@ "Ausreisestempel":
Hört sich bisserl wie ein "vorgeschobener Grund" aus dramaturgischen Gründen an. Man konnte Westberlin ja jederzeit und ohne irgendwelche Stempel mit dem Flugzeug verlassen, auch wenn man mit Eisenbahn oder Auto mit Stempel eingereist war. Na ja, kann sich eh kaum mehr jemand dran erinnern, wie das alles so genau war. Ist ja mittlerweile auch schon ne ganze Weile her. Wie doch bloß die Zeit vergeht ...
Naja, wenn manfrau schon sooooo schlechte Erfahrungen bei einem Grenzübertritt gemacht hat, wird es vielleicht etwas ängstlicher beurteilt(?)
Mein Klassenlehrer erklärte sich bereit, mich zu meinem Praktikumsplatz zu fahren. Ein kurzes Gespräch in der Klinik und etwas Info-Material über Autismus, das er mir in die Hand drückte, sollten die "qualifizierte Begleitung" des Praktikums sein.
Wir fuhren Sonntag los und erreichten am späten Nachmittag unser Ziel. Mich setzte er an meinem Quartier ab und er fuhr anschließend zum Bahnhofshotel, wo er übernachten wollte.
Ich hatte nicht viel erwartet — aber der Schreck war trotzdem groß, als ich "mein" Zimmer sah. Es war ziemlich heruntergekommen. "Möbliert" war auch leicht geprahlt: ein Bett, ein Tisch, zwei Stühle und ein Schrank. Immerhin war das Bett frisch bezogen.
"Sonntags kann ich Ihnen gern den Badeofen anheizen", meinte die Wirtin, als sie mir das Bad zeigte, das ich gemeinsam mit ihr benutzen sollte.
Ich schauderte leicht.
""¦ und kein Damenbesuch!" gab sie mir noch mit auf den Weg.
"Ich glaube kaum, dass eine Dame bereitwäre, in dieses Zimmer mitzukommen", wollte ich sagen, habe es dann aber doch gelassen.
Am nächsten Morgen traf ich mich mit meinem Lehrer am Haupteingang der Klinik. Eigentlich hatte ich mit einem düstern, geheimnisvollen Haus gerechnet, ich weiß auch nicht warum, aber die Klinik zeigte sich als heller und größtenteils verglaster Neubau. Der Pförtner händigte mir einen Mitarbeiter-Ausweis aus. Nun sah ich, warum ich vorab ein Passfoto schicken sollte; es wurde für den Ausweis benötigt. Jemand hatte es auf die vorgesehene Fläche genietet.
Mein Lehrer bekam einen Besucher-Ausweis. Ich musste nicht nur den Erhalt des Ausweises quittieren; denn der Pförtner gab mir etliche Schlüssel, die an einer stabilen Kette hingen.
Ich muss fragend geguckt haben, denn er sagte: "Hier wird jede Tür — und ich betone JEDE — IMMER abgeschlossen! Ein Tipp noch: hängen Sie sich die Kette nicht um den Hals!"
Er telefonierte kurz und meinte, die Stationsleiterin würde uns gleich abholen. Die Kette mit den Schlüsseln steckte ich in die Hosentasche, obwohl diese Lösung aufgrund der Größe sehr unbequem war.
Eine Frau im mittleren Alter erschien nach wenigen Minuten, begrüßte uns und stellte sich vor. "Und wer ist der Praktikant?" fragte sie im Scherz. Mein Lehrer lachte zwar, aber sein Gesichtsausdruck war etwas gequält, als er auf mich zeigte.
Auf der Station berieten wir über wichtige Inhalte des Praktikums. Ich wurde einer gemischten Gruppe zugeordnet, sollte mich aber eher als "Einzelfallhelfer" um einen Jungen kümmern, von dem sie sagte, er wäre Autist. Er sollte nur wenige Wochen in der Einrichtung bleiben, "eingestellt werden" bevor er umziehen würde in ein Kleinstheim auf dem Land. Sein Autismus wäre nicht das einzige Problem, er wäre zudem aggressiv, auch auto-aggressiv und würde extrem laut schreien, wenn man ihn beunruhigen würde — und manchmal auch "einfach so".
