letzt traf ich noch auf zwei Handwerker, die gerade schweres Gerät aus einem Bulli trugen. Sie schauten mich an, grinsten die ganze Zeit und als ich schon weiter weg war, rief einer der beiden mir noch etwas hinterher. Ich habe es nicht verstanden. War mir auch egal.
So kann ich insgesamt bestätigen, daß ca. 90% der Passanten einen so gut wie garnicht bewußt wahrnehmen, oder es ihnen gleichgültig ist. Die anderen glotzen wohl eher aus Neugier, was ich ihnen auch nicht übel nehme. Es ist ja auch nicht alltäglich, daß ein Mann in Frauenkleidung auftaucht. Zumindest hier nicht.
Für mich war es eine tolle Erfahrung, auf die ich jetzt aufbauen werde.
Viele Grüße - Astrid