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Re: Es war einmal ... (ein modernes Märchen)
Verfasst: Mo 10. Dez 2012, 16:03
von christine
Servus ihr Lieben,
eigentlich wollte ich nichts zu dieser Diskussion sagen, aber manche Beiträge machen mich schon sehr nachdenklich.
Das folgende ist keine Kritik an den zuletzt beteiligten Personen, sondern ich verstehe diesen Beitrag als Denkanstoß, denn gelegentlich sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Thema "Schublade"
Bildlich gesprochen ist das Forum mit einer Kommode zu vergleichen. In der Kommode gibt es Schubladen für Slips, Unterhemden, Strümpfe und was weiß ich. Slips sind nun einmal keine Hemdchen, und Unterhemden keine Slips — dennoch sind beide Wäsche.
Und, eine Kommode (Crossdresser-Forum) wird erst durch die Schubladen zu einer Kommode, sonst wäre sie ein Schrank, oder was weiß ich. Soweit , so gut.
Schubladen (CD, TS, ...und...und) braucht man, um die einzelnen Kleidungsstücke (Mitglieder) in der Kommode (Forum) zu beschreiben.
Das zum Sinn, der "Schubladen" im Forum.
Wozu aber eine interne Unterteilung?
Weil die jeweiligen Interessen zu unterschiedlich sind. Eine TS hat andere Fragen und Erlebnisse, als ein CD, der aus welchen Gründen auch immer, lieber daheim in den eigenen vier Wänden bleiben mag. Von daher ist für mich eine Unterteilung schon sinnvoll und wichtig.
Bevor es jetzt Kritik hagelt, bitte einfach nur mal das gesagte sacken lassen.
Dann eine provokante Frage, die aber wirklich nicht provokant gemeint ist. Ich will damit nur etwas verdeutlichen, was aus meiner Sicht unterschwellig vorhanden ist, aber nicht thematisiert wird.
Tauscht mal in diesem Forum den Begriff "Crossdresser" durch "Hobby-Fotografen" oder "Bergsteiger" oder Wattwanderer".
Was bleibt?
Menschen, mit Sympathien und auch Ablehnungen anderen gegenüber treten.
Wenn ich eine Person nett finde, dann weil die Chemie stimmt, nicht weil sie das oder das ist. Und wenn ich mit einer Person net meine Freizeit verbringen möchte, dann hat das mit der Person zu tun, net mit CD oder TS.
Aber zurück zum Forum.
Ich habe viel mit Kommunikation zu tun. Von daher stört mich die gelegentlich vorgebrachte Sichtweise "Wir im Forum — die da draußen"
Jeder, jede der/die als CD oder TS rausgeht, wird in ihrem Umfeld wahrgenommen — ob Positiv oder Negativ sei mal dahin gestellt.
Will sagen, es gibt wahrscheinlich außerhalb des Forums mehr Menschen, die mit der Materie etwas anfangen können, als der eine oder andere - bedingt durch sein persönliches Umfeld oder persönliche Erfahrungen - im Forum meint.
Wenngleich die Menschen außerhalb des Forums auch nicht die Begriffe benutzen wie wir, aber für sie ist das eben "ein Mann in Frauenkleidern" oder "eine Frau im falschen Körper."
Wie sehr das Thema bereits in den 60er Jahren angesagt war, wenn auch aus anderen Gründen, zeigen die vielen Spielfilme in dieser Zeit wie etwa "Charlys Tante" mit Heinz Rühmann.
Liebe Grüße
Christine
Re: Es war einmal ... (ein modernes Märchen)
Verfasst: Mo 10. Dez 2012, 19:03
von exuser-12-02-2013
Hallo
da kann ich Christine nur zustimmen. Schubladendenken oder etwas vorsichtiger Kategorisierung ist eine "angeborene" Sache und wird instinktiv gemacht. Wir ordnen doch ständig ein: Klamotten, die zum Wetter passen oder nicht, Süßigkeiten, die zu Weihnachten passen oder nicht (dümmere Beispiele fallen mir konkret nicht ein:) ), und eben Menschen, die so sind wie wir oder nicht.
Auch wenn man einer Gruppe bestimmte pauschale Eigenschaften zuweist, ist das noch nicht schlimm. (Wer würde leugnen, dass Transen Frauensachen anziehen?). Problematisch wird es erst dann, wenn diese Eigenschaften gar nicht stimmen, dann sind es Vorurteile. Aber was soll ich mit diesen Glückskekswahrheiten, das wissen ja alle...
