Es gibt zwei Möglichkeiten mit der Gesellschaft in Kontakt zu treten:
1. M-Form - wo die Gesellschaft dich toll findet und dich mir Bestätigungen überwirft aber du selbst dir als "fake" vorkommst und
2. F-Form - wo die Gesellschaft dich höchstens toleriert aber meistens "Buuu" schreit aber du dich "richtig" fühlst.
Das ist eine Beobachtung die ich ähnlich bei mir mache.
Ich möchte das etwas ergänzen:
In der M-Form habe ich mich durch meine F-Form stark verändert.
Ich hätte mich vor 10-15 Jahren nie getraut bunte Klamotten, Damenbekleidung ... zu tragen
Für mich war ganz klar, KEINER DARF VOM MEINEM GEHEIMNIS WISSEN! Jeder Anhaltspunt muss vermieden werden.
Dazu habe ich mich so männlich wie eben möglich gegeben. Kurz Haare, Graue Männerklamotten, nur bestimmte Gesprächsthemen.
Durch meine F-Form habe ich gelernt wie schön es ist sich durch Farben auszudrücken, auch über Frauendinge offen zu reden ... leichte Gespräche und Stoffe sowie lange Haare habe ich in meine M-Form übernommen.
Ich würde mich heute als androgyn bzw. weiblichen Mann bezeichnen, und fühle mich frei!
Das wichtigste ist aber das meine Umwelt mich viel besser annimmt als vorher!
Ich bekomme von beiden Geschlechtern Komplimente, und bin so sehr bei mir selbst.
In der F-Form fühle ich mich innerlich sehr sehr wohl, bewege mich aber nicht so leicht und offen wie in der M-Form.
Das liegt sicher an der "Unsicherheit" entdeckt zu werden, oder meine Weiblichkeit nicht mit der Muttermich aufgesogen zu haben.
Kritisch begutachte ich mich immer wieder im Spiegel, der Raster ist immer "Gehe ich als Frau durch", nicht "Du bist eine schöne Frau"
2 mal rasiern ist besser als den letzten Bartstoppel zu übersehen, lieber Foundation vor dem Make-Up ...
Lange Zeit war es für mich wichtig eindeutig als Frau gelesen zu werden, um mir vermeindlich näher zu kommen.
Das wird mir aber nie zu 200% gelingen, mein eigener Zweifel und kritische Blicke können mich immer entlarven.
So erlebte ich das "Frau-Sein" vielfach mit angezogener Handbremse.
Klar wird es mit jedem mal rausgehen besser, leichter, natürlicher, die Leute bedienen dich ... und ja das Gefühl sich als Frau zu erleben tut unbeschreiblich gut!
Ich lache und spreche nicht ganz so laut ... reflektiere und kontrolliere mich weit mehr (Sitzt der Rock; haben ich eine Laufmasche, sitzen die Brüste ... wie soll ich mich jetzt hinsetzen ...), Das wiederum stört mich.
Die anfänglichen Erkenntniss NUR als Frau frei zu sein, weicht Schritt für Schritt der Erfahrung als "Bunter Mensch" so wie ich bin mit beiden Seiten gut bei mir anzukommen.