Na, das waren Aussichten! Da mein Lehrer nicht mit in die Gruppenräume gehen durfte, kam ein Pfleger, der ihn zum Ausgang brachte. Er klopfte mir auf die Schulter und meinte aufgesetzt fröhlich: "halt die Ohren steif".
Nun wurde es ernst für mich. Die Stationsleiterin brachte mich in "meine Gruppe".
7 Jugendliche beiderlei Geschlechts waren anwesend; drei weitere waren unterwegs und erhielten individuelle Therapiemaßnahmen in anderen Räumen des Hauses. Vor der Essensausgabe war noch etwas Zeit und ich sollte meinen Zögling kennenlernen.
Einer der anwesenden Erwachsenen, der sich als "Pfleger Henry" vorgestellt hatte, ging mit mir in eine Ecke des Raumes, in der ein hagerer Junge Papierschnipsel "sortierte".
Er lächelte den Pfleger an, als er ihn sah, aber als er mich entdeckte, sprang er auf und begann laut zu schreien, so laut, dass es in meinen Ohren weh tat. Dabei sprang er immer wieder hoch.
Eine Frau kam hinzu, die mit ein paar anderen Jugendlichen am Tisch gesessen hatte und etwas spielte. "Ganz ruhig, Benni", mit sanfter Stimme sprach sie auf ihn ein. Dann nahm sie mich in den Arm, drückte mich an sich und sagte: "guck, ein Freund, der wird nun länger bei uns sein. Außerdem kann er Gitarre spielen, Du magst doch Musik so gerne!"
Er guckte noch etwas skeptisch, aber immerhin schrie er nicht mehr. "Nikolaus?" fragte er schließlich.
"Ja, natürlich, das Lied vom Nikolaus kann ich spielen", antwortete ich ihm. Bis Weihnachten war es noch weit, aber wenn es ihn glücklich machen würde"¦
Antje, so hieß die Erzieherin, wie ich auf ihrem Namenschild lesen konnte, ging zurück an den Tisch, wo die Jugendlichen auf sie warteten.
Recht früh gab es Mittag — und anschließend war "Ruhezeit". Wir zogen uns ins Stationsbüro zurück, tranken Kaffee aus großen Bechern und quatschten. Wir stellten uns vor und ich lernte die Tagesschicht kennen, die morgens um 6 ihren Dienst angetreten hatte. Um 15 Uhr sollte die Ablösung kommen.
Ich erhielt einen Schreibblock, auf dem ich alles notierte, was mir wichtig war.
Die KollegInnen der Nachmittags/Abendschicht kamen pünktlich zur Ablösung. Es gab in unserem Gruppenraum ein "Kaffeetrinken" mit Kuchen aus der Kantine. Die Jugendlichen bekamen Saft dazu. Da das Wetter relativ schön war, sollte es zu einem Spaziergang hinaus in den Park gehen.
Obwohl wir fast so viele Erwachsene zur Begleitung hatten wie Jugendliche anwesend waren, dauerte es sehr lange, bis wir alle fertig angezogen hatten. Zwei Jungen bekamen einen Kopfschutz angelegt, da sie zu Anfällen neigten und oft hinfielen.
Benni schrie; er fühlte sich durch die Hektik der Vorbereitung und des Aufbruchs in Panik. "Muss er mit?" fragte ich die Pflegeleitung. "Ja, wir können keine Ausnahme machen — und wir können Dich auch nicht mit ihm allein hier lassen", war die Antwort.
Als wir uns endlich in Bewegung setzten, beruhigte er sich etwas. Ich nahm ihn wie einen kleinen Jungen an die Hand. Das hatte mir einer der Erzieher geraten. "Sonst rennt er Dir weg wie ein geölter Blitz", hatte er mir gesagt. Ich hatte mit ihm ein längeres Gespräch geführt und er hatte mir viele wertvolle Hinweise für die Arbeit gegeben, auch hatte er mir die Eigenarten der Einrichtung etwas näher gebracht. In der Klinik gab es in unserer Abteilung Pfleger und Erzieher. So ganz "grün" waren die sich oft nicht, wie ich dem Gespräch entnehmen konnte. "Blaukittel" wurden die Pfleger von den ErzieherInnen genannt,
In unserem Team waren auch zwei recht junge Frauen, die ich auch als Praktikantinnen einschätzte. Ich konnte nicht so richtig deuten, welches ihr Aufgabengebiet war. Sie wuselten überall herum und eine Zuordnung zu irgendeinem Aufgabengebiet war nicht zu erkennen .