Ich wollte eigentlich auf was anderes raus, weil jemand von "gesellschaftlichen Zielen" gesprochen hat. Was, ganz konkret, erwartet ihr von den Mitmenschen, der Gesellschaft?
Ich fang mal damit an: Ich will, dass ich unterwegs sein kann (Korrektur: Ich selbst sein kann), ohne um Leib und Leben zu fürchten, das ich von den Mitmenschen wie alle anderen behandelt werde. Und dass wenn jemand mit mir ein problem hat, mich einfach ignoriert (und ich ihn).
Ist euch was aufgefallen? Das steht nichts von TG, TS oder sonstwas drin! Ich wette dass die Wünsche bei uns allen irgendwie die selben sind. Und das ist doch nicht nur auf uns begrenzt. Man kann statt TG auch "Behinderter" oder "Schwarzer" einsetzen. Eben alle, die nicht in der Mehrzahl sind.
Es geht allgemein um Respekt vor dem Nächsten. deshalb ist das ein gesamtgesellschaftliches Problem, und nichts, wo nur wir aktiv werden müssten.
Und ich glaube auch, dass die "Gesellschaft" diese Werte schon recht gut verinnerlicht hat. Es besteht bei uns bestimmt kein Toleranzproblem. Das Problem sind eben diese Ausnahmen.
Allerdings sind wir auch verpflichtet, den Mitmenschen Respekt zu zeigen, und ihnen nicht zu viel zuzumuten. Ich weiss, da ist es wieder, was "darf" man und was nicht... aber es gibt tatsächlich Dinge, die man lassen sollte, auch wenn ich mir jetzt nicht zusteht zu entscheiden was das wäre. Besonders, weil sich diese Dinge auch ändern... womit wir wieder bei der "Norm" sind.
Jetzt hab ich wieder viel geschrieben, und weiss dabei garnicht so recht, wo ich überhaupt hinwollte... das ganze Thema schlängelt sich durch die virtuelle Welt...
liebe Grüße
Sophie
Re: Es war einmal ... (ein modernes Märchen)
Verfasst: Mo 10. Dez 2012, 20:02
von Exuser-2014-02-18
Sophie_90 hat geschrieben:
Allerdings sind wir auch verpflichtet, den Mitmenschen Respekt zu zeigen, und ihnen nicht zu viel zuzumuten. Ich weiss, da ist es wieder, was "darf" man und was nicht... aber es gibt tatsächlich Dinge, die man lassen sollte, auch wenn ich mir jetzt nicht zusteht zu entscheiden was das wäre.
Nun misch ich mich doch ein, obwohl ich's eigentlich nicht wollte.
Ein sehr mutiger Gedanke, den man nicht ausser Acht lassen sollte. Die Ganze Sache ist doch zweiseitig:
Ich fordere von meiner Umwelt Toleranz, gleichzeitig provoziere ich aber die Umwelt.
Und sollte mich über entsprechende Reaktionen nicht wundern.
LG Tina
Re: Es war einmal ... (ein modernes Märchen)
Verfasst: Mo 10. Dez 2012, 21:52
von christine
Nachtrag:
Egal on man mir mein Tagebuch glaubt oder nicht, aber es wäre auch einmal sinnvoll darüber nachzudenken, nicht nur Toleranz von anderen, außerhalb des Forums zu fordern, sondern sich auch einmal über das Miteinander im Forum Gedanken zu machen.
Ich hoffe mit meinen letzten Beiträgen zu diesem Thema etwas angeregt zu haben . . .
