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Re: Meine erste Freundin „ Spontaner gehts nicht

Verfasst: Mo 15. Jul 2019, 17:15
von edeka
Anja hat geschrieben: Mo 15. Jul 2019, 12:47 Und fürs nächste Mal hab ich jetzt schon mal mein Bier bei ihr in der Speisekammer stehen :)p
Da wär ich mir aber nicht sicher daß das dann noch da steht, das Bier gefällt wahrscheinlich auch ihrem Mann !
Anja hat geschrieben: Mo 15. Jul 2019, 12:47 Was kommt als nächstes? Meine Haarbürste im Bad? Oder eigene Hausschuhe im Flur? :lol: :lol: :lol:
Damit wär ich vorsichtig. Das gefällt ihrem Mann vielleicht nicht mehr ... (arg)
Und du mußt ihn dir ja gewissermassen warm halten. :)

Re: Meine erste Freundin

Verfasst: Di 16. Jul 2019, 09:06
von Anja
Moinsen (moin)
ascona hat geschrieben: Mo 15. Jul 2019, 17:15 Da wär ich mir aber nicht sicher daß das dann noch da steht, das Bier gefällt wahrscheinlich auch ihrem Mann !
Nicht seine Marke :lol: :lol: :lol:
Da kommen wir uns gegenseitig nicht in die Quere, haben wir schon geklärt :wink:

Grüße
die Anja

Re: Meine erste Freundin

Verfasst: Di 23. Jul 2019, 23:49
von Wiebke
Hallo Anja, ich freue mich mit Dir. Das ist eine schöne Erfahrung. Ich wünsche Dir eine langanhaltende Freundschaft. LG Wiebke

Re: Meine erste Freundin

Verfasst: Mo 12. Aug 2019, 14:18
von Anja
Moinsen (moin)

Ich war die letzten 3 Wochen mit meiner Familie im Urlaub. Trotzdem hielten meine Freundin und ich regen Kontakt miteinander. Meist über WhatsApp, aber wir haben auch häufiger telefoniert. Dabei haben wir sogar einen neuen Rekord eingestellt, der liegt nun bei 2h 15 min. Mal gucken, wie lange der Bestand hat :lol:
Natürlich können Telefonate den persönlichen Austausch nicht ersetzen. Sie schrieb mir eines Abends, das sie mich vermisst (he) Mir gings genauso.
Vergangene Woche Freitag kamen wir aus dem Urlaub zurück. Am Samstag hatte sie in der Stadt zu tun und machte anschließend noch einen Abstecher zu mir. Eigentlich hatte sie noch mehr auf dem Zettel, aber einen kurzen Besuch ließ sie sich nicht nehmen. Mit ner knappen Stunde ein recht kurzes Treffen für unsere Verhältnisse, aber es musste einfach sein. Außerdem war es ihr erster Besuch bei mir, bisher bin ich immer zu ihr gekommen. Nun weiß sie auch, wo ich zu finden bin.
Während wir uns auf der Terrasse bei einem Käffchen unterhielten, haben wir uns auch gleich für den Sonntag Nachmittag verabredet.
Ich war dann auch schon ca. 12:30 Uhr bei ihr, also für den Nachmittag eigentlich sehr früh. Aber wir hatten ja auch was nachzuholen :wink:
Ich fand es vor allem erstaunlich, welche Fortschritte ihr Baby in dieser kurzen Zeit gemacht hat und wir genossen es, ihm bei den Krabbelversuchen zuzuschauen. Während des Mittagsschlafes konnten wir uns Dank Babyphone in den Garten zurückziehen und die letzten Wochen noch mal etwas intensiver nachbesprechen :lol:
Ich glaube, gestern war bisher die längste gemeinsame Zeit, die wir miteinander verbrachten.
Späten Nachmittag kamen dann auch ihr Mann und die Kinder zurück nach Hause. Eine Zeit lang saßen wir dann noch zusammen im Garten und schauten den Kids beim Spielen zu, bis ich mich dann auf den Heimweg machte, schließlich wollte ich das Abendbrot nicht verpassen...

