Cybill hat geschrieben: Di 22. Feb 2022, 13:13
Der ganze Verlauf der Diskussion hier zeigt doch hauptsächlich eines:
Die Entscheidung von T. G. kostet uns unterm Strich viel an interner und externer Solidarität. Aber auf die sind wir - und jetzt bitte mal gut aufpassen - MINDERHEIT und zwar im einstelligen Promillebereich, dringend angewiesen um unsere Anliegen politisch durchzusetzen.
Das klingt für mich so, als ob die Diskussion hier, die Vorgänge im BT oder in einigen Medien Tessas Schuld sei. Das ist sie natürlich nicht.
Im Zuge des Selbstbestimmungsgesetzes wäre das eh früher oder später genau so gekommen. Es hätte Tessa vielleicht nicht in dieser Form getroffen, siehe unten, aber die Angstmache und das Hantieren mit falschen Behauptungen wäre genauso wie es jetzt ist und noch heftiger kommen wird.
Anlässlich der SelfID-Entwürfe von Grünen und FDP letztes Jahr wurde in einschlägigen trans-feindlichen Kanälen schon massiv Stimmung gemacht, auch wenn das ausserhalb kaum wer mitbekommen hat. Ganz ohne Tessa.
Wir hatten den cis-Troll auf der Grünenversammlung und das Echo in den TERF-Kanälen inkl EMMA. Ganz ohne Tessa.
Wir haben den Unfug über "Männer, die sich qua Zettel vom Amt in Schutzräume einschleichen". Auch ohne Tessa.
Wir haben Korte und Co mit ihrem ROGD und "Transtrend" Unfug und den "Mädchen, die keine weiblchen Vorbilder finden".
Wir werden erleben, dass auf jene verwiesen wird, die sich dem TSG unterzogen haben, zum Beispiel Nyke Slavik, und die Argumentation wird sein "seht, ist doch nicht so schlimm, wer wirklich will kann sich dem stellen", obwohl Gutachtende und andere Fachleute genau wissen, dass sie nichts wirklich objektiv beweisen können und das nur teueres, nervenkostendes Gendertheater ist.
Und wir werden, sobald das TSG durch ein neues, hoffentlich tatsächliches Selbstbestimmungsgesetz ersetzt ist, weiterhin massive Hetze gegen trans Personen erleben. Dann vielleicht noch mehr, so wie nach Einführung der "Ehe für (fast) alle" gehetzt und geklagt wurde. Der Freistaat Bayern wollte gar Verfassungsbeschwerde erheben.
Die Diskussion ist unvermeidlich. Die Konfrontation mit TERFs und anderen transfeindlichen Strömungen auch. Das Gesetz lässt sich nicht stealth durch den Bundestag manövrieren. Dafür werden Storch & CO, EMMA usw schon sorgen.
Und die wollen keinen Mittelweg und keine irgendwie anderen Lösungen. Die wollen schlicht und einfach gar keine Menschen irgendwo, die sich nicht an ihr biologistisches Weltbild und altbackenen Rollenbilder halten.
Ich finde es deshalb vollkommen verfehlt, Tessa dafür verantwortlich zu machen, dass andere sie für genau das attackieren, was wir erreichen wollen: Unsinniges Gender-Gutachten-Theater abschaffen. Oder etwa nicht?