Andrea — meine Erlebnisse - # 22
-
Andrea aus Sachsen
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 2503
- Registriert: Mi 30. Nov 2011, 08:43
- Geschlecht: Transfrau
- Pronomen: sie
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 19 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Andrea — meine Erlebnisse
.
Danke Nadine für die lieben Worte! Der Kleidungsstil von Theaterbesucher(inne)n ist je nach Ort und Veranstaltung schon sehr unterschiedlich. Gute Erfahrungen habe ich, wie gesagt, bei Premieren in Chemnitz gemacht. Aber auch Leipzig und zuletzt Zürich sind mir positiv aufgefallen.
Mag sein, dass mein Sitznachbar bei der Ballettvorstellung nichts gemerkt hat. Er sah ja nur kurz zu mir herüber. Bei zahlreichen Mitarbeiter(inne)n des Chemnitzer Opernhauses bin ich dagegen schon einige Zeit bekannt. Ich gehöre hier ja fast schon zum Inventar. Irgendwelche Bemerkungen zu meiner Besonderheit hat noch niemand gemacht. Angesichts der Häufigkeit und Intensität der Kontakte kann ich mir aber nicht vorstellen, dass da noch niemandem auch nur ein Verdacht gekommen sein sollte.
Danke Nadine für die lieben Worte! Der Kleidungsstil von Theaterbesucher(inne)n ist je nach Ort und Veranstaltung schon sehr unterschiedlich. Gute Erfahrungen habe ich, wie gesagt, bei Premieren in Chemnitz gemacht. Aber auch Leipzig und zuletzt Zürich sind mir positiv aufgefallen.
Mag sein, dass mein Sitznachbar bei der Ballettvorstellung nichts gemerkt hat. Er sah ja nur kurz zu mir herüber. Bei zahlreichen Mitarbeiter(inne)n des Chemnitzer Opernhauses bin ich dagegen schon einige Zeit bekannt. Ich gehöre hier ja fast schon zum Inventar. Irgendwelche Bemerkungen zu meiner Besonderheit hat noch niemand gemacht. Angesichts der Häufigkeit und Intensität der Kontakte kann ich mir aber nicht vorstellen, dass da noch niemandem auch nur ein Verdacht gekommen sein sollte.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Andrea aus Sachsen
-
Andrea aus Sachsen
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 2503
- Registriert: Mi 30. Nov 2011, 08:43
- Geschlecht: Transfrau
- Pronomen: sie
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 19 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Andrea — meine Erlebnisse
.
26.4.2016
Ursprünglich hatte ich für heute den Besuch einer Aufführung der Oper "Parsifal" von Richard Wagner im Chemnitzer Opernhaus ins Auge gefasst. Ich bin zwar keine Wagner-Liebhaberin, aber zur Erweiterung meines musikalischen Horizontes oder einfach zur Abwechslung wäre das vielleicht ganz nett gewesen. Nach dem überwältigenden Erlebnis meines ersten Ballettbesuches am Vortag, verzichtete ich aber vorerst auf dieses 5-Stunden-Mammutwerk und ließ ich es heute etwas ruhiger angehen. Es sollte vorrangig ein "Hausarbeitstag" werden.
Ich wählte ein Outfit in verschiedenen Brauntönen: kurzer brauner Rock mit Blumenmotiven, dunkelbraune blickdichte Strumpfhose und ein hellbraunes Langarmshirt. So musste ich dann auch zum Wäscheaufhängen raus in den Garten. Nachmittags bei Wiederabnehmen saßen die Nachbarn draußen, etwa 20 Meter entfernt. Sie hatten Besuch und waren so in ein Gespräch verwickelt, dass ich nicht sagen kann, ob sie mich überhaupt wahrgenommen haben.
Das sonnige Frühlingswetter hat mich dann auch dazu verführt, wie bereits in der Vorwoche eine Eisdiele zu besuchen. Ich zog dazu noch braune Stiefeletten und meinen türkisen Blazer an und sah etwa so aus wie bei den Chemnitzer Modenächten im vergangenen Jahr: http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... 10#p104054
Ich habe es wieder genossen, mir das Eis schmecken zu lassen und ein wenig die Leute zu beobachten. Nur eine Frau war dabei, die außer mir einen Rock trug. Zwei Bekannte sind auch vorbeigekommen mit der üblichen (Nicht-)Reaktion. Ich kann gar nicht sagen, wie viele Bekannte mich (meist hier in meiner Heimatstadt) bereits als Andrea gesehen haben, ohne zu wissen, wer dahintersteckt. Bei etwa 25 hatte ich aufgehört zu zählen.
Das war"™s dann schon wieder zu diesem unspektakulären Andrea-Tag.
26.4.2016
Ursprünglich hatte ich für heute den Besuch einer Aufführung der Oper "Parsifal" von Richard Wagner im Chemnitzer Opernhaus ins Auge gefasst. Ich bin zwar keine Wagner-Liebhaberin, aber zur Erweiterung meines musikalischen Horizontes oder einfach zur Abwechslung wäre das vielleicht ganz nett gewesen. Nach dem überwältigenden Erlebnis meines ersten Ballettbesuches am Vortag, verzichtete ich aber vorerst auf dieses 5-Stunden-Mammutwerk und ließ ich es heute etwas ruhiger angehen. Es sollte vorrangig ein "Hausarbeitstag" werden.
Ich wählte ein Outfit in verschiedenen Brauntönen: kurzer brauner Rock mit Blumenmotiven, dunkelbraune blickdichte Strumpfhose und ein hellbraunes Langarmshirt. So musste ich dann auch zum Wäscheaufhängen raus in den Garten. Nachmittags bei Wiederabnehmen saßen die Nachbarn draußen, etwa 20 Meter entfernt. Sie hatten Besuch und waren so in ein Gespräch verwickelt, dass ich nicht sagen kann, ob sie mich überhaupt wahrgenommen haben.
Das sonnige Frühlingswetter hat mich dann auch dazu verführt, wie bereits in der Vorwoche eine Eisdiele zu besuchen. Ich zog dazu noch braune Stiefeletten und meinen türkisen Blazer an und sah etwa so aus wie bei den Chemnitzer Modenächten im vergangenen Jahr: http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... 10#p104054
Ich habe es wieder genossen, mir das Eis schmecken zu lassen und ein wenig die Leute zu beobachten. Nur eine Frau war dabei, die außer mir einen Rock trug. Zwei Bekannte sind auch vorbeigekommen mit der üblichen (Nicht-)Reaktion. Ich kann gar nicht sagen, wie viele Bekannte mich (meist hier in meiner Heimatstadt) bereits als Andrea gesehen haben, ohne zu wissen, wer dahintersteckt. Bei etwa 25 hatte ich aufgehört zu zählen.
Das war"™s dann schon wieder zu diesem unspektakulären Andrea-Tag.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Andrea aus Sachsen
-
Andrea aus Sachsen
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 2503
- Registriert: Mi 30. Nov 2011, 08:43
- Geschlecht: Transfrau
- Pronomen: sie
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 19 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Andrea — meine Erlebnisse
.
2.5.2015
Wieder einmal ging es auf Reisen. Meinen Koffer hatte ich bereits am Vorabend gepackt. Mein Outfit heute: Blauer kurzer Rock, blau-grün-weiß gemusterte Bluse, blau gemusterte Strumpfhose, schwarze Pumps und darüber meinen schwarz-grau gemusterten Kurzmantel.
Gegen 9 Uhr verließ ich das Haus. In Chemnitz traf ich mich mit meiner Freundin Emma. Gemeinsam fuhren wir weiter nach Dresden. Emma ist zwar auch Mitglied hier im Forum, aber nicht (mehr) aktiv. Es sollte eine zweitägige Reise sein, also machten wir uns erst einmal mit der Straßenbahn auf den Weg zu unserem Hotel, wo wir unsere Koffer abstellen konnten. Das Einchecken ging, wie erwartet, völlig problemlos vonstatten. Keine musste einen Ausweis vorlegen.
Gleich darauf machten wir uns erneut auf den Weg. Diesmal mit dem Bus über das "Blaue Wunder" (Loschwitzer Brücke) auf die andere Elbseite zum Schloss und Park Pillnitz. Diese ehemalige Sommerresidenz des sächsischen Königshauses war auch so ein Reiseziel, das schon sehr lange auf meiner Wunschliste stand.
Zuerst besuchten Emma und ich das Schlossmuseum. Von den zahlreichen originalgetreu restaurierten Räumen hatte mich die königliche Hofküche am meisten beeindruckt. Dort fehlte zwar der sonst übliche Prunk, aber etwas vergleichbares hatte ich noch nirgendwo gesehen. Knapp 30 Leute sollen hier mal gearbeitet haben, um die hohen Herrschaften zu beköstigen.
Besonders gespannt waren wir danach auf eine Führung durch den Park Diese wurde durchgeführt von einer, die sich im sächsischen Hofstaat bestens auskennt: Fürstin von Sulkowski, zwar wie wir nicht ganz echt, aber mit beindruckendem Passing. Erstaunlicherweise hatte an diesem Tag sonst niemand Interesse an dieser Attraktion, sodass Emma und ich praktisch in den Genuss einer Privatführung kamen.
Leider ist es uns nicht gelungen, zu dritt auf ein Foto zu kommen. Bemerkenswert aber: Alle drei Damen trugen einen Rock oder ein Kleid! Aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen war diese klassische Damenbekleidung hier sonst nur ganz selten zu sehen.