Grüße
die Anja

Re: Meine erste Freundin

Verfasst: Mo 12. Aug 2019, 18:06
von Céline
Hi Anja,
Ich freu mich riesig für Dich. Mir geht es mit meiner neuen Freundin auch so, wir schreiben morgens und zuletzt dann vorm schlafengehen. Irgendwas gibts immer zum tratschen (smili)
Unsere Höhepunkte sind dann immer wenn wir uns bei ihr zum vorglühen und eintanzen treffen und anschließend zum feiern gehen.
Wie hab ich das nur vorher gemacht???? Da hat doch wirklich immer was gefehlt (smili)
Euch beiden noch viel Spaß
Liebe Grüße
Céline

Re: Meine erste Freundin

Verfasst: Fr 16. Aug 2019, 10:15
von Anja
Moinsen (moin)
Céline hat geschrieben: Mo 12. Aug 2019, 18:06 Da hat doch wirklich immer was gefehlt
Komischerweise kann ich das so garnicht sagen. Mir hat in dem Sinne eigentlich nichts gefehlt.
Ich würde mich als Einzelgänger bezeichnen, ich kann auch das Alleinsein genießen und fühle mich dabei nicht einsam.
Zwischen meiner Ex-Freundin und meiner Frau war ich zwei Jahre lang Single und habe das auch genossen. Ich bin im Sommer dann auch allein in den Urlaub gefahren.
Und durch die schlechten Erfahrungen aus meiner ersten Freundschaft war ich auch nicht interessiert oder auf der Suche nach neuen Freundschaften. Ich bin sehr gut so klargekommen, wie es war.
Aber es war ja auch nicht geplant... Das Schicksal wird sich schon was dabei gedacht haben :lol:
Jedenfalls, sollten wir aus irgendwelchen Gründen wieder getrennte Wege gehen, würde mir jetzt sehr wohl was fehlen. Ich möchte sie in meinem Leben nicht mehr missen (he)

Ihr Mann hat zur Zeit Urlaub, ist also auch Dienstag abends zu Hause. Wir wollten uns unser Treffen aber nicht nehmen lassen und da er mich ja auch mag, war das kein Problem.
Leider kam ihnen dann etwas dazwischen, aber wir haben unser Treffen gleich am Mittwoch Abend nachgeholt.
Ich kam so gegen 19:30 Uhr bei ihnen an, das Baby war gerade eingeschlummert (schade für mich :wink: ) und so haben wir es uns zu dritt im Garten gemütlich gemacht und bis weit nach 23 Uhr gequatscht. Zwischendurch gab es sogar noch Baguettes mit diversen Aufstrichen und Belägen. Zweites Abendbrot :D Es war ein sehr unterhaltsamer Abend, wir kamen aus dem Lachen nicht mehr raus. Hätte ich so nicht vermutet, das es auch mit ihrem Mann ganz amüsant sein kann :lol:
Und ihr Mann konnte mich dann auch mal etwas besser kennenlernen.
Da er nun so langsam merkt, das es was Ernstes zwischen uns ist, zeigt er inzwischen auch schon gesteigertes Interesse an mir und fragt seine Frau, wenn ihm wegen meiner Transgeschichte etwas unklar ist. Oder er fragt sie, wann ich denn wieder vorbei komme (he)
Finde ich ziemlich cool, wie es gerade läuft.
Eigentlich haben Männer mit Frauen wie mir ja so ihre Probleme. Aber er scheint da ganz offen und (neuerdings) ja auch interessiert zu sein.
Zumindest fand meine Freundin es mir gegenüber erwähnenswert, weil er vorher eher desinteressiert an unserer Freundschaft gewesen war bzw. er dachte, das es nicht lange hält...

Jedenfalls, gut zu wissen, das wir uns auch treffen (und Spaß haben) können, wenn er zu Hause ist.
Besser gehts nicht...

