Ich verstehe nicht, wie jemand mit der selbst! verfassten Geschlechtsangabe "M/W " den Spruch "wer sich nicht anpasst fliegt raus" ablassen kann. Pass nur gut auf, dass dein cis-normativer Nachbar dich nicht irgendwann bei der Gender-Gestapo oder der Höschen-Stasi anschwärzt, weil er deine unangepassten Slips in der Wäsche gefunden hat.Und dann zur AFP schaut doch mal nach Kanada , wer sich nicht anpast fliegt raus .
ÜBRIGENS: Wer sich hier als Ausländer nicht an Recht und Gesetz hält fliegt auch hier raus! Schon heute!! Bevor es aber soweit ist, läuft ein rechtsstaatliches Verfahren ab; mit Ermittlung, Anklage, Urteil, ggfs. Berufung, einem weiteren Urteil und der abschliessenden Prüfung, ob es unter menschenrechtlichen Aspekten nicht geboten ist, den in Rede stehenden ausländischen Straftäter hier einzubuchten, anstatt ihn Krieg, Tod und Teufel auszusetzen. Das dauert manchmal sehr lange und der 'Täter' muss derweil auf unsere Kosten gefüttert und einquartiert werden, aber genau nur so funktioniert Rechtsstaatlichkeit.
Seit dem Inkrafttreten des Otto-Katalogs* (der übrigens von einer Rot-Grün-Regierung stammt!) reicht z.B. die Mitgliedschaft in einer extremistischen Vereinigung als Ausweisungsgrund aus! Nur: Das muss in einem rechtsstaatlichen Verfahren nachgewiesen werden; Denunziation reicht nicht!
Die faschistischen Diktaturen in Deutschland, Spanien und Italien, die 'sozialistischen' Diktaturen der DDR und der Sowjetunion und die Militärdiktaturen in Südamerika hatten solche Strukturen, durch die Menschen in eben nicht rechtsstaatlichen Verfahren der 'Justiz' ausgeliefert wurden. Es ist ein Kennzeichen von Diktaturen, dass es dort so läuft. Wie der Übergang eines (halbwegs) rechtsstaatlichen Systems in eine Diktatur abläuft, kann man wohl grade an der Türkei besichtigen; vielleicht in Ansätzen auch schon in Ungarn und Polen.
Die Phrase "Wer sich nicht anpasst, fliegt raus." ist mit ihrer völligen Verkürzung quasi die Forderung nach der Abschaffung des Rechtsstaates. Ist dir das klar, Johanna? Willst du das?
Marielle
PS:
Ich habe die Befürchtung, dass das wie ein "Populismus-Bonus" wirken würde, der m.E. grade nicht das ist, was wir brauchen.... je Stimme nur den jeweiligen Betrag (oder einen etwas höheren, z. B. ein Euro) multipliziert mit der Wahlbeteiligung auszahlen.
Ich fände da Boni besser, die ausgezahlt werden, wenn Politiker ihre Wähler zum Denken bringen und sich selbst und diese Wähler zwingen würden, ihre Vorschläge mit rechtsstaatlichkeits- und menschenrechtskonformen Argumenten zu hinterlegen. Allerdings weiss ich grade nicht, wie man das messen sollte.
PPS: Es ist nicht etwa die französische Presseagentur, die völkischen Schwachsinn verbreitet, sondern die Partei 'Alphabetisierung für Deutschland' (oder so ähnlich).
*) http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 72738.html