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Re: Ist eine Post„OP„TS (k)eine richtige Frau?

Verfasst: Do 22. Nov 2012, 04:54
von Sabrina Verena
Hallo Elena!
Elena hat geschrieben: ...und ich bin immer noch kein100%er Mann nur weil ich (noch) Kinder zeugen kann...
LG Elena
Sollte ich Dir zu nahe getreten sein bitte ich um Entschuldigung! (flo) (flo)
Mit der Aussage, dass Transfrauen nicht schwanger werden können, wollte ich nur einen weiteren Aspekt mit einbringen, welcher mir bei Diskussionen mit Ausstehenden oft entgegengehalten wird.
Im übrigen bin ich der Überzeugung, dass es keine 100% gibt, und diese nur eine Orientierungshilfe (Schublade) ist.
Ansonsten haben Darialena und Nika hier vieles geäußert, was ich auch so sehe. ))):s
Ich z.B. habe mich lange als Mann aufgefaßt, bis mir nach dem Cogiati- Test klar wurde, dass ich androgyn bin. Für die Gesellschaft bin ich aber nach wie vor ein Mann. Die Wahrnehmung ist unterschiedlich. Und wenn ich als Verena rausgehen würde, wäre es für die Leute Draußen nur ein Verkleiden (also Transvestieren). Den Leuten ist nicht klar das Verena ein Teil von mir ist.
War jetzt vieleicht etwas off topic, aber musste ich mal mit erwähnen.
Liebe Grüße
Verena :()b

Re: Ist eine Post„OP„TS (k)eine richtige Frau?

Verfasst: Do 22. Nov 2012, 10:49
von Caira
@Anouschka

Schön, dass sich auch mal eine Bio-Frau zu Wort meldet und das kommentiert. Sehe das recht ähnlich und vor allem in Hinblick auf die prozentualen Verhältnisse sind wir ja ähnlicher Meinung. Daher Frau-Sein ist nicht nur eine Sache, die man mit sich ausmacht, sondern ist eine Kombination aus innerer Einstellung und äußerer Wahrnehmung. Wenn es nämlich anders wäre, dann wäre ich ja eine Frau. So leicht scheint also nicht zu sein. An den besagten 50-60% äußere Wahrnehmung muss ich aber arbeiten, da reicht nicht nur eine positive, weibliche Einstellung.

Für mich hat sich viele Jahr auch nie die Frage gestellt, was ich bin und das ich mein "Mann-Sein" irgendwie nach außen tragen muss, um als solcher wahrgenommen zu werden. Ich habe wie einer ausgesehen und das hat schon gereicht. Das ich innerlich komplett anders gestrickt war, habe ich an hundert Ecken gemerkt, habe aber immer versucht da mit männlicher Entschlossenheit entgegenzuwirken. Die Frauen haben um mich ein Bogen gemacht, warum habe ich nie kapiert. Ich war immer (nur) der nette Kumpel, der liebe, der keine Bitte ausschlagen kann. Immer wenns um männliche Dinge ging, wurde gern auf mich Rücksicht genommen, weil ich das irgendwie primitiv fand und das auch gesagt habe. War dann auch gern mal Spielverderber und Spaßbremse. Aus heutiger Sicht klar: man lädt halt keine Frau zum Weitpinkeln ein. Ist doch logisch. Trotz dieser vielen Widersprüche und innerlich ganz anders gelebten Welt wurde ich doch als Mann wahrgenommen, trotz viele weiblicher Merkmale. Daran zerbricht man letztlich auch. Es spielt aber offensichtlich die optische Komponente eine entscheidende Rolle - da müssen wir uns nichts vormachen.

Ich suche mir die Welt ja auch nicht aus, sondern möchte realistisch sein.
Was nützt mir ein imaginäres, theoretisches Bild einer (Trans-)Frau, welches auch nur in einer fiktiven Gesellschaft unbehelligt leben kann? Man muss die Welt nehmen wie sie ist, die Regel akzeptieren und damit umgehen. Und wenn halt 90% der Leute auf Äußerlichkeiten achten, darüber entscheiden was Mann und Frau ist, dann muss ich mich diesem Fakt beugen. Ich könnte sogar innerlich Macho sein, wenn ich mich (angelernterweise) einigermaßen fraulich verhalte und aussehe wie ein blonder Engel, dann wird sich daran keiner stören. Wer gibt sich denn die Mühe in uns hineinzublicken - selbst Freunde und gute Kumpels haben damit Schwierigkeiten.