Die Fürstin brachte uns bei strahlendem Sonnenschein einige interessante Gepflogenheiten am sächsischen Hof näher und würzte das Ganze mit diversen amüsanten Anekdoten. Das für heutige Verhältnisse nicht ganz unauffällige Outfit der Dame führte natürlich dazu, dass sie Ihre Führung immer wieder unterbrechen musste, weil andere Besucher sie gern fotografieren wollten. Einige fotografierten ungefragt einfach drauflos, wodurch sicher auch Emma und ich jetzt in zahlreichen privaten Fotoalben verewigt worden sind.
Die Fürstin sprach uns übrigens immer mit "meine Damen" an. Bezüglich unserer Besonderheit konnte ich aber weder von ihr noch von anderen Besuchern eine Reaktion erkennen.
Nach der Führung mussten Emma und ich erst einmal etwas gegen unsere knurrenden Mägen tun. Das sonnige Wetter erlaubte uns, im Außenbereich der zum Schloss gehörenden Gaststätte Platz zu nehmen. Danach aber galt es, schnell ins Hotel zurückzukommen. Wenn zwei Opernliebhaberinnen gemeinsam verreisen, bedarf es keiner Erklärung, was als kultureller Höhepunkt des Tages noch bevorsteht.
Die Zeit wurde echt knapp. Gerade mal 50 Minuten verblieben uns zum Umziehen und Ausbessern des Makeups. Ich griff auf mein bewährtes Theateroutfit zurück: schwarzer Godetrock, terracottafarbene Satinbluse, hautfarbene Strumpfhose und schwarze Sandaletten. Emma hatte sich für ein knielanges blaues Kleid entschieden. Schnell noch meinen grau melierten Blazer darüber und los ging"™s, diesmal nicht in die Semperoper, sondern in die Staatsoperette. Nach 9 Stationen mit der Straßenbahn, kamen wir rechtzeitig an und konnte noch ein wenig durch das Haus schlendern. Die meisten anderen Besucher(innen) waren natürlich ebenfalls angemessen festlich gekleidet. Eine Handvoll Leute beiderlei Geschlechts dagegen glaubten wohl, auf einem Dorffest zu sein. Kurz vor Beginn der Vorstellung war noch die Gelegenheit für ein kleines Erinnerungsfoto:
Heute stand die Premiere von "Cagliostro in Wien", einer selten gespielten Operette von Johann Strauss auf dem Spielplan: http://de.wikipedia.org/wiki/Cagliostro_in_Wien
Die Geschichte des italienischen Hochstaplers, Betrügers und Schwarzkünstlers, der bei seiner Ankunft in Wien für einige Verwirrung sorgt, wurde für meine Begriffe nicht ganz nach historischem Vorbild inszeniert. Sehenswert war sie Aufführung trotzdem und die Musik von Johann Strauss sowieso eine Klasse für sich. Einer von Cagliostros Helfern übte sich dabei in mehreren Szenen im Crossdressing und sah sogar ganz passabel aus. Am Ende gab es reichlich Beifall für eine alles in allem doch gelungene Inszenierung.
In der zum Theater gehörenden Gaststätte mit dem passenden Namen "Fledermaus" (nach einer anderen Johann-Strauss-Operette) fand anschließend eine Premierenfeier statt. Diese war allerdings hoffnungslos überfüllt. Auch sonst entspricht die Ausstattung des kleinen Theaters, welches seinerzeit in Dresden als erstes nach dem Krieg wiedereröffnet wurde, nicht mehr dem heutigen Stand. Doch es besteht gute Hoffnung auf bessere Zeiten: Nach der nächsten Saison soll die Staatsoperette in ein neues Domizil umziehen. Die Bauarbeiten am neuen Haus sind bereits in vollem Gange.
Nach einer knappen Stunde verließen Emma und ich die Veranstaltung und fuhren ins Hotel zurück. Schön, dass wir so, neben einer selten gespielten Operette des "Walzerkönigs", auch das "alte Haus" noch einmal kennenlernen konnten.
2.5.2015
Wieder einmal ging es auf Reisen. Meinen Koffer hatte ich bereits am Vorabend gepackt. Mein Outfit heute: Blauer kurzer Rock, blau-grün-weiß gemusterte Bluse, blau gemusterte Strumpfhose, schwarze Pumps und darüber meinen schwarz-grau gemusterten Kurzmantel.
Gegen 9 Uhr verließ ich das Haus. In Chemnitz traf ich mich mit meiner Freundin Emma. Gemeinsam fuhren wir weiter nach Dresden. Emma ist zwar auch Mitglied hier im Forum, aber nicht (mehr) aktiv. Es sollte eine zweitägige Reise sein, also machten wir uns erst einmal mit der Straßenbahn auf den Weg zu unserem Hotel, wo wir unsere Koffer abstellen konnten. Das Einchecken ging, wie erwartet, völlig problemlos vonstatten. Keine musste einen Ausweis vorlegen.
Gleich darauf machten wir uns erneut auf den Weg. Diesmal mit dem Bus über das "Blaue Wunder" (Loschwitzer Brücke) auf die andere Elbseite zum Schloss und Park Pillnitz. Diese ehemalige Sommerresidenz des sächsischen Königshauses war auch so ein Reiseziel, das schon sehr lange auf meiner Wunschliste stand.
Zuerst besuchten Emma und ich das Schlossmuseum. Von den zahlreichen originalgetreu restaurierten Räumen hatte mich die königliche Hofküche am meisten beeindruckt. Dort fehlte zwar der sonst übliche Prunk, aber etwas vergleichbares hatte ich noch nirgendwo gesehen. Knapp 30 Leute sollen hier mal gearbeitet haben, um die hohen Herrschaften zu beköstigen.
Besonders gespannt waren wir danach auf eine Führung durch den Park Diese wurde durchgeführt von einer, die sich im sächsischen Hofstaat bestens auskennt: Fürstin von Sulkowski, zwar wie wir nicht ganz echt, aber mit beindruckendem Passing. Erstaunlicherweise hatte an diesem Tag sonst niemand Interesse an dieser Attraktion, sodass Emma und ich praktisch in den Genuss einer Privatführung kamen.
Leider ist es uns nicht gelungen, zu dritt auf ein Foto zu kommen. Bemerkenswert aber: Alle drei Damen trugen einen Rock oder ein Kleid! Aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen war diese klassische Damenbekleidung hier sonst nur ganz selten zu sehen.
Die Fürstin brachte uns bei strahlendem Sonnenschein einige interessante Gepflogenheiten am sächsischen Hof näher und würzte das Ganze mit diversen amüsanten Anekdoten. Das für heutige Verhältnisse nicht ganz unauffällige Outfit der Dame führte natürlich dazu, dass sie Ihre Führung immer wieder unterbrechen musste, weil andere Besucher sie gern fotografieren wollten. Einige fotografierten ungefragt einfach drauflos, wodurch sicher auch Emma und ich jetzt in zahlreichen privaten Fotoalben verewigt worden sind.
Die Fürstin sprach uns übrigens immer mit "meine Damen" an. Bezüglich unserer Besonderheit konnte ich aber weder von ihr noch von anderen Besuchern eine Reaktion erkennen.
Nach der Führung mussten Emma und ich erst einmal etwas gegen unsere knurrenden Mägen tun. Das sonnige Wetter erlaubte uns, im Außenbereich der zum Schloss gehörenden Gaststätte Platz zu nehmen. Danach aber galt es, schnell ins Hotel zurückzukommen. Wenn zwei Opernliebhaberinnen gemeinsam verreisen, bedarf es keiner Erklärung, was als kultureller Höhepunkt des Tages noch bevorsteht.
Die Zeit wurde echt knapp. Gerade mal 50 Minuten verblieben uns zum Umziehen und Ausbessern des Makeups. Ich griff auf mein bewährtes Theateroutfit zurück: schwarzer Godetrock, terracottafarbene Satinbluse, hautfarbene Strumpfhose und schwarze Sandaletten. Emma hatte sich für ein knielanges blaues Kleid entschieden. Schnell noch meinen grau melierten Blazer darüber und los ging"™s, diesmal nicht in die Semperoper, sondern in die Staatsoperette. Nach 9 Stationen mit der Straßenbahn, kamen wir rechtzeitig an und konnte noch ein wenig durch das Haus schlendern. Die meisten anderen Besucher(innen) waren natürlich ebenfalls angemessen festlich gekleidet. Eine Handvoll Leute beiderlei Geschlechts dagegen glaubten wohl, auf einem Dorffest zu sein. Kurz vor Beginn der Vorstellung war noch die Gelegenheit für ein kleines Erinnerungsfoto:
Heute stand die Premiere von "Cagliostro in Wien", einer selten gespielten Operette von Johann Strauss auf dem Spielplan: http://de.wikipedia.org/wiki/Cagliostro_in_Wien
Die Geschichte des italienischen Hochstaplers, Betrügers und Schwarzkünstlers, der bei seiner Ankunft in Wien für einige Verwirrung sorgt, wurde für meine Begriffe nicht ganz nach historischem Vorbild inszeniert. Sehenswert war sie Aufführung trotzdem und die Musik von Johann Strauss sowieso eine Klasse für sich. Einer von Cagliostros Helfern übte sich dabei in mehreren Szenen im Crossdressing und sah sogar ganz passabel aus. Am Ende gab es reichlich Beifall für eine alles in allem doch gelungene Inszenierung.