Unser Spaziergang verlief recht chaotisch. Irgendwie brachten wir aber doch nach zwei Stunden unsere Gruppe heil zurück in die Klinik. Ich hatte den Eindruck, dass nicht alle Arbeitskräfte so einen guten Einfluss auf die Jugendlichen hatten wie Antje. Ich freute mich schon auf den nächsten Tag. Sie würde wieder Frühdienst haben.
Einige meiner Kollegen wirkten unfreundlich und gingen recht barsch mit den anvertrauten Jugendlichen um. Sie schimpften beim geringsten Anlass recht laut, auch gab es ein merkwürdiges Strafsystem mit "Negativpunkten", das ich nicht ganz verstand.
Nach dem Abendessen mussten alle Jugendlichen unter die Dusche. Es nahm viel Zeit in Anspruch, bis wir mit ihnen fertig waren. Eine Pflegerin zeigte mir den Schrank mit den Windeln; denn Benni brauchte jede Nacht eine. Erst stellte ich mich ein wenig ungeschickt an; denn ich hatte noch nie einem (fast) Erwachsenen eine Windel angelegt, aber eine Kollegin zeigte mir, wie ich es machen musste.
Danach hatten wir eine kleine Besprechung — und dann war endlich Feierabend. Ich war ganz schön geschafft. In meinem Zimmer schrieb ich meinen Tagesbericht. Von der alten Dame war nichts zu sehen.
In den nächsten Tagen gewann ich mehr Routine und auch etwas Vertrauen von Benni. Eine große Hilfe war mir dabei Antje, die ihre Menschlichkeit und ihre pädagogische Begabung sonnengleich in jedem Raum verspürte, in dem sie sich aufhielt. Mit einigen KollegInnen arbeitete ich nicht so gern zusammen; eine verbreitete Hektik und Nervosität — und andere waren übellaunig. Ein Pfleger war sogar cholerisch und jähzornig. Von ihm hielt ich mich, immer wenn es ging, fern.
Meine Wohnung machte mir nicht gerade viel Freude. Ein Mal die Woche Badewasser — das war mir zu wenig, aber ich biss auf Granit bei meiner Vermieterin mit der Bitte, den Badeofen öfter anzuheizen. Sie verwies mich aber auf den schlechten Zustand des Kupferkessels, der "fast durch war" und nicht übermäßig belastet werden sollte.
An einem der nächsten Tage fragte ich einen der Pfleger, ob ich nach dem Dienst in der Abteilung duschen durfte. Er hatte nichts dagegen und meinte: "das tun doch viele hier!"
Die beiden jungen Frauen, von denen ich schon erzählte und deren Aufgabe mir immer noch ein Rätsel war, schienen mich manchmal zu beobachten. Ich dachte mir zuerst nichts weiter dabei.
Als ich eines Abends im Duschraum war — ich hatte abgeschlossen, hörte ich trotz des fließenden Wassers, wie sich jemand am Schloss zu schaffen machte; bald darauf ging die Tür auf und die beiden jungen Frauen kamen in den Raum. Sie zogen sich aus und belegten die Dusch-Nische neben meiner. Bald darauf drückten sie den Knopf für das heiße Wasser, kreischten aber, weil es im ersten Moment kalt aus der Brause herauskam. Sie hatten sich aber schnell wieder beruhigt.
Ich war fast fertig.
"Hast Du Seife?" riefen sie zu mir rüber, "wir haben unsere im Zimmer liegengelassen".