Machst gut
ich hoffe, dem einigen auf ihrem Weg etwas geholfen zu haben
Christine
Re: Es war einmal ... (ein modernes Märchen)
Verfasst: Mo 10. Dez 2012, 22:40
von conny
hallo,
ich denke, dass wir nicht umhin kommen, einander möglichst mitzuteilen, in welcher "weiblichen" ausprägung wir leben (vom dwt bis hin zum ts). dieses ist m.e. wichtig, um manche dinge und beiträge zu verstehen. wenn jemand über seine outdoorerlebnisse berichtet, ist ja ein großer unterschied, ob er dabei "nur" einen rock getragen hat und ansonsten männlich gekleidet oder komplett "en femme" war. man kann es nun "schubladen" nennen oder nicht.
richtig und wichtig ist aber, dass niemand und keine gruppe die deutungshoheit über unser aller tun für sich in anspruch nehmen darf! jeder muß sich hier wohl und "zu hause" fühlen können.
die krassesten beleidigungen und intolerantesten beiträge erlebte ich hier allerdings in "off-topic" themen, wenn es um kirche und religion geht.
ich habe auch schon festgestellt, dass sich alte mitstreiter schon lange nicht mehr gemeldet haben. mir geht es allerdings zeitweise auch so, dass ich hier weniger aktiv bin, weil nach ein paar jahren der zugehörigkeit thematisch nicht was wirklich neues dazu kommt. die möglichkeit, neuen mitgliededern gewünschte ratschläge und unterstützung zu geben halte ich aber für sehr wichtig.
in einem anderen forum (nicht cd) gibt es neben den beiträgen auch einen button "melden", der es ermöglicht, dem administrator grobe verstöße der nettiquette mitzuteilen.
ich hoffe, dass wir den hier nicht brauchen.
lg
conny
Re: Es war einmal ... (ein modernes Märchen)
Verfasst: Mo 10. Dez 2012, 23:26
von Anne-Mette
Moin,
die Bedeutung von Märchen scheint bis heute ungebrochen.
Hier bei uns in der Nähe gibt es auch eine Märchenwerkstatt - und im Internet habe ich sogar Institutionen gefunden, die Fortbildungen anbieten.
Man kann sogar eine Ausbildung zum Märchenerzähler machen:
Die Ausbildung richtet sich an alle,
- die Freude am Märchen haben und es intensiver kennen lernen wollen
- die es über das Erzählen oder Puppenspiel lebendig werden lassen wollen, um es in die Welt zutragen
- die das Märchen-und oder das Puppenspiel als Möglichkeit eines heilsamen, inneren Weges sehen
Märchenzentrum Sterntaler:
http://www.maerchenzentrum-sterntaler.de/42142.html
Leider habe ich für Berlin nichts gefunden; aber es ist ja noch Zeit...
Vielleicht finden wir eine Möglichkeit für ein "Kurzseminar"
Gruß
Anne-Mette
Re: Es war einmal ... (ein modernes Märchen)
Verfasst: Mo 10. Dez 2012, 23:52
von Sabrina Verena
Hallo Marielle!
Du hast das Beispiel mit dem Junggesellenabschied nicht richtig verstanden!
Ich diskutiere mit meinem Bekannten, welche den weiblich gekleideten Junggesellen in die Transvestitenschublade packen und lästern, obwohl er TV ist (Diese Ausgrenzung ist hier angemessen, weil es für den Junggesellen oder besser für dessen Saufkumpanen nur um Spaß geht). Aufklärung meines Bekannten ist da von Nöten, dazu brauche ich mich nicht zu outen.
Zu den Internetforen, auch mit solchen kann man Öffentlichkeitsarbeit leisten, je breiter der Userkreis desto sinnvoller sogar.
Parteipolitisch bin ich gegenwärtig nicht aktiv, aber bei Minderheiten- Themen, muss (ja man Muss!!) man konkretisieren, über welche Minderheit man redet/diskutiert. Definitionen sind dabei zwangsläufig.
Zum Gesetzgeber: Der Gesetzgeber definiert durchaus (Begriffsbestimmungen, Geltungsbereich, Zweck des Gesetzes) um mal Beispiele zu nennen.
Soweit ich informiert bin, befasst sich der Gesetzgeber mit der Änderung des Transexuellengesetzes bzw. dessen Ersatz durch ein Transgendergesetz. Und das Intersexuellen- Thema wird ja auch zur Zeit auf politischer Ebene ebenfalls diskutiert.
Ich selber sprach von Außenstehenden im Bezug auf unsere Sammelgruppe der Transgender. Die Außenstehenden sind ebenfalls inhomogen, es sind dort viele Zielgruppen.
Ein Wechsel hat somit nicht statt gefunden.
Wollte ich hier nur mal richtig stellen.
