Hallo allen,
die schon auf die Fortsetzung warten. es hat länger gedauert. Ich musste einige Zeit in berufliche Angelegenheiten investieren.
Aber jetzt geht es weiter.
Am nächsten Abend lag ein Brief meiner Krankenkasse in meinem Zimmer. Es waren mehrere Seiten. Da weiter Behandlungen meiner Krankheit begutachtet werden müssen. War ich plötzlich Krank? Gehe ich doch jeden Tag zur Berufsschule und zur Ausbildung zur Frau Lindner in den Laden. Jedenfalls wurde mir mittgeteilt, bei welchem Psychologen ich mich vorstellen soll. Scheinbar hatte auch der Psychologe eine Nachricht erhalten. Denn einen Tag später erhielt ich wieder einem Brief. Er enthielt einen Terminvorschlag. Am Montag in zwei Wochen hat ein Doktor Hirschmüller mich zu einem Beratungsgespräch vormittags eingeladen. Mein erster Gedanke ist, da bin ich in der Schule. Ich kann den Termin nicht in Anspruch nehmen. So ging ich zu meiner Mutter, "Ich muss absagen." so sprach ich und hielt den Brief meiner Mutter munter die Augen. Sie las erst schnell den Brief und meinte, "Du hast einen Termin zu einer Untersuchung, da muss dir dein Arbeitgeber dich freistellen." "Aber was soll ich der Schule bitte mitteilen? Ich bin keine Frau und möchte eine Frau werden? Da kann ich mich doch gleich eine neue Stelle suchen." Meine Mutter gab mir den Brief zurück. "Davon steht nichts in dem Brief. Also musst du es auch keinem sagen. Du darfst ruhig sagen, dein Hausarzt möchte zu einer Behandlung die Meinung eines Facharztes einholen. Das ist sein und dein Recht." "Aber", wand ich ein, "sie werden doch sicher Fragen stellen." "Es hat nichts mit deiner Arbeit und der Ausbildung zu tun. Übrigens Frau Lindner hat mir neulich bestätigt, sie ist mit dir sehr zufrieden." beruhigte mich meine Mutter.
Ganz sicher fühlte ich mich nicht, als ich am nächsten Tag in die Schule ging. Madelaine blieb es nicht verborgen. "Was ist mit dir los Claudia?" sprach sie mich noch vor dem Unterricht an. "Du wirkst so nervös." "Na ja ich soll zu einer Untersuchung, der Hausarzt hat es angeordnet." druckste ich herum. "Darum muss ich unsere Klassenlehrerin aufsuchen, da ich einen Tag nicht zur Schule kommen kann." "Wenn es nicht mehr ist. Dann können wir zusammen zu unserer Klassenlehrerin gehen. Bei mir hat der Frauenarzt etwas festgestellt, und ich soll zum Röntgen gehen." Gemeinsam ist es leichter. so suchten wir unsere Klassenlehrerin Frau Schmittbauer. Wir trafen sie im Lehrerzimmer. "Na was wollt ihr beiden.", kam sie direkt auf uns zu. Mich verließ meine Selbstsicherheit. "Ihr habt doch was auf dem Herzen." wiederholte sie sich. "Frau Schmittbauer", begann ich, " ich muss zu einer Untersuchung. Darum kann ich am Montag in zwei Wochen nicht zum Unterricht kommen." Noch immer hielt ich den Brief in den Händen, den ich von dem Psychologen erhielt. "Und was ist das für ein Brief?" bohrte sie weiter. Mein Herz pochte bis zum Hals und mir wurde heiß. "Es ist die Einladung zu der Untersuchung, Frau Schmittbauer." Sie griff nach dem Brief. Am liebsten wäre ich im Erdboden versunken. "Ist in Ordnung, ich mache einen Vermerk ins Klassenbuch. Oder ist noch was?" Nein Frau Schmittbauer." Erleichtert verließen wir das Lehrerzimmer. Dann fiel mir ein Madelaine. Und auf dem Flur stellte ich die Frage, "Madelaine was ist mit deinem Arzttermin?" "Ach so, der ist am Donnerstag. Mit meiner Chefin habe ich schon gesprochen." dabei lachte sie.
