Der Weg einer Detransition?
Der Weg einer Detransition? - # 6

Lebensplanung, Standorte
maexine
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Re: Der Weg ...?

Post 76 im Thema

Beitrag von maexine »

In der aktuellen Presse ist der folgende Artikel zu finden. Gern liebe* JE würde ich sehr viel mehr über deine Sicht erfahren. Aufgefallen ist der Denkansatz ..."Es ist mir wichtig, mich nicht zu verstecken. -Nick"...



Zum Video:
Zitat:
"

Seit vier Jahren ist Nick jetzt Architekt. Er arbeitet in einem kleinen Büro in Stuttgart und geht auch auf der Arbeit offen damit um, transgender und pansexuell zu sein.

Er identifiziert sich also nicht mit dem Geschlecht, dass ihm bei seiner Geburt zugeschrieben wurde. Außerdem spielt für ihn das Geschlecht seines Partners oder seiner Partnerin keine Rolle. Ihm geht es um den Charakter des Menschen.
Kaum negative Reaktionen

Negative Reaktionen hat Nick fast nie bekommen, wenn er seine Transsexualität oder seine schwule Beziehung angesprochen hat. Auch bei seinem früheren Arbeitgeber mit rund 500 Mitarbeitern haben es seine Kolleginnen und Kollegen gut aufgenommen.

Es ist mir wichtig, mich nicht zu verstecken. -Nick

Nick ist sich sicher, dass er so wenig negative Reaktionen bekommen hat, weil er den Leuten immer die Möglichkeit gegeben hat, die Situation zu verlassen. Außerdem hat er das Thema immer sehr vorsichtig angesprochen, sagt er. Diesen Ausweg hätten aber die meisten nicht genutzt.
Sicherheit geht vor

Ein Coming Out am Arbeitsplatz sollte aus Nicks Sicht aber gut überlegt sein. Bevor man sich den Kolleginnen und Kollegen öffnet, sollte man sich überlegen, ob es sicher ist, sich zu outen und ob es zur Not auch noch andere Arbeitsstellen gibt. Die Frage: "Komme ich damit klar, wenn die Leute nicht damit klar kommen?" sei sehr wichtig.

Abgesehen davon, dass ich sehr entspannt über meinen Alltag reden kann, hat sich nicht viel geändert.
-Nick

Nick ist froh darüber, ohne Druck über sein Privatleben reden zu können und wünscht sich, dass Diversität als Normalität angesehen wird. Deshalb war es für ihn wichtig, sich auf der Arbeit zu outen."

via Instergram:


maexine
ExuserIn-2020-11-14
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 77 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-11-14 »

Hallo Jenny / Jen,

Detransition könnte für mich ein Thema sein, wenn ich mich als junger Mann geoutet und als Frau definiert hätte. Damals, um 1980 herum, gab es aber kein Internet und das Thema trans(*) war auch sonst kaum irgendwie präsent. Also versuchte ich einfach meine Rolle als Mann weiter zu spielen und redete mit niemandem über meinen "Frauenkleider-Fetisch". Eine starke körperliche Dysphorie gab es nicht, also hielt ich es irgendwie aus.

Mit 58 war dann meine Rolle als Mann zu Ende gespielt oder "vergeigt". Meine Mutter, für die ich noch lange das dumme Muttersöhnchen spielte, war verstorben. Also Outing als Teilzeitfrau - Transfrau - nicht binär.

Für mein Empfinden hat unsere Seele oder das, was unsere Persönlichkeit ausmacht, kein Geschlecht. Da sind nur die Klischees in der Gesellschaft, die uns aufgrund unserer Biologie irgendwo einordnen. Aber was sind wir, wenn wir nirgendwo hin passen oder uns nirgendwo zugehörig fühlen? Als ich jung war, gab es also nur die Möglichkeit mich als Frau zu definieren, wenn ich mich nicht als Mann einordnen konnte. Also hätte ich bei einer starken körperlichen Dysphorie transitioniert. Die gab es aber nicht. Und später mit 58 stand ich bereits so weit neben der Gesellschaft, dass ich für niemanden mehr freiwillig in ein Krankenhaus gegangen wäre. Und bei den Hormonen sah ich auch vermehrt die Risiken und Nebenwirkungen. Bis ich es aber fertig brachte mich irgendwie halbwegs als nicht binär zu definieren, brauchte es noch einige Zeit. Und fertig bin ich damit nach drei Jahren immer noch nicht.

Was würde ich also jetzt machen, wenn ich transitioniert hätte? - Vermutlich nichts anderes als ich jetzt auch mache. Also einfach versuchen mich als das zu geben oder zu zeigen, was ich wirklich bin - irgend etwas außerhalb der Klischees von Mann und Frau. Penis oder Vagina? - Wäre doch letztlich egal, beides passt doch nicht wirklich. Was die Brüste angeht, hätte ich manchmal gerne mehr. Dann reichen mir meine kleinen Brüstchen auch wieder. Hängt von der Stimmung ab.

So, endlich habe ich es geschafft hier zu antworten.

Liebe Grüße
Erich / Erika
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