In der zum Theater gehörenden Gaststätte mit dem passenden Namen "Fledermaus" (nach einer anderen Johann-Strauss-Operette) fand anschließend eine Premierenfeier statt. Diese war allerdings hoffnungslos überfüllt. Auch sonst entspricht die Ausstattung des kleinen Theaters, welches seinerzeit in Dresden als erstes nach dem Krieg wiedereröffnet wurde, nicht mehr dem heutigen Stand. Doch es besteht gute Hoffnung auf bessere Zeiten: Nach der nächsten Saison soll die Staatsoperette in ein neues Domizil umziehen. Die Bauarbeiten am neuen Haus sind bereits in vollem Gange.
Nach einer knappen Stunde verließen Emma und ich die Veranstaltung und fuhren ins Hotel zurück. Schön, dass wir so, neben einer selten gespielten Operette des "Walzerkönigs", auch das "alte Haus" noch einmal kennenlernen konnten.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Andrea aus Sachsen
-
Magdalena
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 2700
- Registriert: Di 4. Feb 2014, 10:17
- Geschlecht: weiblich
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Dresden
- Hat sich bedankt: 344 Mal
- Danksagung erhalten: 439 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Andrea — meine Erlebnisse
Halo Andrea,
wennich jetzt Deinen Bericht lese, freut es mich, dass es Euch gefallen hat. Auf der anderen Seite bin ich traurig, dass ich arbeiten musste. So war ich leider verhindert. Und was die Inszenierung betrifft, so baut die Operette in Dresden gern aktuelle Bezüge mit ein. Übrigens hat die Belegschaft und die Operettenfreunde in Dresden lange schon für eine neue Spielstätte gekämpft.
LG Magdalena
wennich jetzt Deinen Bericht lese, freut es mich, dass es Euch gefallen hat. Auf der anderen Seite bin ich traurig, dass ich arbeiten musste. So war ich leider verhindert. Und was die Inszenierung betrifft, so baut die Operette in Dresden gern aktuelle Bezüge mit ein. Übrigens hat die Belegschaft und die Operettenfreunde in Dresden lange schon für eine neue Spielstätte gekämpft.
LG Magdalena
Lebe jeden Tag.
-
Andrea aus Sachsen
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 2503
- Registriert: Mi 30. Nov 2011, 08:43
- Geschlecht: Transfrau
- Pronomen: sie
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 19 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Andrea — meine Erlebnisse
.
3.5.2015
Um 9 Uhr hatte ich mich mit meiner Freundin Emma beim Frühstück im Hotel verabredet. Beide waren wir rechtzeitig mit dem Schminken fertig. Beim Outfit waren wir uns ohne Absprache einig, dass es noch mal das Gleiche wie am Vortag sein soll. Ich trug also wieder meinen blauen kurzen Rock, die blau-grün-weiß gemusterte Bluse, blau gemusterte Strumpfhosen und schwarze Pumps. Emma kam erneut fast komplett in ihrer Lieblingsfarbe schwarz.
Nach einem Blick aus dem Fenster versprach es wieder ein sonniger Frühlingstag zu werden. Ich zog für draußen deshalb nur meinen grau melierten Blazer darüber. Emma und ich bezahlten unsere Rechnungen und durften unsere Koffer noch einmal an der Rezeption deponieren.
Die Aufführung von "Cagliostro in Wien" am Vortag war nur ein Teil des Johann-Strauss-Festivals, welches die ganze Woche in der Dresdner Staatsoperette läuft. Eine andere Veranstaltung davon wollten wir heute noch besuchen: Eduard Strauss, Urenkel des gleichnamigen jüngsten Bruders von Johann Strauss, und sein Sohn sollten einen Vortrag über die Wiener Strauss-Dynastie halten. Beide kommen aus Wien und gehen ganz "normalen" Berufen nach, beschäftigen sich aber in ihrer Freizeit sehr intensiv mit dem Leben ihrer berühmten Vorfahren.
Im Restaurant "Fledermaus" waren dazu etwa 80% der Plätze besetzt. So war es wesentlich gemütlicher als im Gedränge bei der Premierenfeier am Vorabend. Im Vortrag kamen neben den musikalischen Glanzleistungen der Familie Strauss einige weniger spektakuläre aber trotzdem recht amüsante Anekdoten aus deren Privatleben zur Sprache. Vermischt mit ausgewählten Musikeinspielungen waren das kurzweilige 90 Minuten, die selbst für mich als Johann-Strauss-Liebhaberin noch einige neue Erkenntnisse brachten. Zum Schluss konnte ich mit den "Experten" noch ein paar Worte wechseln. Bereitwillig erfüllten diese meinen Autogrammwunsch.
Bei unsrem letzten gemeinsamen Besuch in Dresden vor über zwei Jahren (wie die Zeit vergeht!) hatten wir uns unter anderem auch das Asisi-Panometer angesehen (http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... =30#p60722). Das große Panoramabild zeigte damals Dresden, wie es in 18. Jahrhundert ausgesehen hat. Auch derzeit ist ein Bild von Dresden zu sehen, allerdings zu einer anderen Zeit und vor weniger erfreulichem Hintergrund, nämlich wenige Tage nach der Bombardierung im Februar 1945: http://www.asisi.de/de/panoramen/dresde ... ry-de.html
Dresden in einer seiner Blütezeit und nach der Zerstörung — unterschiedlicher könnten die Stimmungen, die die Bilder verbreiten, nicht sein. Beeindruckend sind sie beide. Nach der Besichtigung gingen Emma und ich ins Bistro des Panometers, um eine Kleinigkeit zu essen, bevor wir uns auf den Weg zurück ins Hotel machten und unsere Koffer abholten. Weiter ging es dann mit der Straßenbahn zum Bahnhof und da war es draußen schon so warm, dass ich meinen Blazer ausziehen musste. Irgendwie hatte da der Wetterbericht etwas anderes vorhergesagt, wollte ich doch danach ursprünglich mal einen Anorak mitnehmen.
Am Bahnhof hatten wir noch Zeit, einen Kaffee zu trinken. Die Heimreise traten wir allerdings nicht gemeinsam an. Emma hatte zu Hause noch einiges zu tun und es war schon später geworden als ursprünglich geplant. Das gleiche konnte ich zwar von mir auch behaupten, aber ich hatte meiner Tochter versprochen, nicht vor 18 Uhr zu Hause zu sein, weil sie eine Freundin zu Besuch hatte und dieser "Tante Andrea" (noch) nicht vorstellen wollte.
So schlenderte ich noch ein wenig durch die Läden im Dresdner Hauptbahnhof, um eine Stunde später ebenfalls nach Hause zu fahren.
Ich hoffe mal, Emma hat dieser Ausflug genauso gut gefallen und es wird irgendwann einmal eine Wiederholung geben. Die Vorfreude ist schon mal groß.
3.5.2015
Um 9 Uhr hatte ich mich mit meiner Freundin Emma beim Frühstück im Hotel verabredet. Beide waren wir rechtzeitig mit dem Schminken fertig. Beim Outfit waren wir uns ohne Absprache einig, dass es noch mal das Gleiche wie am Vortag sein soll. Ich trug also wieder meinen blauen kurzen Rock, die blau-grün-weiß gemusterte Bluse, blau gemusterte Strumpfhosen und schwarze Pumps. Emma kam erneut fast komplett in ihrer Lieblingsfarbe schwarz.
Nach einem Blick aus dem Fenster versprach es wieder ein sonniger Frühlingstag zu werden. Ich zog für draußen deshalb nur meinen grau melierten Blazer darüber. Emma und ich bezahlten unsere Rechnungen und durften unsere Koffer noch einmal an der Rezeption deponieren.
Die Aufführung von "Cagliostro in Wien" am Vortag war nur ein Teil des Johann-Strauss-Festivals, welches die ganze Woche in der Dresdner Staatsoperette läuft. Eine andere Veranstaltung davon wollten wir heute noch besuchen: Eduard Strauss, Urenkel des gleichnamigen jüngsten Bruders von Johann Strauss, und sein Sohn sollten einen Vortrag über die Wiener Strauss-Dynastie halten. Beide kommen aus Wien und gehen ganz "normalen" Berufen nach, beschäftigen sich aber in ihrer Freizeit sehr intensiv mit dem Leben ihrer berühmten Vorfahren.
Im Restaurant "Fledermaus" waren dazu etwa 80% der Plätze besetzt. So war es wesentlich gemütlicher als im Gedränge bei der Premierenfeier am Vorabend. Im Vortrag kamen neben den musikalischen Glanzleistungen der Familie Strauss einige weniger spektakuläre aber trotzdem recht amüsante Anekdoten aus deren Privatleben zur Sprache. Vermischt mit ausgewählten Musikeinspielungen waren das kurzweilige 90 Minuten, die selbst für mich als Johann-Strauss-Liebhaberin noch einige neue Erkenntnisse brachten. Zum Schluss konnte ich mit den "Experten" noch ein paar Worte wechseln. Bereitwillig erfüllten diese meinen Autogrammwunsch.