Nach der Schule bummelte ich mit Madelaine durch verschiedene Geschäfte. Bald wird es Winter. und ich besitze noch keine richtigen Stiefel. Mir gefielen besonders Stiefel mit schönen Absätzen. Madelaine empfahl mir lieber welche mit Profilsohlen und richtiger Fütterung. Am Ende ging ich mit zwei Paaren nach Hause. Das erste Paar hatte eine dicke Sohle mit Profil. Das Futter bestand aus Webpelz, welches an Schaft herausragte und eine Manschette bildete. Aber das andere Paar sah elegant aus. Am Stiefelschaft glitzerten kleine Steine aus Strass, die Eiskristalle nachempfunden sind. Und die Stiefel, welche auch gefüttert sind, hatten einen schmalen Keilabsatz. Auch konnte ich einer neuen Handtasche nicht wiederstehen. Die Dämmerung, die immer zeitiger jetzt einsetzt, ist längst vergangen, als wir uns verabschiedeten. So bepackt machte ich mich auf den Heimweg.
Es ist spät als ich zu Hause ankomme. Mutter hat schon längst das Abendessen auf dem Tisch. Sie ist neugierig, wie ich in der Schule die Freistellung zum Arztbesuch hinbekommen habe. So berichte ich davon wie Madelaine mir bei Frau Schmittbauer beigestanden hat. Sie meinte nur, "Schön, dass du so eine nette Freundin gefunden hast." dabei schaute sie zu Tür und entdeckte meine Einkaufstaschen. Sogleich musste alles ausgepackt werden. "Du hast einen guten Geschmack.", antwortete sie. "Da hättest du auch an mich denken können." und dabei lächelte sie mich von der Seite an. "Dann musst du mich aber von der Schule abholen und Madelaine mitnehmen. Denn sie hat mich beraten." Natürlich musste ich die Stiefel vorführen. Wir veranstalten eine kleine Modenschau in unserem Wohnzimmer. Es wurde sehr spät ehe wir zu Bett gingen.
Am Morgen wachte ich mit leichten Schmerzen in der Brust auf. Besser es fühle sich so als ob es spannte über der Brust. Ich nehme ja nun schon einige Zeit Hormonpräparate zu mir, aber ohne sichtbaren Erfolg. Sollten es etwa erste Anzeichen einer Veränderung sein? Bevor ich mich auf den Weg zur Schule begebe, muss ich noch schnell mit meiner Mutter reden. Unter der Dusche taste ich vorsichtig meine Brust ab. es ist nicht zu sehen, glaube ich. Gleich an Frühstückstisch erzähle ich von meinen Schmerzen. Daraufhin rät mir meine Mutter, "Ruf auf alle Fälle unsern Frauenarzt an, Claudia." Schnell gibt sie mir die Rufnummer. "Am besten du speicherst sie dir gleich in dein Handy ein.", rät sie. Ich muss ihr Versprechen heute unbedingt anzurufen. Dann ist es Zeit für uns zu gehen.
In der Pause unternahm ich mehrere Versuche meinen Frauenarzt zu erreichen. Erst am Nachmittag konnte ich endlich die Praxis erreichen. Am Telefon schilderte ich der Sprechstundenhilfe meine Beschwerden. Darauf meinte sie nur, ich könne heute Nachmittag unverbindlich in die Notsprechsunde kommen. Ich müsse aber, da ich keinen Termin habe, mit einer längeren Wartezeit rechnen. Es ist mir egal. Nach dem Unterricht hatte ich es eilig. Meine Mutter habe ich über das Telefon noch erreicht. Sie will mich von der Schule abholen. Und wirklich stand ihr Auto vor der Schule. Madelaine informierte ich nur kurz, dass ich es heute eilig habe.