Grüße
die Anja

Re: Meine erste Freundin

Verfasst: Do 22. Aug 2019, 10:25
von Anja
Moinsen (moin)

viel zu berichten gibt es gerade nicht, aber eins möchte ich euch doch nicht vorenthalten.
Sie hat inzwischen ebenso wie ich die Erfahrung gemacht, unsere Freundschaft "verteidigen" zu müssen. Und sie findet es genauso nervig wie ich.
Denn erfährt jemand von meiner Vergangenheit kommen dann so Fragen, ob meine Frau davon weiß oder ähnliches. Die typischen Hintergedanken eben :(
Das macht sie so besonders. Während alle anderen Hintergedanken zu haben scheinen, komische Fragen stellen und zur Vorsicht mahnen, hat sie mich von Anfang an einfach als Frau akzeptiert (he)

Ich hab ja schon erwähnt das sie manchmal so Dinge sagt... Als wir gestern mal wieder telefoniert haben, hatte sie zu dem obigen Thema folgendes zu sagen:
"Ich weiß, du hast einen Penis in der Hose. Aber nich im Kopf!" (he)

Dann sagte sie noch Sätze wie "Du redest wie eine Frau." und "Du schreibst wie eine Frau."
Sie nimmt mich als ganzen Menschen wahr, also nicht nur das (ach) so wichtige Passing, sondern registriert auch solche "Nebensächlichkeiten"
Sie nimmt mich so wahr, wie ich bin.
Für sie bin ich eine Frau. Ohne Erklärungsbedarf. Ganz einfach.
Nur scheinen alle anderen eine Erklärung zu brauchen...

Grüße
die Anja

Re: Meine erste Freundin

Verfasst: Do 22. Aug 2019, 10:43
von Anne-Mette
Moin,

"Vergangenheit", die einem zur Last gelegt wird - wenn ich das schon höre und lese, werde ich ärgerlich.
Immer wieder muss Frau sich verteidigen! :twisted:
Manche Menschen haben sogar Vorbehalte, "eine Frau mit Vergangenheit" in eine Frauengruppe aufzunehmen - eben wegen dieser "Vergangenheit".
Da helfen auch keine Bescheinigungen und Personendokumente - und selbst wenn Dr. Schaff und Dr. Suporn sich zusammentun würden, um einem eine "Supermumu" zu schaffen,
würde es wahrscheinlich immer noch Leute geben, die sagen: "ABER" (dann kommt wieder die Vergangenheit)

Das finde ich sehr übel!

Im Ludermanifesten steht eine Äußerung, die ich ziemlich gut finde.
Sinngemäß übersetzt:
Transsexuelle*, die nicht gleich von Geburt an ihre eigene Weiblichkeit "geschenkt bekommen haben**", sollen von der Gesellschaft nicht immer noch
Vorbehalte und Ablehnung erfahren; denn sie mussten sich ihre eigene Weiblichkeit hart erkämpfen und erarbeiten.

Herzliche Grüße
Anne-Mette



*Transsexuelle
wird oft gesagt oder gesschrieben. Das soll auch jeder für sich selbst wissen und aussprechen in seiner Selbstbeschreibung.
Allerdings: für mich ist Frau = FRAU und die (in meinen Augen)und "transsexuelle Vergangenheit" geht niemanden etwas an, es sei denn, Frau erzählt es freiwillig

** damit soll nicht gesagt werden, dass Weiblichkeit für jeden Menschen gleich schön und gut und akzeptabel ist. Wir wollen nicht vergessen, es gibt auch den anderen Weg
luder-manifest-buch-kl.jpg

Re: Meine erste Freundin

Verfasst: Do 22. Aug 2019, 11:04
von Anja
Moin Anne-Mette
Anne-Mette hat geschrieben: Do 22. Aug 2019, 10:43 Immer wieder muss Frau sich verteidigen!
Ich hab ja kein Problem damit, für mich einzustehen. Aber ich finde es traurig, das meine Vergangenheit nun auch meine Freundin in die Verteidigungshaltung zwingt.
Ich finde es aber auch total cool von ihr, das sie so Position (für mich) bezieht. Das sehe ich nicht als selbstverständlich an.
Sie kämpft nun ihrerseits für die Akzeptanz von Transfrauen. Zumindest von einer )))(:

Grüße
die Anja

Re: Meine erste Freundin

Verfasst: Do 22. Aug 2019, 11:13
von Anne-Mette
Moin,

genau - und so nehmen "wir" unsere Familie, FreundInnen, Freunde ungewollt in "Mithaftung"

