Andrea — meine Erlebnisse - # 27
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Kerstin
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
Hallo Andrea
Ich habe die beiden Video's vom Elvisfestifall angesehen - also verstecken brauchst du dich nicht.
LG Kerstin
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LG Kerstin
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
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Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
.
14.8.2015
Wie bereits angekündigt, ging meine Reise diesmal nach Bad Nauheim zum dortigen Elvis-Festival. In dieser hessischen Kleinstadt wohnte der "King of Rock "™n"™ Roll", während er von Oktober 1958 bis März 1960 im benachbarten Friedberg seinen Militärdienst ableistete. Das Festival, welches seit 2002 jährlich um seinen Todestag (16. August) herum stattfindet, ist Treffpunkt für Elvis-Fans aus ganz Europa.
Die Fahrt mit der Bahn verlief reibungslos. Ich trug dazu mein rot-weißes Sommerkleid, hautfarbene Strumpfhosen und cremefarbene Sandaletten. In Frankfurt/M. hatte ich etwas Aufenthalt. Den nutzte ich für ein kleines Mittagessen im Bahnhofsbistro.
In Bad Nauheim angekommen, deutete außer einem eher unscheinbaren Plakat zunächst nichts auf das besondere Ereignis des kommenden Wochenendes hin: Keine Musik von Elvis Presley, keine Männer, die ihn imitieren (wollen) und auch keine Frauen in der Mode seiner Zeit. Auch auf dem etwa 10-minütigen Fußweg zum Hotel sah ich nichts dergleichen.
Außer der Musik der "50er" bin ich ja vor allem wegen der schönen (Damen-)Mode dieser Zeit mit ihren weit schwingenden Petticoats hier hergekommen. In einer vergleichbaren Situation vor einem Jahr bei den "Golden Oldies" in Wettenberg hatte ich mich jedoch noch nicht getraut, gleich in diesem Outfit loszuziehen. Inzwischen aber bin ich es gewohnt, auch einmal aufzufallen und so holte ich mein knielanges schwarz-weiß gemustertes Kleid aus dem Koffer, dazu den passenden Petticoat, hautfarbene Strumpfhosen, weiße Sandaletten und als Accessoires einen roten Gürtel und einen Haarreifen in der gleichen Farbe.
Die wichtigsten Aktivitäten des Festivals finden in einem großen Hotel statt, welches mit zahlreichen Veranstaltungsräumen und einem umfangreichen Außengelände optimale Bedingungen dafür bietet. Der kürzeste Weg dorthin führte für mich durch den Kurpark. Bei meinem nicht ganz unauffälligen Outfit haben schon einige Leute geschaut.
Ich kam am ehemaligen Hotel Grunewald vorbei, Elvis Presleys zweiter Wohnstätte in Bad Nauheim. An dem davor errichteten Denkmal ließ ich meinen Besuch hier erst einmal fotografisch dokumentieren:
Und da hörte ich auch schon die Musik des "King of Rock "™n"™ Roll". Es waren nur noch wenige Metern bis zum Festivalzentrum. Ich hatte mir im Vorfeld einen Festivalpass besorgt, den einfachsten in Silber. Dieser beinhaltete neben dem Eintritt zum Festgelände den Besuch ausgewählter Veranstaltungen zu vergünstigten Preisen. Ich sah das als gute Empfehlung für den Einstieg in die "Elvis-Welt".
Nach dem Vorzeigen meines Festivalpasses wurde mir ein (silbernes) Kunststoffarmband verpasst, das nicht entfernt werden durfte, weil es als Eintrittskarte für die betreffenden Veranstaltungen diente. Und da stand ich bereits inmitten von Elvis-Fans aller Altersgruppen und beiderlei Geschlechte. Blickfang waren natürlich die Damen - ich schätze mal ein Drittel der anwesenden — die die schönen Kleider der 50er Jahre trugen. In dieser Gesellschaft fühlte ich mich irgendwie wohl.
Es lief gerade noch die Eröffnungsveranstaltung. Dass hier einige Persönlichkeiten anwesend waren, die Elvis Presley persönlich kannten und ihn auf seinen letzten Konzerten als Musiker, Backgroundsänger oder Leibwächter begleitet hatten, konnte ich bereits dem Programm entnehmen. Doch welchen Kultstatus diese Leute hier genießen, erlebte ich erst jetzt, indem sie fast genauso frenetisch gefeiert wurden, wie es beim leibhaftigen "King" der Fall gewesen wäre.
Die erste Veranstaltung, die ich mit meinem Pass gebucht hatte, war die große Elvis-Party. Ich bin zwar eigentlich ein Partymuffel (Oder muss es Muffeline heißen?), ließ mich aber einfach mal überraschen, was da auf mich zukommt. Um es kurz zu machen: Es begann mit Elvis-Musik vom Band. Dem folgte der Auftritt einer Rock "™n"™ Roll-Tanzgruppe und am Ende sorgte eine Gruppe mit bekannten Rock "™n"™ Roll-Hits (nicht nur von Elvis) für eine gute Stimmung.
Weniger gut waren die klimatischen Bedingungen im Saal. Bei dem hochsommerlichen Wetter der vergangenen Tage halfen da auch nach allen Seiten geöffnete Türen und Fenster nichts. Nur ab und zu raus an die frische Luft, so ließ es sich aushalten. Als es dann zu regnen begann, machte ich mir ein wenig Sorgen um den Heimweg, denn ich hatte keinen Schirm mit. Bei diesen Ausflügen nach draußen hatte ich die Gelegenheit zu einigen kurzen Gesprächen mit anderen Elvis-Liebhaber(inne)n.
Völlig überrascht war ich, als mich eine Frau ansprach und fragte, ob ich aus Chemnitz sei. Dank meinem schlechten Personengedächtnis konnte ich sie nicht einordnen. Sie sagte mir daraufhin, dass sie im Chemnitzer Opernhaus als Platzanweiserin arbeitet und mich dort schon bei verschiedenen Veranstaltungen gesehen habe. Ja, so klein ist die Welt! Wir unterhielten uns gleich noch ein wenig über die nächsten Aufführungen in Chemnitz.
An diesem Abend war auch ein Fernsehteam anwesend, dessen Beitrag am Folgetag im Hessischen Fernsehen gesendet wurde: https://www.youtube.com/watch?v=l0UPTsUZekI Ich konnte es nicht verhindern, dort für einen kleinen Moment mit ins Bild zu kommen.
Einerseits hätte es mich ja gereizt, bei diesen flotten Rhythmen mal mitzutanzen, wenn ich denn einen Partner dazu gehabt hätte. Andererseits, ich wäre dann völlig durchgeschwitzt gewesen und hätte für die nächsten Tage nicht mehr genug zum Anziehen mitgehabt.
Als die Veranstaltung zu Ende war, hatte der Regen zum Glück aufgehört, aber der Rückweg durch den nur spärlich beleuchteten Kurpark war irgendwie unheimlich. Einmal erschrak ich mächtig, als es im Gebüsch plötzlich zu rascheln begann. Keine Ahnung, was das war, aber Hauptsache, ich bin heil im Hotel angekommen, wo ich mich nach diesem erlebnisreichen Tag erst einmal zur Ruhe legte.
14.8.2015
Wie bereits angekündigt, ging meine Reise diesmal nach Bad Nauheim zum dortigen Elvis-Festival. In dieser hessischen Kleinstadt wohnte der "King of Rock "™n"™ Roll", während er von Oktober 1958 bis März 1960 im benachbarten Friedberg seinen Militärdienst ableistete. Das Festival, welches seit 2002 jährlich um seinen Todestag (16. August) herum stattfindet, ist Treffpunkt für Elvis-Fans aus ganz Europa.
Die Fahrt mit der Bahn verlief reibungslos. Ich trug dazu mein rot-weißes Sommerkleid, hautfarbene Strumpfhosen und cremefarbene Sandaletten. In Frankfurt/M. hatte ich etwas Aufenthalt. Den nutzte ich für ein kleines Mittagessen im Bahnhofsbistro.
In Bad Nauheim angekommen, deutete außer einem eher unscheinbaren Plakat zunächst nichts auf das besondere Ereignis des kommenden Wochenendes hin: Keine Musik von Elvis Presley, keine Männer, die ihn imitieren (wollen) und auch keine Frauen in der Mode seiner Zeit. Auch auf dem etwa 10-minütigen Fußweg zum Hotel sah ich nichts dergleichen.
Außer der Musik der "50er" bin ich ja vor allem wegen der schönen (Damen-)Mode dieser Zeit mit ihren weit schwingenden Petticoats hier hergekommen. In einer vergleichbaren Situation vor einem Jahr bei den "Golden Oldies" in Wettenberg hatte ich mich jedoch noch nicht getraut, gleich in diesem Outfit loszuziehen. Inzwischen aber bin ich es gewohnt, auch einmal aufzufallen und so holte ich mein knielanges schwarz-weiß gemustertes Kleid aus dem Koffer, dazu den passenden Petticoat, hautfarbene Strumpfhosen, weiße Sandaletten und als Accessoires einen roten Gürtel und einen Haarreifen in der gleichen Farbe.
Die wichtigsten Aktivitäten des Festivals finden in einem großen Hotel statt, welches mit zahlreichen Veranstaltungsräumen und einem umfangreichen Außengelände optimale Bedingungen dafür bietet. Der kürzeste Weg dorthin führte für mich durch den Kurpark. Bei meinem nicht ganz unauffälligen Outfit haben schon einige Leute geschaut.
Ich kam am ehemaligen Hotel Grunewald vorbei, Elvis Presleys zweiter Wohnstätte in Bad Nauheim. An dem davor errichteten Denkmal ließ ich meinen Besuch hier erst einmal fotografisch dokumentieren:
Und da hörte ich auch schon die Musik des "King of Rock "™n"™ Roll". Es waren nur noch wenige Metern bis zum Festivalzentrum. Ich hatte mir im Vorfeld einen Festivalpass besorgt, den einfachsten in Silber. Dieser beinhaltete neben dem Eintritt zum Festgelände den Besuch ausgewählter Veranstaltungen zu vergünstigten Preisen. Ich sah das als gute Empfehlung für den Einstieg in die "Elvis-Welt".