Liebe Grüße
Verena
Re: Es war einmal ... (ein modernes Märchen)
Verfasst: Di 11. Dez 2012, 10:56
von christine
So lange wir im Forum es nicht schaffen, andere Menschen im Forum zu respektieren, so lange Neid, vielleicht Hass und auch Ablehnung von einigen gegen andere offen oder subtil vorhanden ist, ist das alle nur eine Spielwiese für Wunschträume.
Beginnt doch erst einmal damit, wenigstens ein Grundmaß an Tolerenz / Respakt / Akzeptieren unter ein ander zu versuchen.
Christine
Re: Es war einmal ... (ein modernes Märchen)
Verfasst: Di 11. Dez 2012, 11:10
von Sabrina Verena
Hallo, nur eine Korrektur:
Hier ist ein Tippfehler, es soll heißen kein TV
Sabrina Verena hat geschrieben:
Ich diskutiere mit meinem Bekannten, welche den weiblich gekleideten Junggesellen in die Transvestitenschublade packen und lästern, obwohl er TV ist (Diese Ausgrenzung ist hier angemessen, weil es für den Junggesellen oder besser für dessen Saufkumpanen nur um Spaß geht).
LG Verena
Re: Es war einmal ... (ein modernes Märchen)
Verfasst: Di 11. Dez 2012, 11:14
von Exuser-2014-02-18
@ Christine und @ an alle
christine hat geschrieben:Beginnt doch erst einmal damit, wenigstens ein Grundmaß an Tolerenz / Respakt / Akzeptieren unter ein ander zu versuchen.
Genau das hatte ich versucht letzte Woche, 4.12. mit dem Thread
"Kritik am Outfit und Verhalten"
Und was ist dabei herausgekommen.........naja ?
Es wird allgemein zu schnell oder zu flüchtig gelesen, und dann vielleicht irgendwas geschrieben, was letzten Endes gar nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun hat.
Manch eine/einer ist vielleicht auch manchmal in keiner ruhigen und gelassenen Stimmung, und dann gehts schnell daneben.....?
Liebe Grüße Tina
PS ich gebe die Hoffnung nicht auf

Re: Es war einmal ... (ein modernes Märchen)
Verfasst: Di 11. Dez 2012, 11:22
von Sabrina Verena
Hallo!
christine hat geschrieben:So lange wir im Forum es nicht schaffen, andere Menschen im Forum zu respektieren, so lange Neid, vielleicht Hass und auch Ablehnung von einigen gegen andere offen oder subtil vorhanden ist, ist das alle nur eine Spielwiese für Wunschträume.
Beginnt doch erst einmal damit, wenigstens ein Grundmaß an Tolerenz / Respakt / Akzeptieren unter ein ander zu versuchen.
Christine
An mir soll es nicht scheitern! Ich versuche es auch, aber wenn ich, so habe ich teils den Eindruck gewollter Maßen falsch verstanden werde, weil meine Position (pro Schubladen) nicht passt, kann ich das auch nicht ändern. Und wenn man nicht mal mehr ehrlich sein darf, finde ich es doch recht bedenklich.
Liebe Grüße
Verena
Re: Es war einmal ... (ein modernes Märchen)
Verfasst: Di 11. Dez 2012, 11:30
von christine
Liebe Verena,
das hatte ich absolut nicht auf dich bezogen!
Ich finde du bist eine feinfühlige, gebildete, wunderbare Frau. Wir könten hier mehr davon gebrauchen.
C.
Re: Es war einmal ... (ein modernes Märchen)
Verfasst: Di 11. Dez 2012, 11:50
von Anne-Mette
Das Forum ist für mich wie eine große Wohnung, in der sich Gruppen treffen; deshalb werde ich auch noch mal ein paar Worte verlieren, allerdings weder ein Märchen schreiben (habe ich schon mal) noch in Grübeleien und Selbstzweifel verfallen
Noch etwas: alle genannten Namen sind rein zufällig, haben weder mit dem realen Leben noch mit unserem Forenleben zu tun. Es sollen auch keinesfalls Anspielungen sein, wenn ich zufällig einen Namen wählen sollte, der im Forum oder im richtigen Leben bekannt ist.
Unsere Wohnung ist ziemlich groß. Deshalb haben wir viel und oft Besuch. Manche Leute gucken nur mal kurz bei uns herein, sind wohl auch innerlich auf der Durchreise und wollen "nur mal schauen". Viele sind dann enttäuscht, dass wir eigentlich "ganz normale Leute sind".