Gruß
Anne-Mette

Re: Meine erste Freundin

Verfasst: Fr 23. Aug 2019, 20:05
von Diva
Hi Anja,
Anja hat geschrieben: Do 22. Aug 2019, 10:25 Dann sagte sie noch Sätze wie "Du redest wie eine Frau." und "Du schreibst wie eine Frau."
Sie nimmt mich als ganzen Menschen wahr, also nicht nur das (ach) so wichtige Passing, sondern registriert auch solche "Nebensächlichkeiten"
Sie nimmt mich so wahr, wie ich bin.
Für sie bin ich eine Frau. Ohne Erklärungsbedarf. Ganz einfach.
Nur scheinen alle anderen eine Erklärung zu brauchen...
nun bist du am gleichen Problem angekommen, das ich dir vor x Monaten versucht hatte nahezubringen. Das war noch zu den Zeiten, als uns ein gewisser Herr Schmidt im Stundentakt mit neuen Erkenntnissen "missionierte" und du vor Euphorie am Überschäumen warst; ich selbst komplett zerstört mit frischen Wunden deprimiert am Ende.

Schon bei den "Normalen" stellt es ein Problem dar, als Mensch angenommen, respektiert, gemocht zu werden. Bei unsereins gesellt sich noch die Hemmschwelle des mehr oder weniger offensichtlichen Andersseins hinzu, das die Sache um ein Vielfaches erschwert. Ist erstmal so ein Mensch gefunden, z.B. eine Freundin, kommt die nächste Hürde: der illustre Anhang derselben. Mit meiner damaligen Freundin traf ich mich bald nur noch, wenn ihr Kerl außer Haus war oder sie fuhr zu mir, ohne dass er davon wusste. Im Endeffekt war das stressfreier für alle Beteiligten. Er hätte niemals kapiert, dass ich als Frau - welcher Geburtsherkunft auch immer - heterosexuell bin (noch nicht mal bi) und rein gar nichts passierte, wenn wir uns umarmten oder im selben Bett schliefen (außer dass sie meinen Teddy quälte als einzigen Mann im Hause).

Es geht ja leider nicht nur darum, dass die anderen eine "Erklärung" brauchen. Meist ist ihre Wahrnehmung zwanghaft in Richtung Geburtsgeschlecht verschoben, sodass du als wundervolle Fee vor ihnen stehen könntest und sie dich dennoch eindeutig als Mann sehen würden. Das gilt für viele, die einen von früher kannten, aber leider auch für "Neue", die lediglich gebrieft werden und dieselbe Frau, die sie noch gestern anflirteten, ab sofort als "schwulen Kerl" verabscheuen. So sind nicht wenige gepolt. Da gibt es keine Chance, weil die Vernunft von Anfang an verloren hat.

Nun stell dir vor, du suchtest keine Freundin, sondern eine Partnerin oder einen Partner. Dann kommt zusätzlich die sexuelle Komponente ins Spiel, die von der biologischen Norm abweicht (ich denke, zur GAOP nähern sich unsere Ansichten schüchtern an). Jetzt wird es richtig kompliziert, denn es geht 100%ig darum, als Mensch wahrgenommen und obendrein geliebt zu werden. Das ist ein Sechser im Lotto, vor allem, wenn es sich nicht um die Person handelt, mit der bereits eine Beziehung bestand und ein komplett neues Kennenlernen erforderlich ist.
Darum kämpfe ich darum, das Glück festzuhalten, auch wenn es oftmals fürchterlich weh tut und ich an der Grenze des psychisch Erträglichen stehe. Ich habe lange genug erlebt, wie es ist, zwischenmenschlich verschmäht, beschimpft und abgelehnt zu werden - nachdem die "Erbsünde" bekannt wurde. Der Zeitpunkt des CO spielte dabei keine Rolle, das Ergebnis war das gleiche.

Du hast Recht, es gibt nichts Schöneres, als um seiner selbst willen gemocht zu werden. Wenn man nicht der "Norm" entspricht, stößt das bei der Umgebung oftmals auf Unverständnis. Doch was wäre denn dabei, den ganzen Anhang außen vor zu lassen? Schließlich willst du ja mit deiner Freundin und nicht mit ihrem Mann Zeit verbringen. Dabei muss es nicht auf Heimlichkeiten hinauslaufen.
Mein Freund und ich lassen auch alle anderen in unseren jeweiligen Welten "draußen" (bei mir ist ohnehin fast niemand mehr übrig) und in der Öffentlichkeit haben wir keine Probleme - wecken im Gegenteil Sympathien. Es geht ausschließlich um uns. Dagegen könnte ich nicht mit einem Partner umgehen, der sich meinetwegen schämte und mich verstecken wollte. Das ginge nun gar nicht. Oder jemand, der mir ständig versicherte, wie sehr ich doch Frau sei, weil das die meisten TS nach seiner Auffassung hören wollen. Sein Eingeständnis, nur noch eine einzige Frau zu kennen, die mehr Diva sei als ich, glaube ich dagegen gerne. Es ist eine wundervolle Künstlerin, Sängerin, Performerin, mit der er ein paarmal im Jahr zusammen auftritt. Aber privat sei sie unausstehlich, sodass Flucht insbesondere bei Männern (zum Glück auch bei ihm, denn sie ist sehr attraktiv) schon reiner Überlebensinstinkt ist - lach.

