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Re: Politisch korrekter Fasching

Verfasst: Do 7. Mär 2019, 07:13
von Svetlana L
Das Thema wird heute auch im Tagesspiegel beackert: Sind Indianer-Kostüme diskriminierend?

Darin kommt auch eine Vertreterin der "Native American Association of Germany" zu Wort, die so etwas ähnliches - wie von Rabea beschrieben - machen: Das wirkliche Leben und die unterschiedlichen Kulturen von Native Americans zeigen. Oftmals hätte man dann die Erfahrung gemacht, dass Kinder diese Kostüme gar nicht mehr wollen.

Re: Politisch korrekter Fasching

Verfasst: Do 7. Mär 2019, 07:31
von Marlene K.
Rabea-Marie hat geschrieben: Do 7. Mär 2019, 06:53 Huhu alle!

Kindern zu verbieten sich als Indianer an Karneval zu verkleiden ist meiner Meinung nach einfach der falsche weg.
Ich bin auch ganz sicher nicht für Diskriminierung.

Ebenso empfinde ich
Nun, die hier vorherrschende Meinung scheint sich ganz gut mit dem Gros der deutschen Bevölkerung zu deckeln. Dieses Gros der Leute ist es auch - so liest man es in den Kommentaren in den sozialen Netzwerken zu diesem Thema - die sich über den Genderwahn echauffieren und sich fragen, ob wir keine anderen Probleme hätten, als nun eine extra Toilette einzuführen und die korrekte Schreibweise bei Stellenausschreibungen u.ä. zu verwenden.- 
Solche argumentationen ebenso als den falschen Weg.
Es sind genau solche Aussagen die die "Gegner" auf den Plan rufen. Außerdem empfinde ich nicht dass das Groß der deutschen Bevölkerung diese Meinung teilt.
Ich wurde bei keinem meiner Ausflüge bisher von der Damentoilette geworfen, ob wohl ich da biologisch gesehen nichts zu suchen habe, weder offensiv angegangen und ich bin sicher schon an tausenden Leuten vorbei gegangen.
Die Leute in den Kommentarspalten mögen vielleicht die lautesten sein, aber ich sehe sie nicht als die Mehrheit.
Eine Mehrheit macht man draus in dem man den schweigenden Anteil, welcher durchaus zu einem Dialog bereit gewesen wäre, mit solcher Argumentation in die selbe Ecke drängt.

Durch Verbote wird man beim Thema Diskriminierung und Rassismus nicht viel erreichen. Dafür bedarf es einen Dialog aller Beteiligten um am Ende ein Maß an Verständnis ALLER Beteiligten zu erzeugen.

Als Beispiel habe ich mal ein Party Video gesehen. Dort sieht man zwei Freunde, einen farbigen und einen weißen. Beide bekommen je einen Eimer gereicht. Der farbige bekommt Mehl und der weiße sowas wie Kohlenstaub. Beide kippen sich den Eimer über ihren Köpfen aus und haben Spaß dabei, es soll ein Partygag sein. Der farbige ist dann weiß und der weiße schwarz. Beide feiern und freuen sich.

Wieso kann es nicht so sein? Wieso können wir nicht einfach gemeinsam son Quatsch machen und uns gemeinsam freuen?
Voraussetzung hierfür ist natürlich das der eine nicht glaubt der andere machts um ihn zu verhöhnen und der andere es auch tatsächlich nicht deswegen tut.
Diese Voraussetzung erreicht man aber nicht in dem man dem einen verbietet sein Gesicht schwarz anzumalen. Sondern in dem alle Beteiligten in einen Dialog bringt damit endlich mal alle kapieren dass wir alle einfach Menschen sind und der eine nicht mehr oder weniger wert als der Andere!

Genauso hätte man das in der Kita machen müssen.
Anstatt ein plumpes "Verbot" auszusprechen, hätte man doch mit den Kindern und Eltern vorab einen Indianer Abend machen können.
Man läd einen Nachfahren der Ureinwohner Amerikas ein, schafft eine für diese Epoche traditionelle Umgebung. Dieser jemand hätte dann kindgerecht und spielerisch etwas über die Geschichte seines Volkes erzählen können und auch mit Klischees und Unwahrheiten aufräumen. Im Zuge diese Abends hätten dann die Kinder sich evtl traditions gerecht verkleiden können.
So hätte man Kinder und Eltern zum nachdenken sensibilisieren können, aber nicht mit "du darfst nicht"

Durch Verbote wird es keine Nachhaltigkeit geben. Damit formen wir nur einen Käfig in dem sich dann irgendwann tatsächlich das Groß der Bevölkerung eingesperrt fühlt. Woraus sich unausweislich Widerstand ergeben wird.
Nachhaltigkeit kann nur durch Verständnis erzeugt werden.

LG Rabea
Liebe Rabea,
mir ist bewusst, dass wir beide das selbe Ziel haben. Wir starten aber an verschiedenen Stellen.
Ich habe zum Beispiel die Erfahrung von Diskriminierung auf einer öfentlichen Toilette im Beisein von Cybill in der Toilette am Hauptbahnhof hier in Berlin sammeln "dürfen".
Ansonsten entspricht es meinen Erfahrungen, dass die "Herren" sich von unsereiner bedrohter fühlen als die Frauen.