Nach dem Vorzeigen meines Festivalpasses wurde mir ein (silbernes) Kunststoffarmband verpasst, das nicht entfernt werden durfte, weil es als Eintrittskarte für die betreffenden Veranstaltungen diente. Und da stand ich bereits inmitten von Elvis-Fans aller Altersgruppen und beiderlei Geschlechte. Blickfang waren natürlich die Damen - ich schätze mal ein Drittel der anwesenden — die die schönen Kleider der 50er Jahre trugen. In dieser Gesellschaft fühlte ich mich irgendwie wohl.
Es lief gerade noch die Eröffnungsveranstaltung. Dass hier einige Persönlichkeiten anwesend waren, die Elvis Presley persönlich kannten und ihn auf seinen letzten Konzerten als Musiker, Backgroundsänger oder Leibwächter begleitet hatten, konnte ich bereits dem Programm entnehmen. Doch welchen Kultstatus diese Leute hier genießen, erlebte ich erst jetzt, indem sie fast genauso frenetisch gefeiert wurden, wie es beim leibhaftigen "King" der Fall gewesen wäre.
Die erste Veranstaltung, die ich mit meinem Pass gebucht hatte, war die große Elvis-Party. Ich bin zwar eigentlich ein Partymuffel (Oder muss es Muffeline heißen?), ließ mich aber einfach mal überraschen, was da auf mich zukommt. Um es kurz zu machen: Es begann mit Elvis-Musik vom Band. Dem folgte der Auftritt einer Rock "™n"™ Roll-Tanzgruppe und am Ende sorgte eine Gruppe mit bekannten Rock "™n"™ Roll-Hits (nicht nur von Elvis) für eine gute Stimmung.
Weniger gut waren die klimatischen Bedingungen im Saal. Bei dem hochsommerlichen Wetter der vergangenen Tage halfen da auch nach allen Seiten geöffnete Türen und Fenster nichts. Nur ab und zu raus an die frische Luft, so ließ es sich aushalten. Als es dann zu regnen begann, machte ich mir ein wenig Sorgen um den Heimweg, denn ich hatte keinen Schirm mit. Bei diesen Ausflügen nach draußen hatte ich die Gelegenheit zu einigen kurzen Gesprächen mit anderen Elvis-Liebhaber(inne)n.
Völlig überrascht war ich, als mich eine Frau ansprach und fragte, ob ich aus Chemnitz sei. Dank meinem schlechten Personengedächtnis konnte ich sie nicht einordnen. Sie sagte mir daraufhin, dass sie im Chemnitzer Opernhaus als Platzanweiserin arbeitet und mich dort schon bei verschiedenen Veranstaltungen gesehen habe. Ja, so klein ist die Welt! Wir unterhielten uns gleich noch ein wenig über die nächsten Aufführungen in Chemnitz.
An diesem Abend war auch ein Fernsehteam anwesend, dessen Beitrag am Folgetag im Hessischen Fernsehen gesendet wurde: https://www.youtube.com/watch?v=l0UPTsUZekI Ich konnte es nicht verhindern, dort für einen kleinen Moment mit ins Bild zu kommen.
Einerseits hätte es mich ja gereizt, bei diesen flotten Rhythmen mal mitzutanzen, wenn ich denn einen Partner dazu gehabt hätte. Andererseits, ich wäre dann völlig durchgeschwitzt gewesen und hätte für die nächsten Tage nicht mehr genug zum Anziehen mitgehabt.
Als die Veranstaltung zu Ende war, hatte der Regen zum Glück aufgehört, aber der Rückweg durch den nur spärlich beleuchteten Kurpark war irgendwie unheimlich. Einmal erschrak ich mächtig, als es im Gebüsch plötzlich zu rascheln begann. Keine Ahnung, was das war, aber Hauptsache, ich bin heil im Hotel angekommen, wo ich mich nach diesem erlebnisreichen Tag erst einmal zur Ruhe legte.
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Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
.
15.8.2015
Vor dem Frühstück im Hotel musste ich mich natürlich erst schminken. Dazu fand ich hier ideale Bedingungen vor: Großer beweglicher Schminkspiegel (für meine Augen zwar nicht geeignet, aber meinen eigenen konnte ich problemlos daran befestigen), gute Beleuchtung und eine Ablage für alle Schminkutensilien in Reichweite. Was will Frau mehr?
Heute zog ich gleich mein 50er-Jahre-Outfit an. Beim Frühstück bin ich damit vielleicht gar nicht mal besonders aufgefallen. Es trug zwar außer mir nur eine Dame ein ähnlich schönes Kleid aus dieser Zeit, aber den meisten anderen Gästen sah man es den Aufschriften bzw. Bildern auf Kleidung, Taschen oder sonstigen Utensilien nach an, dass sie ebenfalls zur Elvis-Fan-Gemeinde gehören.
Draußen war ich dann zunächst einmal wieder die einzige Dame aus den "Fünfzigern". Erst im Stadtzentrum traf ich vereinzelt auf andere Damen im Petticoat und gelegentlich auch auf Herren, die sich als Elvis-Double versuchten, mit mehr oder weniger gelungenem Passing. Ansonsten hatten sich viele Händler auf das Festival eingestellt, indem aus fast allen Schaufenstern einem der "King of Rock "™n"™ Roll" entgegenblickte, auch wenn der Laden diesbezüglich gar nichts anbot. Zahlreiche Damenmodegeschäfte zeigten zumindest in den Auslagen eine kleine Auswahl an Kleidung im 50er-Jahre-Stil.
Nach fast zwei Stunden Stadtbummel entschloss ich mich, zum Mittagessen eine Gaststätte aufzusuchen, die auch Elvis oft besucht haben soll. Der Weg dorthin ist zu Fuß allerdings etwas mühsam, denn sie befindet sich auf dem Johannesberg vor den Toren der Stadt. Da aber nach dem Regen am Vortag heute angenehme Temperaturen herrschten, hielten sich die Anstrengungen in Grenzen und der wunderschöne Blick auf die Stadt entschädigte sowieso für die Mühen des Aufstiegs.
Diesen schönen Blick konnte ich auch während des Essens von der Terrasse aus genießen. Geschmeckt hat es auch sehr gut, aber es war nicht ganz billig. Hier ober war ich wieder die einzige in dem für heutige Verhältnisse etwas auffälligen Outfit, besondere Beachtung hat dem aber kaum jemand geschenkt.
Frisch gestärkt ging ich wieder hinunter in die Stadt und ins Festivalzentrum. Hier traten abwechselnd auf zwei Bühnen Solisten und Gruppen mit Elvis-Liedern auf. Interessant fand ich dabei die unterschiedlichen Interpretationen dieser Musik.
Einen großen Raum nahmen Verkaufsstände ein, die Fanartikel in einer immensen Vielfalt anboten. Das meiste davon fand ich allerdings etwas kitschig.
Interessanter war da schon ein Laden, der (Damen-)Mode der 50er und 60er Jahre anbot. Ursprünglich in Frankfurt/M. beheimatet, ist er regelmäßig auf dem Festival mit einer "Filiale" vertreten. Ich habe mir natürlich auch die Modenschau angesehen, welche die Ladeninhaberin veranstaltete. Doch was soll ich dazu sagen? Eigentlich ist das ganze Festival eine Modenschau! Der Vielfalt an schönen Kleidern, welche die Besucherinnen hier präsentierten, konnten die wenigen Models nichts mehr entgegensetzen.
Einen großen Anziehungspunkt für zahlreiche Besucher bildeten auch die Autos aus der Elvis-Ära, die auf dem Festgelände ausgestellt waren und zwischendurch zu einer Parade ausrückten. Mein Interesse für diese "Attraktion" ging allerdings gegen Null.
Während ich am Nachmittag in der Gaststätte des Festivalhotels etwas Kaffee und Kuchen genoss, kam ich mit einem Elvis-Fan aus Lübeck ins Gespräch, der schon zum 3. Mal wegen seinem Idol in Bad Nauheim weilte.
Als weitere Veranstaltung, zu der ich dank meines Festivalpasses Zutritt hatte, war für den Abend als Höhepunkt des Festivals ein Konzert angekündigt, an dem die ehemaligen, inzwischen etwas ergrauten Mitstreiter Elvis Presleys und der angeblich beste Elvis-Interpret Europas mitwirken sollten. Ich schrieb bereits, dass diese Leute hier einen Kultstatus innehaben, der die Erwartungen an dieses Konzert in die Höhe schraubte.
Doch ich wurde enttäuscht. Zahlreiche der dargebotenen Lieder kannte ich gar nicht oder hätte sie in dieser Interpretation nicht Elvis zugeordnet. Den Beifallsstürmen und Zugabe-Rufen der anderen Besucher konnte ich mich nicht anschließen. Offenbar bin ich mit falschen Vorstellungen hierher gekommen. Hier sollte wohl ein Konzert wiedergegeben werden, wie es Elvis in den 70er Jahren kurz vor seinem Tod gab. Meine Liebe zu seiner Musik bezieht sich dagegen vorrangig auf seine erste Schaffensperiode Ende der 50er Jahre. Hinzu kommt noch, dass diese Musik im Konzert anders klingt als im Rundfunk oder auf Schallplatte. Gut, das nächste Mal bin ich klüger.
Trotz dieser Enttäuschung habe ich es mir nicht nehmen lassen, von den berühmten, für mich bis dahin aber völlig unbekannten Mitstreitern Elvis Presleys Autogramme geben zu lassen. Dafür habe ich mir dann noch über eine Stunde die Beine in den Bauch gestanden. Es war schon nach Mitternacht, als ich mich erneut durch den um diese Zeit etwas düsteren Kurpark zurück zum Hotel begab. Diesmal war ich vorgewarnt und es gab keine Schrecksekunde.
Auch die Erlebnisse dieses Tages musste ich nun erst einmal etwas setzen lassen.