Dann stand die eine schon vor mir und ich gab ihr das Stück Seife in die Hand. Sie ging zu ihrer Kollegin. Bei der Übergabe flutschte die Seife aus ihrer Hand. Sie bückten sich beide, hoben die Seife auf, die bald darauf wieder aus den Händen glitt. Ich sah mich schon am nächsten Tag neue Seife kaufen und ärgerte mich über die beiden Frauen.
Nun machten sie ein richtiges Spiel daraus, die Hand immer so fest zuzudrücken, dass die Seife hinausglitt.
"Seid ihr bald fertig?" wollte ich gerade rufen, da fiel die eine Frau hin und schrammte sich dabei am rauen Belag der Fliesen sogar das Knie auf. Da sie fast vor meiner Dusche gelandet war, beugte ich mich zu ihr hinab, um ihr aufzuhelfen. Sie zog mich jedoch zu sich hinunter und biss mir leicht in den Penis. Dann lutschte sie ihn, als wäre er ein Pistazien-Eis, das nur durch schnelles Lecken vor dem Schmelzen zu retten wäre. Schließlich schickte sie ihre Kollegin los, irgendetwas zu holen. Was es genau war, hatte ich nicht verstanden.
Kaum war diese draußen, flüsterte sie mir ins Ohr: "Komm, fick mich, immer mit meiner Freundin zu fingern ist es langweilig, ich brauche mal einen richtigen Schwanz!"
"Du bist ganz blutig, brauchst Du kein Pflaster?" fragte ich sie, aber sie sagte nur "komm" und zog mich hinüber zu dem Sani-Stuhl, der in der Mitte des Raumes stand. Die Seiten-Lehnen klappte sie nach unten und drückte mich auf den Stuhl. Dann setzte sie sich auf mich - und da sie ganz nass war, drang ich gleich in sie ein. "Keine Sorge", meinte sie, "ich nehme die Pille!"
Erst danach fragte ich mich, wieso sie die Pille nahm, wo sie doch mit ihrer Freundin zusammen war.
Wir hatten kaum losgelegt, da kam die Freundin zurück. Sie hielt so eine komische Ritsche-Ratsche-Pocketkamera von Revue in der Hand. Obendrauf befand sich ein Blitzwürfel.
Sie nahm uns in den Sucher — und dann blitzte es auch schon. "Du musst schon ein wenig freundlicher gucken", rief sie ihrer Freundin zu, "sonst könnte man denken, es würde Dir keinen Spaß machen".
Noch ruhten meine innerlichen Alarmglocken.
Sie machte noch zwei Fotos — dann waren die freien Lampen des Blitzwürfels "verblitzt" und sie verschwand mit der Kamera.
Wir kamen langsam zum Ende auf unserem Stuhl. Als ich aufstand und mich kurz abduschte, dachte ich: "hoffentlich war das kein Fehler!"
"Kommst Du noch mit ins Stationszimmer?" fragte sie sich mich, "Karsten, der heute Nachtdienst hat, hat bestimmt wieder eine Flasche Wein dabei".
Ich weiß auch nicht, welcher Teufel mich geritten hat, aber weil ein Feierabend in meinem möblierten Zimmer mir langweilig und wenig attraktiv erschien, sagte ich zu.
"Ach, das ist also Karsten", dachte ich, als ich das Stationszimmer betrat. Tagsüber machte der Kollege meistens einen eher abschreckenden Eindruck, er erschien in vielen Situationen geradezu unfreundlich, manchmal sehr nervös.
Heute schien er einen besseren Tag erwischt zu haben. Das lag aber wohl zum größten Teil an seiner Thermoskanne, aus der er sich gerade einen Tee einschänkte, als ich zur Tür hereinkam. Er erschrak. "Ach Du bist es!" Er sah gleich wieder entspannter aus. Der Geruch von Teepunsch wehte durch den Raum zu mir. "Alkohol ist doch streng verboten im Dienst", dachte ich mir.
Die Tür ging wieder auf. Mini und Susi, so stellten sie sich gleich darauf vor, kamen ins Zimmer. Sie hatten sich Jogging-Anzüge angezogen — und sahen im Partner-Look fast aus wie Zwillinge.