Grüße
-Diva

PS: Der gute Teddy (obwohl intellektuell unterlegen) ist inzwischen mit den süßen Meerjungfrauen recht glücklich, die mir meinen Traummann ins Leben brachten. Er vermisst meine ehemalige Freundin definitiv nicht.

Re: Meine erste Freundin

Verfasst: Mo 26. Aug 2019, 10:25
von Anja
Moinsen (moin)
Diva hat geschrieben: Fr 23. Aug 2019, 20:05 Das war noch zu den Zeiten, als uns ein gewisser Herr Schmidt im Stundentakt mit neuen Erkenntnissen "missionierte" und du vor Euphorie am Überschäumen warst
Da musst du mir bitte noch mal auf die Sprünge helfen. Ich schäumte über vor Euphorie?
Diva hat geschrieben: Fr 23. Aug 2019, 20:05 Doch was wäre denn dabei, den ganzen Anhang außen vor zu lassen?
"Wer andere ausgrenzt, grenzt sich selber ein"
Das würde absolut nicht meiner Natur entsprechen. Ich "flüchte" in der Regel nach vorne, denn so hat man den "Gegner" im Blick. Das ist beim Weglaufen schon schwieriger... :lol:
Und ihre Kinder z.B. mag ich auch sehr gerne und sie mich auch. Wenn sie untereinander über mich reden bin ich "Tante Anja" 8)
Ich denke, das sich im Laufe der Zeit diese Hintergedanken durchaus zerstreuen lassen, wenn man mich erstmal besser kennt.
Wenn wir uns zurückziehen, uns nur noch alleine treffen würden, würden wir doch gerade diese Hintergedanken noch befeuern.

Wir gehen mit unserer Freundschaft ganz offen um und wenn jemand damit ein Problem hat, kann er's behalten, ist ja seins :lol:
Wenn natürlich der eigene Partner Bedenken äußert, kann man das nicht einfach wegignorieren. Aber auch an der "Front" haben wir schon produktive Gespräche geführt.
Sie ist emotional äußerst empfindlich. Und ihr Mann macht sich natürlich Sorgen, was passiert, wenn unsere Freundschaft zerbrechen sollte und ich dann wieder weg bin. Die Scherben darf er dann nämlich (wie so oft) wieder zusammenkehren. Sie hat schon so viel verloren, falschen "Freunden" vertraut...
Und nun tauche ich plötzlich auf und gewinne im Zeitraffer ihr Vertrauen. Das er da skeptisch ist, kann ich durchaus nachvollziehen. Und mein Geburtsfehler macht das auch nicht gerade besser.
Naja, noch dazu haben wir auch ziemlich auf's Gas gedrückt, sag ich mal.
Da kamen dann selbst unsere Partner nicht mehr hinterher :lol:
Ich denke, wir werden auf Dauer ein Gleichgewicht finden, mit dem sich dann alle wohl fühlen (können)

Grüße
die Anja

Beziehungsstatus: Es ist kompliziert.

Verfasst: Fr 20. Sep 2019, 15:20
von Anja
Moinsen (moin)

vorweg muss ich sagen, das ich es mir mit diesem Beitrag wirklich nicht einfach gemacht habe. Ich möchte sehr ungern den ausgesprochen positiven Tenor in diesem Thread nunja "kaputt machen". Aber ich finde, der Thread wäre ansonsten unvollständig und es wäre nur die halbe Wahrheit, wenn ich unschöne Dinge einfach verschweigen würde... Ihr habt die Wahrheit verdient...