15.8.2015
Vor dem Frühstück im Hotel musste ich mich natürlich erst schminken. Dazu fand ich hier ideale Bedingungen vor: Großer beweglicher Schminkspiegel (für meine Augen zwar nicht geeignet, aber meinen eigenen konnte ich problemlos daran befestigen), gute Beleuchtung und eine Ablage für alle Schminkutensilien in Reichweite. Was will Frau mehr?
Heute zog ich gleich mein 50er-Jahre-Outfit an. Beim Frühstück bin ich damit vielleicht gar nicht mal besonders aufgefallen. Es trug zwar außer mir nur eine Dame ein ähnlich schönes Kleid aus dieser Zeit, aber den meisten anderen Gästen sah man es den Aufschriften bzw. Bildern auf Kleidung, Taschen oder sonstigen Utensilien nach an, dass sie ebenfalls zur Elvis-Fan-Gemeinde gehören.
Draußen war ich dann zunächst einmal wieder die einzige Dame aus den "Fünfzigern". Erst im Stadtzentrum traf ich vereinzelt auf andere Damen im Petticoat und gelegentlich auch auf Herren, die sich als Elvis-Double versuchten, mit mehr oder weniger gelungenem Passing. Ansonsten hatten sich viele Händler auf das Festival eingestellt, indem aus fast allen Schaufenstern einem der "King of Rock "™n"™ Roll" entgegenblickte, auch wenn der Laden diesbezüglich gar nichts anbot. Zahlreiche Damenmodegeschäfte zeigten zumindest in den Auslagen eine kleine Auswahl an Kleidung im 50er-Jahre-Stil.
Nach fast zwei Stunden Stadtbummel entschloss ich mich, zum Mittagessen eine Gaststätte aufzusuchen, die auch Elvis oft besucht haben soll. Der Weg dorthin ist zu Fuß allerdings etwas mühsam, denn sie befindet sich auf dem Johannesberg vor den Toren der Stadt. Da aber nach dem Regen am Vortag heute angenehme Temperaturen herrschten, hielten sich die Anstrengungen in Grenzen und der wunderschöne Blick auf die Stadt entschädigte sowieso für die Mühen des Aufstiegs.
Diesen schönen Blick konnte ich auch während des Essens von der Terrasse aus genießen. Geschmeckt hat es auch sehr gut, aber es war nicht ganz billig. Hier ober war ich wieder die einzige in dem für heutige Verhältnisse etwas auffälligen Outfit, besondere Beachtung hat dem aber kaum jemand geschenkt.
Frisch gestärkt ging ich wieder hinunter in die Stadt und ins Festivalzentrum. Hier traten abwechselnd auf zwei Bühnen Solisten und Gruppen mit Elvis-Liedern auf. Interessant fand ich dabei die unterschiedlichen Interpretationen dieser Musik.
Einen großen Raum nahmen Verkaufsstände ein, die Fanartikel in einer immensen Vielfalt anboten. Das meiste davon fand ich allerdings etwas kitschig.
Interessanter war da schon ein Laden, der (Damen-)Mode der 50er und 60er Jahre anbot. Ursprünglich in Frankfurt/M. beheimatet, ist er regelmäßig auf dem Festival mit einer "Filiale" vertreten. Ich habe mir natürlich auch die Modenschau angesehen, welche die Ladeninhaberin veranstaltete. Doch was soll ich dazu sagen? Eigentlich ist das ganze Festival eine Modenschau! Der Vielfalt an schönen Kleidern, welche die Besucherinnen hier präsentierten, konnten die wenigen Models nichts mehr entgegensetzen.
Einen großen Anziehungspunkt für zahlreiche Besucher bildeten auch die Autos aus der Elvis-Ära, die auf dem Festgelände ausgestellt waren und zwischendurch zu einer Parade ausrückten. Mein Interesse für diese "Attraktion" ging allerdings gegen Null.
Während ich am Nachmittag in der Gaststätte des Festivalhotels etwas Kaffee und Kuchen genoss, kam ich mit einem Elvis-Fan aus Lübeck ins Gespräch, der schon zum 3. Mal wegen seinem Idol in Bad Nauheim weilte.
Als weitere Veranstaltung, zu der ich dank meines Festivalpasses Zutritt hatte, war für den Abend als Höhepunkt des Festivals ein Konzert angekündigt, an dem die ehemaligen, inzwischen etwas ergrauten Mitstreiter Elvis Presleys und der angeblich beste Elvis-Interpret Europas mitwirken sollten. Ich schrieb bereits, dass diese Leute hier einen Kultstatus innehaben, der die Erwartungen an dieses Konzert in die Höhe schraubte.
Doch ich wurde enttäuscht. Zahlreiche der dargebotenen Lieder kannte ich gar nicht oder hätte sie in dieser Interpretation nicht Elvis zugeordnet. Den Beifallsstürmen und Zugabe-Rufen der anderen Besucher konnte ich mich nicht anschließen. Offenbar bin ich mit falschen Vorstellungen hierher gekommen. Hier sollte wohl ein Konzert wiedergegeben werden, wie es Elvis in den 70er Jahren kurz vor seinem Tod gab. Meine Liebe zu seiner Musik bezieht sich dagegen vorrangig auf seine erste Schaffensperiode Ende der 50er Jahre. Hinzu kommt noch, dass diese Musik im Konzert anders klingt als im Rundfunk oder auf Schallplatte. Gut, das nächste Mal bin ich klüger.
Trotz dieser Enttäuschung habe ich es mir nicht nehmen lassen, von den berühmten, für mich bis dahin aber völlig unbekannten Mitstreitern Elvis Presleys Autogramme geben zu lassen. Dafür habe ich mir dann noch über eine Stunde die Beine in den Bauch gestanden. Es war schon nach Mitternacht, als ich mich erneut durch den um diese Zeit etwas düsteren Kurpark zurück zum Hotel begab. Diesmal war ich vorgewarnt und es gab keine Schrecksekunde.
Auch die Erlebnisse dieses Tages musste ich nun erst einmal etwas setzen lassen.
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
.
16.8.2015
Ein Blick aus dem Hotelfenster verhieß nichts Gutes: Es regnete. Sollte da etwa die geplante Stadtführung (auch Teil des Programms für meinen Festivalpass) buchstäblich ins Wasser fallen?
Zunächst aber machte ich mich als Andrea zurecht. Heute trug ich über meinem Petticoat den rot-blau gemusterten Rock, den ich vor wenigen Tagen auf die richtige Länge gekürzt hatte. Dazu eine hellblaue Bluse, hautfarbene Strumpfhosen und weiße Pumps. Weil es sich draußen noch weiter abgekühlt hatte, musste ich noch meine weiße Jacke darüber ziehen.
Beim Frühstück traf ich fast die gleichen Leute wie am Vortag. Klar, wenn die meisten wegen dem Elvis-Festival hier sind, war kaum zu erwarten, dass sie vor dem heutigen letzten Tag abreisen. Die andere Frau im 50er-Jahre Stil war auch wieder da, aber in einem anderen Kleid.
Leider war es an diesem Tag nicht möglich, meinen Koffer bis zu meiner Abreise im Hotel zu deponieren. Dafür konnte man mir in der Touristinformation helfen. Dort sollte auch die Stadtführung beginnen. Dank des nicht allzu starken Regens fand sie auch tatsächlich statt und stand unter dem Motto "Auf den Spuren von Elvis". Normalerweise wird diese Tour einmal monatlich angeboten, aber während des Elvis-Festivals ist die Nachfrage so groß, dass zwei bis drei "Runden" am Tag nötig sind. So hatten sich auch diesmal trotz des schlechten Wetters über 30 Leute angemeldet, sodass diese in 2 Gruppen aufgeteilt werden mussten. Vor der Führung entstand noch das folgende Foto:
Außer mir trug nur noch eine andere Frau Kleidung der 50er Jahre. Die Stadtführerin zeigte die Orte, wo Elvis Presley gewohnt hatte, wo er sich gern und oft aufgehalten hat und wo berühmte Fotos entstanden. Für mich als nicht ganz so leidenschaftliche Elvis-Liebhaberin war doch manches neue und interessante dabei.
Danach ging ich noch einmal ins Festivalzentrum und stand sofort wieder inmitten zahlreicher anderer Damen, die sich auch kleidungsmäßig auf die Elvis-Zeit eingestellt hatten. Einige erkannte ich von den vergangenen beiden Tagen wieder, kaum eine trug dabei noch einmal das gleiche Outfit. Die Liebhaberinnen dieser schönen Kleider scheinen doch einen beachtlichen Fundus an solchen Sachen zu besitzen. Im Übrigen ist mir während der ganzen Zeit keine einzige Frau begegnet, die CD oder TS hätte sein können.
Die letzte Veranstaltung, zu der mich mein Festivalpass berechtigte, war eine Talkshow mit den berühmten Weggefährten Elvis Presleys. Groß war meine Erwartung an diese Veranstaltung nicht, weil die Talkshowgäste offenbar kein Deutsch sprachen. In Englisch hätte ich bestenfalls bruchstückweise etwas mitbekommen, aber zumindest in diesem Punkt gab es Entwarnung, indem die Moderatorin der Veranstaltung auch als Dolmetscherin fungierte.
Ein vorbereitetes Programm gab es nicht, nur die Zuschauer konnten Fragen stellen. Ich war sehr überrascht, welche Details da zur Sprache kamen. So genau wollte ich das gar nicht wissen und mir ist deshalb auch gar keine Frage eingefallen, die ich hätte stellen können. So gesehen bin ich dann doch kein richtiger Elvis-Fan.
Obwohl ich so etwas nur ungern tue, verließ ich die Veranstaltung vorzeitig, um noch eine Kleinigkeit zu essen, bevor ich die Heimreise antrete. Als letzte Aktion lief mit noch einmal die Frau über den Weg, die im selben Hotel übernachtet hatte. Wir grüßten uns noch einmal, was für mich gleichzeitig den Abschied vom Elvis-Festival bedeutete.