Manchen Besuchern gefällt es ganz gut, sodass sie öfter kommen. Das mag daran liegen, dass sie GesprächspartnerInnen gefunden haben, mit denen sie sich gut austauschen können. Durch die neuen Besucher kommt immer mal wieder frischer Wind in die Wohnung. Fragen werden gestellt, bei deren Beantwortung die Besucher, die uns schon länger kennen, unterschiedlich freundlich sind; denn viele haben sie schon oft gehört und halten die Antwort für selbstverständlich. Und Geschichten werden erzählt; denn jeder will erst einmal davon berichten, was er bisher so gemacht hat.
Es gibt mehrere Zimmer in unserem Haus; darunter auch verschiedene recht kleine. In unserem großen Wohnzimmer, das für viele Menschen geeignet ist, wird es manchmal ein wenig unübersichtlich - und obwohl sich alle bemühen, wird in der einen Ecke manchmal nicht das verstanden, was die andere gemeint hat. Aber im Großen und Ganzen ist der Umgang freundlich. Allerdings ist es manchmal wie in langen Beziehungen:- man meint, der Andere hätte, mit dem, was er gesagt hat, gemeint...
... dabei war etwas ganz anderes gemeint.
An manchen Tagen ist keine gute Unterhaltung möglich, obwohl doch alles zu stimmen scheint: Essen und Trinken ist da, es wurde vormittags aufgeräumt und sauber gemacht und es liegt eine frische Tischdecke auf dem Tisch. Es muss auch nichts mit dem Raum zu tun haben, ob eine gute Unterhaltung oder Diskussion möglich ist. Neulich sah ich zwei Leute in der Rumpelkammer auf den Umzugskisten sitzen und angeregt miteinander reden. Sie hatten jeder eine Einwegflasche Discounterbier in der Hand und haben sich sowas von gut unterhalten (sagten sie mir später unabhängig voneinander).
Manchmal stockt die Unterhaltung jedoch sogar im großen und sehr gut geeigneten Wohnzimmer. Manche sagen später hinter vorgehaltener Hand, das läge daran, dass "X" mal wieder da war...
... aber ein paar Tage zuvor "mit X" erlebten wir eine Sternstunde; also kann es an "X" eigentlich nicht liegen - aber vielleicht an der Konstellation? Es kann natürlich auch daran liegen, dass jeder der Besucher seine eigene Geschichte mitbringt und so mancher von großen Problemen geplagt wird. Einige haben schwierige Partnerschaften und sind froh, dass sie jedenfalls bei uns und mit uns reden können.
Es gibt auch Gruppenbildungen, was nicht ganz zu vermeiden ist. Manche sagten schon, wir sollten eine kleinere Wohnung nehmen oder aber weniger Leute hereinlassen, dann wäre das nicht so.
Ja, Ärger gibt es auch manchmal.
Auch ich finde manche Besucher etwas dreist. Etliche schauen nur mal kurz bei uns herein und geben uns einen Stapel Werbung in die Hand mit den Worten:- "verteilt das mal!" So etwas ist natürlich nicht gerne gesehen. Manche wollen auch gleich nach dem 2. Besuch die Räume umdekorieren und ihre eigenen Fotos aufhängen. Allerdings gibt es auch den umgekehrten Fall: manche Besucher kommen immer wieder, stellen sich nicht einmal vor, sagen nichts, aber wollen immer wissen, ob die anderen User neue Bilder haben, die sie abfotografieren können. Aber da haben wir einen Riegel vorgeschoben.
Da sich bei uns viele Leute treffen, passiert eine ganze Menge, auch bei den Begegnungen, die nicht in unseren Räumen stattfinden, aber hier den Anfang genommen haben. So hat Else nach vielen Jahren Ehe mit ihrem Kurt gemerkt, dass sie eigentlich Frauen liebt. Kurt habe ich neulich getroffen. "Du bist schuld!", sagte er , Du hast sie umgedreht mit Deinen blöden Ideen!" Ich habe ihm gesagt, dass das so nicht ist, aber er war vernünftigen Worten nicht zugänglich . Wutschnaubend stampfte er davon, ohne sich zu verabschieden und machte sich auf zu seiner Freundin, mit der er schon 10 Jahre zusammen ist.