Bei unsrem letzten gemeinsamen Besuch in Dresden vor über zwei Jahren (wie die Zeit vergeht!) hatten wir uns unter anderem auch das Asisi-Panometer angesehen (http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... =30#p60722). Das große Panoramabild zeigte damals Dresden, wie es in 18. Jahrhundert ausgesehen hat. Auch derzeit ist ein Bild von Dresden zu sehen, allerdings zu einer anderen Zeit und vor weniger erfreulichem Hintergrund, nämlich wenige Tage nach der Bombardierung im Februar 1945: http://www.asisi.de/de/panoramen/dresde ... ry-de.html
Dresden in einer seiner Blütezeit und nach der Zerstörung — unterschiedlicher könnten die Stimmungen, die die Bilder verbreiten, nicht sein. Beeindruckend sind sie beide. Nach der Besichtigung gingen Emma und ich ins Bistro des Panometers, um eine Kleinigkeit zu essen, bevor wir uns auf den Weg zurück ins Hotel machten und unsere Koffer abholten. Weiter ging es dann mit der Straßenbahn zum Bahnhof und da war es draußen schon so warm, dass ich meinen Blazer ausziehen musste. Irgendwie hatte da der Wetterbericht etwas anderes vorhergesagt, wollte ich doch danach ursprünglich mal einen Anorak mitnehmen.
Am Bahnhof hatten wir noch Zeit, einen Kaffee zu trinken. Die Heimreise traten wir allerdings nicht gemeinsam an. Emma hatte zu Hause noch einiges zu tun und es war schon später geworden als ursprünglich geplant. Das gleiche konnte ich zwar von mir auch behaupten, aber ich hatte meiner Tochter versprochen, nicht vor 18 Uhr zu Hause zu sein, weil sie eine Freundin zu Besuch hatte und dieser "Tante Andrea" (noch) nicht vorstellen wollte.
So schlenderte ich noch ein wenig durch die Läden im Dresdner Hauptbahnhof, um eine Stunde später ebenfalls nach Hause zu fahren.
Ich hoffe mal, Emma hat dieser Ausflug genauso gut gefallen und es wird irgendwann einmal eine Wiederholung geben. Die Vorfreude ist schon mal groß.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Andrea aus Sachsen
-
Kerstin
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 2385
- Registriert: Fr 17. Feb 2012, 01:31
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 1 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Andrea — meine Erlebnisse
Hallo Andrea
Vielen vielen Dank für deine lieben Berichte. Es ist jedesmal schön sie zu lesen.
Nun erlaube ich mir aber einmal einen vorschlag für deinen nächgsten Ausflug zu machen
http://www.stiftungfriedenstein.de/ekhof-theater
In der Wochenendbeilage war ein Bericht über dieses Schloß abgedruckt - muß ja echt toll dort sein.
Liebe Grüße
Kerstin
Vielen vielen Dank für deine lieben Berichte. Es ist jedesmal schön sie zu lesen.
Nun erlaube ich mir aber einmal einen vorschlag für deinen nächgsten Ausflug zu machen
http://www.stiftungfriedenstein.de/ekhof-theater
In der Wochenendbeilage war ein Bericht über dieses Schloß abgedruckt - muß ja echt toll dort sein.
Liebe Grüße
Kerstin
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
-
Andrea aus Sachsen
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 2503
- Registriert: Mi 30. Nov 2011, 08:43
- Geschlecht: Transfrau
- Pronomen: sie
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 19 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Andrea — meine Erlebnisse
.
Vielleicht kriege ich sogar im Juli oder August noch eine Kurzreise nach Gotha hin. Danke Kerstin, für den Tipp!
Das scheint ja ein echter Geheimtipp zu sein! Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, davon schon mal gehört zu haben. Wenn ich das dagegen lese "¦Kerstin hat geschrieben:Nun erlaube ich mir aber einmal einen vorschlag für deinen nächgsten Ausflug zu machen
http://www.stiftungfriedenstein.de/ekhof-theater
Vielleicht kriege ich sogar im Juli oder August noch eine Kurzreise nach Gotha hin. Danke Kerstin, für den Tipp!
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Andrea aus Sachsen
-
Nadi
- Beiträge: 45
- Registriert: Mo 30. Mär 2015, 15:57
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Andrea — meine Erlebnisse
Wunderbarer Bericht, liebe Andrea!
Ihr hattet sicherlich ein tolles Wochenende und es ist immer wieder erfrischend, dass man ohne ein großes Aufsehen zu erregen als Frau reisen kann.
Da hast Du mir ja einige Anregungen für Dresden gegeben. Bei mir geht's ja am Donnerstag in die schöne Sachsenstadt, worauf ich mich schon sehr freue.
Alles Liebe aus Wien,
Nadine
Ihr hattet sicherlich ein tolles Wochenende und es ist immer wieder erfrischend, dass man ohne ein großes Aufsehen zu erregen als Frau reisen kann.
Da hast Du mir ja einige Anregungen für Dresden gegeben. Bei mir geht's ja am Donnerstag in die schöne Sachsenstadt, worauf ich mich schon sehr freue.
Alles Liebe aus Wien,
Nadine
Wenn Ihr mehr von mir erfahren wollt, besucht doch meinen Blog: http://nadinecd.blogspot.co.at
-
Andrea aus Sachsen
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 2503
- Registriert: Mi 30. Nov 2011, 08:43
- Geschlecht: Transfrau
- Pronomen: sie
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 19 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Andrea — meine Erlebnisse
.
9.5.2015
Heute fand in meiner Heimatstadt ein kleines Straßenfest statt. Dazu hatten einige Geschäfte länger geöffnet und auf einer Bühne sollte es unter anderem eine Modenschau geben. Als Mann hatte mich so etwas noch nie interessiert, aber jetzt als Andrea sah das natürlich ganz anders aus.
Bedenken, meine Exfrau dort zu treffen, konnten durch ein Gespräch, das meine Tochter am Vortag mit ihr führte, zerstreut werden. Danach hatte meine "Ex" heute etwas anderes vor.
Das sonnige warme Wetter erlaubte mir, endlich mal wieder ein Sommerkleid aus dem Schrank zu holen. Ich entschied mich für das grün-weiß-schwarz gemusterte, dazu hautfarbene Strumpfhosen und schwarze Sandaletten.
Es waren relativ wenige Leute unterwegs, aber dafür so viele Bekannte (mindestens 10), wie ich lange nicht mehr an einem Tag gesehen hatte. Diese Situation bereitete mir trotz dreijähriger CD-Erfahrung ein gewisses Unbehagen. Da ich mit meinem bunten Kleid auch nicht ganz unauffällig gekleidet war (sonst dominierte eher schwarz, grau, jeansblau), könnten einige vielleicht doch etwas genauer hingeschaut haben. Aber ich ließ mich nicht aus der Fassung bringen. Noch kein Mittag gegessen, hatte ich einen Besuch am Imbissstand fest eingeplant, ohne zu wissen, dort sogar von einer Bekannten bedient zu werden. Erkennbare Reaktionen blieben aber zum Glück aus.
Ich hab mich dann in den Damenmodegeschäften ein wenig umgesehen und bin auch fündig geworden: einen knielangen ausgestellten Rock mit weiß-blauen Blumenmuster. Der wird im kommenden Sommer bestimmt zum Einsatz kommen.
Inzwischen verdunkelte sich der Himmel und ein kühler Wind kam auf. Sollte etwa gerade jetzt der vom Wetterbericht angedrohte Gewitterschauer losgehen und die Modenschau buchstäblich ins Wasser fallen? Ich ging erst noch einmal nach Hause, um mir meinen schwarzen Blazer darüber zu ziehen, denn in dem Kleid wurde es mir etwas zu kalt.
Als ich kurz darauf vor der Bühne Platz nahm, hatten sich die dunklen Wolken bereits wieder verzogen. Erneut verspürte ich eine gewisse Anspannung, als meine Nachbarin sich nur wenige Meter von mir entfernt hinsetzte. Ich versuchte, so wenig wie möglich in ihre Richtung zu blicken.
Die Modenschau bot einige ganz ansehnliche Sachen, obwohl ich manches als nicht passend empfand und nicht alles für meine Altersgruppe geeignet war. Im Hinblick auf den bevorstehenden Sommer dominierten eindeutig farbenfrohe Röcke und Kleider, ganz im Gegensatz zu dem, was frau vor der Bühne sah. Ich fühlte mich dann doch in meiner heutigen Kleidungswahl bestätigt, denn das kam dem gezeigten meines Erachtens recht nahe.
Zu sehen war ausschließlich Damenmode. Ob sich die wenigen anwesenden Herren dadurch benachteiligt vorkamen? Jedenfalls fragte der Moderator am Ende einen von denen, wie es ihm gefallen habe und ob er für sich etwas Passendes gefunden hätte. Die Antwort klang ein wenig verlegen.
Inzwischen schien wieder die Sonne und es wurde wärmer, dass ich fast meinen Blazer wieder ausgezogen hätte. Ich verspürte Appetit auf ein Eis und ging in die Eisdiele, die ich bereits die vergangenen beiden Wochenenden als Andrea besucht hatte. Es würde mich nicht wundern, wenn die Verkäuferinnen mich nun bereits vom Sehen kennen.
Einer aber kennt mich mit Sicherheit. Bei einer Vorführung der örtlichen Tanzschule traf ich den Tanzlehrer wieder, der mir voriges Jahr einen Crash-Kurs in Rock "™n"™ Roll gegeben hatte. Ein paar Worte wechselte ich mit ihm. Er konnte sich noch gut an mich erinnern.