Ich holte meinen Koffer in der Touristinformation ab und ging zum Bahnhof. Dabei trug ich immer noch mein 50er-Jahre-Outfit. Obwohl ich es gewöhnt bin, gelegentlich mal aufzufallen, wollte ich so nicht nach Hause fahren. Deshalb hatte ich vorsorglich einen "normalen" Rock, der auch zum sonstigen Outfit passt, in einen Beutel gesteckt und diesen im Koffer obenauf gelegt. Im Zug nahm ich den Beutel dann heraus, ging damit zur Toilette und wechselte dort den Rock. Da die Toilette rollstuhlgeeignet war, hatte ich dafür sogar mehr als ausreichend Platz. Zu Schluss kam der Petticoat in den Beutel und dieser wiederum in den Koffer. Ich glaube, bei dieser Aktion haben doch einige Leute geschaut, aber dafür hatte ich für den Rest der Fahrt Ruhe.
Um ein kleines Fazit zu ziehen: Auch wenn mir nicht alles gefallen hat, wird mir dieses Wochenende doch in angenehmer Erinnerung bleiben. Am meisten beeindruckt haben mich die vielen schönen Kleider aus der Elvis-Zeit. Inmitten zahlreicher derart gekleideter Damen selbst so etwas zu tragen, ist einfach ein Hochgenuss! Allein deshalb würde es sich für mich lohnen, mal wieder nach Bad Nauheim zu fahren. Das Musikprogramm würde ich mir dann allerdings selbst zusammenstellen und solche Veranstaltungen wählen, wo man bzw. frau einfach die Musik hören und genießen kann, ohne großen Rummel um irgendwelche mehr oder weniger berühmte Personen.
16.8.2015
Ein Blick aus dem Hotelfenster verhieß nichts Gutes: Es regnete. Sollte da etwa die geplante Stadtführung (auch Teil des Programms für meinen Festivalpass) buchstäblich ins Wasser fallen?
Zunächst aber machte ich mich als Andrea zurecht. Heute trug ich über meinem Petticoat den rot-blau gemusterten Rock, den ich vor wenigen Tagen auf die richtige Länge gekürzt hatte. Dazu eine hellblaue Bluse, hautfarbene Strumpfhosen und weiße Pumps. Weil es sich draußen noch weiter abgekühlt hatte, musste ich noch meine weiße Jacke darüber ziehen.
Beim Frühstück traf ich fast die gleichen Leute wie am Vortag. Klar, wenn die meisten wegen dem Elvis-Festival hier sind, war kaum zu erwarten, dass sie vor dem heutigen letzten Tag abreisen. Die andere Frau im 50er-Jahre Stil war auch wieder da, aber in einem anderen Kleid.
Leider war es an diesem Tag nicht möglich, meinen Koffer bis zu meiner Abreise im Hotel zu deponieren. Dafür konnte man mir in der Touristinformation helfen. Dort sollte auch die Stadtführung beginnen. Dank des nicht allzu starken Regens fand sie auch tatsächlich statt und stand unter dem Motto "Auf den Spuren von Elvis". Normalerweise wird diese Tour einmal monatlich angeboten, aber während des Elvis-Festivals ist die Nachfrage so groß, dass zwei bis drei "Runden" am Tag nötig sind. So hatten sich auch diesmal trotz des schlechten Wetters über 30 Leute angemeldet, sodass diese in 2 Gruppen aufgeteilt werden mussten. Vor der Führung entstand noch das folgende Foto:
Außer mir trug nur noch eine andere Frau Kleidung der 50er Jahre. Die Stadtführerin zeigte die Orte, wo Elvis Presley gewohnt hatte, wo er sich gern und oft aufgehalten hat und wo berühmte Fotos entstanden. Für mich als nicht ganz so leidenschaftliche Elvis-Liebhaberin war doch manches neue und interessante dabei.
Danach ging ich noch einmal ins Festivalzentrum und stand sofort wieder inmitten zahlreicher anderer Damen, die sich auch kleidungsmäßig auf die Elvis-Zeit eingestellt hatten. Einige erkannte ich von den vergangenen beiden Tagen wieder, kaum eine trug dabei noch einmal das gleiche Outfit. Die Liebhaberinnen dieser schönen Kleider scheinen doch einen beachtlichen Fundus an solchen Sachen zu besitzen. Im Übrigen ist mir während der ganzen Zeit keine einzige Frau begegnet, die CD oder TS hätte sein können.
Die letzte Veranstaltung, zu der mich mein Festivalpass berechtigte, war eine Talkshow mit den berühmten Weggefährten Elvis Presleys. Groß war meine Erwartung an diese Veranstaltung nicht, weil die Talkshowgäste offenbar kein Deutsch sprachen. In Englisch hätte ich bestenfalls bruchstückweise etwas mitbekommen, aber zumindest in diesem Punkt gab es Entwarnung, indem die Moderatorin der Veranstaltung auch als Dolmetscherin fungierte.
Ein vorbereitetes Programm gab es nicht, nur die Zuschauer konnten Fragen stellen. Ich war sehr überrascht, welche Details da zur Sprache kamen. So genau wollte ich das gar nicht wissen und mir ist deshalb auch gar keine Frage eingefallen, die ich hätte stellen können. So gesehen bin ich dann doch kein richtiger Elvis-Fan.
Obwohl ich so etwas nur ungern tue, verließ ich die Veranstaltung vorzeitig, um noch eine Kleinigkeit zu essen, bevor ich die Heimreise antrete. Als letzte Aktion lief mit noch einmal die Frau über den Weg, die im selben Hotel übernachtet hatte. Wir grüßten uns noch einmal, was für mich gleichzeitig den Abschied vom Elvis-Festival bedeutete.
Ich holte meinen Koffer in der Touristinformation ab und ging zum Bahnhof. Dabei trug ich immer noch mein 50er-Jahre-Outfit. Obwohl ich es gewöhnt bin, gelegentlich mal aufzufallen, wollte ich so nicht nach Hause fahren. Deshalb hatte ich vorsorglich einen "normalen" Rock, der auch zum sonstigen Outfit passt, in einen Beutel gesteckt und diesen im Koffer obenauf gelegt. Im Zug nahm ich den Beutel dann heraus, ging damit zur Toilette und wechselte dort den Rock. Da die Toilette rollstuhlgeeignet war, hatte ich dafür sogar mehr als ausreichend Platz. Zu Schluss kam der Petticoat in den Beutel und dieser wiederum in den Koffer. Ich glaube, bei dieser Aktion haben doch einige Leute geschaut, aber dafür hatte ich für den Rest der Fahrt Ruhe.
Um ein kleines Fazit zu ziehen: Auch wenn mir nicht alles gefallen hat, wird mir dieses Wochenende doch in angenehmer Erinnerung bleiben. Am meisten beeindruckt haben mich die vielen schönen Kleider aus der Elvis-Zeit. Inmitten zahlreicher derart gekleideter Damen selbst so etwas zu tragen, ist einfach ein Hochgenuss! Allein deshalb würde es sich für mich lohnen, mal wieder nach Bad Nauheim zu fahren. Das Musikprogramm würde ich mir dann allerdings selbst zusammenstellen und solche Veranstaltungen wählen, wo man bzw. frau einfach die Musik hören und genießen kann, ohne großen Rummel um irgendwelche mehr oder weniger berühmte Personen.
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Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
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17.8.2015
Nach den aufregenden Erlebnissen vom Wochenende geht es heute wieder ganz alltäglich zu. Vom Outfit her blieb ich bei dem, was ich gestern auf der Heimfahrt trug: knielanger Rock mit weiß-blauem Blumenmuster, hautfarbene Strumpfhose und weiße Pumps. Nur die hellblaue Bluse musste ich gegen eine weiße ersetzen, weil erstgenannte dringend in die Wäsche muss (Schminke am Kragen). Draußen zog ich noch meine weiße Jacke darüber.
So habe ich einige Einkäufe erledigt, blieb aber ansonsten zu Hause. Sonst ist nichts Besonderes passiert.
18.8.2015
Heute war ich wieder in Chemnitz und da ist es mir gelungen gleich drei Termine "abzuarbeiten". Ich wählte dazu ein eher förmliches Outfit: blauer knielanger enger Rock, weiße Bluse mit blauen Blumenmotiven, hautfarbene Strumpfhose, weiße Pumps und darüber meine weiße Jacke.
Es begann mit der ersten Sitzung bei meiner Logopädin. Neben einigen formalen Dingen ging es erst einmal um ein paar Lockerungsübungen für die Stimmbänder. Ansonsten haben wir uns über die Behandlung hinaus ganz nett unterhalten. Es stellte sich heraus, dass die Logopädin aus meiner Heimatstadt stammt und die gleiche Schule besuchte. Da wurden gleich mal Erinnerungen über die verschiedenen Lehrer(innen) ausgetauscht. Im Übrigen lobte die Logopädin mein geschmackvolles Outfit, an dem sich manche Biofrau eine Scheibe abschneiden könne.
Mit blieb etwas Zeit zum Mittagessen in einer Selbstbedienungsgaststätte. Danach ging es weiter zu meiner Psychotherapeutin. Nach einer urlaubsbedingten Pause galt es, an die vergangenen Sitzungen anzuknüpfen und den "roten Faden" wieder aufzunehmen.
Mein letzter Termin für heute war bei einer Bank. Es ging nur darum, ein Konto meiner verstorbenen Mutter aufzulösen. Eigentlich wollte ich das schon längst erledigt haben und um keine Verwirrung zu stiften, im Männermodus erscheinen. Aus verschiedenen Gründen ist das jedoch immer wieder verschoben worden und zuletzt war es nicht mehr möglich, einen Termin zu finden, bei dem ich gerade im Männermodus war.
So entschloss ich mich, als Andrea hinzugehen, gespannt darauf, wie die Bankangestellten wohl reagieren.