Manchen Besuchern können wir helfen, wenn sie Probleme haben; denn weil wir recht viele sind und uns schon lange treffen, ist auch meistens jemand da, der auch in ziemlich verfahrenen Situationen einen Rat weiß. Auch kennen wir ein paar externe Berater und Ansprechpartner, deren Adressen wir weitergeben, wenn es erforderlich ist.
Es ist nicht immer Sonnenschein bei uns. Manche von den Besuchern, die schon lange kommen, finden es inzwischen nicht mehr so toll. Einige sind es müde, immer wieder die selben Spielregeln zu erklären - und manche wollen immer mal wieder an den Spielregeln arbeiten, um sie zu verbessern und endlich für alle verbindlich zu klären, was Toleranz ist; aber was manche als Verbesserung ansehen, finden andere als Rückschritt und so kommt es manchmal zum Streit und zu Mißverständnissen.
Aber im Großen und Ganzen macht es immer noch Spaß, eine offene Wohnung zu haben. Ich habe viele nette und interessante Menschen kennengelernt; und täglich werden es mehr!
Gruß
Anne-Mette
Re: Es war einmal ... (ein modernes Märchen)
Verfasst: Di 11. Dez 2012, 12:42
von exuser-23-02-2013
Hallo Anne-Mette,
nein, keine Angst, ich falle nicht wieder aus der Rolle - und ich werde auch keine weitere inhaltliche Stellung zu anderen Beiträgen nehmen. Einige haben mein Anliegen verstanden, bei den Übrigen weiß ich nicht, ob sie es nicht verstanden haben, anderer Meinung sind oder es ihnen schlicht egal ist; ich nehme das zur Kenntnis.
Auch weiß ich, dass ich einigen Leuten im Forum Hilfestellung geben konnte, was ich aber sehr diskret getan haben und daher nicht weiter darauf eingehen möchte. Wer mich anspricht, wird auch eine Antwort bekommen - aber nur noch per PN, bis auf Weiteres werde ich mich am Forum nicht mehr beteiligen, denn ich möchte nicht die Person sein, welche den Frieden in der Wohnung stört, denn das liefe meinem Anliegen diametral entgegen.
Vielen Dank für die Gastfreundschaft,
Sumpfhuhn
Re: Es war einmal ... (ein modernes Märchen)
Verfasst: Di 11. Dez 2012, 18:48
von gaby37
Hallo zusammen,
ich weiß, ich habe mich schon lange nicht mehr zu Wort gemeldet, aber jetzt muss es doch mal sein"¦
Wir diskutieren in diesem Thread über Schubladen und ab- und ausgrenzungen und warum wir nicht zusammenfinden....
Wie heißt es so schön:
Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich, aber jeder Vergleich hinkt.
Vor diesem Hintergrund möchte ich darauf hinweisen, das, ob es nun jedem einzelnen passt oder nicht, der Mensch in Schubladen denkt, damit er neue Erfahrungen alten, bereits gemachten, zuordnen und vergleichen kann, und damit auch schneller reagieren kann, nicht jede neue Erfahrung komplett von neuem durchdenken muss.
Wir katalogisieren Pflanzen in
- Bäume (Nadelbaum - Laubbaum),
- Sträucher, Stauden (einjährig, zweijährig, mehrjährig),
- Blumen
oder
- sonniger Standort
- Halbschatten
- Schatten
oder
- sumpfig
- trocken
- irgendwo dazwischen
oder nach ganz anderen Kriterien
Warum tun wir das?
Um gleiche Pflanzen zusammen zu pflanzen, jeder Pflanze nach ihren Bedürfnissen die richtige Umgebung zu bieten
Keiner würde auf die Idee kommen, deswegen eine Pflanze als etwas Besseres als eine andere anzusehen - es sind alles Pflanzen - mit unterschiedlichen Bedürfnissen.
Werden diese nicht befriedigt, gehen sie ein.
Wir katalogisieren Tiere
- Säugetieren
- Vögel
- Amphibien
- und noch viele andere
zu Gattungen, Familien, Unterfamilien bis zum schluss jede Art einen einzigartigen Namen hat
Wir unterscheiden z.B.
- Greifvögel und
- Singvögel.
Warum eigentlich?
Unter anderem weil wir wissen, dass beide Arten unterschiedliche Bedürfnisse an ihren Lebensraum haben.
Aber es bleiben Vögel.