Ansonsten waren einige Leute unterwegs, die fleißig Fotos machten. Es war zwar kein mir bekannter Reporter dabei, aber ich werde in den nächsten Tagen mal die Lokalzeitungen durchsehen. Vielleicht bin ich hier ja schon bekannter als ich denke. Bleib mir dann nur zu hoffen, dass das mal nie nach hinten losgeht.
9.5.2015
Heute fand in meiner Heimatstadt ein kleines Straßenfest statt. Dazu hatten einige Geschäfte länger geöffnet und auf einer Bühne sollte es unter anderem eine Modenschau geben. Als Mann hatte mich so etwas noch nie interessiert, aber jetzt als Andrea sah das natürlich ganz anders aus.
Bedenken, meine Exfrau dort zu treffen, konnten durch ein Gespräch, das meine Tochter am Vortag mit ihr führte, zerstreut werden. Danach hatte meine "Ex" heute etwas anderes vor.
Das sonnige warme Wetter erlaubte mir, endlich mal wieder ein Sommerkleid aus dem Schrank zu holen. Ich entschied mich für das grün-weiß-schwarz gemusterte, dazu hautfarbene Strumpfhosen und schwarze Sandaletten.
Es waren relativ wenige Leute unterwegs, aber dafür so viele Bekannte (mindestens 10), wie ich lange nicht mehr an einem Tag gesehen hatte. Diese Situation bereitete mir trotz dreijähriger CD-Erfahrung ein gewisses Unbehagen. Da ich mit meinem bunten Kleid auch nicht ganz unauffällig gekleidet war (sonst dominierte eher schwarz, grau, jeansblau), könnten einige vielleicht doch etwas genauer hingeschaut haben. Aber ich ließ mich nicht aus der Fassung bringen. Noch kein Mittag gegessen, hatte ich einen Besuch am Imbissstand fest eingeplant, ohne zu wissen, dort sogar von einer Bekannten bedient zu werden. Erkennbare Reaktionen blieben aber zum Glück aus.
Ich hab mich dann in den Damenmodegeschäften ein wenig umgesehen und bin auch fündig geworden: einen knielangen ausgestellten Rock mit weiß-blauen Blumenmuster. Der wird im kommenden Sommer bestimmt zum Einsatz kommen.
Inzwischen verdunkelte sich der Himmel und ein kühler Wind kam auf. Sollte etwa gerade jetzt der vom Wetterbericht angedrohte Gewitterschauer losgehen und die Modenschau buchstäblich ins Wasser fallen? Ich ging erst noch einmal nach Hause, um mir meinen schwarzen Blazer darüber zu ziehen, denn in dem Kleid wurde es mir etwas zu kalt.
Als ich kurz darauf vor der Bühne Platz nahm, hatten sich die dunklen Wolken bereits wieder verzogen. Erneut verspürte ich eine gewisse Anspannung, als meine Nachbarin sich nur wenige Meter von mir entfernt hinsetzte. Ich versuchte, so wenig wie möglich in ihre Richtung zu blicken.
Die Modenschau bot einige ganz ansehnliche Sachen, obwohl ich manches als nicht passend empfand und nicht alles für meine Altersgruppe geeignet war. Im Hinblick auf den bevorstehenden Sommer dominierten eindeutig farbenfrohe Röcke und Kleider, ganz im Gegensatz zu dem, was frau vor der Bühne sah. Ich fühlte mich dann doch in meiner heutigen Kleidungswahl bestätigt, denn das kam dem gezeigten meines Erachtens recht nahe.
Zu sehen war ausschließlich Damenmode. Ob sich die wenigen anwesenden Herren dadurch benachteiligt vorkamen? Jedenfalls fragte der Moderator am Ende einen von denen, wie es ihm gefallen habe und ob er für sich etwas Passendes gefunden hätte. Die Antwort klang ein wenig verlegen.
Inzwischen schien wieder die Sonne und es wurde wärmer, dass ich fast meinen Blazer wieder ausgezogen hätte. Ich verspürte Appetit auf ein Eis und ging in die Eisdiele, die ich bereits die vergangenen beiden Wochenenden als Andrea besucht hatte. Es würde mich nicht wundern, wenn die Verkäuferinnen mich nun bereits vom Sehen kennen.
Einer aber kennt mich mit Sicherheit. Bei einer Vorführung der örtlichen Tanzschule traf ich den Tanzlehrer wieder, der mir voriges Jahr einen Crash-Kurs in Rock "™n"™ Roll gegeben hatte. Ein paar Worte wechselte ich mit ihm. Er konnte sich noch gut an mich erinnern.
Ansonsten waren einige Leute unterwegs, die fleißig Fotos machten. Es war zwar kein mir bekannter Reporter dabei, aber ich werde in den nächsten Tagen mal die Lokalzeitungen durchsehen. Vielleicht bin ich hier ja schon bekannter als ich denke. Bleib mir dann nur zu hoffen, dass das mal nie nach hinten losgeht.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Andrea aus Sachsen
-
Regina
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1497
- Registriert: Fr 19. Dez 2008, 13:24
- Geschlecht: meist männlich
- Pronomen:
- Wohnort (Name): Hamburg
- Hat sich bedankt: 130 Mal
- Danksagung erhalten: 34 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Andrea — meine Erlebnisse
Hallo Andrea,
Es geht doch für Dich so wahnsinnig stark voran, dass ein kleiner Schuss nach hinten kaum ins Gewicht fällt.
Liebe Grüße aus Hamburg,
Regina
Es geht doch für Dich so wahnsinnig stark voran, dass ein kleiner Schuss nach hinten kaum ins Gewicht fällt.
Liebe Grüße aus Hamburg,
Regina
Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit. (Erasmus von Rotterdam)
-
Andrea aus Sachsen
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 2503
- Registriert: Mi 30. Nov 2011, 08:43
- Geschlecht: Transfrau
- Pronomen: sie
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 19 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Andrea — meine Erlebnisse
.
14.5.2015
Der nächste Höhepunkt stand an: Das diesjährige Forumstreffen, traditionell wieder in Berlin. Für die Anreise hatte ich mir bereits am Vorabend folgendes Outfit zurechtgelegt: roter kurzer enger Rock, bunte Bluse, schwarze Strumpfhose und Pumps. Draußen zog ich noch meinen schwarzen Blazer darüber.
In den Koffer hatte ich eine Reihe anderer Sachen gepackt, auch solche, die ich noch nie getragen hatte oder bei denen ich noch nicht wusste, was zusammenpassen könnte. Ich hoffte, in Berlin ein wenig Zeit zu finden, mal etwas Neues auszuprobieren. Fast hätte ich meinen kompletten Kleiderschrank mitgenommen, wenn nicht das Fassungsvermögen des Koffers dem Grenzen gesetzt hätte.
Da ich erst am späten Vormittag losgefahren bin, hatte ich ausreichend Zeit zum Schminken und ich war auch rechtzeitig damit fertig. Die Fahrt nach Berlin verlief reibungslos. Ein etwas bescheidenes Mittagessen (Imbiss) nahm ich unterwegs ein.
In der Berliner S-Bahn erwartete mich dann ein zweischneidiges Erlebnis: Ein Mann setzte sich neben mich und fragte nach einer Weile nacheinander, ob ich russisch, englisch oder deutsch spreche. Ich antwortete kurz mit ja oder nein. Sei es, weil sich keine gemeinsame Sprache fand oder weil er sein pantomimisches Talent zeigen wollte, machte er mit mehr oder weniger eindeutigen Gesten mir seine Aufwartung. Gut, wenn ich in die andere Richtung sah, habe ich davon nichts mitbekommen, aber ein wenig unangenehm war die Situation schon. Zum Glück ist er zwei Stationen vor mir ausgestiegen. Über die Beweggründe seines Handelns und als was er mich gesehen hat (Frau oder Trans*-Person), möchte ich hier nicht spekulieren.
Ich hatte ein Hotel ganz in der Nähe des Sonntagsclubs, wo das Forumstreffen stattfinden sollte, gebucht. Das suchte ich zunächst auf, um ein wenig zu verschnaufen. Durch ein etwas verwinkeltes Gebäude in einem Hinterhof kam ich in mein Zimmer. Dort fielen mir zuerst die großen Spiegel ins Auge — genau das, was frau braucht, um sich für einen großen Auftritt zurechtzumachen. Ich habe daraufhin mein Outfit ein wenig optimiert, denn ich merkte, dass der vorrangig weiße Schuck, den ich trug, nicht so recht zur Kleidung passte. Fast das gleiche in schwarz sah irgendwie besser aus, weil Schuhe und Strumpfhose die gleiche Farbe aufwiesen.
Ich hatte mir vorgenommen, den Tag mit einem Besuch im "BühnenRausch", einem Improvisationstheater gleich gegenüber vom Sonntagsclub, ausklingen zu lassen. Dort besuchte ich vor zwei Jahren schon mal eine Vorstellung.
Ich war über eine halbe Stunde eher da, um meine bestellte Eintrittskarte abzuholen und setzte mich danach ins Foyer.
Kurze Zeit später kam ein mir bis dahin unbekanntes Ehepaar herein und der Mann fragte mich, ob ich Andrea sei. Nanu, woher kennt der mich? Wie sich schnell herausstellte, war es Sigrid im Männermodus mit Frau. Später kam auch noch Pe* (Ursa minor) dazu und gemeinsam sahen wir uns die Vorstellung an.