Ein bisschen erstaunt schaute die Angestellte schon, als ich ihr Büro betrat. Sie hatte sicher einen Mann erwartet, sagte aber vorerst nichts zu meinem Äußeren. Als ich mich später ausweisen sollte, zeigte ich meinen "männlichen" Ausweis und den dgti-Ausweis dazu. Das schien sie wiederum nicht zu beeindrucken. Sie sagte nur, dass sie schon mal so eine Kundin hatte und diese sie vollkommen verwirrt habe, weil sie bei verschiedenen Terminen immer mal im anderen Modus erschien.
Jetzt war wohl das Interesse der Bankangestellten erwacht, denn sie begann, vorsichtig Fragen zu stellen: "Wenn es nicht zu indiskret ist, würde ich gern mal wissen "¦" "Darf ich auch mal fragen, ob Sie "¦" usw. Es ging vorrangig darum, wie ich dieses oder jenes im Alltag handhabe. Die Bankgeschäfte konnten wir irgendwie "nebenbei" auch erledigen.
So, damit war auch der letzte von drei Terminen "abgearbeitet"! Ich denke, die Fahrt nach Chemnitz hat sich gelohnt.
17.8.2015
Nach den aufregenden Erlebnissen vom Wochenende geht es heute wieder ganz alltäglich zu. Vom Outfit her blieb ich bei dem, was ich gestern auf der Heimfahrt trug: knielanger Rock mit weiß-blauem Blumenmuster, hautfarbene Strumpfhose und weiße Pumps. Nur die hellblaue Bluse musste ich gegen eine weiße ersetzen, weil erstgenannte dringend in die Wäsche muss (Schminke am Kragen). Draußen zog ich noch meine weiße Jacke darüber.
So habe ich einige Einkäufe erledigt, blieb aber ansonsten zu Hause. Sonst ist nichts Besonderes passiert.
18.8.2015
Heute war ich wieder in Chemnitz und da ist es mir gelungen gleich drei Termine "abzuarbeiten". Ich wählte dazu ein eher förmliches Outfit: blauer knielanger enger Rock, weiße Bluse mit blauen Blumenmotiven, hautfarbene Strumpfhose, weiße Pumps und darüber meine weiße Jacke.
Es begann mit der ersten Sitzung bei meiner Logopädin. Neben einigen formalen Dingen ging es erst einmal um ein paar Lockerungsübungen für die Stimmbänder. Ansonsten haben wir uns über die Behandlung hinaus ganz nett unterhalten. Es stellte sich heraus, dass die Logopädin aus meiner Heimatstadt stammt und die gleiche Schule besuchte. Da wurden gleich mal Erinnerungen über die verschiedenen Lehrer(innen) ausgetauscht. Im Übrigen lobte die Logopädin mein geschmackvolles Outfit, an dem sich manche Biofrau eine Scheibe abschneiden könne.
Mit blieb etwas Zeit zum Mittagessen in einer Selbstbedienungsgaststätte. Danach ging es weiter zu meiner Psychotherapeutin. Nach einer urlaubsbedingten Pause galt es, an die vergangenen Sitzungen anzuknüpfen und den "roten Faden" wieder aufzunehmen.
Mein letzter Termin für heute war bei einer Bank. Es ging nur darum, ein Konto meiner verstorbenen Mutter aufzulösen. Eigentlich wollte ich das schon längst erledigt haben und um keine Verwirrung zu stiften, im Männermodus erscheinen. Aus verschiedenen Gründen ist das jedoch immer wieder verschoben worden und zuletzt war es nicht mehr möglich, einen Termin zu finden, bei dem ich gerade im Männermodus war.
So entschloss ich mich, als Andrea hinzugehen, gespannt darauf, wie die Bankangestellten wohl reagieren.
Ein bisschen erstaunt schaute die Angestellte schon, als ich ihr Büro betrat. Sie hatte sicher einen Mann erwartet, sagte aber vorerst nichts zu meinem Äußeren. Als ich mich später ausweisen sollte, zeigte ich meinen "männlichen" Ausweis und den dgti-Ausweis dazu. Das schien sie wiederum nicht zu beeindrucken. Sie sagte nur, dass sie schon mal so eine Kundin hatte und diese sie vollkommen verwirrt habe, weil sie bei verschiedenen Terminen immer mal im anderen Modus erschien.
Jetzt war wohl das Interesse der Bankangestellten erwacht, denn sie begann, vorsichtig Fragen zu stellen: "Wenn es nicht zu indiskret ist, würde ich gern mal wissen "¦" "Darf ich auch mal fragen, ob Sie "¦" usw. Es ging vorrangig darum, wie ich dieses oder jenes im Alltag handhabe. Die Bankgeschäfte konnten wir irgendwie "nebenbei" auch erledigen.
So, damit war auch der letzte von drei Terminen "abgearbeitet"! Ich denke, die Fahrt nach Chemnitz hat sich gelohnt.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
.
19.8.2015
Ein völlig belangloser Hausarbeitstag! Ich musste nicht einmal rausgehen. Trotzdem hatte ich mich wie immer geschminkt, erstens weil ich mich sonst nicht wohl gefühlt hätte und zweitens für den Fall, dass doch kurzfristig draußen etwas zu erledigen wäre. Kleidungsmäßig griff ich noch mal auf das Gleiche wie am Vortag zurück: blauer knielanger enger Rock, weiße Bluse mit blauen Blumenmotiven, hautfarbene Strumpfhose, weinrote Hausschuhe. Für den Fall, dass ich hätte rausgehen müssen, lagen meine weißen Pumps und meine weiße Jacke bereit.
20.8.2015
Fast noch mal so ein belangloser Tag! Heute hatte ich wenigstens Zeit, mal wieder ein neues Outfit zusammenzustellen: kniefreier weiß-schwarz gepunkteter Rock, weißes T-Shirt mit Zebrakopf, schwarze Strumpfhose, schwarze Pumps, weiße Jacke. Als ich dann für einige Einkäufe rausging, merkte ich, dass es wieder wärmer geworden war und ich die Jacke gar nicht brauchte.
Abends hieß es dann wieder Koffer packen für eine Wochenend-Kurzreise. Ich hoffe, davon gibt es danach wieder mehr zu berichten.
19.8.2015
Ein völlig belangloser Hausarbeitstag! Ich musste nicht einmal rausgehen. Trotzdem hatte ich mich wie immer geschminkt, erstens weil ich mich sonst nicht wohl gefühlt hätte und zweitens für den Fall, dass doch kurzfristig draußen etwas zu erledigen wäre. Kleidungsmäßig griff ich noch mal auf das Gleiche wie am Vortag zurück: blauer knielanger enger Rock, weiße Bluse mit blauen Blumenmotiven, hautfarbene Strumpfhose, weinrote Hausschuhe. Für den Fall, dass ich hätte rausgehen müssen, lagen meine weißen Pumps und meine weiße Jacke bereit.
20.8.2015
Fast noch mal so ein belangloser Tag! Heute hatte ich wenigstens Zeit, mal wieder ein neues Outfit zusammenzustellen: kniefreier weiß-schwarz gepunkteter Rock, weißes T-Shirt mit Zebrakopf, schwarze Strumpfhose, schwarze Pumps, weiße Jacke. Als ich dann für einige Einkäufe rausging, merkte ich, dass es wieder wärmer geworden war und ich die Jacke gar nicht brauchte.
Abends hieß es dann wieder Koffer packen für eine Wochenend-Kurzreise. Ich hoffe, davon gibt es danach wieder mehr zu berichten.
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
.
21.8.2015
Wer ein wenig kultur- und naturinteressiert ist, dem dürfte die Felsenbühne in Rathen ein Begriff sein. Der kleine Kurort an der Elbe oberhalb von Dresden liegt mitten im Nationalpark Sächsische Schweiz, einer faszinierenden Landschaft, die durch bizarre Sandsteinfelsen geprägt wird, die rechts und links der Elbe bis zu 300 Meter emporragen.
Seit mehreren Jahrzehnten gehört die Oper "Der Freischütz" von Carl Maria von Weber zum festen Bestandteil des Spielplanes der Felsenbühne. Kein Wunder, spielt die Oper doch in dieser Gegend und ist teilweise auch hier entstanden. Ein Besuch einer solchen Aufführung stand schon geraume Zeit auf meinem Wunschzettel. Das Problem dabei sind weniger die Karten, sondern vielmehr eine Übernachtungsmöglichkeit in der Nähe. Im vergangenen Jahr scheiterte mein Besuch an der fehlenden bzw. nicht rechtzeitig gebuchten Unterkunft.
Diesmal aber hatte ich bereits zu Beginn des Jahres vorgesorgt. Jetzt also konnte es losgehen. Mein Koffer war gepackt. Das sommerliche Wetter erlaubte mir, noch einmal auf das Outfit vom Vortag zurückzugreifen: kniefreier weiß-schwarz gepunkteter Rock, weißes T-Shirt mit Zebrakopf, schwarze Strumpfhose, schwarze Pumps, weiße Jacke. Nach etwa 2-½ Stunden Fahrt erreichte ich den malerischen Kurort Rathen. Die von mir gebuchte Pension lag mitten in den "Eisenbahnwelten", der angeblich größten Gartenbahnanlage der Welt. Da war eine Besichtigung dieser touristischen Attraktion fast Pflicht und der Eintritt sowieso im Übernachtungspreis enthalten.
Nachdem ich also mein Zimmer bezogen und mich ein wenig in den "Eisenbahnwelten" umgeschaut hatte, ging ich in eine Gaststätte zum Mittagessen. Ich war zum ersten Mal in Rathen und habe dann erst mal zum Kennenlernen einen kleinen Spaziergang durch den Ort unternommen, bevor ich in die Pension zurückging.
Jetzt galt es, mich für den kulturellen Höhepunkt des Tages zurechtzumachen. Ich schminkte mich noch einmal neu. Da ich damit rechnete, dass es gegen Abend draußen kühl wird, zog ich mein langärmliges rot-weiß gemustertes Kleid an, dazu schwarze Strumpfhosen und Pumps. Zur Sicherheit nahm ich noch meinen schwarzen Blazer mit.