Vor ca. 4 Wochen hat sich unsere Freundschaft krass zum Gegeteil gewandelt. Ich hatte ja schon mal erwähnt, das ich hochsensibel bin und ich hatte echt damit zu kämpfen, das Ganze zu verarbeiten. Das meine ich wortwörtlich. Ich war am Boden zerstört. Zum Glück hab ich ein paar Menschen um mich rum, die mich aufgefangen haben. Meine Frau und meine beiden Lieblingskolleginnen haben sich z.B. total lieb um mich gekümmert und versucht mich emotional wieder halbwegs zu stabilisieren. Sogar meine Ex (die Vorgängerin meiner Frau - die beiden verstehen sich aber prächtig), hat mich angerufen und mich getröstet. In solchen Momenten wundert man sich dann, wer für einen da ist, von dem man das nicht vermutet hätte.

Naja, ich kann natürlich nur einseitig Bericht erstatten, also wie ich das Ganze wahrgenommen habe.
Ich kann es auf den Tag nicht genau festmachen, aber vom Gefühl her würde ich sagen, es änderte sich, mit einem erneuten (kleinen) Schicksalsschlag, der sie aus der Bahn geworfen hat. Ihr Mann musste ins Krankenhaus. Sie rief mich an, um mir davon zu berichten und mich zu fragen, ob ich sie besuchen könnte. Ich weiß ja, das sie nicht gut allein sein kann, natürlich kam ich abends vorbei. Da die Kinder schon in ihren Betten waren, verbrachten wir den größten Teil des Abends draußen im Garten. Aber die Stimmung war natürlich etwas getrübt. An dem Abend, war abgesehen von der Stimmung eigentlich zwischen uns alles normal, so weit ich das beurteilen kann. Das war ein Freitag. Am Wochenende bekam sie ihren Mann allerdings schon wieder zurück, trotzdem machte ihr das Ereignis weiterhin schwer zu schaffen. Wir haben auch häufiger deswegen geschrieben. Aber Wochenende darauf gab es eine Meinungsverschiedenheit zwischen uns, die über WhatsApp zustande kam. Das klärten wir aber einen Tag später per Telefon und alles war wieder gut. Eigentlich.

Dann kam 2 Tage später eine WhatsApp von ihr, das sie zur Zeit jede Nachricht von mir stressen würde und das ja nicht die Basis einer Freundschaft sein könne, wenn einer von beiden durch den anderen gestresst wird. Und das sie häufig kein gutes Gefühl hatte, was mich anbelangt. Und das sie schon länger so empfindet und Angst hatte mir das zu sagen. Hinzu kamen noch ein paar weitere fragwürdige Argumente. Und dann die Bitte, keinen Kontakt mehr zu ihr aufzunehmen. Also quasi Ende Banane.

Für den Rest des Tages war ich dann eigentlich damit beschäftigt, selbigen irgendwie zu überstehen und möglichst die Tränen zurückzuhalten, da ich auf der Arbeit war...
Die nächsten 2 Tage waren für mich emotional die Hölle. Es fühlte sich an wie Liebeskummer.
Wenn ich ehrlich zu mir bin muss ich mir auch eingestehen: Ja. Ich liebe sie. Aber ich bin nicht verliebt in sie. Allein das auf die Reihe zu bekommen, war garnicht so einfach, denn solche Gefühle gegenüber einer Frau sind für mich völlig neu. Bisher war ich in Frauen verliebt. Aber eine Frau zu lieben ohne sexuelle Hintergedanken, das kannte ich bisher nicht.
Zurück zum Liebeskummer. Solche Gefühle hatte ich seit über 25 Jahren nicht mehr zu verarbeiten und ich tat mich, demzufolge, auch wahnsinnig schwer damit. Es kostete mich einiges an Kraft, aber ich hielt mich an das Kontaktverbot.

Nach 2 qualvollen Tagen bekam ich plötzlich eine Nachricht von ihr.
Erklärungsversuche. Es wäre vieles zusammengekommen. Das Geschriebene eigentlich nicht so hart gemeint wie es "geklungen" hat usw. Ohne mich kann sie anscheinend irgendwie auch nicht. Also doch nicht das Ende.
Aber so richtig lebendig auch nicht mehr.
Nachdem es vorher eigentlich nicht besser hätte laufen können, fühlt es sich jetzt nach ner Vollbremsung an. Wir haben zwar wieder Kontakt, es ist aber kein Vergleich zu vorher.
Sporadisch, wenig, zeitverzögert.
Getroffen haben wir uns auch nicht mehr.