In unserem Forum haben sich sehr viele Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen zusammen gefunden:
-Transsexuelle,
die sich in ihrem biologisch zugeordneten Geschlecht nicht wohlfühlen und ein anderes leben wollen, dabei ist es egal ob sie die "Große Lösung"-komplette körperliche Angleichung, die "Mittlere Lösung" -teilweise körperliche Anpassung, oder die "kleine Lösung" - nur Änderung des Personenstandes anstreben/erreicht haben, ihre Probleme und Bedürfnisse sind in etwa gleich, aber in vielen Bereichen gänzlich unterschiedlich zu den
-Crossdressern/Transvestiten
die nur sich nur zeitweise dem anderen Geschlecht zuordnen wollen/können/müssen ( je nachdem wie sie es selbst sehen)
Und in dieser Schublade gibt es nochmals viele Fächer:
-"Stubentransen"
-solche wie mich, "Stubentransen" die ab und zu auch mal raus wollen
- und natürlich auch diejenigen, die ständig rausgehen
Alle haben ähnliche, aber doch unterschiedliche Probleme und Bedürfnisse
Als weitere Schubladen, mit vielen Fächern, die ich aber nicht alle kenne sind da noch
- Fetischisten aller Couleur
- DWT
- Männer mit "weiblich wirkender Brust"
- "Two Spirit" Menschen
- und noch viele, viele mehr, die teilweise, zumindest innerhalb dieses Forums, nur mit einem einzigen Individuum besetzt sind.
Wie unterschiedlich sind denn nun die Probleme und Bedürfnisse der einzelnen Gruppen?
Dröseln wir das doch mal auf:
Einer "reinen Stubentranse" kann es im Endeffekt egal sein, was die Gesellschaft von/über Ihn denkt: sie weiß gar nicht das er/sie existiert, es sei denn beim Einkaufen der entsprechenden Kleidung - was ist sein Bedürfnis?
Achtung seiner Menschenrechte!
Jemandem wie mir ist es wichtig, beim Rausgehen nicht als Mann, sondern als Frau wahrgenommen zu werden. Wenn das mal nicht klappt und ich als "Mann in Frauenkleidung" erkannt werde, ist mein Bedürfnis:
Achtung meiner Menschenrechte
Für einen Transsexuellen in der Zeit bis seine/Ihre Umwandlung abgeschlossen ist, ist neben vielen anderen Bedürfnissen was wichtig?
Achtung seiner/ihrer Menschenrechte!
Was für ein Bedürfnis liegt beim DWT vor? Er trägt weibliche Unterwäsche was Niemand weiß/bemerkt - außer vielleicht bei einem Unfall - Krankenhaus - etc.
Was ist dann sein Bedürfnis: Achtung seiner Menschenrechte
Gleiches gilt auch für alle anderen "Schubladen" in unserem Forum:
Ein Mann der mit Pumps auf die Straße geht hat genau das gleiche Bedürfnis wie ein Mann im Damenrock, wie ein Mann in Damenkleidung ohne Perücke und/oder ohne ausgestopfte Oberweite:
Achtung seiner Menschenrechte
Und was sind diese Menschenrechte?
Wie weiter oben schon mal ausgeführt:
Physische Unversehrtheit = nicht verprügelt werden und
psychische Unversehrtheit = kein lächerlich machen, beleidigen, beschimpfen, und dgl. mehr
In diesem, und in anderen Foren, wird immer wieder darüber diskutiert, warum es bei den Schwulen und Lesben mit dem gemeinsamen Auftreten besser klappt als bei uns Transgendern.
Das ist einfach:
Sie alle (ver)eint ein gleiches Bedürfnis:
Zusammenleben mit einem gleichgeschlechtlichen Partner.
Dabei ist es egal ob lesbisch, schwul, bi, Lederboy oder was sonst noch. Das obige Bedürfnis vereint sie für ihren Kampf um Anerkennung, um Zubilligung ihrer Menschenrechte
Und was ist bei uns gleich?
Ihr ahnt es schon:
Der Wunsch nach "Achtung unserer Menschenrechte".
Also lasst uns in unseren Schubladen leben und denken - aber nicht vergessen:
Wir sind Transgender
Uns vereint der Wunsch nach Achtung unserer Menschrechte.
Lasst uns damit arbeiten
Gruß Gaby