Mit dem Auto war ich schnell an der Arztpraxis angekommen. Meine Mutter setzte mich nur ab. wie die Sprechstundenhilfe schon mitteilte warte ich lange bis ich aufgerufen werde. Zunächst erzähle ich dem Arzt meine Beschwerden. "Dann machen sie bitte den Oberkörper frei. Ich will mir Ihre Brust mal anschauen." Mir ist es peinlich mich vor Doktor Michaelsen auszuziehen. Aber es muss wohl sein. Ordentlich lege ich meine Oberbekleidung auf den Stuhl, der am anderen Ende des Raumes steht. noch immer trage ich meine Brustprothesen von Frau Schneider. Auf die Zeigt der Arzt und meint", Die Prothesen werden sie abnehmen müssen. Ich rate ihnen jetzt zu Prothesen wie sie Frauen nach einer OP tragen. Ich werde ihnen dafür ein Rezept ausschreiben. Und ich werde nochmal Blut abnehmen. Wenn ich das Ergebnis habe melde ich mich bei Ihnen. Ihre Rufnummer hinterlegen sie bitte bei meiner Sprechstundenhilfe. Es ist sonst alles ganz in Ordnung. Die Hormone können sie so weiter einnehmen." Dann kann ich mich wieder anziehen. Ich verlasse die Praxis, nach dem ich meine Handynummer bei der Schwester hinterlegt habe. Noch ist es später Nachmittag. Ich überlege wo ich das Rezept einlösen kann. Wie ich so durch die Straßen gehe, sehe ich ein Orthopädiefachgeschäft. Es ist noch geöffnet. Eine freundliche Angestellte kommt auf mich zu. "Was kann ich für sie tun." Ich habe ein Rezept von meinem Frauenarzt." Dabei überreiche ich den Schein der Frau. Etwas mitleidig schaut sie mich an. "Würden sie mir bitte folgen." Wir gehen in ein anderes Zimmer. "Darf ich Ihnen verschiedene Modelle zeigen." begann sie als ich auf einem Stuhl zur Ruhe komme. Nacheinander holte sie die einzelnen Modelle. Ich bin erstaunt, was es alles gibt, verschiedene Formen, als Einlage in einen speziellen BH, Selbsthaftende, mit Nippel, ohne Nippel. Am Ende bin ich überfordert. die Frau rät mir zu den Einlagen. Sie meint, "Nach einer OP ist es angenehmer, gerade wenn noch Schmerzen auftreten." So entscheide ich mich für die Einlagen, und kaufe auch noch entsprechende BHs. "Die Prothesen rechne ich selbst mit ihrer Krankenkasse ab." meinte die Angestellte. Die Beratung dauerte recht lange. So verließ ich als letzte Kundin das Geschäft.
So wurde es wieder spät, bis ich nachdem aufregenden Tag zu Hause bin. Ich erzählte meiner Mutter alles. Damit war sie beruhigt. Nun musste ich nur noch zu Frau Scheider, damit sie mir die festsitzenden Prothesen abnimmt. Nach einem Telefonat am nächsten Tag, konnte ich gleich bei Frau Schneider vorbeikommen. Sie löste vorsichtig die Prothesen ab. Sie meinte nur, "Ich glaube langsam entwickelt sich da was." Und ich glaube es nun auch. Am Nachmittag erhielt ich einen Anruf meines Frauenarztes. In dem Gespräch teilte er mir mit, das meine Blutwerte für meine Situation normal sind und ich mir keine Sorgen machen brauche. Mit dieser guten Nachricht ging ich beschwingt zu meiner Tanzgruppe.
Ich hoffe, es hat Euch gefallen. Bis zur nächsten Folge viel Spass.
Eure Magdalena