In meinen Augen liegt die Schwierigkeit im "Trans-Sein" eben nicht mehr über sowas nachzudenken. Nicht darüber zu grübeln, was man eigentlich ist und was nicht. Alles, was bewusst passiert wirkt immer künstlich. Es muss in Fleisch und Blut übergehen. Solange ich mich aber mit Kraft über mein Aussehen hinweg dazu bringen muss als Frau wahrgenommen zu werden, wird das nicht passieren. An dem Punkt, wo ich zumindest optisch als Frau eingestuft werde, wird diese Selbstverständlichkeit nach und nach eintreten. Wenn mich jemand mit "Frau sowieso" anspricht stellt sich für mich gar nicht mehr die Frage, was ich bin.

LG Nika

Re: Ist eine Post„OP„TS (k)eine richtige Frau?

Verfasst: Do 22. Nov 2012, 13:22
von ChristinaF
@ Anouschka

Ich danke dir für diesen exakten und präzisen Beitrag aus der Sicht einer "Biofrau". Besser hätte es keine von uns darlegen können. Respekt.
LG
Chrissie

Re: Ist eine Post„OP„TS (k)eine richtige Frau?

Verfasst: Do 22. Nov 2012, 17:03
von ExuserIn-2022-05-28
Yasmine hat geschrieben:OK Nika, dann kann es aber durchaus sein, dass nach deiner Definition eine Post-OP-TS nie zur Frau wird, und sei es nur, weil man die 2,10m nicht wegbekommt oder das Kreuz.
LG
Yasmine
Hallo Nika, hallo Yasmine, was sind dann Bio Frauen mit 2.10 Meter Länge und breitem Kreuz, auch die gibt es!


LG Chrissie

Re: Ist eine Post„OP„TS (k)eine richtige Frau?

Verfasst: Do 22. Nov 2012, 18:50
von Yasmine
Chrissie hat geschrieben:Hallo Nika, hallo Yasmine, was sind dann Bio Frauen mit 2.10 Meter Länge und breitem Kreuz, auch die gibt es!
Hey, das war doch nur ein Vergleich und *DEN* Vergleich bekomme ich hier nun mal nicht mit ein paar Worten hin.
Mir ist das ganz ehrlich gesagt auch völlig schnurz, wie man denn nun wann eine Frau ist, ich hatte das oben schon einmal geschrieben, dass ich dann eine Person für eine Frau halte, wenn sie eine Frau sein will.
Aber die Auffassung wurde so nicht getragen, weil es hier um das äußere Erscheinungsbild ging. Und da habe ich echt meine Schwierigkeiten. Ich kann mich noch so stylen und ich wäre nie eine Frau, weil ich äußerlich keine bin. Das funktioniert selbst bei mir nicht, obwohl ich eine relativ feminine Figur habe. Dann muss ich leider sagen, dass für mich dann hier viele halt Männer bleiben. Rein äußerlich. Sorry, aber so ist es, jedenfalls für mich. Ihr könnt da anderer Meinung sein.
LG
Yasmine

Re: Ist eine Post„OP„TS (k)eine richtige Frau?

Verfasst: Do 22. Nov 2012, 19:10
von exuser-08-07-2013
einen wunderschönen guten abend,

@ darialena

deine ausführungen hätten glatt von mir sein können.

ich betreibe jetzt mal ein bischen zusätzliche wortklauberei.

ich habe es für mich bisher immer vermieden, zu behaupten, dass ich eine frau bin oder sein möchte.

da sind für mich die anforderungen einfach zu hoch und unerreichbar.

ich verwende dafür und für mich eher den begriff, das ich mich weiblich fühle und weiblich bin.

und dieses weibliche gefühl und sein unterstreiche ich dann durch kleidung, make-up und perücke.

ob jetzt andere einen mann sehen ist mir inzwischen vollkommen wurscht und total zweitrangig.

ich fühle mich trotzdem weiblich und bin es auch.

ganz liebe grüßle

lucy f

ps.

und erfahrungsgemäß kichert nicht jede mädchengruppe wegen mir - meist steckt was anderes dahinter.

Re: Ist eine Post„OP„TS (k)eine richtige Frau?