Improvisationstheater baut auf die Zuarbeit vom Publikum. Diesmal wurden vorher Zettel eingesammelt, auf die jede(r) Stichwörter oder ganze Sätze schreiben durfte. Diese wurden nacheinander von den Schauspielern gelesen und in die Vorstellung eingebaut. Mein Satz "Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum!" ist zumindest sinngemäß mit verwendet worden. Hinterher stand dann wieder einmal die Frage, was als grobe Vorlage schon existierte und eventuell vorher geprobt wurde und was wirklich spontan entstand.
Nach der Vorstellung verabschiedeten wir uns erst einmal und jede(r) ging in seine (ihre) Unterkunft.
14.5.2015
Der nächste Höhepunkt stand an: Das diesjährige Forumstreffen, traditionell wieder in Berlin. Für die Anreise hatte ich mir bereits am Vorabend folgendes Outfit zurechtgelegt: roter kurzer enger Rock, bunte Bluse, schwarze Strumpfhose und Pumps. Draußen zog ich noch meinen schwarzen Blazer darüber.
In den Koffer hatte ich eine Reihe anderer Sachen gepackt, auch solche, die ich noch nie getragen hatte oder bei denen ich noch nicht wusste, was zusammenpassen könnte. Ich hoffte, in Berlin ein wenig Zeit zu finden, mal etwas Neues auszuprobieren. Fast hätte ich meinen kompletten Kleiderschrank mitgenommen, wenn nicht das Fassungsvermögen des Koffers dem Grenzen gesetzt hätte.
Da ich erst am späten Vormittag losgefahren bin, hatte ich ausreichend Zeit zum Schminken und ich war auch rechtzeitig damit fertig. Die Fahrt nach Berlin verlief reibungslos. Ein etwas bescheidenes Mittagessen (Imbiss) nahm ich unterwegs ein.
In der Berliner S-Bahn erwartete mich dann ein zweischneidiges Erlebnis: Ein Mann setzte sich neben mich und fragte nach einer Weile nacheinander, ob ich russisch, englisch oder deutsch spreche. Ich antwortete kurz mit ja oder nein. Sei es, weil sich keine gemeinsame Sprache fand oder weil er sein pantomimisches Talent zeigen wollte, machte er mit mehr oder weniger eindeutigen Gesten mir seine Aufwartung. Gut, wenn ich in die andere Richtung sah, habe ich davon nichts mitbekommen, aber ein wenig unangenehm war die Situation schon. Zum Glück ist er zwei Stationen vor mir ausgestiegen. Über die Beweggründe seines Handelns und als was er mich gesehen hat (Frau oder Trans*-Person), möchte ich hier nicht spekulieren.
Ich hatte ein Hotel ganz in der Nähe des Sonntagsclubs, wo das Forumstreffen stattfinden sollte, gebucht. Das suchte ich zunächst auf, um ein wenig zu verschnaufen. Durch ein etwas verwinkeltes Gebäude in einem Hinterhof kam ich in mein Zimmer. Dort fielen mir zuerst die großen Spiegel ins Auge — genau das, was frau braucht, um sich für einen großen Auftritt zurechtzumachen. Ich habe daraufhin mein Outfit ein wenig optimiert, denn ich merkte, dass der vorrangig weiße Schuck, den ich trug, nicht so recht zur Kleidung passte. Fast das gleiche in schwarz sah irgendwie besser aus, weil Schuhe und Strumpfhose die gleiche Farbe aufwiesen.
Ich hatte mir vorgenommen, den Tag mit einem Besuch im "BühnenRausch", einem Improvisationstheater gleich gegenüber vom Sonntagsclub, ausklingen zu lassen. Dort besuchte ich vor zwei Jahren schon mal eine Vorstellung.
Ich war über eine halbe Stunde eher da, um meine bestellte Eintrittskarte abzuholen und setzte mich danach ins Foyer.
Kurze Zeit später kam ein mir bis dahin unbekanntes Ehepaar herein und der Mann fragte mich, ob ich Andrea sei. Nanu, woher kennt der mich? Wie sich schnell herausstellte, war es Sigrid im Männermodus mit Frau. Später kam auch noch Pe* (Ursa minor) dazu und gemeinsam sahen wir uns die Vorstellung an.
Improvisationstheater baut auf die Zuarbeit vom Publikum. Diesmal wurden vorher Zettel eingesammelt, auf die jede(r) Stichwörter oder ganze Sätze schreiben durfte. Diese wurden nacheinander von den Schauspielern gelesen und in die Vorstellung eingebaut. Mein Satz "Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum!" ist zumindest sinngemäß mit verwendet worden. Hinterher stand dann wieder einmal die Frage, was als grobe Vorlage schon existierte und eventuell vorher geprobt wurde und was wirklich spontan entstand.
Nach der Vorstellung verabschiedeten wir uns erst einmal und jede(r) ging in seine (ihre) Unterkunft.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Andrea aus Sachsen
-
Andrea aus Sachsen
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 2503
- Registriert: Mi 30. Nov 2011, 08:43
- Geschlecht: Transfrau
- Pronomen: sie
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 19 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Andrea — meine Erlebnisse
.
15.5.2015
Der Tag begann, wie könnte es anders sein, mit dem Schminken im Hotel. Die großen Spiegel im Zimmer erwähnte ich ja bereits. Sie boten beste Möglichkeiten, das Gesamterscheinungsbild in Augenschein zu nehmen. Als Platz zum Schminken waren sie dagegen wegen der ungünstigen Beleuchtung (von oben oder von der Seite) eher ungeeignet. Da musste ich wieder auf die "Gardinenmethode" zurückgreifen: Schminkspiegel mit Sicherheitsnadel in richtiger Höhe an Gardine befestigt, bietet (bei Tageslicht) optimales Licht von vorn.
Ursprünglich wollte ich noch einmal das Gleiche wie am Vortag anziehen, stellte aber fest, dass der Knopf an dem roten Rock verdächtig locker saß. Den unterwegs zu verlieren, wollte ich nicht riskieren und stellte aus teilweise neuen Teilen ein anderes Outfit zusammen: knielanger ausgestellter Rock mit weiß-blauen Blumenmuster, weiße Bluse, schwarze Strumpfhose und Pumps. So ging ich zum Frühstück und war wieder einmal die einzige Frau, die einen Rock trug.
Das Anprobieren für das neue Outfit hat mich etwas Zeit gekostet und so musste ich auf einen ursprünglich geplanten kleinen Einkaufsbummel verzichten. Also zog ich nach einer kurzen Verschnaufpause meinen schwarzen Blazer darüber und machte mich auf den Weg in den Sonntagsclub.
Dort gab es in einer fast schon vertrauten Atmosphäre viele nette Gespräche mit altbekannten, aber auch einigen neuen "Gesichtern" aus unserem Forum.
Als ersten Programmpunkt hatten wir einen Mann und eine Frau von der Berliner Staatsanwaltschaft zu Gast, die über die Verfolgung und Vorbeugung homo- und transphob motivierter Straftaten sprachen. Mein unschönes Erlebnis vom Vortag konnte ich da gleich mit ansprechen, obwohl das wohl den Straftatbestand noch nicht erfüllte.
Danach war es Zeit zum Mittagessen. Sieben Teilnehmerinnen des Treffens (Anke, Cybill, Maj-Britt (Aschenputtel), Pe* (Ursa minor), Sabrina(.P), Vivian und ich) schlossen sich daraufhin zusammen und gingen gemeinsam in ein italienisches Restaurant. Dort schob ein Kellner extra für uns zwei kleine Tische zu einem großen zusammen. Da fast jede etwas anderes bestellte, dauerte es etwas länger, bis alle ihr Essen hatten. Am Ende dauerte die Erstellung der Rechnungen noch eine gewisse Zeit, weil alle einzeln bezahlten. Pünktlich zum Beginn des nächsten Programmpunktes waren wir aber wieder im Sonntagsclub.
Jetzt sprach eine Psychologin über verschiedene Aspekte der psychologischen Betreuung von Transidenten, von der Auswahl geeigneter Therapeuten bis hin zu gesetzlichen Grundlagen.
Interessant waren beide Vorträge an diesem Tag, ebenso die sich daraus ergebenden Diskussionen. Einzelheiten dazu möchte ich mir ersparen, da hat Anne-Mette schon das Wichtigste hier zusammengefasst: http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... 25&t=10260
Damit war das Programm im Sonntagsclub für heute beendet. Ich zog mich erst einmal ins Hotel zurück, um mein Makeup ein wenig aufzufrischen. Das sonstige Outfit behielt ich bei. Danach aber ging es mit der U-Bahn noch einmal los, und zwar in die Bar Voyage, wo sich auch heute die TransSisters trafen.
Ich glaube, die Bar wäre durch den Besuch zahlreicher Forumsmitglieder völlig überfüllt gewesen, wenn das Wetter nicht mitgespielt hätte und wir davor Platz nehmen konnten. Zumindest mit Jacke konnte frau es draußen aushalten. Bei netten Gesprächen in lockerer Runde verging die Zeit wie im Flug. Zu später Stunde stellte sich heraus, dass Vivian und ich Hotels in unmittelbarer Nachbarschaft gebucht hatten. So konnten wir die "Heimfahrt" mit der U-Bahn gemeinsam antreten. Vor Vivians Hotel verabschiedeten wir uns. Ich musste nur noch um die Ecke, dann konnte ich mich in froher Erwartung, was der nächste Tag wohl bringt, zur Ruhe legen.