In einer Plastiktüte hatten sie eine Weinflasche dabei, die schon angebrochen war. Den Korken hatten sie nur ein kleines Stück wieder zurück in die Flasche bekommen, um sie zu verschließen.
Mini füllte drei Gläser und reichte mir eines davon. Sehr gemütlich erschien mir die Situation im Dienstzimmer dann doch nicht mehr und ich wollte "nach Hause" in meine Wohnung. So stürzte ich den Inhalt des Glases mit einem Zug hinunter. Ich wollte gehen.
Mini schenkte nach. "Trink noch einen; den Rest können wir nicht mehr aufheben".
Auch das Glas war schnell geleert.
Beim Aufstehen taumelte ich, hielt mich gerade noch an der Stuhl-Lehne fest, dann fiel der Suhl mit lautem Krachen um — und ich verlor das Bewusstsein.
Am nächsten Morgen wachte ich auf. Ein Arzt beugte sich über mich. "Total betrunken", war seine Diagnose. Er hielt mir drei Weinflaschen entgegen. "Nein!" stammelte ich.
Kopfschmerzen hämmerten so stark, dass ich förmlich kleine Kobolde mit ihrem schweren Hammer sehen konnte, die sich in meinem Kopf austobten.
"Das wird ein Nachspiel haben!" meinte der Arzt," hier auf Station ist Alkohol streng verboten. Außerdem sind weitere Vorwürfe laut geworden. Ich schreibe Sie für heute dienstunfähig — und morgen kommen Sie um 11 Uhr ins Verwaltungsgebäude II zu einem Disziplinargespräch.
Er half mir hoch.
Antje kam ins Zimmer. "Junge, warum machst Du so etwas?" Sie erschien enttäuscht.
"Aber ich"¦". Da war sie schon wieder weg.
Meine Wirtin wunderte sich, dass ich in der letzten Nacht nicht im Zimmer gewesen war und nun mitten am Tag kam. "Überstunden" murmelte ich nur müde und ging hinauf.
Ich hatte ein mulmiges Gefühl, als ich am nächsten Tag vor dem Verwaltungsgebäude stand.
Aber "wat mutt, dat mutt", dachte ich mir und ging hinein.
Im Konferenz-Raum war eine größere Runde versammelt.
Ein Frau, ich vermutete, es war die Oberärztin, hatte den Vorsitz. "Den Vorwurf Alkoholmissbrauch und Verstoß gegen die Dienstvorschriften werden wir erst einmal fallen lassen. Der fällt auch nicht so schwer ins Gewicht wie die anderen Vorwürfe, die mir zu Ohren gekommen sind", begann sie.
"Andere Vorwürfe?" Ich dachte nicht nur, sondern fragte laut.
"Ihnen wird zur Last gelegt, sich an einer Schwesternschülerin vergangen zu haben, die sie zuvor misshandelt haben", meinte sie darauf, "es soll sogar Beweisfotos geben!"
Ich war wie vom Donner gerührt.
"Ich sag"˜s ja immer," fügte sie hinzu, "Männer und Frauen zusammen am Arbeitsplatz — das passt nicht und gibt nur Ärger!
Sie werden bis zur Klärung der Vorwürfe in eine andere Abteilung versetzt. Sie wissen bestimmt, dass Sie mit einem strafrechtlichen Verfahren zu rechnen haben, wenn sich die Vorwürfe als wahr erweisen."
Ein Mann im Anzug, der recht "offiziell" aussah meinte nur trocken: "Block K?"
"Ja", antwortete die Ärztin, "gute Idee!"
Ich erhielt einen blaugrauen Kittel, der mich gleich als unbeliebteren Pfleger ausweisen sollte und nicht als Mitglied des pädagogischen Personals.
Die Ärztin wählte eine zweistellige Nummer mit dem Telefon, das vor ihr stand und sagte nur ein Wort, das ich nicht verstand.
Bald darauf kam ein Pfleger, der die Anweisung bekam, mich zum Block K zu bringen.
Ich bestürmte ihn mit Fragen, aber er gab nur eine einzige Antwort: "Block K? — Arschkarte gezogen!"