Um zur Felsenbühne zu gelangen, mussten ich und zahlreiche andere Besucher mit der Fähre auf die andere Elbseite übersetzen. Dort angekommen, setzte eine wahre Völkerwanderung zur Felsenbühne ein. Ja, Wanderung, der Ausdruck passt irgendwie, zumindest wenn ich mir die Outfits der anderen Besucher ansah, die sich kein bisschen sich von der Alltagskleidung abhoben. Einige schienen, wie gesagt, gerade von der Wanderung heimgekommen zu sein. Eine einzige Familie (?) fiel mir auf, die es besser machen wollte: Vater und Sohn (ca. 14 Jahre) im Anzug und Schlips, Mutter und Tochter (ca. 16 Jahre) in festlichen Hosenanzügen.
Ich hoffe nur, jede(r) hat sich in seinen bzw. ihren Sachen wohlgefühlt. Mir ging es jedenfalls so.
Inmitten einer Felsschlucht gelegen, bietet diese Bühne in der Tat eine ideale Kulisse für den "Freischütz". Da reicht schon eine durchschnittliche Inszenierung und musikalische Darbietung, die Aufführung hier lebt einfach vom einzigartigen Ambiente des Ortes.
Nicht so schön fand ich dagegen die etwas knapp bemessene Pause bzw. die zu geringen Toilettenkapazitäten (bei Damen und Herren). So machte sich unter den Zuschauern etwas Hektik breit, bis alle wieder auf Ihren Plätzen saßen. Soweit ich es überblicken konnte, war die Veranstaltung ausverkauft. Dass ich meinen Blazer mitgenommen hatte, erwies sich als gute Entscheidung, denn in der Felsschlucht wurde es doch ziemlich kühl, aber es blieb trocken. Alles in Allem aber hat mir die Aufführung sehr gut gefallen.
Am Ende wurden noch Programme für die nächste Saison verteilt. Unter anderem soll da "Die Zauberflöte" von Wolfgang A. Mozart zur Aufführung kommen. Da komme ich gern noch einmal hierher.
Zuletzt erfolgte die "Wanderung" zurück zur Fähre. Um den Ansturm zu bewältigen, wurde ein zweites Boot eingesetzt. So kam auch ich schneller in meine Pension zurück und konnte mich abschminken und zur Ruhe legen.
21.8.2015
Wer ein wenig kultur- und naturinteressiert ist, dem dürfte die Felsenbühne in Rathen ein Begriff sein. Der kleine Kurort an der Elbe oberhalb von Dresden liegt mitten im Nationalpark Sächsische Schweiz, einer faszinierenden Landschaft, die durch bizarre Sandsteinfelsen geprägt wird, die rechts und links der Elbe bis zu 300 Meter emporragen.
Seit mehreren Jahrzehnten gehört die Oper "Der Freischütz" von Carl Maria von Weber zum festen Bestandteil des Spielplanes der Felsenbühne. Kein Wunder, spielt die Oper doch in dieser Gegend und ist teilweise auch hier entstanden. Ein Besuch einer solchen Aufführung stand schon geraume Zeit auf meinem Wunschzettel. Das Problem dabei sind weniger die Karten, sondern vielmehr eine Übernachtungsmöglichkeit in der Nähe. Im vergangenen Jahr scheiterte mein Besuch an der fehlenden bzw. nicht rechtzeitig gebuchten Unterkunft.
Diesmal aber hatte ich bereits zu Beginn des Jahres vorgesorgt. Jetzt also konnte es losgehen. Mein Koffer war gepackt. Das sommerliche Wetter erlaubte mir, noch einmal auf das Outfit vom Vortag zurückzugreifen: kniefreier weiß-schwarz gepunkteter Rock, weißes T-Shirt mit Zebrakopf, schwarze Strumpfhose, schwarze Pumps, weiße Jacke. Nach etwa 2-½ Stunden Fahrt erreichte ich den malerischen Kurort Rathen. Die von mir gebuchte Pension lag mitten in den "Eisenbahnwelten", der angeblich größten Gartenbahnanlage der Welt. Da war eine Besichtigung dieser touristischen Attraktion fast Pflicht und der Eintritt sowieso im Übernachtungspreis enthalten.
Nachdem ich also mein Zimmer bezogen und mich ein wenig in den "Eisenbahnwelten" umgeschaut hatte, ging ich in eine Gaststätte zum Mittagessen. Ich war zum ersten Mal in Rathen und habe dann erst mal zum Kennenlernen einen kleinen Spaziergang durch den Ort unternommen, bevor ich in die Pension zurückging.
Jetzt galt es, mich für den kulturellen Höhepunkt des Tages zurechtzumachen. Ich schminkte mich noch einmal neu. Da ich damit rechnete, dass es gegen Abend draußen kühl wird, zog ich mein langärmliges rot-weiß gemustertes Kleid an, dazu schwarze Strumpfhosen und Pumps. Zur Sicherheit nahm ich noch meinen schwarzen Blazer mit.
Um zur Felsenbühne zu gelangen, mussten ich und zahlreiche andere Besucher mit der Fähre auf die andere Elbseite übersetzen. Dort angekommen, setzte eine wahre Völkerwanderung zur Felsenbühne ein. Ja, Wanderung, der Ausdruck passt irgendwie, zumindest wenn ich mir die Outfits der anderen Besucher ansah, die sich kein bisschen sich von der Alltagskleidung abhoben. Einige schienen, wie gesagt, gerade von der Wanderung heimgekommen zu sein. Eine einzige Familie (?) fiel mir auf, die es besser machen wollte: Vater und Sohn (ca. 14 Jahre) im Anzug und Schlips, Mutter und Tochter (ca. 16 Jahre) in festlichen Hosenanzügen.
Ich hoffe nur, jede(r) hat sich in seinen bzw. ihren Sachen wohlgefühlt. Mir ging es jedenfalls so.
Inmitten einer Felsschlucht gelegen, bietet diese Bühne in der Tat eine ideale Kulisse für den "Freischütz". Da reicht schon eine durchschnittliche Inszenierung und musikalische Darbietung, die Aufführung hier lebt einfach vom einzigartigen Ambiente des Ortes.
Nicht so schön fand ich dagegen die etwas knapp bemessene Pause bzw. die zu geringen Toilettenkapazitäten (bei Damen und Herren). So machte sich unter den Zuschauern etwas Hektik breit, bis alle wieder auf Ihren Plätzen saßen. Soweit ich es überblicken konnte, war die Veranstaltung ausverkauft. Dass ich meinen Blazer mitgenommen hatte, erwies sich als gute Entscheidung, denn in der Felsschlucht wurde es doch ziemlich kühl, aber es blieb trocken. Alles in Allem aber hat mir die Aufführung sehr gut gefallen.
Am Ende wurden noch Programme für die nächste Saison verteilt. Unter anderem soll da "Die Zauberflöte" von Wolfgang A. Mozart zur Aufführung kommen. Da komme ich gern noch einmal hierher.
Zuletzt erfolgte die "Wanderung" zurück zur Fähre. Um den Ansturm zu bewältigen, wurde ein zweites Boot eingesetzt. So kam auch ich schneller in meine Pension zurück und konnte mich abschminken und zur Ruhe legen.
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
.
22.8.2015
In unmittelbarer Nähe des Kurortes Rathen befindet sich eins der schönsten Sandsteinfelsmassive der Sächsischen Schweiz, die Bastei. Diese sollte heute Ziel einer Wanderung sein.
Zuvor aber standen Anziehen, Schminken und das Frühstück in der Pension an. Ich entschied mich heute für mein knöchellanges, blau-weißes Sommerkleid, dazu hautfarbene Strumpfhosen und die flachsten (Damen-)Schuhe, die ich besitze, ein Paar weiße Sandaletten. Das mag zwar keine richtige Kleidung zum Wandern sein, aber angesichts der sehr gut ausgebauten und teilweise befestigten Wege hier, sah ich damit kein Problem. Da mag der Zustand mancher Gehwege in meiner Heimatstadt kritischen sein.
Zunächst ging es wieder mit der Fähre über die Elbe. Dann kam gleich das anstrengendste Stück, der Aufstieg zur Bastei. Ich habe nicht nachgezählt, aber etwa 800 Stufen sollen das gewesen sein. Kleidungsmäßig bin ich hier zwar, wie erwartet, ein wenig aus dem Rahmen gefallen, aber das schien die anderen Leute nicht sonderlich zu interessieren.
Die äußeren Bedingung konnten kaum besser sein: Sonniges Spätsommerwetter, angenehme Temperaturen und der Weg größtenteils durch schattenspendenden Wald. So ließ es sich aushalten!
Der Weg führte immer wieder an Aussichtspunkten vorbei, die phantastische Ausblicke auf das Elbtal und die Sandsteinwelt der Sächsischen Schweiz boten. Als besondere Attraktion möchte ich die Reste einer mittelalterlichen Felsenburg erwähnen, die einst auf einem der Felsen thronte. Zwischendurch bot sich auch ein Blick von oben auf die Felsenbühne, wo bereits die Proben für die nächste Aufführung liefen.
Schließlich kam ich zu der berühmten Basteibrücke, die bereits seit 1851 zwischen den Felsen für einen durchgängigen Wanderweg sorgt. Dort ließ ich erst einmal wieder ein Erinnerungsfoto machen:
Auf dem Plateau der Bastei befindet sich eine Ausflugsgaststätte. Dort konnte ich mich von dem etwas anstrengenden Aufstieg ein wenig stärken, schließlich war ja auch schon Mittagszeit. Mir fiel auf, dass die Kleidung zahlreicher anderer Besucher(innen) hier ein ganzes Stück eleganter ausfiel. Auch einige schöne Sommerkleider waren dabei. Ich denke aber, diese Leute kamen eher von dem nur wenige 100 Meter entferntem Parkplatz.
Die Schönheit der Landschaft hier hatten in der Vergangenheit zahlreiche Maler auf ihren Bildern festgehalten. Ein Teil davon ist in einer Ausstellung in der Nähe der Gaststätte zu sehen. Etwas erstaunt stellte ich fest, dass ich dort die einzige Besucherin war. Ist denn das allgemeine Kunstinteresse so gering?
