Vicky_Rose hat geschrieben: Do 9. Mär 2023, 14:53
Valerie Bellegarde hat geschrieben: Mo 24. Okt 2022, 17:19
Ich habe das einfach nicht geschafft, loszufahren. Ich kriegte sofort wieder Kopfkino: Eine Frau als Bootführerin, das geht schon mal gar nicht. Saublödes Vorurteil, aber mein Kopf hat das so produziert und mir vorgehalten. Ich war also blockiert und bis heute ist mir diese Blockade auch geblieben, ich stelle mich nicht mehr ans Steuer meines Boots, wenn ich en femme draußen bin. Und, wie ihr vielleicht wisst, ich bin oft draußen en femme.
Liebe Valerie,
das kenne ich nur zu gut. Ich habe zwar einen Segler, aber der ist auch eine prima Umkleidekabine oder besser gesagt, es ist eine DS, was üblicherweise Decksalon heißt. Bei mir ist es der Damensalon ...
Liebe Vicky,
Boote hatte ich in meiner Zeit auf dem Wasser viele, auch mittlere und größere Segel- und Motoryachten, aber aufs Meer fahre ich seit etwa 2015 nicht mehr hinaus. Es macht mir einfach zuviel Umstände, erstens die teuren Liegekosten am Hafen, wenn du es mit der geringen Nutzungszeit vergleichst, also den paar Stunden, die du effektiv auf dem Wasser bist. Es wird im Laufe der Jahre auch immer schwerer, genügend Mitstreiter zu finden, die sich das ganze antun wollen, und die Unterhaltskosten, Versicherungen usw. sind ja auch nicht ganz billig.
Ganz aufgeben wollte ich aber nicht, also habe ich mir ein 30 Jahre altes und 7 m langes Fischerboot zugelegt (Jeanneau peche / promenade), bin damit ein Stück übers Meer bis Port la Nouvelle gefahren, von dort in den Canal du Midi rein, hinauf bis über Narbonne, und dort liegt mein Boot jetzt ganz gemütlich am Kanalufer, und ich kann auf dem Kanal schippern wann immer ich Lust habe. ich habe 50 km Strecke ohne Schleusen.
Ganz ohne Arbeit und kleine Probleme geht's natürlich nie, also der Dieselmotor (Perkins, 80 PS) braucht Pflege und Zuwendung, die Solartechnik auf dem Dach, die Batterie muss ein- und ausgebaut werden nach der Saison, der Liegeplatz ist zu mähen (dafür bezahle ich an die VNF relativ geringe Nutzungsgebühren für das befahren des Kanals). Der Kanal hat also viele Vorteile. Man kann wunderbar gemütlich, so Sonntagvormittags beispielsweise zum Essen in eines der zahlreichen Restaurants fahren, die es entlang des Kanals gibt, viele Leute kommen von weither für einen Urlaub auf dem Kanalboot.
Bald geht's wieder runter in den sonnigen Süden, die Temperaturen in Südfrankreich liegen im Schnitt schon zehn Grad über den unsrigen im ungemütlichen Mitteleuropa.
Was dieses andere Thema betrifft: ich habe meine Kabine zwar auch gelegentlich mal zum Umziehen benutzt, wenn ich en femme sein wollte. Ich bin dann eben en femme aus dem Boot rausgeklettert , ins Auto gehüpft und in die Stadt gefahren. Valerie, die Frau, ist ein Stadtmensch, also ein Wesen, das die Umgebung der City zum Leben und als Anregung braucht, die viele Menschen, das ganze Durcheinander, die ganzen Läden, die Klamottenläden und die Schuh-Outlets natürlich auch. Nur dort fühle ich mich wohl, wenn ich en femme bin, nur dort möchte ich dann sein. Also, man sieht, vermischt habe ich die beiden Welten nie, das wäre mir nie in den Sinn gekommen, das geht für mich nicht zusammen.
Schreib mir gerne mal, was du darüber denkst.
Mit nautischen Grüßen
Valerie