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Re: Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen
Verfasst: Mo 6. Jan 2020, 11:08
von Ulrike-Marisa
Moin,
ich denke, dass ein Teil der scheinbaren Missverständnisse bei diesem Thema in der Formulierung des Themas selbst liegen. Zu Hause konnte ich das Video der Frau nicht sehen; habe ich soeben nachgeholt. Wie die junge Frau sagt, ist es in unserer heutigen komplexen Welt nicht mehr möglich, einen Mensch nur nach seinem Aussehen zu beurteilen; das war früher so auch nicht möglich. Kleidung spiegelte vielleicht einen sozialen Rang wider, der Mensch, der hinter oder in der Kleidung steckt, ist letztlich nicht beurteilbar ohne Kenntnis seiner Person, seiner Fähigkeiten und seiner Umgangsformen. Alles andere ist Kopfkino oder verkürzende Betrachtung eines Menschen und das kann den betrachteten Menschen durchaus nerven, wenn er/sie erfährt oder ahnt, was andere über ihn/sie denken, ohne den Menschen selbst zu kennen. Wenn ich es nicht erfahre, dann kann ich zumindest als betrachteter Mensch für mich sagen, was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.
Grüße, Ulrike-Marisa
Re: Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen
Verfasst: Mo 6. Jan 2020, 11:57
von Whoopy Highfly
In der Landwirtschaft wurde im Sommer oft ein Kopftuch auch von Männern getragen, um dich vor der Sonneneinstrahlung, Schmutz, etc. zu schützen. Das war eher aus praktischen gedacht. Auch trugen die Frauen aus gleichem Grund ein Kopftuch, was jedoch modischer getragen wurde.
Soviel ich weiß, wurde es est später in die Religion übernommen.
Re: Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen
Verfasst: Mo 6. Jan 2020, 12:51
von Marlene K.
Thea hat geschrieben: So 5. Jan 2020, 22:19
Leider redest du dem konservativem, frauenverachtenden Islam das Wort und bewirkst damit genau das Gegenteil deiner Einstellung.
Ich rede der Achtung vor der Individualität des Menschen der keinem anderen schadet das Wort und sonst nichts. Nicht jeder, der sagt eine Frau kann auch freiwillig einen Hidschab tragen ist ein Unterstützer des Islamismus. Ich mag keine extremen religiösen Strömungen egal welcher Art. Aber ich sehe auch das nicht jeder religiöse Mensch gleich extremistisch ist. Ich sehe dass nicht mein atheistisch-panthestischer Blick auf die Welt der einzig richtige ist.
Dazu eine Stimme einer Muslima aus der heutigen TAZ, aber die ist in vielen Augen sicher auch nur naiv oder verblendet, auf keinen Fall selbstbewusst und klar denkend...
https://taz.de/Archiv-Suche/!5650196/
Ich bin Migrantin, gar gebürtige Muslima — ich habe nie ein Kopftuch getragen und werde es auch nie. Es gab eine Zeit, in der ich fand, dass sich Kopftuch und Feminismus schwer vereinbaren lassen, in der ich für ein Kopftuchverbot für unter 14-Jährige gewesen wäre.
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Ich habe genug 11- bis 14-jährige Mädchen unterrichtet, die freiwillig Kopftuch trugen und alles andere als unterdrückt wurden. Was ein Verbot für sie bedeutet: Ihr Klassenkollege Ali wird ab jetzt kontrollieren, ob sie das Kopftuch beim Verlassen des Schulgebäudes anlegen, und ihr Klassenkollege Max, ob sie es beim Betreten ablegen.
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Nur indem sie für die Mehrheitsgesellschaft unsichtbar werden, lösen wir ihre Probleme nicht. Für Lehrpersonen wird es zudem noch schwieriger zu erkennen, ob ein Mädchen zum Kopftuchtragen gezwungen wird, da sie in der Schule auf den ersten Blick nicht auffallen. Und die, die es wirklich tragen wollen, lernen: Nicht ich als Frau entscheide, was ich trage — Vater Staat gibt das vor.
Ich höre lieber auch Menschen außerhalb meiner eigenen Realität zu was diese über ihre eigene Realität sagen und wäge dann ab. Dabei frage ich mich welchen Anteil meine Vorurteile bei der Bewertung haben. Ich habe innerlich eine ähnliche Entwicklung genommen wie die Kommentatorin was die Beurteilung des Kopftuches angeht.
Ich finde jede Frau hat das Recht zu tragen, was sie für richtig hält. Nimmt sie öffentliche Aufgaben war gilt es eine Abwägung von Interessen und rechtlichen Normen zu machen auf der Basis unserer Gesetze.
Dies hat unabhängig von der Religion stattzufinden. Religiöse Symbole haben zum Beispiel an Lehrern in staatlichen Grundschulen nichts zu suchen. Dazu zählt auch das Kreuz, ein Nonnenhabit oder der Davidsstern. Bei Schülern dagegen muss dies Teil der Individualität sein, wobei eine Ordenstracht da eher selten sein dürfte...
Re: Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen
Verfasst: Mo 6. Jan 2020, 13:42
von Ulrike-Marisa
Moin,
wie angekündigt hier nun mal ein Bild von mir bei Gleisbauarbeiten über Tage in Hüttenrode auf der Grube Braunesumpf mit Kopftuch und Arbeitskleidung...
2017 Ulli bei Gleisbauarbeiten über Tage.jpg
...ein Kopftuch kann praktisch sein...
Grüße, Ulrike-Marisa