Und ich frage mich nun die ganze Zeit was eigentlich passiert ist? Denn der ständige Kontakt per WhatsApp und Telefon ging keinesfalls nur von mir aus. Häufig hat sie auch die erste Nachricht des Tages verfasst oder gefragt ob ich Lust und Zeit zu quatschen hätte. Und ihr kennt meine Beiträge bezüglich meiner Freundin. Hört sich das für euch so an, als würden da schlechte Gefühle mitschwingen? Wir hatten sogar schon ein gemeinsames Wochenende und eine Woche Urlaub zusammen geplant, das hat sie vorgeschlagen. Macht man jemandem solche Vorschläge, bei dem man sich nicht gut fühlt? Ich kann ihren Argumenten nur sehr bedingt folgen, möchte allerdings auch zur Zeit nicht darin herumrühren, aus Sorge, das sie sich vielelicht wieder ganz zurückzieht.

Ich weiß das es ihr gerade nicht gut geht. Sie steht ziemlich unter Stress (der sich auch schon körperlich bemerkbar macht) und kämpft dazu seit 2 Wochen mit ner heftigen Erkältung. Als "Sahnehäubchen" ist das Baby nachts wieder sehr unruhig, so das sie selbst dann kaum zur Ruhe kommt um sich zu erholen.
In den letzten Monaten war es in solchen Fällen eigentlich so, das wir telefoniert haben und sie mir ihr Herz ausgeschüttet hat. Nur hat sie sich jetzt total von mir zurückgezogen.
Und ich habe Angst, das wenn ich auf sie zugehe, sie sich weiter von mir entfernt...

Das ist der Stand der Dinge.
Mir persönlich macht das Ganze immer noch ordentlich zu schaffen, gerade weil ich es überhaupt nicht nachvollziehen kann, wie es dazu kommen konnte. Ich bin natürlich erstmal unendlich froh, das sie wieder "zurückgerudert" ist, aber andererseits bleibe ich doch mit vielen Fragen zurück. Ich weiß, durch ihre Erlebnisse in der Vergangenheit, ist sie kein einfacher Charakter. Das hat sie mir auch selbst schon gesagt, das sie sich mit Menschen schwer tut.
Ich kann mich aber normalerweise äußerst gut anpassen, wenn man mit offenen Karten spielt. Wenn ich nicht weiß, was in ihr vorgeht, kann ich auch schlecht darauf eingehen.
Ihr Mann meinte ihr gegenüber mal, relativ zu Anfang unserer Freundschaft, das ich sowieso gleich wieder weg wäre, sobald es kompliziert werden würde.
Ich wende mich nicht ab. Ich geb sie nicht auf.
Irgendwas muss passiert sein.

💔

Grüße
die Anja

Re: Meine erste Freundin

Verfasst: Fr 20. Sep 2019, 15:52
von Joe95
Es klingt als wäre sie verunsichert.
Kann es sein dass jemand ihr sagt, dass eure Freundschaft ein Teil der Last wäre, die sie jetzt gerade zu tragen hat?

Re: Meine erste Freundin

Verfasst: Fr 20. Sep 2019, 15:59
von Katta
Liebe Anja.

Ich habe auf die schnelle zwei Gedanken, die ich kurz teilen möchte.

(1) Die Gründe werden natürlich nicht uni-kausal, sondern vielschichtig sein. Aber einen der vielen Kaputtmacher sehe ich häufig: WhatsApp. Wenn ich daran denke, wieviel Beziehungen ein Bekannter von mir schon mit WhatsApp zerschossen hat.... Dutzende! An reinem Text, ohne die ganze Bandbreite direkter Kommunikation, kann man ganz schnell eigene Themen reinhängen, die da eigentlich nichts verloren haben.

(2) Dann: Hast du mal überlegt, diesen ganzen Thread hier - also alle sechs Seiten - mal auszudrucken und ihr zu geben? Ich habe das Gefühl, das könnte wieder vieles verbinden.

Lieben Gruß,
Katta (und ich wünsch dir und euch alles Gute)