15.5.2015
Der Tag begann, wie könnte es anders sein, mit dem Schminken im Hotel. Die großen Spiegel im Zimmer erwähnte ich ja bereits. Sie boten beste Möglichkeiten, das Gesamterscheinungsbild in Augenschein zu nehmen. Als Platz zum Schminken waren sie dagegen wegen der ungünstigen Beleuchtung (von oben oder von der Seite) eher ungeeignet. Da musste ich wieder auf die "Gardinenmethode" zurückgreifen: Schminkspiegel mit Sicherheitsnadel in richtiger Höhe an Gardine befestigt, bietet (bei Tageslicht) optimales Licht von vorn.
Ursprünglich wollte ich noch einmal das Gleiche wie am Vortag anziehen, stellte aber fest, dass der Knopf an dem roten Rock verdächtig locker saß. Den unterwegs zu verlieren, wollte ich nicht riskieren und stellte aus teilweise neuen Teilen ein anderes Outfit zusammen: knielanger ausgestellter Rock mit weiß-blauen Blumenmuster, weiße Bluse, schwarze Strumpfhose und Pumps. So ging ich zum Frühstück und war wieder einmal die einzige Frau, die einen Rock trug.
Das Anprobieren für das neue Outfit hat mich etwas Zeit gekostet und so musste ich auf einen ursprünglich geplanten kleinen Einkaufsbummel verzichten. Also zog ich nach einer kurzen Verschnaufpause meinen schwarzen Blazer darüber und machte mich auf den Weg in den Sonntagsclub.
Dort gab es in einer fast schon vertrauten Atmosphäre viele nette Gespräche mit altbekannten, aber auch einigen neuen "Gesichtern" aus unserem Forum.
Als ersten Programmpunkt hatten wir einen Mann und eine Frau von der Berliner Staatsanwaltschaft zu Gast, die über die Verfolgung und Vorbeugung homo- und transphob motivierter Straftaten sprachen. Mein unschönes Erlebnis vom Vortag konnte ich da gleich mit ansprechen, obwohl das wohl den Straftatbestand noch nicht erfüllte.
Danach war es Zeit zum Mittagessen. Sieben Teilnehmerinnen des Treffens (Anke, Cybill, Maj-Britt (Aschenputtel), Pe* (Ursa minor), Sabrina(.P), Vivian und ich) schlossen sich daraufhin zusammen und gingen gemeinsam in ein italienisches Restaurant. Dort schob ein Kellner extra für uns zwei kleine Tische zu einem großen zusammen. Da fast jede etwas anderes bestellte, dauerte es etwas länger, bis alle ihr Essen hatten. Am Ende dauerte die Erstellung der Rechnungen noch eine gewisse Zeit, weil alle einzeln bezahlten. Pünktlich zum Beginn des nächsten Programmpunktes waren wir aber wieder im Sonntagsclub.
Jetzt sprach eine Psychologin über verschiedene Aspekte der psychologischen Betreuung von Transidenten, von der Auswahl geeigneter Therapeuten bis hin zu gesetzlichen Grundlagen.
Interessant waren beide Vorträge an diesem Tag, ebenso die sich daraus ergebenden Diskussionen. Einzelheiten dazu möchte ich mir ersparen, da hat Anne-Mette schon das Wichtigste hier zusammengefasst: http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... 25&t=10260
Damit war das Programm im Sonntagsclub für heute beendet. Ich zog mich erst einmal ins Hotel zurück, um mein Makeup ein wenig aufzufrischen. Das sonstige Outfit behielt ich bei. Danach aber ging es mit der U-Bahn noch einmal los, und zwar in die Bar Voyage, wo sich auch heute die TransSisters trafen.
Ich glaube, die Bar wäre durch den Besuch zahlreicher Forumsmitglieder völlig überfüllt gewesen, wenn das Wetter nicht mitgespielt hätte und wir davor Platz nehmen konnten. Zumindest mit Jacke konnte frau es draußen aushalten. Bei netten Gesprächen in lockerer Runde verging die Zeit wie im Flug. Zu später Stunde stellte sich heraus, dass Vivian und ich Hotels in unmittelbarer Nachbarschaft gebucht hatten. So konnten wir die "Heimfahrt" mit der U-Bahn gemeinsam antreten. Vor Vivians Hotel verabschiedeten wir uns. Ich musste nur noch um die Ecke, dann konnte ich mich in froher Erwartung, was der nächste Tag wohl bringt, zur Ruhe legen.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Andrea aus Sachsen
-
Nadi
- Beiträge: 45
- Registriert: Mo 30. Mär 2015, 15:57
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Andrea — meine Erlebnisse
Sehr schöner Bericht von Deinen Erlebnissen beim Forumstreffen in Berlin, leibe Andrea! Das klingt nach einem sehr schönen Wochenende. Du hast mit Deinem roten Rock und der bunten Bluse sehr hübsch ausgesehen.
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung Deiner Erlebnisse.
Liebe Grüße,
Nadine
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung Deiner Erlebnisse.
Liebe Grüße,
Nadine
Wenn Ihr mehr von mir erfahren wollt, besucht doch meinen Blog: http://nadinecd.blogspot.co.at
-
Andrea aus Sachsen
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 2503
- Registriert: Mi 30. Nov 2011, 08:43
- Geschlecht: Transfrau
- Pronomen: sie
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 19 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Andrea — meine Erlebnisse
.
16.5.2015
Heute griff ich auf ein zwar neues, aber bereits erprobtes Outfit zurück: grün-weiß-schwarz gemustertes knielanges Kleid, hautfarbene Strumpfhose schwarze Sandaletten und draußen meinen schwarzen Blazer darüber. Das hatte ich wenige Tage zuvor bei einem Straßenfest in meiner Heimatstadt schon einmal getragen.
Nach der üblichen Schminkprozedur ging ich zum Frühstück und musste erneut feststellen, dass außer mir keine Frau sich für die klassische Damenbekleidung entschieden hatte. Heute blieb wenigstens noch etwas Zeit für einen kleinen Einkaufsbummel.
Das größte Einkaufszentrum in der Nähe dürften die Schönhauser Allee Arcaden sein. Dort suchte ich nach einem langen Sommerkleid. Mit kurzem Arm sollte es sein, denn ärmellose Teile hatte ich bisher vermieden, weil damit meine Schultern mir zu breit erschienen. Das Angebot dazu ging allerdings gegen Null. Bevor ich die Suche enttäuscht abbrach, probierte ich wenigsten ein Kleid: knöchellang, blau-weiß gemustert, oben mit V-Ausschnitt und breiten Trägern, die nach oben schmaler wurden. Diese Konfiguration sorgte wohl dafür, dass die Schultern mir plötzlich nicht mehr so breit erschienen. Ich war begeistert und kaufte das Kleid. So hatte sich dieser Einkauf doch noch gelohnt.
Ich schaffte es gerade noch, schnell etwas zu essen, denn das Programm im Sonntagsclub bot am Nachmittag dazu keine Gelegenheit mehr. Es begann mit einem Workshop für eine weibliche Stimme. Eine angehende Logopädin, selbst Transfrau, erklärte uns, was eine weibliche Stimme ausmacht und konnte das meiste davon auch praktisch demonstrieren. Einige praktische Übungen für alle folgten. Diese sorgten einerseits für eine gewisse Erheiterung, da manches doch etwas albern klang, zeigten andererseits aber auch, dass es viel Übung bedarf, um einmal akustisch eindeutig als Frau erkannt zu werden.
Ich selbst sehe mich diesbezüglich in einer nicht allzu schlechten Ausgangsposition, da ich bei meinen Ausflügen als Andrea selten Irritationen wegen meiner Stimme beobachte. Trotzdem bereiteten die Übungen mir große Schwierigkeiten und bis ich auch mal am Telefon als Frau angesprochen werde, ist es noch ein weiter Weg.
Ariane war so freundlich und machte anschließend ein Foto von mir:
Inzwischen war auch ein Schminkworkshop in vollem Gange. Zwei Kosmetikerinnen gaben nützliche Tipps für ein vorteilhaftes Makeup. Wer es wollte, konnte sich auch fachgerecht schminken lassen. Ich habe es hier beim Zuschauen belassen und die Veranstaltung auch vorzeitig verlassen. Als leidenschaftliche Opernliebhaberin konnte ich es mir nicht verkneifen, wieder eine interessante Aufführung zu besuchen.
Zurück im Hotel machte ich mich für den kulturellen Höhepunkt des Tages zurecht. Ich zog mein dunkelgrünes knielanges Kleid an, dazu hautfarbene Strumpfhosen weiße Pumps und für draußen eine weiße Jacke darüber. Natürlich hatte ich auch mein Makeup einer Auffrischung unterzogen.
Nachdem ich in den Jahren zuvor bereits die Staatsoper (z.Z. im Schillertheater) und die Komische Oper besucht hatte, ging es diesmal in die Deutsche Oper. Im Vorverkauf gingen nur etwa 80% der Karten weg. Da sah ich kein Problem, an der Abendkasse noch reichliche Auswahl zu haben. Umso mehr erschrak ich über die riesige Schlange, die sich durchs gesamte Foyer erstreckte. Fast 20 Minuten musste ich noch bangen, bis ich wohl eine der letzten Karten in der Hand hielt.