Mein Weg wieder nach unten führte mich über verschiedene schattige Waldwege in den Nachbarort Wehlen. Als Sehenswürdigkeit sollte es hier einen botanischen Garten und ein Heimatmuseum geben. Der Garten lag an einem steilen Hang und hatte es in sich, zumindest, was er den Besuchern an Kletterkünsten abverlangte. Hier wäre eine Hochgebirgs-Wanderausrüstung angebracht gewesen, aber irgendwie bin ich auch so heil durchgekommen. Etwas enttäuscht war ich, dass das Heimatmuseum mitten im botanischen Garten geschlossen hatte.
Anschließend besuchte ich ein Café, um mich bei Kaffee und Kuchen ein wenig von den bisherigen "Strapazen" zu erholen. Für einen unschönen Beigeschmack aller gastronomischen Einrichtungen im Freien sorgten hier die permanent umherschwirrenden Wespen und anderen Insekten. Das hielt mich aber nicht davon ab, mir noch ein Eis schmecken zu lassen.
Für den Rückweg blieb ich zu ebener Erde, immer an der Elbe entlang. Bereits nach einer reichlichen Stunde war ich wieder an der Fähre in Rathen.
Kurzes Fazit: Ein anstrengender, aber schöner Tag!
23.8.2015
Und weil es so schön war, legte ich gleich noch einen Wandertag ein. Das Outfit behielt ich vom Vortag bei und auch das Wetter blieb sommerlich warm. Nach dem Frühstück packte ich meinen Koffer und ließ ihn bis zu meiner Abreise in der Pension deponieren.
Diesmal nahm ich eine etwas kleinere Runde um den Kurort Rathen in Angriff, landschaftlich nicht ganz so imposant wie am Vortag, dafür gemütlicher. Für das Mittagessen fand sich wieder eine der zahlreichen Ausflugsgaststätten.
Nach der Rückkehr blieb dann noch ausreichend Zeit für einen Kaffee, bevor ich meinen Koffer in der Pension abholte und die Heimreise antrat.
22.8.2015
In unmittelbarer Nähe des Kurortes Rathen befindet sich eins der schönsten Sandsteinfelsmassive der Sächsischen Schweiz, die Bastei. Diese sollte heute Ziel einer Wanderung sein.
Zuvor aber standen Anziehen, Schminken und das Frühstück in der Pension an. Ich entschied mich heute für mein knöchellanges, blau-weißes Sommerkleid, dazu hautfarbene Strumpfhosen und die flachsten (Damen-)Schuhe, die ich besitze, ein Paar weiße Sandaletten. Das mag zwar keine richtige Kleidung zum Wandern sein, aber angesichts der sehr gut ausgebauten und teilweise befestigten Wege hier, sah ich damit kein Problem. Da mag der Zustand mancher Gehwege in meiner Heimatstadt kritischen sein.
Zunächst ging es wieder mit der Fähre über die Elbe. Dann kam gleich das anstrengendste Stück, der Aufstieg zur Bastei. Ich habe nicht nachgezählt, aber etwa 800 Stufen sollen das gewesen sein. Kleidungsmäßig bin ich hier zwar, wie erwartet, ein wenig aus dem Rahmen gefallen, aber das schien die anderen Leute nicht sonderlich zu interessieren.
Die äußeren Bedingung konnten kaum besser sein: Sonniges Spätsommerwetter, angenehme Temperaturen und der Weg größtenteils durch schattenspendenden Wald. So ließ es sich aushalten!
Der Weg führte immer wieder an Aussichtspunkten vorbei, die phantastische Ausblicke auf das Elbtal und die Sandsteinwelt der Sächsischen Schweiz boten. Als besondere Attraktion möchte ich die Reste einer mittelalterlichen Felsenburg erwähnen, die einst auf einem der Felsen thronte. Zwischendurch bot sich auch ein Blick von oben auf die Felsenbühne, wo bereits die Proben für die nächste Aufführung liefen.
Schließlich kam ich zu der berühmten Basteibrücke, die bereits seit 1851 zwischen den Felsen für einen durchgängigen Wanderweg sorgt. Dort ließ ich erst einmal wieder ein Erinnerungsfoto machen:
Auf dem Plateau der Bastei befindet sich eine Ausflugsgaststätte. Dort konnte ich mich von dem etwas anstrengenden Aufstieg ein wenig stärken, schließlich war ja auch schon Mittagszeit. Mir fiel auf, dass die Kleidung zahlreicher anderer Besucher(innen) hier ein ganzes Stück eleganter ausfiel. Auch einige schöne Sommerkleider waren dabei. Ich denke aber, diese Leute kamen eher von dem nur wenige 100 Meter entferntem Parkplatz.
Die Schönheit der Landschaft hier hatten in der Vergangenheit zahlreiche Maler auf ihren Bildern festgehalten. Ein Teil davon ist in einer Ausstellung in der Nähe der Gaststätte zu sehen. Etwas erstaunt stellte ich fest, dass ich dort die einzige Besucherin war. Ist denn das allgemeine Kunstinteresse so gering?
Mein Weg wieder nach unten führte mich über verschiedene schattige Waldwege in den Nachbarort Wehlen. Als Sehenswürdigkeit sollte es hier einen botanischen Garten und ein Heimatmuseum geben. Der Garten lag an einem steilen Hang und hatte es in sich, zumindest, was er den Besuchern an Kletterkünsten abverlangte. Hier wäre eine Hochgebirgs-Wanderausrüstung angebracht gewesen, aber irgendwie bin ich auch so heil durchgekommen. Etwas enttäuscht war ich, dass das Heimatmuseum mitten im botanischen Garten geschlossen hatte.
Anschließend besuchte ich ein Café, um mich bei Kaffee und Kuchen ein wenig von den bisherigen "Strapazen" zu erholen. Für einen unschönen Beigeschmack aller gastronomischen Einrichtungen im Freien sorgten hier die permanent umherschwirrenden Wespen und anderen Insekten. Das hielt mich aber nicht davon ab, mir noch ein Eis schmecken zu lassen.
Für den Rückweg blieb ich zu ebener Erde, immer an der Elbe entlang. Bereits nach einer reichlichen Stunde war ich wieder an der Fähre in Rathen.
Kurzes Fazit: Ein anstrengender, aber schöner Tag!
23.8.2015
Und weil es so schön war, legte ich gleich noch einen Wandertag ein. Das Outfit behielt ich vom Vortag bei und auch das Wetter blieb sommerlich warm. Nach dem Frühstück packte ich meinen Koffer und ließ ihn bis zu meiner Abreise in der Pension deponieren.
Diesmal nahm ich eine etwas kleinere Runde um den Kurort Rathen in Angriff, landschaftlich nicht ganz so imposant wie am Vortag, dafür gemütlicher. Für das Mittagessen fand sich wieder eine der zahlreichen Ausflugsgaststätten.
Nach der Rückkehr blieb dann noch ausreichend Zeit für einen Kaffee, bevor ich meinen Koffer in der Pension abholte und die Heimreise antrat.
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
Hallo Andrea,
danke für Deine Berichte und die Bilder. Schau ich immer wieder gerne rein.
Zum Elbsandsteingebirge möchte ich auch mal. Ist aber doch bestimmt sehr anstrengend da hoch zu laufen. Ich denke, dass ich das im Männermodus machen muss. Schwitzen und Schminke vertragen sich nicht so gut.
LG
marie
danke für Deine Berichte und die Bilder. Schau ich immer wieder gerne rein.
Zum Elbsandsteingebirge möchte ich auch mal. Ist aber doch bestimmt sehr anstrengend da hoch zu laufen. Ich denke, dass ich das im Männermodus machen muss. Schwitzen und Schminke vertragen sich nicht so gut.
LG
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Gruß
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
Dem kann ich mich nur mit anschließen!
Immer wieder gerne lese ich deine Berichte.
Nächstes Jahr steht bei mir Dresden und das Elbsandsteingebirge auf der Urlaubsliste!
Das sollte dann bei mir auch dann als Frau gehen, mit ein bisschen Schminke, auch bei Hitze.
Freue mich schon auf die nächsten Berichte von dir, Andrea
LG
Victoria
Immer wieder gerne lese ich deine Berichte.
Nächstes Jahr steht bei mir Dresden und das Elbsandsteingebirge auf der Urlaubsliste!
Das sollte dann bei mir auch dann als Frau gehen, mit ein bisschen Schminke, auch bei Hitze.
Freue mich schon auf die nächsten Berichte von dir, Andrea
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
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Hallo Marie, hallo Victoria,
danke für die lobenden Worte! Ja, die "Sächsische Schweiz" ist eine wunderschöne Gegend, für Wanderer und Bergsteiger geradezu ein Paradies! Letzteres ist allerdings nicht so mein Ding.
Wenn ihr da mal hinfahren wollt, würde ich euch empfehlen, das in der Vor- oder Nachsaison zu tun, so ihr es euch einrichten könnt. Da ist einmal alles nicht so überlaufen und zu anderen die klimatischen Verhältnisse etwas angenehmer, dass frau auch bei körperlichen Aktivitäten nicht so schnell ins Schwitzen kommt. Allerdings macht dann die Felsenbühne in Rathen gerade Pause.
Wie und wann auch immer, wenn ihr da seid, könnt ihr mir gern ein Zeichen geben. Vielleicht ließe sich ein persönliches Treffen organisieren.
Hallo Marie, hallo Victoria,
danke für die lobenden Worte! Ja, die "Sächsische Schweiz" ist eine wunderschöne Gegend, für Wanderer und Bergsteiger geradezu ein Paradies! Letzteres ist allerdings nicht so mein Ding.
Wenn ihr da mal hinfahren wollt, würde ich euch empfehlen, das in der Vor- oder Nachsaison zu tun, so ihr es euch einrichten könnt. Da ist einmal alles nicht so überlaufen und zu anderen die klimatischen Verhältnisse etwas angenehmer, dass frau auch bei körperlichen Aktivitäten nicht so schnell ins Schwitzen kommt. Allerdings macht dann die Felsenbühne in Rathen gerade Pause.