Ich finde Dein Beispiel mit dem dunkelhäutigen und hellhäutigen Kind sehr gelungen und Widerspreche auch Verboten, wie ich es auch schon in meiner Antwort in viewtopic.php?p=235295#p235295 getan habe.

Bei allem was ich sage, geht es darum die Erwachsenen dazu zu bringen, über Handlungen nachzudenken wie sich verdeckte Botschaften kindgerecht umkehren lassen. AQber dafür muss ich über verdeckte Botschaften nachdenken und sie auch sehen.

Ich bin mir nicht sicher, ob mein Weg der richtige ist.

Re: Politisch korrekter Fasching

Verfasst: Do 7. Mär 2019, 07:53
von Rabea-Marie
Hallo Ralf-Marlene!

Vorab, war mein letzter Post sicher zu überspitzt und aggressiv geschrieben als dass die Botschaft richtig ankommen würde. Das Gefühl dass wir das selbe Ziel haben aber einfach aneinander vorbei reden hatte ich auch gestern schon. Ich wollte dann aber noch eine Nacht darüber schlafen.
die Erwachsenen dazu zu bringen, über Handlungen nachzudenken wie sich verdeckte Botschaften kindgerecht umkehren lassen. AQber dafür muss ich über verdeckte Botschaften nachdenken und sie auch sehen.
Ist ja genau der Knackpunkt. In unserem konkreten Beispiel hat die Kita versucht das zu tun, verdeckte Missstände bereinigen. Meiner Meinung nach hat die Kita sich aber zu stark für eine Seite positioniert und fungiert damit automatisch als ein Aggressor in dem sie Partei ergreift. Ein Aggressor erzeugt automatisch einen Gegenagressor. Nur in den seltensten Fällen wird der eine den anderen von seiner Meinung überzeugen können und schon mal gar nicht wenn es sich hierbei um zwei Gruppen von aggresoren handelt. Hier hilft nur ein Mediator der beide Seiten zusammenführt.

Meiner Ansicht nach ist es der weg des Mediators der die nachhaltigste Lösung erzeugt.

LG Rabea

Re: Politisch korrekter Fasching

Verfasst: Do 7. Mär 2019, 18:33
von lexes
Ralf-Marlene hat geschrieben: Do 7. Mär 2019, 07:31
Ich habe zum Beispiel die Erfahrung von Diskriminierung auf einer öfentlichen Toilette im Beisein von Cybill in der Toilette am Hauptbahnhof hier in Berlin sammeln "dürfen".
Manche Menschen sind doch einfach nur zum K+++tzen

Und da sagen alle Berlin wäre so welt-offen ( ohne jetzt von einer Begebenheit auf die ganze Stadt zu schließen .... das nehme ich dann doch wieder zurück )

Ich entnehme der Aussage das Ihr zu zweit gewesen seid ?

Als beruhigend empfinde ich die Tatsache das man sich mit Euch beiden zwei wortgewandte Maschinen mit Erfahrung ausgesucht hat ... das Ganze hätte weniger-konsolidierte-Kandidatinnen langfristig verstören können ....

Haltet die Ohren steif

Lexi

Re: Politisch korrekter Fasching

Verfasst: Fr 8. Mär 2019, 00:07
von triona
Nachbemerkung zu politisch korrektem Sprachgebrauch:
Ralf-Marlene hat geschrieben: Mi 6. Mär 2019, 10:55 ... native American (leider gibt es kein nichtrassistisches deutsches Wort) ...

"Daher begrüßen wir die Empfehlung", sagt die Vorsitzende des Vereins "Native American Association of Germany", der sich seit 25 Jahren für den Austausch zwischen Native Americans (auf Deutsch: amerikanische Ureinwohner) und Europäern einsetzt.

zitiert nach: https://www.tagesspiegel.de/politik/deb ... 74214.html
Es ist allerdings nicht ganz klar ob das der ausdrückliche Vorschlag der hier zitierten Vorsitzenden dieses Vereins ist, oder die von Helge Hommers, dem Verfasser des Artikels im Tagesspiegel. (Ich vermute Letzteres.)


Das verwende ich übrigens schon länger, wenn von "Indianern" gesprochen wird. "Eingeborene" wäre ein weiteres treffendes Wort. Allerdings hat das leider durch ausufernde und teilweise übergriffige Verwendung während der Kolonialzeit auch einen schlechten Beigeschmack bekommen. Wobei das aber auch verwendet wird, wenn z.B. von Ureinwohnern - d.h. dort geborenen Einwohnern - deutscher Landschaften gesprochen wird. (Häufig in Zusammensetzungen wie z.B. "die eingeborene Bevölkerung" von Bayern, den Alpen, dem Erzgebirge usw.) Meist geschieht das dann in Abgrenzung zu Zugezogenen, Einwanderern, Reingeschmeckten (schwäbisch) oder Unhiesigen (erzgebirgisch) usw, oder auch zu Gästen, Touristen, Fremden im Allgemeinen.


liebe grüße
triona