Verfasst: Do 22. Nov 2012, 20:15
von Yasmine
juliane7 hat geschrieben:Wahrscheinlich werden nun etliche wieder eifrig dagegen schreiben
Ich nicht :), deine Beschreibungen finde ich völlig richtig. Vor allem denke ich genauso wie du, dass einem die Rollenklischees irgendwann vermutlich egal sind. Das deckt sich jedenfalls mit meinen Beobachtungen bei mir selber und ich bin nicht mal TS...
LG
Yasmine

Re: Ist eine Post„OP„TS (k)eine richtige Frau?

Verfasst: Do 22. Nov 2012, 21:28
von Yasmine
juliane7 hat geschrieben:Freu Dich, wenn Du es nicht bist
Ganz ehrlich: Ja, mittlerweile freue ich mich darüber, genau aus diesen Gründen. Früher ging mir das anders. Da habe ich noch gedacht, dass ihr wenigstens wisst, was ihr seid. Das ist mir lange verwehrt geblieben, denn mein eigenes und inneres "ich" ist ganz anders. Nichts von allem. Das zu erkennen war nicht leicht, besonders wenn man merkt, dass man doch wieder anders ist...
Egal, ich habe mich gefunden und ich freue mich für alle, die sich auch gefunden haben.
Liebe Grüße
Yasmine

Re: Ist eine Post„OP„TS (k)eine richtige Frau?

Verfasst: Fr 23. Nov 2012, 16:14
von Caira
Mit der Aussagen drehen wir uns aber im Kreis, Kinners.
Auf der einen Seite wird unterstrichen, dass Frau-Sein im Kopf anfängt, auf der andere Seite soll man sich als "Frau" draußen präsentieren, um Akzeptanz zu "erarbeiten". Was denn nun? Enteder man IST Frau, weil man sich so fühlt ODER weil man dazu von anderen gemacht? Das ging ja nun immer hin und her. Ich hatte ja bereits von Anfang an gesagt, dass es die Mischung ist. Man kann diese Dinge nicht trennen. Als Basis sehe ich das Frau-Sein in sich selbst, die andere Wahrheit ist halt die Kombination im sozialen Umfeld.

Klar, eine Frau macht sich darüber keine Gedanken. Ich habe mir auch nie Gedanken gemacht, ob ich als Mann wahrgenommen werde oder nicht - maximal wie ich wahrgenommen, jedoch nicht als was. Ehrlich gesagt will ich mir darüber auch nicht so wahnsinnig viel den Kopf zerbrechen. Meine Umwelt ist im Endeffekt der beste Indikator dafür wie weit ich in meinem Werdegang bin. Spätestens wenn ich da mit Frau angesprochen werde - aus freien Stücken - ist das Thema für mich abgehakt und kommt zu den Akten. Aber klar macht man sich während des Weges darüber Gedanken, ist doch völlig klar. Ab wann es kontraproduktiv wird, muss man allein entscheiden.

Hatte das auch schon an anderer Stelle gesagt: Ich sehe mich nicht als Frau-Abklatsch. Wer kann schon von sich behaupten im Leben beide Geschlechterrollen gelebt zu haben?? Das sind sicher nicht viele. Ist es ein Privleg? Ich weiß es nicht, wir werden es sehen. Darüber hinaus habe ich (endlich) so viel Selbstbewusstsein, dass ich durchaus auch vom Aussehen her in der Frauenwelt Bestand haben kann. Möchte mir nix vormachen, aber auch endlich aufhören ständig den Teufel an die Wand zu malen und mir Dinge schlecht zu reden. Ich habe absolut keine Problem mit Leuten zu reden und zu sagen, dass ich TS bin - ich muss mich ja für nix schämen. Soll mir doch erstmal jemand erklären, wieso ich keine Frau bin bevor wir anfangen andersrum zu diskutieren.

LG Nika

Re: Ist eine Post„OP„TS (k)eine richtige Frau?

Verfasst: Mi 28. Nov 2012, 15:35
von Joe95
ob jemand eine "richtige" frau ist hängt doch einzig davon ab wer & wie "richtige frau" definiert.
wann eine frau nun "ganz" oder "richtig" ist weiß ich nicht, für mich ist sie frau wenn sie auf mich wie eine frau wirkt. das hat nichts mit vor oder nach op zu tun sondern mit rein subjektivem empfinden.

mal ehrlich, in den meisten fällen, in denen jemand auf der strasse als "kerl in weiberklamotten" angesprochen wird geschieht das doch von männern, deren intellekt gerade mal dazu ausreicht sich zwei hände auf armeslänge vor die brust zu halten wenn sie eine "richtige frau" beschreiben sollen.