Wie und wann auch immer, wenn ihr da seid, könnt ihr mir gern ein Zeichen geben. Vielleicht ließe sich ein persönliches Treffen organisieren.
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
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Wer jetzt hier auf meinen nächsten Bericht wartet, den muss ich erst einmal enttäuschen. Nach dem erlebnisreichen Wochenende in Rathen wäre jetzt wieder gewöhnliches Alltagsgeplänkel an der Reihe. Bevor ich jemanden damit langweile, möchte ich ein paar grundsätzliche Dinge ansprechen:
Als ich diesen Thread vor über drei Jahren startete, begann ich gerade, einen Teil meiner Freizeit als Andrea zu verbringen. Zu jedem Andrea-Tag etwas schreiben, so war es mal gedacht und ich habe es bis jetzt durchgezogen. Im Nachhinein betrachtet, hätte ich dem Ganzen besser die Überschrift "Mein Leben als Teilzeitfrau" geben sollen. Doch das ist vorbei. Der weibliche Anteil meines Lebens wurde seit dem immer größer und der Wunsch, komplett als Frau zu leben, gewann immer mehr die Oberhand. Jetzt konnte ich alle Hindernisse und Bedenken, die dem noch entgegenstanden, aus dem Weg räumen.
Über zwei Wochen lebe ich nun ununterbrochen als Frau. Das ist zwar noch nicht sehr viel, aber für mich so lange wie nie zuvor. Wichtiger aber dürfte sein: Es gibt derzeit keinen zwingenden Grund, noch einmal in den Männermodus zurückzukehren. Eine völlig neue Situation für mich und ich fühle mich pudelwohl dabei! Gut, in diesem Jahr wird es noch einige wenige Situationen geben, in denen ich es für zweckmäßig erachte, noch einmal den Mann zu spielen. Dafür hoffe ich, nächstes Jahr meine Männersachen endgültig entsorgen zu können. Mein Profil habe ich dem inzwischen auch angepasst.
Warum schreibe ich das hier? So wie dieser Thread konzipiert ist, möchte und kann ich ihn nicht weiterführen. Die fast tägliche Berichterstattung wurde mir schon seit geraumer Zeit zu viel und ich denke, jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um damit aufzuhören. Ich werde also in diesen Thread nichts mehr schreiben, eben weil mein Leben als Teilzeitfrau beendet ist.
Das heißt aber nicht, dass ich über meine künftige Entwicklung nichts mehr berichten werde. Ich habe vor, einen neuen Thread zu eröffnen und ihn "Mein Leben als Andrea" zu nennen. Dort werden nach wie vor interessante und wichtige Neuigkeiten über mich zu lesen sein, aber nicht mehr täglich, sondern nur bei Bedarf.
Ich möchte mich aus diesem Anlass bei allen treuen Leser(inne)n meiner Beiträge hier bedanken. Eure netten Kommentare haben mich dazu ermuntert, bis hierher weiterzuschreiben. Mir bleibt jetzt nur zu hoffen, dass die geplante neue Form der Berichterstattung inhaltlich genauso informativ und interessant rüberkommt, auch wenn diese nur in größeren Zeitabständen (z.B. einmal monatlich) erfolgt und textlich nicht ganz so umfangreich wie bisher ausfallen sollte.
Wer jetzt hier auf meinen nächsten Bericht wartet, den muss ich erst einmal enttäuschen. Nach dem erlebnisreichen Wochenende in Rathen wäre jetzt wieder gewöhnliches Alltagsgeplänkel an der Reihe. Bevor ich jemanden damit langweile, möchte ich ein paar grundsätzliche Dinge ansprechen:
Als ich diesen Thread vor über drei Jahren startete, begann ich gerade, einen Teil meiner Freizeit als Andrea zu verbringen. Zu jedem Andrea-Tag etwas schreiben, so war es mal gedacht und ich habe es bis jetzt durchgezogen. Im Nachhinein betrachtet, hätte ich dem Ganzen besser die Überschrift "Mein Leben als Teilzeitfrau" geben sollen. Doch das ist vorbei. Der weibliche Anteil meines Lebens wurde seit dem immer größer und der Wunsch, komplett als Frau zu leben, gewann immer mehr die Oberhand. Jetzt konnte ich alle Hindernisse und Bedenken, die dem noch entgegenstanden, aus dem Weg räumen.
Über zwei Wochen lebe ich nun ununterbrochen als Frau. Das ist zwar noch nicht sehr viel, aber für mich so lange wie nie zuvor. Wichtiger aber dürfte sein: Es gibt derzeit keinen zwingenden Grund, noch einmal in den Männermodus zurückzukehren. Eine völlig neue Situation für mich und ich fühle mich pudelwohl dabei! Gut, in diesem Jahr wird es noch einige wenige Situationen geben, in denen ich es für zweckmäßig erachte, noch einmal den Mann zu spielen. Dafür hoffe ich, nächstes Jahr meine Männersachen endgültig entsorgen zu können. Mein Profil habe ich dem inzwischen auch angepasst.
Warum schreibe ich das hier? So wie dieser Thread konzipiert ist, möchte und kann ich ihn nicht weiterführen. Die fast tägliche Berichterstattung wurde mir schon seit geraumer Zeit zu viel und ich denke, jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um damit aufzuhören. Ich werde also in diesen Thread nichts mehr schreiben, eben weil mein Leben als Teilzeitfrau beendet ist.
Das heißt aber nicht, dass ich über meine künftige Entwicklung nichts mehr berichten werde. Ich habe vor, einen neuen Thread zu eröffnen und ihn "Mein Leben als Andrea" zu nennen. Dort werden nach wie vor interessante und wichtige Neuigkeiten über mich zu lesen sein, aber nicht mehr täglich, sondern nur bei Bedarf.
Ich möchte mich aus diesem Anlass bei allen treuen Leser(inne)n meiner Beiträge hier bedanken. Eure netten Kommentare haben mich dazu ermuntert, bis hierher weiterzuschreiben. Mir bleibt jetzt nur zu hoffen, dass die geplante neue Form der Berichterstattung inhaltlich genauso informativ und interessant rüberkommt, auch wenn diese nur in größeren Zeitabständen (z.B. einmal monatlich) erfolgt und textlich nicht ganz so umfangreich wie bisher ausfallen sollte.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Andrea aus Sachsen
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Vivian Cologne
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
Liebe Andrea,
da muss ich mal kurz ein Tränchen verdrücken. Das hast du schön geschrieben.
Ich muss zugeben, deine täglichen Schilderungen habe ich nicht immer spannend gefunden. Aber seitdem wir unseren ersten gemeinsamen Opernbesuch absolviert haben, war mir klar, dass da noch viel mehr ist. Deine innere Stimme hat sich ja auch entsprechend gemeldet, dass mit dem Männerquatsch Schluss ist.
Das freut mich, und auf deine Schilderungen, wie es weitergeht, bin ich viel gespannter! Wenn du Rat und Tat brauchst, du kennst mich ja.
Vivian
da muss ich mal kurz ein Tränchen verdrücken. Das hast du schön geschrieben.
Ich muss zugeben, deine täglichen Schilderungen habe ich nicht immer spannend gefunden. Aber seitdem wir unseren ersten gemeinsamen Opernbesuch absolviert haben, war mir klar, dass da noch viel mehr ist. Deine innere Stimme hat sich ja auch entsprechend gemeldet, dass mit dem Männerquatsch Schluss ist.
Das freut mich, und auf deine Schilderungen, wie es weitergeht, bin ich viel gespannter! Wenn du Rat und Tat brauchst, du kennst mich ja.
Vivian
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Franka
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
Hallo Andrea,
erst mal danke ich dir für deine vielen interessanten Berichte und dafür das wir daran teilhaben durften. Ich habe sie immer gern gelesen.
Mir geht es ja genau wir dir, meine Männerklamotten sind nur noch für spezielle Notfälle oder derbe Arbeiten vorhanden.
Ich wünsche dir alles Gute auf deinem Weg und freue mich auf deinen neuen Threat.
LG Dahlia
erst mal danke ich dir für deine vielen interessanten Berichte und dafür das wir daran teilhaben durften. Ich habe sie immer gern gelesen.
Mir geht es ja genau wir dir, meine Männerklamotten sind nur noch für spezielle Notfälle oder derbe Arbeiten vorhanden.
Ich wünsche dir alles Gute auf deinem Weg und freue mich auf deinen neuen Threat.
LG Dahlia
Wir bekommen mit unserer Geburt das Leben geschenkt, doch viele von uns haben noch nicht einmal das Geschenkpapier abgemacht.
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Anne-Mette
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
Liebe Andrea,
Du hast uns an so vielen Erlebnissen ganz dicht und intim dabei sein lassen. Ich fühlte mich deshalb nicht als "Zuschauer", als Voyeur, sondern auf eine fast magische Weise einbezogen.
Ich habe mitgenossen, mitgefiebert und mich andererseits mitgeärgert, wenn es Probleme mit Deiner EX gab.
Außerdem habe ich etwas gelernt über Land und Leute und Kultur - und schöne Bilder gesehen, die eine Andrea zeigten, die ich auch persönlich kennenlernen durfte.
Ich freue mich sehr, dass es in einem anderen, neuen Thema weitergeht und wünsche Dir alles Liebe und Gute
Anne-Mette
Du hast uns an so vielen Erlebnissen ganz dicht und intim dabei sein lassen. Ich fühlte mich deshalb nicht als "Zuschauer", als Voyeur, sondern auf eine fast magische Weise einbezogen.
Ich habe mitgenossen, mitgefiebert und mich andererseits mitgeärgert, wenn es Probleme mit Deiner EX gab.
Außerdem habe ich etwas gelernt über Land und Leute und Kultur - und schöne Bilder gesehen, die eine Andrea zeigten, die ich auch persönlich kennenlernen durfte.
Ich freue mich sehr, dass es in einem anderen, neuen Thema weitergeht und wünsche Dir alles Liebe und Gute
Anne-Mette