Ich gab meine Jacke an der Garderobe ab und sah mich ein wenig im Haus um. Mein erster Eindruck: Das größte, was ich bisher sah! Später las ich, dass hier etwa 2000 Besucher Platz finden. Angenehm überrascht war ich auch vom Kleidungsstil der anderen Besucher(innen). Ganz ohne "Ausrutscher" ging es zwar auch hier nicht, aber diejenigen, die durch besonders festlich elegante Kleidung aus der Masse herausstachen, waren eindeutig in der Überzahl.
Die meisten unpassend gekleideten Besucher saßen übrigens genau eine Reihe vor mir als männliche Mitglieder einer Gruppe Jugendlicher. Den jungen Damen dieser Gruppe muss ich dagegen mein Lob für deren wunderschöne Kleider aussprechen. Aber mal ehrlich: Hatten die Männer (außer mit Crossdressing) überhaupt eine Chance, da mitzuhalten?
Auf dem Spielplan stand "Carmen" von Georges Bizet, eins der berühmtesten und meistgespielten Werke der Opernliteratur. Die Handlung dürfte allgemein bekannt sein: http://de.wikipedia.org/wiki/Carmen_%28Oper%29
Inszeniert wurde die Oper ganz klassisch ohne jegliche Schnörkel. Bereits seit 1979 wird diese mit nur geringfügigen Änderungen hier so aufgeführt. Manch einer mag darin mangelnden Einfallsreichtum der Beteiligten sehen, aber es spricht für die Qualität der Inszenierung, wenn damit immer noch ausverkaufte Aufführungen erzielt werden. Bei "Carmen" spricht allerdings allein die Musik schon für sich.
Aufgefallen ist mir noch eine Eigenart des Publikums hier: Es hatte es sehr eilig mit dem Beifall. Oft setzte dieser ein, bevor die letzten Takte verklungen waren.
Nach diesem alles in allem doch großartigen Opernabend fuhr ich mit der U-Bahn wieder zum Hotel zurück, aber nicht ohne vorher noch einmal im Sonntagsclub vorbeizuschauen. Einige von "uns" waren noch da und fragten mich, wie es gewesen sei. Sie hätten ja einfach mitkommen können, aber das Programm im Sonntagsclub soll auch nicht zu verachten gewesen sein.
Da der Abend sich auch hier dem Ende zu neigte, verabschiedete ich mich und zog mich ins Hotel zurück.
16.5.2015
Heute griff ich auf ein zwar neues, aber bereits erprobtes Outfit zurück: grün-weiß-schwarz gemustertes knielanges Kleid, hautfarbene Strumpfhose schwarze Sandaletten und draußen meinen schwarzen Blazer darüber. Das hatte ich wenige Tage zuvor bei einem Straßenfest in meiner Heimatstadt schon einmal getragen.
Nach der üblichen Schminkprozedur ging ich zum Frühstück und musste erneut feststellen, dass außer mir keine Frau sich für die klassische Damenbekleidung entschieden hatte. Heute blieb wenigstens noch etwas Zeit für einen kleinen Einkaufsbummel.
Das größte Einkaufszentrum in der Nähe dürften die Schönhauser Allee Arcaden sein. Dort suchte ich nach einem langen Sommerkleid. Mit kurzem Arm sollte es sein, denn ärmellose Teile hatte ich bisher vermieden, weil damit meine Schultern mir zu breit erschienen. Das Angebot dazu ging allerdings gegen Null. Bevor ich die Suche enttäuscht abbrach, probierte ich wenigsten ein Kleid: knöchellang, blau-weiß gemustert, oben mit V-Ausschnitt und breiten Trägern, die nach oben schmaler wurden. Diese Konfiguration sorgte wohl dafür, dass die Schultern mir plötzlich nicht mehr so breit erschienen. Ich war begeistert und kaufte das Kleid. So hatte sich dieser Einkauf doch noch gelohnt.
Ich schaffte es gerade noch, schnell etwas zu essen, denn das Programm im Sonntagsclub bot am Nachmittag dazu keine Gelegenheit mehr. Es begann mit einem Workshop für eine weibliche Stimme. Eine angehende Logopädin, selbst Transfrau, erklärte uns, was eine weibliche Stimme ausmacht und konnte das meiste davon auch praktisch demonstrieren. Einige praktische Übungen für alle folgten. Diese sorgten einerseits für eine gewisse Erheiterung, da manches doch etwas albern klang, zeigten andererseits aber auch, dass es viel Übung bedarf, um einmal akustisch eindeutig als Frau erkannt zu werden.
Ich selbst sehe mich diesbezüglich in einer nicht allzu schlechten Ausgangsposition, da ich bei meinen Ausflügen als Andrea selten Irritationen wegen meiner Stimme beobachte. Trotzdem bereiteten die Übungen mir große Schwierigkeiten und bis ich auch mal am Telefon als Frau angesprochen werde, ist es noch ein weiter Weg.
Ariane war so freundlich und machte anschließend ein Foto von mir:
Inzwischen war auch ein Schminkworkshop in vollem Gange. Zwei Kosmetikerinnen gaben nützliche Tipps für ein vorteilhaftes Makeup. Wer es wollte, konnte sich auch fachgerecht schminken lassen. Ich habe es hier beim Zuschauen belassen und die Veranstaltung auch vorzeitig verlassen. Als leidenschaftliche Opernliebhaberin konnte ich es mir nicht verkneifen, wieder eine interessante Aufführung zu besuchen.
Zurück im Hotel machte ich mich für den kulturellen Höhepunkt des Tages zurecht. Ich zog mein dunkelgrünes knielanges Kleid an, dazu hautfarbene Strumpfhosen weiße Pumps und für draußen eine weiße Jacke darüber. Natürlich hatte ich auch mein Makeup einer Auffrischung unterzogen.
Nachdem ich in den Jahren zuvor bereits die Staatsoper (z.Z. im Schillertheater) und die Komische Oper besucht hatte, ging es diesmal in die Deutsche Oper. Im Vorverkauf gingen nur etwa 80% der Karten weg. Da sah ich kein Problem, an der Abendkasse noch reichliche Auswahl zu haben. Umso mehr erschrak ich über die riesige Schlange, die sich durchs gesamte Foyer erstreckte. Fast 20 Minuten musste ich noch bangen, bis ich wohl eine der letzten Karten in der Hand hielt.
Ich gab meine Jacke an der Garderobe ab und sah mich ein wenig im Haus um. Mein erster Eindruck: Das größte, was ich bisher sah! Später las ich, dass hier etwa 2000 Besucher Platz finden. Angenehm überrascht war ich auch vom Kleidungsstil der anderen Besucher(innen). Ganz ohne "Ausrutscher" ging es zwar auch hier nicht, aber diejenigen, die durch besonders festlich elegante Kleidung aus der Masse herausstachen, waren eindeutig in der Überzahl.
Die meisten unpassend gekleideten Besucher saßen übrigens genau eine Reihe vor mir als männliche Mitglieder einer Gruppe Jugendlicher. Den jungen Damen dieser Gruppe muss ich dagegen mein Lob für deren wunderschöne Kleider aussprechen. Aber mal ehrlich: Hatten die Männer (außer mit Crossdressing) überhaupt eine Chance, da mitzuhalten?
Auf dem Spielplan stand "Carmen" von Georges Bizet, eins der berühmtesten und meistgespielten Werke der Opernliteratur. Die Handlung dürfte allgemein bekannt sein: http://de.wikipedia.org/wiki/Carmen_%28Oper%29
Inszeniert wurde die Oper ganz klassisch ohne jegliche Schnörkel. Bereits seit 1979 wird diese mit nur geringfügigen Änderungen hier so aufgeführt. Manch einer mag darin mangelnden Einfallsreichtum der Beteiligten sehen, aber es spricht für die Qualität der Inszenierung, wenn damit immer noch ausverkaufte Aufführungen erzielt werden. Bei "Carmen" spricht allerdings allein die Musik schon für sich.
Aufgefallen ist mir noch eine Eigenart des Publikums hier: Es hatte es sehr eilig mit dem Beifall. Oft setzte dieser ein, bevor die letzten Takte verklungen waren.
Nach diesem alles in allem doch großartigen Opernabend fuhr ich mit der U-Bahn wieder zum Hotel zurück, aber nicht ohne vorher noch einmal im Sonntagsclub vorbeizuschauen. Einige von "uns" waren noch da und fragten mich, wie es gewesen sei. Sie hätten ja einfach mitkommen können, aber das Programm im Sonntagsclub soll auch nicht zu verachten gewesen sein.
Da der Abend sich auch hier dem Ende zu neigte, verabschiedete ich mich und zog mich ins Hotel zurück.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Andrea aus Sachsen
-
Sabrina.P
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 779
- Registriert: Mo 15. Dez 2014, 15:09
- Geschlecht: weiblich
- Pronomen: Sie
- Wohnort (Name): bei München
- Hat sich bedankt: 2 Mal
- Danksagung erhalten: 0
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Andrea — meine Erlebnisse
Andrea danke für die schönen Berichte, besonders auch vom Forum-Treffen1 Die Entstehung des letzten Bildes konnte ich Live mitverfolgen!

Liebe Grüsse
Sabrina
Sabrina